Die 7 Geheimnisse der gl├╝cklichen Ehe

von John M. Gottmann, Nan Silver |

Dieses Buch ist der kr├Ânende H├Âhepunkt einer langj├Ąhrigen Forschungsarbeit: John Gottman hat sieben Prinzipien herauskristallisiert, die erfolgreiche Paare auf ihrem Weg zu einer harmonischen und langlebigen Beziehung anwenden. Sie zeigen neue und ├╝berraschende Strategien, damit eine Ehe gl├╝cklich werden kann, bieten praktische und wissenschaftlich fundierte Einsichten ├╝ber das Funktionieren guter Partnerschaften. Nicht zuletzt ist dieses umfassende und kompetente Buch ├╝ber erfolgreiche Beziehungsstrategien eine h├Âchst vergn├╝gliche Lekt├╝re. Gottmans Vorschl├Ąge sind leicht zu verstehen und unproblematisch nachzuvollziehen. Und ihre Auswirkungen sind betr├Ąchtlich.
Gottman, John M.; Silver, Nan. Die 7 Geheimnisse der gl├╝cklichen Ehe. ISBN: 3548363369. Ullstein 2002. 319 Seiten.

Eine Buchzusammenfassung von Felix Ruther

1. Ehelabor in Seattle

Im Ehelabor beobachtet Gottman Paare. Er meint nun gen├╝gend wissenschaftliche Daten zu besitzen, die es ihm erlauben ein Paar ca. f├╝nf Minuten lang zu beobachten, um anschliessend mit einer 91% iger Treffsicherheit sagen zu k├Ânnen, ob sich dieses Paar scheiden lassen wird.

Einer der traurigsten Gr├╝nde, warum eine Ehe stirbt, ist, dass keiner der Partner ihren Wert erkennt, ehe es zu sp├Ąt ist. Eine gute Ehe wird zu oft als selbstverst├Ąndlich hingenommen, anstatt dass man ihr die Nahrung und den Respekt gew├Ąhrt, den sie verdient und braucht.


Warum sich um die Ehe bem├╝hen?

Ungl├╝ckliche Ehen machen krank, gl├╝ckliche st├Ąrken das Immunsystem. Wenn Fitnessfans, nur 10% ihrer w├Âchentlichen Trainingszeit - ca. 20 Minuten am Tag - darauf verwenden w├╝rden, an ihrer Ehe anstatt an ihrem K├Ârper zu arbeiten, w├╝rden sie dreimal mehr Gesundheit ernten, als wenn sie einen Langlauf unternehmen.

Das Leiden der Kinder: Es ist nicht klug um der Kinder willen in einer schlechten Ehe zu bleiben. Eine friedliche Scheidung ist besser als eine Ehe im Kriegszustand.


Warum die meisten Ehetherapien scheitern?

G. meint, weil die meisten Ratschl├Ąge schlichtweg falsch seien, da sie nicht auf wissenschaftlichen Untersuchungen und Belegen basieren. Nun zeigt er kurz, weshalb auch die, aus der Theorie von C. Rogers abgeleitete, Kommunikationsform zur Konfliktbew├Ąltigung nicht gen├╝gen kann. Der Grund sei, dass die wenigsten Paare ├╝berhaupt in der Lage w├Ąren diese Gespr├Ąchsstrategie erfolgreich durchzuf├╝hren. Eine erfolgreiche Konfliktbew├Ąltigung sei nicht das, was eine Ehe gut mache. Auch gl├╝ckliche Paare schreien sich mal an.


Weiter Mythen ├╝ber die Ehe

  • Gemeinsame Interessen halten zusammen (muss nicht sein).
  • Konflikten aus dem Wege gehen wird ihre Ehe zum Scheitern bringen (stimmt nur bedingt).
  • Nur 20% sagen, dass eine ausserehliche Aff├Ąre der Grund zur Trennung sei.


Freundschaft statt Kampf

Gl├╝ckliche Ehen gr├╝nden auf einer tiefen Freundschaft. Es geht nicht um die grossen Ferien sondern um den Kontakt zueinander im Alltag.

Es geht um eine Bejahende Einstellung, die alle ├äusserungen des Partners eher im eheerhaltenden Sinn interpretiert. ÔÇ×RettungsversucheÔÇť (z.B. es tut mir leid etc.) verhindern, dass Negativit├Ąt ausser Kontrolle ger├Ąt. Erfolg oder Scheitern dieser Versuche geh├Âren zu den wesentlichen Faktoren, die bestimmen, ob eine Ehe bl├╝ht oder welkt.

Es gibt tiefere, verborgene Themen, die diese oberfl├Ąchlichen Konflikte anheizen und sie viel st├Ąrker und verletzender erscheinen lassen, als sie es sonst w├Ąren. Daher enden die meisten ehelichen Streitgespr├Ąche ergebnislos. Paare verbringen Jahr um Jahr damit zu versuchen, den anderen umzustimmen, aber das ist nicht m├Âglich. Das liegt daran, dass die meisten der Probleme ihre Wurzeln in grunds├Ątzlichen Uneinigkeiten ├╝ber Lebensstil, Pers├Ânlichkeit oder Wertesystem haben. Wenn man ├╝ber diese Differenzen streitet, dann verschwendet man nur seine Zeit und gef├Ąhrdet seine Ehe. Der typische Ansatz der Konfliktbew├Ąltigung wird hier nicht helfen. Statt dessen m├╝ssen Sie die allem zugrundeliegende Uneinigkeit, die den Konflikt zwischen Ihnen beiden hervorruft, verstehen, und Sie m├╝ssen lernen, einander zu ehren und zu respektieren. Erst dann werden Sie imstande sein, ein gemeinsames Gef├╝hl von Sinn in Ihrer Ehe zu entwickeln.

2. Wie ich eine Scheidung vorhersehe

An der Art, wie sich Paare streiten, kann man voraussehen, ob sie sich scheiden werden.


1. Zeichen: Ein Grober Auftakt

Wenn eine Diskussion mit Kritik und/oder sarkastischen Bemerkungen, Verachtung etc. anf├Ąngt, dann ist das ein ÔÇ×grober AuftaktÔÇť. Die Studie zeigt, dass, wenn ein Streit mit einem groben Auftakt beginnt, er todsicher auch mit einer negativen Stimmung enden wird, ganz gleich wie viele Versuche dabei unternommen werden ÔÇ×nettÔÇť zu sein. Die Statistik verdeutlicht das: In 96 % der F├Ąlle kann man den Ausgang eines Gespr├Ąches vorhersagen, wenn man die ersten 3 Minuten geh├Ârt hat.


2. Zeichen: Vier apokalyptische Reiter

Meist kommen diese vier Reiter in der folgenden Reihenfolge in das Zentrum einer Ehe getrampelt: Kritik, Verachtung, Rechtfertigung und Mauern.


Der erste Reiter: Kritik

Sie werden sich ├╝ber den Menschen, mit dem Sie zusammenleben, immer irgendwann beklagen. Doch es gibt einen himmelweiten Unterschied zwischen einer Beschwerde und einer Kritik. Eine Beschwerde zielt auf den bestimmten Vorfall ab, bei dem Ihr Ehepartner etwas falsch gemacht hat. Kritik hingegen ist weitreichender. Da kommen noch ein paar negative Bemerkungen ├╝ber den Charakter oder die Pers├Ânlichkeit Ihres Partners hinzu. Eine Beschwerde konzentriert sich also auf ein bestimmtes Verhalten, w├Ąhrend Kritik die Sache gr├Âsser erscheinen l├Ąsst, da hier Schuldzuweisungen und die generelle Verurteilung eines Charakters eine Rolle spielen. Das Problem mit Kritik ist, dass sie, wenn sie zur Gewohnheit wird, anderen, sehr viel gef├Ąhrlicheren Reitern den Weg bahnt.


Der zweite Reiter: Verachtung

Sarkasmus und Zynismus sind Ausdrucksformen von Verachtung. Dasselbe gilt f├╝r Verfluchen, Augenrollen, Verh├Âhnen und respektlosen, absch├Ątzigen Humor. In welcher Form die Verachtung - der gef├Ąhrlichste der vier Reiter - auch auftritt, sie wirkt immer vergiftend auf eine Beziehung, da sie Abneigung ausdr├╝ckt. Es ist so gut wie unm├Âglich, ein Problem zu l├Âsen, wenn der Partner den Eindruck bekommt, dass man ihn ablehnt. So f├╝hrt Verachtung zwangsl├Ąufig zum Konflikt und nicht zur Bereinigung der Situation.

Verachtung wird von lange schwelenden, negativen Gedanken ├╝ber den Partner gen├Ąhrt.


Der dritte Reiter: Rechtfertigung

Obwohl es verst├Ąndlich ist, sich zu rechtfertigen, zeigt die Studie, dass dieser Ansatz nur selten den erw├╝nschten Erfolg bringt. Der angreifende Partner weicht nicht zur├╝ck und entschuldigt sich nicht. Das liegt daran, dass Rechtfertigung in Wirklichkeit eine Methode ist, den Partner zu beschuldigen. Tats├Ąchlich sagt man: ÔÇ×Das Problem liegt nicht bei mir, sondern bei dir.ÔÇť Rechtfertigung l├Ąsst den Konflikt lediglich eskalieren.


Der vierte Reiter: Mauern

In Ehen, in denen Diskussionen mit einem groben Auftakt beginnen, und wo Kritik und Verachtung zur Rechtfertigungshaltung f├╝hren, welche ihrerseits neue Verachtung und neue Rechtfertigung erzeugt, klinkt sich ein Partner manchmal aus. Das signalisiert die Ankunft des vierten apokalyptischen Reiters.

Stellen Sie sich einen Ehemann vor, der von der Arbeit nach Hause kommt, dort auf eine Wand der Kritik seitens seiner Ehefrau trifft und sich daraufhin hinter der Zeitung versteckt. Je weniger er antwortet, desto mehr schimpft sie. Irgendwann steht er vielleicht auf und verl├Ąsst das Zimmer. Anstatt sich mit seiner Frau auseinanderzusetzen, zieht er sich lieber zur├╝ck. In dem er sich von ihr abwendet, geht er einem Streit aus dem Weg, aber ebenso seiner Ehe. Er (h├Ąufiger der Mann) mauert.


3. Zeichen: ├ťberflutung

Gew├Âhnlich mauert der Partner, um sich gegen ├ťberflutung zu sch├╝tzen. ├ťberflutung meint, dass die Negativit├Ąt des Partners so ├╝berw├Ąltigend und pl├Âtzlich daherkommt, dass es einen ersch├╝ttert. Wenn ├ťberflutungen an der Tagesordnung sind, dann weist das auf eine Trennung hin.


4. Zeichen: K├Ârpersignale

Streit kann den K├Ârper unter Stress setzen: hohe Pulsfrequenz, Schweissausbruch etc. Bei einem solchen Adrenalinschub kann man nicht mehr richtig kommunizieren und zuh├Âren.


M├Ąnner und Frauen sind wirklich unterschiedlich: In 85 % der Ehen ist es der Mann, der mauert. Bei einem Knall wird der Pulsschlag und der Blutdruck eines Mannes l├Ąnger oben bleiben, als bei einer Frau. M├Ąnner versuchen daher einem Streit eher auszuweichen, weil er sie mehr stresst als Frauen. M├Ąnner denken auch eher ├╝ber Negatives nach, das sie aufgeregt hat, als Frauen.

Daraus ergibt sich ein Konfliktmuster, das man sehr oft findet: Die Frau kann besser mit Stress umgehen und schneidet daher ├Âfters heikle Themen an, als der Mann. Der Mann versucht es zu vermeiden in eine Diskussion hineingezogen zu werden. Er wird rechtfertigen oder mauern, oder er wird rasch k├Ąmpferisch um die Frau zum Schweigen zu bringen.


5. Zeichen: Gescheiterte Rettungsversuche

Rettungsversuche sind Bem├╝hungen, um die Spannung w├Ąhrend einer schwierigen Diskussion zu l├Âsen. Das st├Ąndige Scheitern der Rettungsversuche ist ein eindeutiger Hinweis f├╝r eine bevorstehende Trennung. Ob ein Rettungsversuch Erfolg hat, hat nur wenig damit zu tun, wie raffiniert er ist. Der Zustand der Ehe ist entscheidend.


6. Zeichen: Schlechte Erinnerungen

In einer Ehe, in der die Vergangenheit nur noch negativ wahrgenommen wird, besteht eine grosse Trennungsgefahr. Gesunde Paare neigen dazu das Negative zu vergessen. Sie erinnern sich vorwiegend an die positiven Aspekte.


