Veronika. Ein Schauspiel. Auf ungeheuer leichte und geradezu komödiantische Art erzählt der Monolog von den Möglichkeiten, mit dem Leben umzugehen. Wer lachen kann, dort wo er hätte heulen können, bekommt wieder Lust am Leben.

Fr. 22.10.2021

Beginn um 20.00 Uhr
Abschluss um 21.15 Uhr

Casa Moscia bei Ascona

Via Moscia 89, CH-6612 Ascona
Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben.

Ein Theaterabend, der eigentlich so gar nicht beginnen dürfte: Was macht man ein Kind, wenn es an seiner Mutter verzweifelt? Der Held in «Veronika» findet eine bestechend simple Lösung: Er schreibt Augenblicke auf, die das Leben lebenswert machen. Diese Aufzählung soll die Mutter aus ihrer Depression holen. Ein scheinbar banaler Trick, sich immer wieder den Lebensmut zu bestätigen und damit Dankbarkeit für das Leben einzuüben.

 

«Schon viele Jahre nicht mehr so gutes Theater gesehen... habe sogar eine halbe Träne zerdrückt.»
Martin Novak, Regisseur von «Lindenstrasse»

 

Doch ist diese Tugend zwar eine angenehme, aber keinesfalls die Leichteste, denn sie verlangt eine Konzentration auf das Hier und Jetzt. Um mit der Situation fertig zu werden, fragt der junge Held der Geschichte seinen Vater: Er würde ihm das Leben erklären, er würde da sein, wenn man ihn braucht. Aber auch der Vater ist mit der Situation überfordert: Er zieht sich zurück und – schweigt. Durch diese mangelnde Vaterbeziehung und die erste Erfahrung mit dem Tod entdeckt der 7-jährige Junge – in seiner Einsamkeit – noch eine weitere Möglichkeit: Er teilt seine Einsamkeit seinem Gott mit. Durch einfache, formlose Gebete.

Mit dem Heranwachsen des Protagonisten erweitert sich diese Liste der wunderbaren Augenblicke: Er verliebt sich. In dieser neuen Beziehung muss er aber plötzlich feststellen, dass auch er selbst immer wieder in die vorgegebene Prägung seiner Eltern zurückfällt. Er muss feststellen: Er bringt dieses Erbe in seine neue Beziehung mit. Ist die Auflistung der Augenblicke, die das Leben lebenswert machen, zu wenig, um dem Ganzen einen tieferen Sinn zu geben? Dem Leben einen Sinn zu geben, den auch er bisher, ausgelöst durch die prägende Depression seiner Mutter, zeitweise angezweifelt hatte?

Gib es einen Gott, der letztlich über all dem Schönen im Leben steht, ja, Sinn-Geber sein kann? Der so ganz anders sein soll, als sein irdischer, verschlossener Vater? Kann aus Verletzungen und Kränkungen etwas Gutes entstehen? Kann man an all den Verletzungen wachsen statt daran zu zerbrechen?

 

«Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt.»
Christian Morgenstern

 

Dies ist ein Stück, von dem jeder gerne erzählt, wenn er es gesehen hat. Im kleinen Format – ohne Bühne und Bühnenbild, der Schauspieler agiert direkt im Publikum – behandelt es die grossen Themen unseres Daseins: Das Auf und Ab des Lebens, das Sterben, den Glauben, den Tod und die Liebe. Das Stück geht unter die Haut und greift ans Herz. Es bringt den Zuschauer zum Lachen und gibt ihm ein Lächeln. Es verwandelt Depressionskatastrophen und Sinnkrisen in ein Solo, das ein bisschen über dem Boden schwebt, weil es bei all der Traurigkeit leicht und voller Zuversicht ankommt.

 

Schauspiel: Eric Wehrlin
Regie: Eva-Maria Admiral

 


Leitung

Eva-Maria Admiral-Wehrlin

Eva-Maria Admiral ist Schauspielerin, Stimm- und Rhetoriktrainierin, Dozentin, Buchautorin, Regisseurin. Literaturwissenschaft in Paris, Schauspiel an der Schauspielakademie Wien. Unterrichtet als Gastdozentin an deutschen Hochschulen, in Australien, Neuseeland und Rom. Unterwegs mit mehreren Soloprogrammen.

Eric Admiral-Wehrlin

Eric Wehrlin ist Schauspieler, Dozent und Buchautor. Akademie Scuola Teatro Dimitri Schweiz, Hochschule für darstellende Kunst Wien und Baltimore, USA. Seit 40 Jahren an verschiedenen Theatern und in TV-Filmen. Schauspieltrainer in Neuseeland, Trainer und Dozent an mehreren deutschen Hochschulen. Unterwegs mit Theater- und Soloprogrammen.

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