Das Buch der Mitte – Wie wir wurden, was wir sind: Die Bibel als Herzstück der westlichen Kultur <br>

"Das Buch der Mitte – Wie wir wurden, was wir sind: Die Bibel als Herzstück der westlichen Kultur"

von Vishal Mangalwadi | 11.05.2015

"Das Buch der Mitte - Wie wir wurden, was wir sind: Die Bibel als Herzstück der westlichen Kultur", Vishal Mangalwadi, fontis-Brunnen Basel, 2014; 608 Seiten, ISBN 978-3-03848-004-4

Eine Buchzusammenfassung von Felix Ruther

Ein Inder schaut auf die Geschichte des Westens

Mangalwadi und seine Frau setzten sich in Indiens ländlichen Gebieten für soziale Gerechtigkeit ein. Daneben waren und sind sie hellwache Beobachter der Kulturen. Im vorliegenden Buch wird überzeugend gezeigt, wie die von der Bibel ausgehenden Denkweise und Ethik die Voraussetzungen schufen, auf welchen sich die westliche Kultur entwickeln konnte. Gerade die „Aussenperspektive“ erlaubt es dem Autor in überzeugender Weise aufzuzeigen, was es bedeutet, wenn der Westen seine Wurzeln, seine biblische Mitte aufgibt und einem rein naturalistischen Weltbild huldigt. In einer Welt, die zunehmend in Aufruhr gerät, vermögen andere Weltanschauungen eben nicht jene Hoffnung zu bringen, welche zu positiven Veränderungen nötig wären. Beklemmend wird das schon im ersten Kapitel entfaltet: „Der Westen ohne seine Seele – von Bach bis Cobain(1)“. Wie auch in allen anderen Kapiteln argumentiert Mangalwadi aus einer profunden Sachkenntnis heraus. Da wird Augustinus zitiert, für den Musik untrennbar zur Bibel gehört, die Mönche werden erwähnt, welche im 10. Jh. die erste Orgel entwarfen, dann auch Tolkien, der in seinem Werk „Silmarillion“ die Beziehung zwischen Musik, Schöpfung und Sündenfall in wunderbaren Bildern darstellt – bis hin eben zur „Musik nach dem Tode Gottes(2)“: Silence, Here I am, Here I am, silent ... Death ist what Iam, Go to hell, Go to jail, Die(3)".

 

Zugegeben, das Buch ist mit seinen 600 Seiten ein Wälzer. Dennoch brauchte ich in meinen Ferien nur drei Tage für die Lektüre. Verschlungen habe ich dieses Buch. Und bestimmt werde ich einzelne Kapitel wieder und wieder lesen. Weshalb? Mangalwadi schreibt spannend und illustriert seine Gedanken immer mit Beispielen aus dem eigenen Leben oder aus der Geschichte. Lebendige Erzählung, nüchterne Beweisführung und Warnung an den Westen, der seine Mitte zu verlieren droht, gehen in diesem Buch Hand in Hand. Wie schon Francis Schaeffer (L’Abri) - die Denkschule Schaeffers ist unverkennbar - entpuppt sich Mangalwadi als ungeheuer belesener Kultur- und Geschichts-Philosoph. Lobend möchte ich auch erwähnen, dass alle Zitate im Anhang sauber vermerkt wurden, eine Tugend, die leider nicht in allen christlichen Büchern gepflegt wird...

 

Das Buch ist in sieben Hauptabschnitte gegliedert, je mit diversen Unterkapiteln. Die meisten dieser Unterkapiteln können auch isoliert gelesen werden. In ihnen wird jeweils einer bestimmten Frage nachgegangen. Ich will einige dieser einleitenden Fragen nennen, denn gerade sie haben mich dazu angeregt, das Buch jeweils an einer bestimmten Stelle wieder zu öffnen: Was machte den Westen zu einer denkenden Gesellschaft? (Kap. 6); wie wurde Bildung demokratisiert? (Kap. 10); Wissenschaft - was ist die Grundlage? (Kap. 13); Warum sind einige weniger korrupt als andere? (Kap. 14); Warum brachte das feste Vertrauen in die Aussagen der Bibel Freiheit? (Kap. 18).

 

Mit grosser Überzeugung schliesse ich mich daher den Beurteilungen auf dem Buchumschlag von Dr. Roland Werner(4)  und Prof.  Prabhu Guptara(5) an.
Roland Werner: „Ich bin überzeugt und begeistert von diesem einzigartigen Buch, das alle lesen sollten, die Denken, Glauben und Handeln miteinander verbinden wollen.“
Prof. Prabhu Guptara: „Ich glaube, dass jeder, der die moderne Welt verstehen möchte, dieses Buch lesen sollte.“

 

(1) Kurt Cobain, Sänger und Gitarrist der Rockband "Nirvana", schied 1994 durch Selbstmord aus dem Leben.
(2) S.27
(3) "Schweigen, hier bin ich, hier bin ich, schweigend... Tod, das bin ich, geh zur Hölle, geh ins Gefängnis ... stirb. (Kurt Cobain)
(4) CVJM-Generalsekretär.
(5) Professor Prabhu Guptara, Wirtschaftsprofessor, Schweiz.