Das Ende r├╝ckt n├Ąher

Eine Aff├Ąre ist gew├Âhnlich ein Symptom f├╝r eine sterbende Ehe, nicht die Ursache. Das Ende dieser Ehe h├Ątte man schon lange vorher voraussagen k├Ânnen (vgl. die sechs Zeichen).

3. Geheimnis Nr. 1: Die Partner-Landkarte auf den neuesten Stand bringen

Man beobachtet oft, dass viele Ehepartner nur sehr ungef├Ąhre Vorstellungen von den Freuden, Vorlieben, Abneigungen, ├ängsten und Anstrengungen des andern haben. Mit emotionaler Intelligenz ausgestattete Paare sind sehr vertraut mit der Welt des anderen - sie haben eine detaillierte Landkarte des Partners. Sie kenne die jeweiligen Lebensziele des anderen, die ├ängste und die Hoffnungen.

Ohne diese Landkarte kann man den Partner nicht wirklich kennen. Und wenn man jemanden nicht kennt, wie soll man ihn dann wirklich lieben k├Ânnen? Da wundert es kaum, dass das biblische Wort f├╝r sexuelle Liebe ÔÇ×erkennenÔÇť heisst. Paare, die genaue Landkarten des anderen besitzen, sind auch viel besser darauf vorbereitet, mit schwierigen Ereignissen und Konflikten fertig zu werden. Z.B. 67% der Paare machten einen j├Ąhen Sturz in der ehelichen Zufriedenheit durch, als sie zum ersten Mal Eltern wurden. Paare, deren Ehe sich nach der Geburt sogar verbessert hatte, besassen eine detaillierte Landkarte voneinander.

Also: Zeit finden, um einander vom Tag zu erz├Ąhlen. Wenigstens einmal in der Woche einen gemeinsamen Abend verbringen.

Es gibt nur wenige bedeutendere Geschenke, die Partner einander machen k├Ânnen, als die Freude, sich verstanden und angenommen zu f├╝hlen.


Nun folgen diverse Fragen als Hilfe f├╝r die gegenseitige Erkundung.

├ťbung: (Ohne einander zu helfen oder dreinzureden, sollten die Frage schriftlich beantwortet werden. Anschliessend wird ausgetauscht.)

Welches sind die wichtigsten Personen im Leben meines Partners; Freunde, m├Âgliche Freunde, Rivalen, Widersacher? J├╝ngere wichtige Ereignisse im Leben meines Partners; zuk├╝nftige Ereignisse (worauf freut er sich, was f├╝rchtet sie?)?

Was stresst zur Zeit meinem Partner? Wovor hat mein Partner zur Zeit Angst? Was hofft und w├╝nscht sich mein Partner - f├╝r sich, f├╝r andere?


├ťbung: Wer bin ich?

Je mehr Sie ├╝ber die innere Welt des anderen wissen, desto solider und erf├╝llter wird ihre Partnerschaft sein. Fragen um sich selber besser kennenzulernen


Meine Triumphe und meine K├Ąmpfe

  1. Auf welche Dinge in Ihrem Leben sind Sie besonders stolz? Schreiben Sie ├╝ber Ihre pers├Ânlichen Triumphe, ├╝ber Zeiten, als alles noch besser lief, als Sie es sich ertr├Ąumt hatten. Schreiben Sie ├╝ber Perioden, in denen Sie siegreich alle Pr├╝fungen und Schwierigkeiten hinter sich liessen. Dazu geh├Âren auch Zeiten von Stress und Durststrecken, die Sie meisterten, kleine Ereignisse, die dennoch von grosser Bedeutung f├╝r Sie sein m├Âgen, Ereignisse aus der Kindheit oder der j├╝ngeren Vergangenheit, selbstgew├Ąhlte Herausforderungen, die Sie bew├Ąltigten, Zeiten, in denen Sie sich kraftvoll f├╝hlten, Sternstunden und Siege, wundervolle Freundschaften, die Sie gewannen und so weiter.
  2. Wie haben diese Erfolge Ihr Leben beeinflusst? Welchen Einfluss haben sie auf Ihr Bild von sich selbst und Ihren F├Ąhigkeiten? Wie haben sie die Ziele und die Dinge, nach denen Sie streben, ver├Ąndert?
  3. Welche Rolle spielt Stolz (das heisst, stolz zu sein, gelobt zu werden, anderen Lob auszusprechen) in Ihrem Leben? Haben Ihre Eltern Ihnen gezeigt, dass sie, als Sie ein Kind waren, stolz auf Sie waren? Und wie haben Ihre Eltern das gezeigt? Wie haben andere Menschen auf Ihre Leistungen reagiert?
  4. Haben Ihre Eltern Ihnen gezeigt, dass sie Sie liebten? Wie? Wurde Zuneigung in Ihrer Familie oft und gerne gezeigt? Wenn nicht, inwiefern hat das Ihre Ehe beeinflusst?
  5. Welche Rolle spielt der Stolz auf Ihre Leistungen in Ihrer Ehe? Welche Rolle spielen Ihre eigenen Ziele in Ihrer Ehe? Inwieweit w├╝nschen Sie sich, dass Ihr Partner diese Aspekte Ihres Selbst, Ihrer Vergangenheit, Gegenwart und Ihrer Pl├Ąne f├╝r die Zukunft kennt und versteht? Inwiefern zeigen Sie, dass Sie aufeinander stolz sind?


Meine Verletzungen und Heilungen

  1. Welche schwierigen Ereignisse oder Zeiten haben Sie durchlebt? Schreiben Sie ├╝ber alle ernsthaften, pers├Ânlichen Schwierigkeiten und Verletzungen, die Sie erlebt haben, ├╝ber Ihre Verluste, Entt├Ąuschungen, Pr├╝fungen und Probleme. Z├Ąhlen Sie Zeiten von Stress und Durststrecken ebenso dazu wie Perioden der Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit. S├Ąmtliche tiefen Traumata, die Sie als Kind oder Erwachsener durchlebt haben, geh├Âren dazu, so zum Beispiel verletzende Beziehungen, dem├╝tigende Ereignisse, sogar Bel├Ąstigungen, Missbrauch, Vergewaltigung.
  2. Wie haben Sie diese Traumata ├╝berlebt? Welche bleibenden Folgen haben sie f├╝r Sie?
  3. Wie haben Sie sich selbst gest├Ąrkt? Wie haben Sie Ihre Trauer ├╝berwunden? Wie haben Sie sich selbst wiederbelebt und wiederhergestellt?
  4. Wie sch├╝tzen Sie sich davor, dass so etwas noch einmal passiert? Wie grenzen Sie sich ab? 5. Inwieweit beeinflussen diese Verletzungen und die Art, wie Sie sich davon erholen und sich vor neuen sch├╝tzen, heute Ihre Ehe? Was soll Ihr Partner ├╝ber diese Aspekte Ihres Selbst wissen, und wieviel soll er davon verstehen?


Meine Gef├╝hlswelt

  1. Wie dr├╝ckte man, als Sie ein Kind waren, in Ihrer Familie die folgenden Gef├╝hle aus: Wut, Traurigkeit, Angst, Zuneigung, Interesse f├╝reinander?
  2. Musste Ihre Familie w├Ąhrend Ihrer Kindheit mit einem besonderen emotionalen Problem fertig werden, wie zum Beispiel Aggression zwischen den Eltern, einem depressiven Elternteil oder einem Elternteil, dessen Gef├╝hle auf irgendeine   Weise verletzt waren? Welche Folgen hat dies f├╝r Ihre Ehe und Ihre anderen engeren Beziehungen (Freundschaften, Beziehung zu Ihren Eltern, Ihren Geschwistern, Ihren Kindern)?
  3. Was denken Sie selbst dar├╝ber, wie man Gef├╝hle ausdr├╝cken sollte, vor allem Wut, Angst, Traurigkeit, Stolz und Liebe? F├Ąllt es Ihnen schwer, eines dieser Gef├╝hle auszudr├╝cken oder es von Ihrem Partner ausgedr├╝ckt zu sehen? Was ist die Ursache f├╝r Ihre Sichtweise?
  4. Welche Unterschiede gibt es zwischen Ihnen und Ihrem Partner, wenn es darum geht, Gef├╝hle auszudr├╝cken? Was ist die Ursache dieser Unterschiede? Welche Folgen haben  diese Unterschiede f├╝r Sie?


Meine Lebensphilosophie und mein Verm├Ąchtnis

  1. Stellen Sie sich vor, Sie stehen auf einem Friedhof und schauen Ihren eigenen Grabstein an. Schreiben Sie nun die Worte auf, die Sie dort gern geschrieben sehen m├Âchten. Beginnen Sie mit: ┬╗Hier ruht . . . ┬ź
  2. Schreiben Sie Ihren eigenen Nachruf. (Er muss nicht kurz sein.) Was sollen die Menschen von Ihrem Leben denken, und wie sollen sie Sie in Erinnerung behalten?
  3. Jetzt sind Sie soweit, dass Sie Ihre Lebensphilosophie beschreiben k├Ânnen. Was ist das Ziel Ihres Lebens? Was ist der Sinn? Was m├Âchten Sie erreichen? Welches sind die gr├Âsseren K├Ąmpfe, die Sie durchstehen m├Âchten?
  4. Welches Verm├Ąchtnis w├╝rden Sie gern nach Ihrem Tod hinterlassen?
  5. Welche entscheidenden Ziele m├╝ssen Sie noch erreichen? Das kann bedeuten, dass Sie etwas schaffen m├Âchten oder ein bestimmtes Erlebnis haben m├Âchten. Beispiele f├╝r kleinere Ziele sind: Banjospielen zu lernen, einen Berg zu besteigen und so weiter.


Wer ich werden will

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, ├╝ber das nachzudenken, was Sie gerade geschrieben haben. Wir sind alle damit besch├Ąftigt, der Mensch zu werden, der wir sein wollen.

  1. Beschreiben Sie den Menschen, der Sie werden wollen.
  2. Was k├Ânnen Sie dazu tun, dieser Mensch zu werden?
  3. Welche K├Ąmpfe haben Sie bereits durchgefochten, um dieser Mensch zu werden?
  4. Welche inneren ÔÇ×D├ĄmonenÔÇť mussten Sie bek├Ąmpfen? Welche stehen Ihnen noch bevor?
  5. Was m├Âchten Sie selbst an sich ver├Ąndern?
  6. Welche Tr├Ąume haben Sie sich selbst nicht geg├Ânnt oder nicht entwickelt?
  7. Wie soll Ihr Leben in f├╝nf Jahren aussehen?
  8. Was ist die Geschichte des Menschen, der Sie werden m├Âchten?  

4. Geheimnis Nr. 2: Pflegen Sie Zu-neigung und Bewunderung f├╝reinander

Zuneigung und Bewunderung sind zwei der wichtigsten Bestandteile einer erf├╝llten und langw├Ąhrenden Beziehung. Auch wenn gl├╝cklich verheiratete Paare manchmal ├╝ber die Macken ihrer Partner verzweifeln m├Âchten, f├╝hlen sie doch immer noch, dass der Mensch, den sie geheiratet haben, es wert ist, geehrt und respektiert zu werden. Wenn allerdings dieses Gef├╝hl in einer Ehe ├╝berhaupt nicht vorhanden ist, dann kann die Beziehung nicht wiederbelebt werden.

Um herauszufinden, ob ein Paar noch ein funktionierendes System der Zuneigung und der Bewunderung besitzt, kann man die Partner ├╝ber ihre Erinnerungen aus der Vergangenheit befragen. Paare, die die Geschichte ihrer Ehe positiv sehen, werden auch eine gl├╝ckliche Zukunft haben: Wenn die gl├╝cklichen Erinnerungen verdr├Ąngt sind, dann ist das ein Zeichen daf├╝r, dass die Ehe Hilfe braucht.

Wenn Ihnen Zuneigung und Bewunderung abhanden gekommen sind, dann bringt man sie zun├Ąchst einmal dadurch zur├╝ck, indem man sich klarmacht, wie wertvoll diese Gef├╝hle sind. Sie sind entscheidend f├╝r das langw├Ąhrende Gl├╝ck einer Beziehung, weil sie verhindern, dass die Verachtung - einer der vier Ehekiller - zu einer ├╝berwiegenden Gr├Âsse in Ihrem Leben wird. Verachtung ist eine S├Ąure, die im Laufe der Zeit die Verbindung zwischen Mann und Frau zerst├Ârt. Je enger Sie mit Ihren tiefliegenden positiven Gef├╝hlen f├╝reinander verbunden sind, desto unwahrscheinlicher ist, dass Sie Ihren Partner verachtend behandeln werden, wenn Sie unterschiedlicher Meinung sind.

Es ist ├╝berhaupt nicht schwer, Zuneigung und Bewunderung in Ihrer Beziehung wiederzubeleben oder zu vergr├Âssern. Sogar positive Gef├╝hle, die seit langem versch├╝ttet waren, k├Ânnen ganz einfach ans Tageslicht gebracht werden, indem man dar├╝ber nachdenkt und spricht. Dies k├Ânnen Sie tun, indem Sie ein wenig ├╝ber Ihren Partner und das, was Sie an ihm m├Âgen, meditieren.


├ťbung: Suchen Sie drei positive Eigenschaften ihres Partners und erinnern sie sich an eine Begebenheit, in der diese Eigenschaft deutlich zutage trat. Schreiben sie es auf und tauschen sie mit ihrem Partner aus.


├ťbung: Geschichte und Philosophie Ihrer Ehe: Sie ben├Âtigen einige Zeit f├╝r diese ├ťbung.

  1. Sprechen Sie dar├╝ber, wie Sie beide sich kennenlernten und zusammenkamen. Gab es etwas an Ihrem Partner, was Ihre Aufmerksamkeit besonders gefangennahm? Was waren Ihre ersten Eindr├╝cke voneinander?
  2. Was wissen Sie noch aus der Zeit, als Sie zuerst miteinander ausgingen? Was war besonders? Wie lange kannten Sie einander, ehe Sie heirateten? Was wissen Sie noch aus dieser Zeit? Welche besonderen Ereignisse gab es? Welche Spannungen? Was unternahmen Sie gemeinsam?
  3. Sprechen Sie dar├╝ber, wie Sie sich entschlossen zu heiraten. Warum wollten Sie unter allen Menschen ausgerechnet diesen heiraten? War es eine leichte Entscheidung? War sie schwer? Liebten Sie einander? Sprechen Sie ├╝ber diese Zeit.
  4. Erinnern Sie sich an Ihre Hochzeit? Sprechen Sie miteinander ├╝ber Ihre Erinnerungen. Hatten Sie Flitterwochen? Woran erinnern Sie sich?
  5. Was wissen Sie noch von dem ersten Ehejahr? Gab es irgendwelche Anpassungen, die Sie vornehmen mussten?
  6. Wie verlief Ihre Ver├Ąnderung durch die Elternschaft? Sprechen Sie miteinander ├╝ber diese Zeit in Ihrer Ehe. Wie war das f├╝r Sie beide?
  7. Wenn Sie auf die vergangenen Jahre zur├╝ckblicken, welche Momente waren die wirklich gl├╝cklichen Zeiten Ihrer Ehe? Was bedeutet eine gute Zeit f├╝r Sie als Paar? Hat sich das ├╝ber die Jahre hin ver├Ąndert?
  8. Viele Beziehungen machen gute und schlechte Zeiten durch. W├╝rden Sie sagen, dass dieser Satz auch auf Ihre Ehe zutrifft? K├Ânnen Sie einige dieser Perioden beschreiben?
  9. Wenn Sie auf die vergangenen Jahre zur├╝ckblicken, welche Momente waren f├╝r Sie die wirklich schweren Zeiten Ihrer Ehe? Warum sind Sie zusammengeblieben? Wie haben Sie diese schwere Zeit durchgestanden?
  10. Haben Sie aufgeh├Ârt, Dinge zusammen zu unternehmen, obwohl Ihnen das fr├╝her einmal Spass machte? Sprechen Sie miteinander dar├╝ber.
  11. Sprechen Sie miteinander dar├╝ber, warum Sie glauben, dass manche Ehen funktionieren und manche nicht. Beurteilen Sie gemeinsam, welche von den Paaren, die Sie kennen, besonders gute Ehen f├╝hren und welche besonders schlechte. Was ist der Unterschied zwischen beiden? Wie w├╝rden Sie Ihre eigene Ehe im Vergleich mit diesen einsch├Ątzen?
  12. Sprechen Sie miteinander ├╝ber die Ehen Ihrer Eltern. W├╝rden Sie sagen, dass sie Ihrer eigenen Ehe sehr ├Ąhnlich oder eher un├Ąhnlich sind?
  13. Zeichnen Sie ein Schaubild von der Geschichte Ihrer Ehe, ihre wichtigsten Wendepunkte, die Hoch- und die Tiefpunkte. Welche Zeiten waren die gl├╝cklichsten f├╝r Sie? F├╝r Ihren Partner? Wie hat sich Ihre Ehe im Laufe der Zeit ver├Ąndert?


Die meisten stellen fest, dass die Erinnerung an die gemeinsame Vergangenheit die gegenw├Ąrtige Beziehung wiederbelebt. Wenn sie diese Fragen beantworten, dann erinnern sich die Partner an die Liebe und an die grossen Erwartungen, die sie ganz am Anfang dazu bewegten, zu heiraten.  Wenn man diese beiden ├ťbungen regelm├Ąssig wiederholt, dann kann das schon genug sein, Zuneigung und Bewunderung f├╝reinander zu heilen und zu st├Ąrken.

5. Geheimnis Nr.3: Wenden Sie sich einander zu und nicht voneinander ab

Die Romantik wird am Leben gehalten, wenn Sie Ihren Partner wissen lassen, wie hoch Sie ihn wertsch├Ątzen, allem Alltagstrott zum trotz. Auch wenn es komisch klingt: Romantik w├Ąchst wirklich, wenn ein Ehepaar im Supermarkt steht und die Frau sagt: ÔÇ×Haben wir noch Waschmittel?ÔÇť und der Mann nicht nur die Schultern zuckt, sondern antwortet: ÔÇ×Ich weiss nicht. Ich hole welches zur Sicherheit.ÔÇť

In einer Ehe machen die Partner regelm├Ąssig etwas, was ich ┬╗ein Angebot abgeben┬ź nenne. Sie geben ein Angebot f├╝r die Aufmerksamkeit, die Zuneigung, den Witz oder die Unterst├╝tzung ihres Partners ab. Nach einem solchen Angebot wenden sich die Menschen entweder einander zu, oder sie wenden sich voneinander ab. Wenn man sich einander zuwendet, dann ist das die Grundlage f├╝r eine emotionale Verbindung, f├╝r Romantik, Leidenschaft und ein gutes Sexualleben. Partner, die die Eigenschaft haben, sich einander eher zuzuwenden, als sich voneinander abzuwenden, zahlen etwas auf ihr gegenseitiges Gef├╝hlskonto ein. Sie schaffen sich eine emotionale Spareinlage, die ihnen als R├╝cklage dienen wird, wenn die Zeiten einmal schlechter werden. Weil sie all diesen guten Willen gesammelt haben, wird es ihnen leichter fallen, grossz├╝gig miteinander zu sein, wenn ein Konflikt entsteht. Sie k├Ânnen sich eine positive Einstellung zueinander bewahren und so ihre Ehe auch in schweren Zeiten erhalten.

Viele Menschen denken, dass das Geheimnis, wie man die Verbindung zu seinem Partner wieder herstellt, ein Abendessen bei Kerzenschein oder ein Kurzurlaub an der See sei. Doch das Geheimnis ist vielmehr, sich jeden Tag in vielen kleinen Dingen einander zuzuwenden. Eine romantische Nacht sch├╝rt das Feuer nur, wenn das Paar f├╝r die richtige Glut gesorgt hat, indem es bei all den kleinen Gelegenheiten in Verbindung blieb.

Partner ignorieren oft aus Gedankenlosigkeit, nicht aus Boshaftigkeit, die emotionalen Bed├╝rfnisse des anderen.

Der erste Schritt aufeinander zu ist der, sich bewusst zu machen, wie wichtig diese normalen Augenblicke sind, nicht nur f├╝r die Stabilit├Ąt Ihrer Ehe, sondern auch f├╝r das Bestehen der Romantik zwischen Ihnen. F├╝r viele Paare zeigt sich ein ungeahnter Unterschied in der Beziehung, wenn sie sich klarmachen, dass sie ihr allt├Ągliches Miteinander nicht als selbstverst├Ąndlich annehmen sollten. Vergessen Sie nicht, dass es f├╝r die Festigkeit und die Leidenschaft in Ihrer Ehe mehr bringt, wenn Sie einander tagt├Ąglich helfen, als wenn Sie zwei Wochen zusammen auf die Bahamas fahren.


├ťbung: Teilen Sie Ihrem Partner Ihre wichtigsten drei Aktivit├Ąten mit, die Sie vermehrt mit ihm teilen m├Âchten. Dazu eine Warnung: Das kann Konflikte hervorrufen. Um dies zu vermeiden, sollten Sie sich immer daran erinnern, dass diese ├ťbung dazu dient, einander etwas Gutes zu tun. Was Sie Ihrem Partner damit in Wirklichkeit sagen, ist: ÔÇ×Ich liebe dich so sehr, dass ich mehr von dir haben will.ÔÇť Achten Sie also darauf, dass Sie Ihre Forderungen in diesem Sinne besprechen. Anstatt kritisch zu bemerken, was Ihr Partner in der Vergangenheit vers├Ąumt hat, sollten Sie sich auf das konzentrieren, was Sie in Zukunft gern m├Âchten.


├ťbung: Stressabbauende Gespr├Ąche

Wir haben festgestellt, dass die beste Methode um unser Gef├╝hlskonto aufzuf├╝llen das Gespr├Ąch am Ende eines Tages ist. Diese ÔÇ×Wie war dein Tag?ÔÇť-Konversation hilft Ihnen beiden, mit dem Stress in Ihrem Leben fertig zu werden, der nicht durch die Ehe erzeugt wird. F├╝r die langanhaltende Gesundheit einer Ehe ist es entscheidend, das zu lernen. Doch allzuoft hat diese Diskussion nicht den erw├╝nschten Effekt, denn sie steigert den Stress nur noch, weil Sie frustriert sind, dass Ihr Partner Ihnen nicht richtig zuh├Ârt - ganz gleich, ob Sie derjenige sind, der Rat sucht oder der ihn anbietet. Bedenken Sie zu Beginn erst einmal den Zeitpunkt des Gespr├Ąchs. Manche Menschen wollen sich selbst am liebsten gleich von allem befreien, sowie sie durch die T├╝r sind. Andere m├╝ssen erst eine Weile allein abspannen, ehe sie bereit sind, mit anderen zu kommunizieren. Warten Sie also, bis Sie beide reden wollen.

Wenden Sie an einem normalen Tag ungef├Ąhr zwanzig bis dreissig Minuten f├╝r dieses Gespr├Ąch auf. Die Hauptregel ist, dass Sie ├╝ber alles reden m├╝ssen, was auch immer Ihnen durch den Kopf geht, doch muss es etwas sein, was nichts mit Ihrer Ehe zu tun hat. Dies ist nicht der passende Zeitpunkt, um irgendwelche Partnerschaftskonflikte zwischen Ihnen zu diskutieren, sondern eine Gelegenheit, einander in anderen Bereichen des Lebens emotional zu unterst├╝tzen.

  1. Wechseln sie ab nach ca. 5 Minuten.
  2. Geben sie keine ungefragten Ratschl├Ąge.
    Es geht auch nicht darum, die Probleme des anderen zu l├Âsen. Vor allem M├Ąnner sollen einfach mal zuh├Âren.
  3. Zeigen sie ehrliches Interesse. Lassen sie ihre Gedanken und Augen nicht wandern. Nicken sie, sagen sie ÔÇ×jaÔÇť usw.
  4. Lassen sie ihren Partner wissen, dass sie mit ihm f├╝hlen.
  5. Ergreifen sie die Partei ihres Partners.
  6. Nehmen sie eine ÔÇ×Wir gegen die anderenÔÇť-Haltung ein.
  7. Dr├╝cken sie Zuneigung aus. Nehmen sie den Partner in den Arm.
  8. Lassen sie ihren Partner wissen, dass Ihnen seine Gef├╝hle sinnvoll erscheinen.


So hilfreich es sein kann, sich dem anderen zuzuwenden, so verletzend und abweisend ist es, wenn Ihr Partner das Gegenteil tut. Oft wenden sich Paare nicht aus B├Âsartigkeit voneinander ab, sondern aus Gedankenlosigkeit. Sie sind abgelenkt und nehmen die Gegenwart des anderen f├╝r selbstverst├Ąndlich. In den meisten F├Ąllen kann man das Problem l├Âsen, indem man die Bedeutung der kleinen Momente erkennt und ihnen mehr Aufmerksamkeit schenkt.

Ich habe auch festgestellt, dass der Grund daf├╝r, dass ein Partner auf Dauer das Gef├╝hl hat, der andere wende sich ihm nicht gen├╝gend zu, oft eine Unausgewogenheit in ihrem gegenseitigen Bed├╝rfnis von Intimit├Ąt und Unabh├Ąngigkeit ist.   Die Ehe ├Ąhnelt einem Tanz. Es gibt Zeiten, in denen Sie sich zu Ihrem Partner hingezogen f├╝hlen, und andere, wo Sie das Gef├╝hl haben, sich zur├╝ckziehen zu m├╝ssen.

Das Spektrum der ┬╗normalen┬ź Bed├╝rfnisse auf diesem Gebiet ist sehr weit. Eine Ehe kann auch dann funktionieren, wenn die Beteiligten an den beiden entgegengesetzten Enden dieses Spektrums liegen, vorausgesetzt, Sie sind imstande, die Gef├╝hle des anderen zu verstehen und ihre Unterschiedlichkeit zu respektieren. Wenn nicht, dann wird es bald Verletzungen geben.

Wenn Sie das Gef├╝hl haben, Ihr Partner zeigt Ihnen in kleinen Dingen des Alltags die kalte Schulter, oder wenn die Vorstellungen Ihres Partners ├╝ber N├Ąhe Sie zu ersticken drohen. dann ist es f├╝r Ihre Ehe am besten, das auszudiskutieren.

6. Geheimnis Nr.4: Lassen Sie sich von Ihrem Partner beeinflussen

Es gab Zeiten, da waren Macho-Haltungen f├╝r Ehem├Ąnner an der Tagesordnung. Doch die von uns gesammelten Daten zeigen, dass das nicht l├Ąnger der Fall ist. In unserer Langzeitstudie haben wir herausgefunden, dass M├Ąnner, die es zulassen, dass ihre Frauen sie beeinflussen, gl├╝cklicher verheiratet sind und sich seltener scheiden lassen als M├Ąnner, die sich dem Einfluss ihrer Frauen verweigern.

Nat├╝rlich geh├Âren immer zwei dazu, eine Ehe zum Scheitern zu bringen. Sicher ist es ebenso wichtig, dass Ehefrauen ihre M├Ąnner mit Wertsch├Ątzung und Respekt behandeln. Meine Forschungen zeigen jedoch, dass die grosse Mehrheit der Frauen - sogar in instabilen Ehen - das bereits tut. Sie lassen sich von ihren M├Ąnnern in der Entscheidungsfindung beeinflussen, indem sie deren Ansichten und Gef├╝hle ber├╝cksichtigen. Leider tun ihnen die M├Ąnner umgekehrt diesen Gefallen nur sehr selten.

Die Frauen von M├Ąnnern, die den Einfluss ihrer Partnerinnen zulassen, sind viel seltener grob zu ihren Ehem├Ąnnern, wenn sie ein heikles Thema in einem Ehestreit vorbringen. Ihre Ehe wird deshalb widerstandsf├Ąhiger sein.

Bedeutender ist die Tatsache, dass ein Ehemann, wenn er die Beeinflussung durch die Frau zul├Ąsst, durch seine offene Haltung das Positive in seiner Beziehung unterst├╝tzt, indem er die Freundschaft zu seiner Frau verst├Ąrkt. Das wird es ihm leichter machen, die ersten drei Geheimnisse umzusetzen: seine Partner-Landkarte zu erweitern, Zuneigung und Bewunderung zu verst├Ąrken und sich seiner Frau zuzuwenden.

Dies geschieht, nicht nur, weil es die Ehe viel erfreulicher macht, wenn nicht st├Ąndiger Machtkampf tobt, sondern weil ein solcher Ehemann auch f├Ąhig ist, von seiner Frau zu lernen. Grade ├╝ber Gef├╝hle und Beziehungen k├Ânnen M├Ąnner viel von Frauen lernen. So werden sie die Welt der Frauen viel besser verstehen, ebenso wie die ihrer Kinder und der Freunde. Vielleicht werden sie nicht gerade ebenso gef├╝hlvoll reagieren wie die Frauen, doch sie werden lernen, wie sie emotional besser kommunizieren k├Ânnen. Das tut nicht nur der Ehe gut, sondern auch den Kindern. Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Ehemann, der die Beeinflussung durch seine Frau zulassen kann, meist auch ein wunderbarer Vater ist. Er ist mit der Welt seiner Kinder vertraut und weiss alles ├╝ber ihre Freunde und ihre ├ängste.


├ťbung: Das Gottman-├ťberlebensspiel

Stellen Sie sich vor, Ihr Kreuzfahrtschiff sei in der Karibik gesunken, und Sie finden sich auf einer tropischen Insel wieder. Sie sind die einzigen ├ťberlebenden, einer von Ihnen ist verletzt. Sie haben keine Vorstellung davon, wo Sie sich befinden. Sie glauben zwar, dass m├Âglicherweise jemand von dem Ungl├╝ck erfahren hat, sind aber nicht sicher. Ein Sturm scheint sich am Himmel zusammenzubrauen. Sie beschliessen, sich darauf vorbereiten zu m├╝ssen, auf dieser Insel f├╝r einige Zeit zu ├╝berleben, und ├╝berdies daf├╝r sorgen zu m├╝ssen, dass ein Rettungsteam Sie auch findet. Am Strand liegt eine Reihe von Dingen, die Ihnen helfen k├Ânnten, doch Sie k├Ânnen nur zehn davon tragen.


Ihre Aufgabe:

Schritt 1: Jeder von Ihnen schreibt auf ein eigenes Papier, was Sie von der untenstehenden Liste im Hinblick auf Ihren ├ťberlebensplan f├╝r am wichtigsten halten. Numerieren Sie diese Dinge dann nach dem Grad der Wichtigkeit, den sie f├╝r Sie haben. Geben Sie dem wichtigsten Gegenstand die Nummer 1, dem n├Ąchstwichtigen die 2 und so weiter. Es gibt keine wahren oder falschen Antworten.


Inventarliste:

  1. Zweimal Kleidung zum Wechseln
  2. Ein Ger├Ąt mit UKW und Kurzwellensender
  3. Vierzig Liter Wasser
  4. T├Âpfe und Pfannen
  5. Streichh├Âlzer
  6. Schaufel
  7. Rucksack
  8. Toilettenpapier
  9. Zwei Zelte
  10. Zwei Schlafs├Ącke
  11. Messer
  12. Kleines Rettungsboot mit Segel
  13. Sonnencreme
  14. Kleiner Herd und Lampe
  15. Langes Seil
  16. Zwei Walkie-talkies (Sender und Empf├Ąnger)
  17. Essen f├╝r sieben Tage (tiefgefroren)
  18. Einmal Kleidung zum Wechseln
  19. Eine F├╝nftelflasche Whiskey
  20. Seenotrettungsraketen
  21. Kompass
  22. Luftkarten der Gegend
  23. Gewehr mit sechs Kugeln
  24. F├╝nfzig Packungen Kondome
  25. Ein Verbandskasten mit Penicillin
  26. Sauerstofflaschen


Schritt 2: Zeigen Sie Ihre Liste Ihrem Partner. Erstellen Sie dann gemeinsam eine Liste mit zehn Gegenst├Ąnden. Das heisst, dass Sie dar├╝ber sprechen und als Team zusammenarbeiten m├╝ssen, um das Problem zu l├Âsen. Sie beide m├╝ssen sich in der Diskussion f├╝r eine L├Âsung offen und beim Treffen der Entscheidung beeinflussbar zeigen. Wenn Sie fertig sind, dann beurteilen Sie, wie Sie mit diesem Spiel klargekommen sind. Bitte beantworten Sie beide die untenstehenden Fragen.


1. Ist es Ihnen gelungen, Ihren Partner zu beeinflussen?

a. ├ťberhaupt nicht
b. Nicht v├Âllig, aber ganz erfolglos war ich nicht
c. Ein wenig
d. Ja, sehr


2. Ist es Ihrem Partner gelungen, Sie zu beeinflussen?

a. b. c. d. m├Âgl. Antworten wie oben


3. Hat einer von Ihnen versucht, den anderen zu dominieren, oder haben Sie miteinander konkurriert?

a. Sehr stark
b. Etwas
c. Ganz wenig
d. ├ťberhaupt nicht


4. Hatten Sie schlechte Laune oder haben Sie sich zur├╝ckgezogen?

a. b. c. d. m├Âgliche Antworten wie unter 3.


5. Hatte Ihr Partner schlechte Laune oder hat er sich zur├╝ckgezogen?

a. b. c. d. m├Âgliche Antworten wie unter 3.


6. Hatten Sie Spass?

a. b. c. d. m├Âgliche Antworten wie unter 3.


7. Haben Sie als Team gut zusammengearbeitet?

a. b. c. d. m├Âgliche Antworten wie unter 3.


8. Wieviel Gereiztheit oder Wut haben Sie empfunden?

a. Viel
b. Etwas
c. Ganz wenig
d. Gar keine


9. Wieviel Gereiztheit oder Wut hat Ihr Partner empfunden?

a. b. c. d. m├Âgliche Antworten wie unter 8.


10. F├╝hlten Sie sich beide ins Spiel eingebunden?

a. ├ťberhaupt nicht
b. Ein wenig
c. Eigentlich schon
d. Ja, sehr


Bewertung: Geben Sie sich selbst f├╝r jede Antwort mit ┬╗a┬ź einen Punkt, f├╝r jede mit ┬╗b┬ź zwei Punkte, f├╝r jede mit ┬╗c┬ź drei Punkte und f├╝r jede mit ┬╗d┬ź vier Punkte. Wenn Ihre Gesamtpunktzahl ├╝ber 24 liegt, dann sind Sie gut darin, Beeinflussung durch den anderen zu akzeptieren und als Team zusammenzuarbeiten. Wenn Sie 24 Punkte oder weniger erreicht haben, dann m├╝ssen Sie in Ihrer Ehe in diesem Bereich noch etwas arbeiten.

Wenn es Ihnen schwerf├Ąllt, Beeinflussung zuzulassen, dann ist das beste, was Sie f├╝r Ihre Ehe tun k├Ânnen, das Problem anzuerkennen und mit Ihrem Partner dar├╝ber zu sprechen. Niemand kann alte Gewohnheiten ├╝ber Nacht ├Ąndern. Doch wenn Sie imstande sind, f├╝r diejenigen ehelichen Probleme Verantwortung zu ├╝bernehmen, die durch Ihre Schwierigkeiten, Macht zu teilen, verursacht werden, dann wird das allein schon Ihre Ehe entschieden weiterbringen. Ihr Partner wird wahrscheinlich sehr erleichtert sein und neue Hoffnung gewinnen, Ihre Ehe verbessern zu k├Ânnen. Der n├Ąchste Schritt ist, dass Sie Ihren Partner zu einem Verb├╝ndeten bei der ├ťberwindung dieses Problems machen. Bitten Sie ihn, Sie freundlich auf Situationen hinzuweisen, in denen Sie sich ohne es zu merken dominant, defensiv oder respektlos verhalten.

7. Die zwei Arten von Ehestreit

Alle Ehekonflikte, von allgemeinen Anschuldigungen bis zu heftigen Kriegen, lassen sich in zwei Kategorien aufteilen: Entweder k├Ânnen sie gel├Âst werden, oder sie sind ewig, und werden somit immer in irgendeiner Form Teil Ihres Lebens sein. Ungl├╝cklicherweise fallen die meisten Ehekonflikte (ca. 70%) in die Kategorie ÔÇ×ewigÔÇť.

Trotz ihrer ewigen Konflikte sind aber viele Paare unver├Ąndert zufrieden mit ihrer Ehe, denn sie haben einen Weg gefunden, mit diesem unl├Âsbaren Problem umzugehen. Damit Ihre Ehe gut l├Ąuft, m├╝ssen Sie nicht zwangsl├Ąufig Ihre wichtigsten Probleme l├Âsen.

unterschiedlichen Vorstellungen von Ordnung. Carmen besitzt die Disziplin eines Drill-Offiziers, w├Ąhrend er der klassische geistesabwesende Professor ist. Ihr zuliebe versucht Bill, sich zu merken, wo er die Sachen hinlegt. Ihm zuliebe versucht Carmen, nicht an ihm herumzun├Ârgeln, wenn etwas weg ist. Steht sie jedoch besonders unter Stress, dann wird sie ihm vielleicht mit dem Finger drohen, doch dann wird er ihr als Friedensangebot eine Tasse heisse Schokolade machen. Das heisst mit anderen Worten, dass die beiden st├Ąndig an dem Problem arbeiten, und das meist in guter Stimmung. Manchmal ist es besser, manchmal schlechter. Doch weil sie das Problem immer akzeptieren und dar├╝ber reden, wird ihre Liebe zueinander nicht von diesem Unterschied zwischen ihnen ├╝berw├Ąltigt.

Solche Paare verstehen unbewusst, dass Probleme ein unabwendbarer Bestandteil einer Beziehung sind. Sie sind wie ein wetterf├╝hliges Knie. Sie sind imstande Situationen zu vermeiden, die die Probleme verschlimmern, und f├Ąhig Strategien und Routinen zu ersinnen, die helfen, mit den Problemen fertig zu werden. ┬╗Wenn Sie sich einen Partner f├╝rs Leben w├Ąhlen, dann werden Sie zwangsl├Ąufig auch eine bestimmte Anzahl unl├Âsbarer Probleme w├Ąhlen, mit denen Sie dann die n├Ąchsten zehn, zwanzig oder f├╝nfzig Jahre zu k├Ąmpfen haben werden.┬ź

In weniger stabilen Ehen k├Ânnen ewige Probleme die Beziehung t├Âten. Anstatt mit dem Problem effektiv umzugehen, ger├Ąt das Paar in eine Pattsituation. Sie f├╝hren immer und immer wieder dieselbe Unterhaltung dar├╝ber, wobei sie einfach nur ihre Argumente runterbeten, ohne etwas zu bewirken. Weil sie nicht vorw├Ąrtskommen, f├╝hlen sie sich immer mehr verletzt, frustriert und vom anderen zur├╝ckgewiesen. Die vier Reiter werden in ihrem Streit immer st├Ąrker gegenw├Ąrtig, w├Ąhrend Humor und Zuneigung abnehmen. Sie verfahren sich immer mehr in ihre Positionen, und allm├Ąhlich f├╝hlen sie sich auch k├Ârperlich ├╝berw├Ąltigt. Sie beginnen einen langsamen Versuch, dieses Problemgebiet abzutrennen oder zu verschliessen, doch in Wirklichkeit haben sie schon begonnen, sich emotional voneinander abzul├Âsen. Sie sind auf dem besten Weg, nebeneinander her zu leben und einsam zu sein - die Totenglocke f├╝r jede Ehe. Es gibt aber Auswege aus diesen Pattsituationen (vgl. Geheimnis Nr. 6).

Wenn Sie und Ihr Partner einen Konflikt austragen, dann ist es m├Âglicherweise nicht immer offensichtlich, welche Art von Streit Sie haben - eine Pattsituation oder ein l├Âsbares Problem. L├Âsbare Probleme erkennt man daran, dass sie weniger schmerzhaft, zerm├╝rbend oder beeintr├Ąchtigend erscheinen als ewige Probleme und Pattsituationen. Das liegt daran, dass Sie, wenn Sie ├╝ber ein l├Âsbares Problem streiten, sich nur auf ein besonderes Dilemma oder eine besondere Situation konzentrieren. Es gibt keinen darunterliegenden Konflikt, der Ihren Streit aufheizt. Ewige Konflikte werden oft von verschiedenen Grundvorstellungen gespeist, auch von charakterlichen Verschiedenheiten.


Fragen:

Unten finden Sie eine Liste von siebzehn ├╝blichen Konfliktherden in einer Ehe. Kreuzen Sie bei jedem an, ob das in Ihrer Ehe ein ewiges, ein l├Âsbares oder derzeit gar kein Problem ist. Wenn es sich um ein ewiges oder ein l├Âsbares Problem handelt, dann arbeiten Sie auch die Unterrubriken durch. Kreuzen Sie an, welche Sie f├╝r derzeit konflikttr├Ąchtig halten.

 

1. Wir entfernen uns gef├╝hlsm├Ąssig voneinander.

Ewig       L├Âsbar      Derzeit kein Problem

  • Es f├Ąllt uns schwer, einfach miteinander zu reden.
  • Wir sind weniger gef├╝hlsm├Ąssig verbunden als fr├╝her.
  • Habe ich das Gef├╝hl, akzeptiert zu werden?
  • Ich merke, dass mein Partner mich derzeit nicht gut kennt.
  • Mein Partner ist (oder ich bin) emotional uninteressiert.
  • Wir verbringen weniger Zeit miteinander.
  • Bemerkungen:


2. Stress, der aber nichts mit der Ehe zu tun hat (z.B. Beruf), schwappt in unsere Ehe ├╝ber.

Ewig       L├Âsbar      Derzeit kein Problem

  • Wir helfen einander nicht immer, den t├Ąglichen Stress zu reduzieren.
  • Wir sprechen nicht ├╝ber diesen Stress.
  • Wir k├Ânnen ├╝ber Stress nicht auf eine hilfreiche Weise mit einander reden.
  • Mein Partner h├Ârt mir nicht richtig zu, wenn ich ├╝ber meinen Stress und meine ├ängste spreche.
  • Mein Partner l├Ąsst Berufs- oder anderen Stress an mir aus.
  • Mein Partner l├Ąsst Berufs- oder anderen Stress an den Kindern oder anderen aus.
  • Bemerkungen:


3. Unsere Ehe ist unromantisch und leidenschaftslos geworden. Das Feuer verglimmt.

  • Ewig       L├Âsbar      Derzeit kein Problem
  • Mein Partner zeigt seine Zuneigung nicht mehr mit Worten.
  • Mein Partner dr├╝ckt Liebe oder Bewunderung weniger h├Ąufig aus.
  • Wir ber├╝hren einander nur selten.
  • Mein Partner hat (oder ich habe) keine romantischen Gef├╝hle mehr.
  • Wir kuscheln nur selten miteinander.
  • Es gibt nur wenige z├Ąrtliche oder leidenschaftliche Momente.
  • Bemerkungen:


4. Wir haben Probleme mit dem Sex.

Ewig       L├Âsbar      Derzeit kein Problem

  • Wir haben seltener Sex.
  • Ich bin (oder mein Partner ist) weniger befriedigt durch den Sex.
  • Es f├Ąllt uns schwer, ├╝ber sexuelle Probleme zu sprechen.
  • Jeder von uns w├╝nscht beim Sex andere Dinge. - Die Sehnsucht ist geringer, als sie einmal war.
  • Unser Sex ist weniger liebevoll.
  • Bemerkungen:


5. Wir werden in unserer Ehe mit einer einschneidenden Ver├Ąnderung (wie die Geburt eines Kindes, der Verlust eines Jobs, Krankheit oder Tod eines geliebten Menschen) nicht gut fertig.

Ewig       L├Âsbar      Derzeit kein Problem

  • Wir haben sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie man mit diesen Dingen umgehen sollte.
  • Dieses Ereignis hat dazu gef├╝hrt, dass mein Partner sich sehr entfernt hat.
  • Dieses Ereignis hat uns beide reizbar gemacht.
  • Dieses Ereignis hat viel Streit verursacht.
  • Ich habe Angst, was aus all dem noch werden wird.
  • Wir nehmen jetzt sehr unterschiedliche Positionen ein.
  • Bemerkungen:


6. Wir k├Ânnen in unserer Ehe mit einem wichtigen Thema in bezug auf die Kinder nicht gut umgehen (auch: wir k├Ânnen mit der Frage, ob wir ein Kind haben wollen, nicht gut umgehen).

Ewig       L├Âsbar      Derzeit kein Problem

  • Wir haben f├╝r unsere Kinder sehr unterschiedliche Erwartungen.
  • Wir haben unterschiedliche Ansichten ├╝ber die Erziehungsziele.
  • Wir haben unterschiedliche Ansichten, wie unsere Kinder erzogen werden sollen.
  • Wir streiten dar├╝ber, wie wir unseren Kindern besonders nah sein k├Ânnen.
  • Wir k├Ânnen ├╝ber diese Probleme nicht gut miteinander reden.
  • Diese Streitpunkte verursachen viel Spannung und Wut.
  • Bemerkungen:


7. Wir k├Ânnen in unserer Ehe mit einem wichtigen Thema oder einem wichtigen Ereignis, die Schwiegerfamilie oder andere Verwandte betreffend, nicht gut umgehen.

Ewig       L├Âsbar      Derzeit kein Problem

  • Ich f├╝hle mich von der Familie meines Partners nicht akzeptiert.
  • Ich frage mich manchmal, in welcher Familie mein Partner eigentlich lebt.
  • Ich f├╝hle mich von meiner eigenen Familie nicht akzeptiert.
  • Zwischen uns ist eine Spannung, weil wir nicht wissen, was wohl passieren wird.
  • Dieses Thema hat schon viel Gereiztheit verursacht.
  • Ich habe Angst, was daraus wohl werden wird.
  • Bemerkungen:


8. Einer von uns flirtet gern ausserhalb der Ehe, vielleicht gab es k├╝rzlich auch eine Aff├Ąre und/oder es besteht Eifersucht.

Ewig       L├Âsbar      Derzeit kein Problem

  • Dieser Bereich hat viel Schmerz verursacht.
  • Hier entsteht Unsicherheit.
  • Ich werde mit den L├╝gen nicht fertig.
  • Es f├Ąllt schwer, wieder Vertrauen zu bilden.
  • Es gibt das Gef├╝hl, betrogen zu werden.
  • Es f├Ąllt schwer, sich vorzustellen, wie man das verkraften soll.
  • Bemerkungen:


9. Zwischen uns hat es unerfreuliche K├Ąmpfe gegeben.

Ewig       L├Âsbar      Derzeit kein Problem

  • Wir k├Ąmpfen immer noch.
  • Der Streit scheint aus dem Nichts aufzutauchen.
  • Wut und Gereiztheit haben in unserer Ehe Einzug gehalten.
  • Wir geraten in Wortgefechte, in denen wir einander verletzen.
  • Ich f├╝hle mich in der letzten Zeit nicht respektiert.
  • Ich habe das Gef├╝hl, kritisiert zu werden.
  • Bemerkungen:


10. Wir haben unterschiedliche Ansichten ├╝ber grunds├Ątzliche Ziele, Werte oder den gew├╝nschten Lebensstil.

Ewig       L├Âsbar      Derzeit kein Problem

  • Wir haben unterschiedliche Ansichten zu unseren Lebenszielen entwickelt.
  • Wir haben unterschiedliche Ansichten in wichtigen grunds├Ątzlichen Werten entwickelt.
  • Wir haben unterschiedliche Interessen in der Freizeitgestaltung entwickelt.
  • Wir scheinen unterschiedliche Dinge vom Leben zu wollen.
  • Wir entwickeln uns in unterschiedliche Richtungen.
  • Es gef├Ąllt mir nicht, wer ich bin, wenn ich mit meinem Partner zusammen bin.
  • Bemerkungen:


11. In unserer Ehe sind sehr erschreckende Ereignisse (zum Beispiel Gewalt, Drogen, eine Aff├Ąre) vorgekommen.

Ewig       L├Âsbar      Derzeit kein Problem

  • Zwischen uns hat es k├Ârperliche Gewalt gegeben.
  • Es gibt ein Alkohol- oder Drogenproblem.
  • Dies entwickelt sich zu einer Ehe, die ich nicht gewollt habe.
  • Unser ÔÇ×EhevertragÔÇť ver├Ąndert sich.
  • Ich finde einige Dinge, die mein Partner m├Âchte, ├Ąrgerlich oder abstossend.
  • Ich bin inzwischen von dieser Ehe in gewisser Weise entt├Ąuscht.
  • Bemerkungen:


12. Wir arbeiten als Team nicht gut zusammen.

Ewig       L├Âsbar      Derzeit kein Problem

  • Fr├╝her haben wir uns die Arbeitslast in der Familie besser geteilt.
  • Wir scheinen in unterschiedliche Richtungen zu ziehen.
  • Mein Partner leistet seinen Teil an der Hausarbeit oder der Betreuung der Kinder nicht.
  • Mein Partner leistet seinen finanziellen Teil nicht.
  • Ich f├╝hle mich mit der Organisation dieser Familie allein gelassen.
  • Mein Partner ist nicht sehr aufmerksam.
  • Bemerkungen:


13. Es f├Ąllt uns schwer, Macht und Einfluss zu teilen.

Ewig       L├Âsbar      Derzeit kein Problem

  • Ich habe das Gef├╝hl, auf die gemeinsamen Entscheidungen keinen Einfluss zu haben.
  • Mein Partner dominiert jetzt st├Ąrker.
  • Ich bin fordernder geworden.
  • Mein Partner ist passiv geworden.
  • Mein Partner ist abwesend, er ist keine starke Kraft in unserer Ehe.
  • Es ist mir inzwischen viel wichtiger, wer die Dinge bestimmt.
  • Bemerkungen:


14. Wir haben Probleme, mit unseren finanziellen Angelegenheiten.

Ewig       L├Âsbar      Derzeit kein Problem

  • Einer von uns bringt nicht genug Geld nach Hause.
  • Wir sind uneins, wof├╝r man das Geld ausgeben sollte.
  • Wir haben Stress wegen unserer Finanzen.
  • Mein Partner ist finanziell gesehen mehr an sich als an uns interessiert.
  • Wir k├Ânnen unsere Finanzen nicht gemeinsam verwalten.
  • Es gibt nicht gen├╝gend finanzielle Planung.
  • Bemerkungen:


15. Wir haben in der letzten Zeit nicht viel Spass miteinander.

Ewig       L├Âsbar      Derzeit kein Problem

  • Wir haben nicht genug Zeit f├╝r Spass.
  • Wir versuchen es, scheinen unsere gemeinsame Zeit aber nicht sehr zu geniessen.
  • Wir haben zuviel Stress, um fr├Âhlich zu sein.
  • Die Arbeit frisst all unsere Zeit auf.
  • Unsere Interessen sind so unterschiedlich, dass es keine sch├Ânen Dinge gibt, die wir gern gemeinsam untern├Ąhmen.
  • Wir planen, mal etwas Unterhaltsames zu unternehmen, aber es wird nie etwas daraus.
  • Bemerkungen:


16. Wir haben in letzter Zeit das Gef├╝hl, in geistigen Dingen nicht sehr stark miteinander verbunden zu sein.

Ewig       L├Âsbar      Derzeit kein Problem

  • Wir glauben nicht an dieselben Dinge.
  • Wir sind ├╝ber religi├Âse Ideen und Werte uneins.
  • Wir k├Ânnen ├╝ber geistige Themen nicht gut miteinander reden.
  • Wir haben Meinungsverschiedenheiten ├╝ber spirituelles Wachstum oder Ver├Ąnderung.
  • Wir haben Meinungsverschiedenheiten ├╝ber spirituelle Dinge, die die Familie oder die Kinder betreffen.
  • Bemerkungen:


17. Wir haben Konflikte, wenn es darum geht, Teil einer Gemeinschaft zu sein oder eine Gemeinschaft zu bilden.

Ewig       L├Âsbar      Derzeit kein Problem

  • Wir haben unterschiedliche Gef├╝hle, wenn wir mit Freunden oder anderen Menschen oder Gruppen zusammenkommen.
  • Uns sind die Institutionen, die Gemeinschaften bilden, nicht gleich wichtig.
  • Wir haben unterschiedliche Ansichten dar├╝ber, wieviel Zeit man in die sozialen Institutionen (politische Parteien, Schule, Kirche usw.) stecken sollte.
  • Wir sind unterschiedlicher Ansicht, ob man an Projekten oder karitativen Einrichtungen mitarbeiten sollte.
  • Wir sind unterschiedlicher Ansicht, ob man anderen Gutes tun sollte.
  • Wir haben unterschiedliche Ansichten, ob man eine leitende Funktion im Dienste unserer Gemeinschaft einnehmen sollte.
  • Bemerkungen:


Bewertung: Z├Ąhlen Sie in jedem der siebzehn Bereiche, der Ihnen Probleme macht, die Anzahl von Kreuzen zusammen, die Sie in der Liste von speziellen Aussagen gemacht haben. Wenn Sie mehr als zwei Aussagen angekreuzt haben, dann ist dies ein konflikttr├Ąchtiger Bereich in Ihrer Ehe. F├╝r l├Âsbare Probleme finden Sie in Kapitel 8 Hinweise. Wenn einige Ihrer Probleme ewig sind, dann sollten Sie auch den Ratschl├Ągen in Kapitel 10 folgen. Wahrscheinlich werden Sie herausfinden, dass Ihre Ehe, wie die meisten, mit beiden Arten von Problemen klarkommt.


Probleml├Âsung

Die Grundlage, effektiv mit einem Problem umzugehen, ist bei beiden Arten dieselbe: Zeigen Sie Ihrem Partner deutlich, dass Sie ihn als Pers├Ânlichkeit akzeptieren. Es ist f├╝r jeden unm├Âglich, Rat von jemandem anzunehmen, der einen vermutlich gar nicht versteht. Deshalb lautet die Grundregel, dass man, bevor man seinen Partner bittet etwas zu ├Ąndern, seinem Partner das Gef├╝hl gibt, dass man Verst├Ąndnis hat. Wenn einer von Ihnen (oder beide) das Gef├╝hl hat, verurteilt, missverstanden oder vom anderen zur├╝ckgewiesen zu werden, dann wird es Ihnen nicht m├Âglich sein, die Probleme in Ihrer Ehe zu beseitigen. Es ist eine Tatsache, dass sich Menschen nur ver├Ąndern k├Ânnen, wenn sie f├╝hlen, dass man sie grunds├Ątzlich so liebt und akzeptiert, wie sie sind. Wer sich kritisiert und ungeliebt f├╝hlt, der kann sich nicht ver├Ąndern. Statt dessen f├╝hlt er sich unter Druck gesetzt und konzentriert sich darauf, sich selbst zu verteidigen.


├ťbung: Unser letzter Streit:

In diesem Streit f├╝hlte ich mich: Defensiv; verletzt, w├╝tend; traurig; missverstanden; kritisiert; besorgt; zu Recht beleidigt; zur├╝ckgewiesen; ablehnend; bereit zu gehen; als z├Ąhlte meine Meinung nicht; einsam. Was l├Âste diese Gef├╝hle aus?

  • Ich f├╝hlte mich ausgeschlossen.
  • Ich war f├╝r meinen Partner nicht wichtig.
  • Mein Partner liess mich kalt.
  • Ich f├╝hlte mich wirklich zur├╝ckgewiesen.
  • Ich wurde kritisiert.
  • Ich f├╝hlte mich zu meinem Partner gar nicht hingezogen.
  • Ich habe gemerkt, dass mein Partner sich nicht zu mir hingezogen f├╝hlte.
  • Meine W├╝rde wurde gekr├Ąnkt.
  • Mein Partner war dominant.
  • Ich konnte meinen Partner nicht ├╝berzeugen.


Jetzt, da Sie wissen, wodurch diese Episode ausgel├Âst wurde, k├Ânnen Sie ├╝berpr├╝fen, ob ihre  Reaktion in Ihrer Vergangenheit verwurverwurzelt ist. Der J├╝ngste Streit wurzelt vermutlich in:

  • der Art und Weise, wie ich als Heranwachsender in meiner Familie behandelt wurde.
  • einer fr├╝heren Beziehung.
  • Vergangenen Verletzungen, schweren Zeiten oder Traumata, die ich erlitten habe.
  • meinen grundlegenden ├ängsten und Unsicherheiten.
  • Dingen und Ereignissen, die ich nicht verarbeitet oder die ich verdr├Ąngt habe.
  • unbewussten Hoffnungen, die ich habe.
  • der Art, wie ich von anderen Menschen in der Vergangenheit behandelt wurde.
  • Dingen, die ich immer ├╝ber mich gedacht habe.
  • alten ÔÇ×Alptr├ĄumenÔÇť oder ÔÇ×KatastrophenÔÇť, vor denen ich Angst habe.


Wenn Sie hierbei jeweils die Antworten des anderen gelesen haben, dann werden Sie hoffentlich einsehen, dass wir alle komplizierte Wesen sind, deren Handlungen und Reaktionen von einem breiten Spektrum an Vorurteilen, Gedanken, Gef├╝hlen und Erinnerungen gelenkt sind. Das heisst mit anderen Worten, dass die Wirklichkeit subjektiv ist, weshalb die Sicht Ihres Partners von Ihrem Streit sich von Ihrer unterscheiden kann, und zwar ohne dass einer von Ihnen zwangsl├Ąufig Recht hat. Es ist nur nat├╝rlich, den grunds├Ątzlichen Fehler zu begehen zu meinen, der andere sei an allem schuld. Um dieses Muster jedoch zu durchbrechen, m├╝ssen Sie beide zugeben (zun├Ąchst vorsichtig), eine gewisse Rolle bei der Entstehung des Konfliktes gespielt zu haben.


Umkreisen Sie alle Punkte, die auf sie zutreffen und die zum Streit beigetragen haben k├Ânnten:

  • Ich war in der letzten Zeit sehr gereizt und gestresst.
  • Ich habe meinem Partner nicht viel Zuneigung gezeigt.
  • Ich war ├╝berempfindlich.
  • Ich war ├╝berkritisch.
  • Ich habe nicht viel von meinem Inneren gezeigt.
  • Ich war depressiv.
  • Ich war leicht reizbar.
  • Ich war nicht sehr liebevoll.
  • Ich war kein guter Zuh├Ârer.
  • Ich f├╝hlte mich ein wenig wie ein M├Ąrtyrer.
  • Alles in allem war mein Beitrag zu diesem Streit:
  • Wie kann ich das in der Zukunft besser machen?
  • Eine Sache, die mein Partner das n├Ąchste Mal tun k├Ânnte, um einen solchen Streit zu vermeiden ist:


Wenn Sie und Ihr Partner es nach dieser ├ťbung immer noch schwierig finden, die Perspektive des anderen zu akzeptieren, dann hilft es Ihnen vielleicht, mehr an den ├ťbungen in Kap. 4 zu arbeiten.

Ich habe festgestellt, dass Paare, die viele Jahre gl├╝cklich verheiratet waren, imstande waren, sich mit allen Schw├Ąchen aneinander zu freuen, weil ihre Zuneigung so stark war. Im Laufe ihrer Ehe hatten sie gelernt, die Schw├Ąchen und Verschrobenheiten des Partners als die am├╝santen Teile des ganzen Pakets aus Charakter und Pers├Ânlichkeit des anderen zu nehmen. Wenn Paare das nicht k├Ânnen, ist das Problem manchmal, dass sie einander vergangene Meinungsverschiedenheiten nicht verzeihen k├Ânnen. Damit Ihre Ehe gl├╝cklich weitergehen kann, m├╝ssen Sie einander verzeihen und vergangene Verstimmungen ablegen. Das ist vielleicht schwer, lohnt sich aber. Wenn Sie Ihrem Partner ver vergeben, dann profitieren Sie beide davon, denn Bitterkeit ist eine schwere Last.

8. Geheimnis Nr. 5: L├Âsen Sie Ihre l├Âsbaren Probleme

Ich habe genau beobachtet, was Paare taten, die ihre Probleme l├Âsten, und habe daraus ein Modell zur Konfliktbew├Ąltigung in einer liebevollen Partnerschaft entwickelt.

Mein f├╝nftes Geheimnis umfasst die folgenden Schritte:

  1. Beginnen Sie in sanftem Ton.
  2. 2. Lernen Sie, Rettungsversuche zu unternehmen und anzunehmen.
  3. Beruhigen Sie sich selbst und einander.
  4. Gehen Sie Kompromisse ein.
  5. Tolerieren Sie die Fehler des anderen.


Diese Schritte ben├Âtigen nur sehr wenig ├ťbung, denn wir alle beherrschen diese F├Ąhigkeiten bereits recht gut, nur haben wir es uns nicht zur Gewohnheit gemacht, sie in unseren pers├Ânlichsten Beziehungen auch anzuwenden. Bis zu einem bestimmten Grad heisst mein f├╝nftes Geheimnis nichts weiter, als gute Manieren an den Tag zu legen. Das heisst, dass man seinen Partner mit demselben Respekt behandelt, den man Fremden gew├Ąhrt. Wenn ein Gast seinen Schirm vergisst, dann sagen wir: ÔÇ×Hallo, Sie haben Ihren Schirm vergessen.ÔÇť Nie im Leben w├╝rden wir auf die Idee kommen zu sagen: ÔÇ×Was ist denn mit dir los? Andauernd vergisst du alles. Denk doch um Himmels willen mal ein wenig nach! Wer bin ich denn, dass ich immer hinter dir herrennen muss?ÔÇť

Also, erinnern Sie sich, wenn Sie diese Schritte durcharbeiten, dass hier nicht mehr von Ihnen verlangt wird, als was Sie auch einem fremden Menschen geben. Und der hat keineswegs gelobt, sein Leben mit Ihnen zu verbringen.


Schritt Nr. 1: Der sanfte Auftakt

Wenn es eine ├ähnlichkeit zwischen gl├╝cklichen und ungl├╝cklichen Ehen gibt, dann ist es die Tatsache, dass in beiden F├Ąllen die Frau viel h├Ąufiger als der Mann diejenige ist, die heikle Themen zur Sprache bringt und dann darauf dr├Ąngt, sie zu l├Âsen. Es gibt jedoch einen Unterschied darin, wie die Frau dieses Thema anspricht.

Ein grober Gespr├Ąchsauftakt beginnt gew├Âhnlich damit, die vier Reiter einzulassen, was wiederum zur ├ťberflutung f├╝hrt und dann zu gef├╝hlsm├Ąssiger Distanz und Einsamkeit, die die Ehe verdorren lassen. In nur 40 Prozent der F├Ąlle l├Ąsst sich ein Paar scheiden, weil es st├Ąndig verheerenden Streit hat. Die meisten Ehen gehen zu Ende, weil Mann und Frau sich, um st├Ąndigen Streit zu vermeiden, so weit voneinander entfernt haben, dass sie ihre Freundschaft und ihr Gef├╝hl der Verbundenheit verloren haben.

Den Auftakt sanfter zu machen ist unbedingt notwendig, wenn man Konflikte bew├Ąltigen will, denn ich habe in meinen Studien festgestellt, dass Diskussionen immer so enden, wie sie angefangen haben. Wenn Sie einen Streit heftig beginnen - wenn Sie Ihren Partner verbal angreifen -, dann werden Sie ihn mit mindestens genausoviel Spannung auch beenden. Doch wenn Sie einen sanften Auftakt anwenden - wenn Sie sich beschweren, aber Ihren Partner nicht kritisieren oder in irgendeiner Weise angreifen -, dann wird die Diskussion wahrscheinlich produktiv enden.

Obwohl jeder Partner f├╝r einen groben Auftakt verantwortlich sein kann, haben wir doch herausgefunden, dass in den allermeisten F├Ąllen die Frau die Verantwortliche ist. Das liegt daran, dass in unserer Kultur die Frau diejenige ist, die viel h├Ąufiger als ihr Mann heikle Themen zur Sprache bringt. Ehem├Ąnner neigen eher dazu, sich von harten Konfrontationen fernzuhalten. F├╝r diesen Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt es physiologische Gr├╝nde. M├Ąnner lassen sich viel schneller ├╝berfluten, da ihr K├Ârper auf emotionalen Stress st├Ąrker reagiert als der ihrer Frauen.

Deshalb sind sie mehr daran interessiert, eine Konfrontation zu vermeiden.

Wenn Ihre Partnerin dazu neigt, Gespr├Ąche grob zu beginnen, dann ist der beste Rat, den ich Ihnen geben kann, sicherzustellen, dass sie sich von Ihnen verstanden, respektiert und geliebt f├╝hlt, und dass Sie die Beeinflussung durch sie zulassen. Ein grober Auftakt ist oft eine Reaktion, die einsetzt, wenn eine Frau das Gef├╝hl hat, dass ihr Mann auf ihre sanfter vorgetragenen Beschwerden oder auf ihre Gereiztheit nicht reagiert. Wenn sie also einer kleineren Beschwerde nachkommen, dann verhindern Sie, dass die Situation eskaliert.

Wenn sie auf ihren Partner w├╝tend sind, dann lohnt es sich, einmal tief Luft zu holen und sich zu ├╝berlegen, wie sie das Thema vorbringen, anstatt sich einfach hineinzust├╝rzen.

Vorschl├Ąge f├╝r einen sanften Gespr├Ąchsauftakt:

  • Beklagen, aber nicht beschuldigen
  • Beginnen Sie Aussagen mit ÔÇ×ichÔÇť und nicht mit  ÔÇ×duÔÇť. Senden Sie ÔÇ×Ich-BotschaftenÔÇť. Nicht: ÔÇ×Du k├╝mmerst dich nicht um mich!ÔÇť sondern: ÔÇ×Ich f├╝hle mich vernachl├Ąssigt.ÔÇť Vergessen sie nicht, dass ihre Diskussion viel erfolgreicher verlaufen wird, wenn sich ihre Worte auf das konzentrieren, was Sie f├╝hlen, anstatt ihren Partner anzuschuldigen.
  • Beschreiben Sie, was geschieht. Bewerten oder verurteilen Sie nicht. Statt: ÔÇ×Du k├╝mmerst dich nie um den KleinenÔÇť, sagen sie lieber: ÔÇ×Ich scheine heute der einzige zu sein, der hinter xy herjagt.ÔÇť
  • Seien Sie deutlich und erwarten Sie nicht, dass ihr Partner Gedanken liest.
  • Seien sie h├Âflich. Sagen sie ÔÇ×bitteÔÇť.
  • Dr├╝cken sie die Dinge positiv aus. Verbinden sie ihre Bitte z.B. mit der Erw├Ąhnung, dass der Partner, dieses Problem auch schon positiv angegangen hatte.
  • Schieben sie nichts auf. ÔÇ×Lasset die Sonne nicht ├╝ber eurem Zorn untergehen.ÔÇť (Eph 4,26)


Wenn sie zu einem sanften Auftakt ├╝bergehen, wird ihr Partner vielleicht nicht gleich so freundlich reagieren. Unter Umst├Ąnden wird er immer noch Kritik oder Verachtung von ihnen bef├╝rchten und deshalb negativ reagieren. Geben Sie nicht auf, und lassen Sie sich nicht dazu hinreissen, den Konflikt zur Eskalation zu bringen. Fahren Sie fort, das Thema sanft vorzubringen.


Hier sind ein paar Beispiele, die den Unterschied zeigen.

  • Grober Auftakt: Du ber├╝hrst mich nie.
    Sanfte Alternative: Ich fand es wundersch├Ân, wie du mich neulich in der K├╝che gek├╝sst hast. Lass uns das ├Âfter tun.
  • Grober Auftakt: Ich habe gesehen, dass du schon wieder eine Beule in das Auto gefahren hast. Wann wirst du mal aufh├Âren, so unaufmerksam zu sein?
    Sanfte Alternative: Ich habe die neue Beule gesehen. Was ist passiert? Ich mache mir wirklich Sorgen ├╝ber deine Fahrweise, und ich m├Âchte nicht, dass dir etwas passiert. K├Ânnen wir dar├╝ber mal reden?
  • Grober Auftakt: Immer ignorierst du mich!
    Sanfte Alternative: Ich habe dich in der letzten Zeit vermisst, und ich f├╝hle mich ein wenig einsam.


Schritt Nr. 2: Rettungsversuche

Wenn Ihre Diskussion auf dem falschen Fuss beginnt, oder Sie sich in einem endlosen Kreislauf von Beschuldigungen wiederfinden, k├Ânnen Sie eine Katastrophe verhindern, wenn Sie wissen, wie man bremst. Ich nenne dieses Bremsen Rettungsversuche.

Rettungsversuche sind schwer zu h├Âren, wenn Ihre Beziehung in Negativit├Ąt ertrinkt, und deshalb ist es das beste, Ihre Rettungsversuche ganz offensichtlich zu gestalten. Unten finden Sie eine Liste mit Vorschl├Ągen. Es handelt sich um bestimmte Worte, die Sie zu Ihrem Partner sagen k├Ânnen, um die Spannung herunterzufahren. Wenn Sie sie in Diskussionen benutzen, die zu negativ werden, dann werden Sie imstande sein, Ihre Streitgespr├Ąche davor zu bewahren zu eskalieren.

  • Sag das doch bitte etwas sanfter.
  • Habe ich etwas falsch gemacht?
  • Das hat meine Gef├╝hle verletzt.
  • Das habe ich als Beleidigung empfunden.
  • Ich f├╝hle mich beschuldigt. Kannst du das noch mal anders sagen?
  • Ich f├╝hle mich nicht akzeptiert.
  • Ich habe das Gef├╝hl, mich rechtfertigen zu m├╝ssen. Kannst du das noch einmal anders sagen?
  • Ich habe das Gef├╝hl, dass du mich gerade nicht verstehst.
  • Ich f├╝hle mich kritisiert. Kannst du das noch einmal anders sagen?
  • Ich brauche es jetzt gerade etwas ruhiger.
  • Ich brauche jetzt deine Unterst├╝tzung.
  • H├Âr mir jetzt doch mal zu und versuche, mich zu verstehen.
  • Sag mir, dass du mich liebst.
  • Bekomme ich einen Kuss?
  • Bitte sei sanfter mit mir.
  • Das hier ist wichtig f├╝r mich. Bitte h├Âre mir zu.
  • K├Ânnen wir eine Pause machen?
  • Ich habe ├╝berreagiert. Entschuldigung.
  • Lass es mich noch einmal versuchen.
  • Wie kann ich es besser machen?
  • Es tut mir leid. Bitte verzeih mir.
  • Lass uns unsere gemeinsame Basis suchen.
  • Ich finde, deine Meinung macht Sinn.
  • Lass uns f├╝r einen Moment aufh├Âren.
  • Einigen wir uns darauf, uneinig zu sein.
  • Ich weiss, dass das nicht deine Schuld ist.
  • Mein Anteil an diesem Problem ist ...
  • Ich liebe dich.
  • Ich bin dankbar, dass du ...
  • Das bewundere ich an dir, dass du ...


Wenn Ihr Partner einen Rettungsversuch ank├╝ndigt, ist es Ihre Aufgabe, ihn einfach zu akzeptieren. Sehen Sie die Unterbrechungen als Bitte, die Dinge zum Besseren zu wenden. Nehmen Sie den Rettungsversuch in dem Geist an, in dem er auch unternommen wurde. Das bedeutet auch, die Beeinflussung durch den Partner zuzulassen.


Schritt Nr. 3: Beruhigen sie sich

Der K├Ârper eines Mannes beruhigt sich nach einem Streit nicht so schnell wie der einer Frau.

Ich habe festgestellt, dass in den allermeisten F├Ąllen, wenn ein Partner einen Rettungsversuch nicht mitbekommt, es daran liegt, dass der Zuh├Ârer ├╝berflutet ist. Wenn Sie sich in diesem Zustand befinden, wird auch der r├╝cksichtsvollste Rettungsversuch der Welt Ihrer Ehe nichts nutzen k├Ânnen.


├ťbung:

Der erste Schritt ist, den Streit zu unterbrechen. Wenn Sie weitermachen, werden Sie vor Ihrem Partner explodieren oder mauern, und keine dieser Reaktionen wird Sie woanders hinbringen, als nur einen weiteren Schritt auf der Treppe nach unten. Deshalb ist die einzig vern├╝nftige Strategie, Ihren Partner wissen zu lassen, dass Sie sich ├╝berflutet f├╝hlenund eine Pause brauchen. Diese Pause sollte mindestens zwanzig Minuten w├Ąhren, denn diese Zeit wird Ihr K├Ârper ben├Âtigen, um sich zu beruhigen. Es ist sehr wichtig, dass Sie in diesem Zeitraum negative Gedanken (wie: Ich bin zu Recht beleidigt!  oder: Ich bin ein unschuldiges Opfer.), unbedingt vermeiden. Verbringen Sie Ihre Zeit damit, etwas Beruhigendes und Zerstreuendes zu tun, wie zum Beispiel Musik zu h├Âren oder Gymnastik zu machen.

Wenn Sie sich erst einmal selbst beruhigt haben, dann k├Ânnen Sie Ihrer Ehe etwas wirklich Gutes tun, wenn Sie lernen, in schwierigen Situationen einander zu beruhigen. Dies ist nat├╝rlich schwer zu leisten, wenn Sie sehr w├╝tend oder verletzt sind. Doch die Erfolge k├Ânnen so eindrucksvoll sein, dass es sich lohnt, es zu versuchen. Vergessen Sie nicht: Tun Sie dies erst, nachdem Sie sich zwanzig Minuten lang selbst beruhigt haben.


Um einander zu beruhigen, m├╝ssen Sie zun├Ąchst ernsthaft ├╝ber ├ťberflutung sprechen. Stellen Sie sich selbst und einander die folgenden Fragen:

  • Was f├╝hrt dazu, dass ich mich (du dich) ├╝berflutet f├╝hle?
  • Wie bringe ich (du) typischerweise bestimmte Themen oder Gereiztheit oder Klagen auf den Tisch?
  • Staue ich (du) Dinge auf?
  • Gibt es etwas, das ich tun kann, um dich zu beruhigen?
  • Gibt es etwas, das du tun kannst, um mich zu beruhigen?
  • Welche Signale k├Ânnen wir uns ausdenken, um den anderen wissen zu lassen, dass wir uns ├╝berflutet f├╝hlen? K├Ânnen wir Pausen einlegen?


Es gibt viele verschiedene Wege, Ihren Partner zu beruhigen. Am wichtigsten ist, dass Ihr Partner die Methode bestimmt und geniesst.


Schritt Nr. 4: Gehen sie Kompromisse ein

Ob Sie es nun m├Âgen oder nicht, die einzige L├Âsung f├╝r eheliche Probleme liegt im Kompromiss. In einer pers├Ânlichen, liebevollen Beziehung ist es einfach nicht m├Âglich, dass alles nach Ihrem Willen geht, auch wenn Sie davon ├╝berzeugt sind, recht zu haben. Dieser Ansatz w├╝rde eine solche Ungleichheit und Ungerechtigkeit schaffen, dass die Ehe darunter leiden w├╝rde.

Bevor Sie versuchen, einen Konflikt zu l├Âsen, erinnern Sie sich daran, dass der Grundstein zu jedem Kompromiss das vierte Geheimnis einer guten Ehe ist, n├Ąmlich Beeinflussung zuzulassen. Das heisst, dass ein Kompromiss nur dann funktioniert, wenn sie den Meinungen und W├╝nschen Ihres Partners gegen├╝ber offen sind. Wie bereits erw├Ąhnt, f├Ąllt es M├Ąnnern schwerer, Beeinflussung durch ihre Frauen zuzulassen.


├ťbung:

Entscheiden Sie gemeinsam, welches l├Âsbare Problem Sie angehen wollen. Setzen Sie sich dann getrennt hin und denken Sie ├╝ber das Problem nach. Malen Sie auf ein Papier zwei Kreise ineinander, und zwar einen kleineren in einen gr├Âsseren. Schreiben Sie in den inneren Kreis die Aspekte des Problems, bez├╝glich deren Sie keine Zugest├Ąndnisse machen k├Ânnen. Listen Sie im ├Ąusseren Kreis die Aspekte des Problems auf, bez├╝glich deren Sie einen Kompromiss eingehen k├Ânnten. Denken Sie daran, je mehr Sie imstande sind, Kompromisse zu schliessen, desto ├╝berzeugender werden Sie auf Ihren Partner wirken. Bem├╝hen Sie sich also sehr darum, den ├Ąusseren Kreis so gross wie m├Âglich werden zu lassen und den inneren nur so klein wie n├Âtig.

Das Ziel dieser Kreis-├ťbung ist es, ├╝ber das Thema ganz allgemein nachzudenken, so dass Sie gemeinsam einen realistischen Plan erarbeiten k├Ânnen, mit dem Sie beide leben k├Ânnen. Stellen Sie sich die folgenden Fragen, wenn Sie Ihre Kreise austauschen:

  1. Wor├╝ber sind wir uns einig?
  2. Was sind unsere ├╝bereinstimmenden, was die wichtigsten Gef├╝hle?
  3. Welche gemeinsamen Ziele k├Ânnen wir hier haben?
  4. Wie k├Ânnen wir diese Situation, dieses Thema begreifen?
  5. Was meinen wir, wie diese Ziele erreicht werden k├Ânnten?


Schritt Nr. 5: Tolerieren sie die Fehler

Nur allzuoft ist eine Ehe im ÔÇ×wenn nurÔÇť gefangen. Wenn Ihr Partner nur gr├Âsser, reicher, kl├╝ger, h├╝bscher oder erotischer w├Ąre, w├Ąren alle Ihre Probleme verschwunden. Solange diese Haltung vorherrscht, wird es sehr schwer sein, Konflikte zu bew├Ąltigen. Wenn Sie die Verschrobenheiten und Schw├Ąchen Ihres Partners nicht akzeptieren k├Ânnen, werden Sie zu keinem erfolgreichen Kompromiss in der Lage sein. Statt dessen werden Sie immer sinnlos versuchen, Ihren Partner zu ver├Ąndern. Bei Konfliktbew├Ąltigung geht es nicht darum, dass sich eine Person ver├Ąndert, sondern es geht um Verhandlungen,  um das Finden einer gemeinsamen Grundlage und von Wegen, die man zusammen gehen kann.

9. Wie man mit typisch l├Âsbaren Problemen umgeht

Die typischen Probleme: Stress im Beruf; Schwiegereltern; Geld; Sex; Hausarbeit; Kinder.


1. Stress

Die Aufgabe: Machen Sie Ihre Ehe zu einem Ort der Ruhe.

Ohne Zweifel ist Stress im Beruf zu einem immer bedeutenderen Faktor der Unzufriedenheit in der Ehe geworden. Paare von heute arbeiten im Jahr ungef├Ąhr tausend Stunden mehr, als die Menschen vor dreissig Jahren. Es gibt weniger Zeit zu reden, zu entspannen, zu essen und sogar zu schlafen.

L├Âsung: Akzeptieren Sie, dass Sie am Ende eines langen, stressigen Tages Zeit brauchen, um Spannung abzubauen, ehe Sie miteinander in Kontakt treten. Wenn Sie pl├Âtzlich wegen etwas, was Ihr Partner macht, w├╝tend sind, machen Sie sich klar, dass der Vorfall in Ihrem Kopf vielleicht gr├Âsser erscheint, weil Sie so angespannt sind. Und nehmen Sie es nicht pers├Ânlich, wenn Ihr Partner nach Hause kommt und Ihr ÔÇ×Was ist los?ÔÇť mit einem w├╝tenden Knurren beantwortet wird. Wahrscheinlich hatte er einfach nur einen schlechten Tag. Verschlimmern Sie die Situation nicht, indem Sie darauf eingehen, sondern lassen Sie ihn in Ruhe. Wenn Sie beide erst einmal einigermassen ausgespannt haben, dann kommen Sie zusammen und reden miteinander ├╝ber den Tag. Betrachten Sie dies als eine heilige Meckerstunde, in der jeder von Ihnen ├╝ber alle Katastrophen klagen darf, w├Ąhrend der andere verst├Ąndnisvoll und unterst├╝tzend wirkt.


2. Beziehung zur Schwiegerfamilie

Die Aufgabe: Ein Gef├╝hl des ÔÇ×WirÔÇť oder der Solidarit├Ąt zwischen Mann und Frau zu schaffen.

Spannungen treten am h├Ąufigsten zwischen der Frau und ihrer Schwiegermutter auf. Im Zentrum der Spannung steht ein Wettrennen der beiden Frauen um die Liebe des Ehemannes.

L├Âsung: Der einzige Weg aus diesem Dilemma ist f├╝r den Ehemann, seine Frau gegen seine Mutter zu unterst├╝tzen. Das klingt vielleicht hart, doch darf man nicht vergessen, dass es eine der grundlegendsten Aufgaben der Ehe ist, ein Gef├╝hl des ÔÇ×WirÔÇť zwischen Mann und Frau zu schaffen. Also muss der Mann seine Mutter wissen lassen, dass seine Frau in der Tat an erster Stelle steht. Das Haus geh├Ârt ihm und seiner Frau, nicht seiner Mutter. Er ist zun├Ąchst ein Ehemann, dann erst ein Sohn. Er muss zu seiner Frau stehen, und nicht in der Mitte zwischen beiden. Er und seine Frau m├╝ssen ihre eigenen Rituale, Werte und ihren eigenen Lebensstil in der Familie entwickeln und darauf bestehen, dass seine Mutter (und sein Vater) diese respektieren.


├ťbung:

  1. Denken Sie an Ihre eigene Beziehung zu verschiedenen Mitgliedern der Familie Ihres Partners. Haben Sie das Gef├╝hl, dass Ihr Partner in einer dieser Beziehungen nicht v├Âllig auf ihrer Seite ist, oder dass zwischen Ihnen und einer Person aus diesem Kreis permanente Probleme bestehen? Beschreiben Sie die Konflikte.
  2. Denken in der selben Weise ├╝ber die Beziehungen des Partners zu Ihren Verwandten nach.

Nun setzten Sie sich zusammen und lesen einander die Gedanken vor. Sprechen Sie dar├╝ber, was sie tun k├Ânnen, um die Solidarit├Ąt und die Unterst├╝tzung, die Sie vom anderen erhalten, zu verst├Ąrken. Versuchen Sie nicht sich zu rechtfertigen, wenn Ihr Partner ein Problem empfindet und Sie nicht.


3. Geld

Die Aufgabe: Finden Sie ein Gleichgewicht zwischen einerseits der Freiheit und der Macht, die Geld verleiht und andererseits der Sicherheit und dem Vertrauen, die Geld geben k├Ânnen.

Geld kauft Freude, aber auch Sicherheit, und diese beiden ├Âkonomischen Tatsachen auszubalancieren kann f├╝r jedes Paar viel Arbeit bedeuten, denn unsere Gef├╝hle gegen├╝ber Geld sind sehr pers├Ânlich und oft im Charakter begr├╝ndet.   Ich habe festgestellt, dass l├Âsbare finanzielle Probleme gew├Âhnlich bei jungverheirateten Paaren vorkommen, und nicht so sehr bei ├Ąlteren Ehepartnern.

L├Âsung: Hier muss ein mit klarem Kopf durchdachtes Budget her, um sich klarzumachen, wieviel Sie gerne ausgeben w├╝rden, und wof├╝r. F├╝r Ihre Ehe ist es wichtig, dass Sie die finanzielle Frage als ein Team angehen und dass Sie, ehe Sie einen Plan entwerfen, einander Ihre Sorgen, Bed├╝rfnisse und Vorstellungen mitteilen. Stellen Sie sicher, dass Sie nicht am Ende ein Budget entwickelt haben, das einen von Ihnen dazu n├Âtigt, zum M├Ąrtyrer zu werden. Das wird nur Ablehnung hervorrufen. Jeder von Ihnen muss sich bei Dingen, die er f├╝r unerl├Ąsslich h├Ąlt, unnachgiebig zeigen.

  • Organisieren Sie die allt├Ąglichen Finanzen: Diskutieren Sie Ihr Budget und Ihre Pl├Ąne miteinander. Suchen Sie nach gemeinsamen Grundlagen in Ihren Ans├Ątzen. Beschliessen Sie eine durchf├╝hrbare Strategie, die es Ihnen beiden erlaubt, Ihre notwendigen Dinge zu haben. Einigen Sie sich darauf, dass Sie sich in ein paar Monaten wieder zusammensetzen und den Plan einer Revision unterziehen, um sicherzustellen, dass er f├╝r Sie beide praktikabel ist.
  • Planen Sie Ihre finanzielle Zukunft: Stellen Sie sich vor, wie Ihr Leben in f├╝nf bis dreissig Jahren aussehen wird. Welche Umst├Ąnde w├Ąren ideal f├╝r Sie? Denken Sie an Dinge, die Sie gern haben m├Âchten (ein Haus usw.), und welches Leben Sie idealerweise gern f├╝hren w├╝rden. Und denken Sie auch die finanziellen Desaster durch, die Ihnen am bedrohlichsten erscheinen.

Listen Sie jetzt Ihre langfristigen finanziellen Ziele auf, wobei Sie ber├╝cksichtigen, was Sie am meisten w├╝nschen, und was Sie am meisten f├╝rchten. Tauschen Sie Ihre Listen aus. Suchen Sie nach ├ťbereinstimmungen in Ihren langfristigen Zielen. Diskutieren Sie Ihre Perspektiven.

Entwerfen Sie einen Finanzplan, der Ihnen beiden helfen wird, Ihre Ziele zu erreichen. ├ťberpr├╝fen Sie den Plan regelm├Ąssig.


4. Sex

Die Aufgabe: Einander grunds├Ątzlich annehmen und akzeptieren.   

Kein anderer Bereich im Leben eines Paares ist anf├Ąlliger f├╝r Peinlichkeit, Verletzung und Zur├╝ckweisung als Sex. So ist es kein Wunder, dass die Partner es als eine so grosse Herausforderung empfinden, klar und deutlich ├╝ber das Thema zu reden. Oft ├Ąussern sie sich vage und machen es sich schwer zu verstehen, was sie einander eigentlich wirklich sagen wollen. Wenn ein Mann und eine Frau miteinander ├╝ber ihre sexuellen Bed├╝rfnisse reden, verlaufen ihre Gespr├Ąche oft indirekt, ungenau, unschl├╝ssig. Beide Partner sind st├Ąndig bem├╝ht, das Gespr├Ąch rasch zu Ende zu bringen, und sie hoffen, dass sie auf geheimnisvolle Weise ohne viel zu reden die W├╝nsche des anderen begreifen werden. Sie sagen nur selten Dinge wie: ÔÇ×Es gef├Ąllt mir, wenn du meine Br├╝ste so lange streichelst wie gestern NachtÔÇť, oder: ÔÇ×Ich brauche dich wirklich jede NachtÔÇť, oder: ÔÇ×Morgens mag ich Sex am liebstenÔÇť, und so weiter. Das Problem ist, je weniger deutlich Sie sagen, was Sie wollen und was nicht, desto unwahrscheinlicher ist, dass Sie es auch bekommen. Sex kann wirklich eine angenehme Weise sein, sich auszutauschen und ein Gef├╝hl der Intimit├Ąt zu schaffen. Doch wenn die Kommunikation mit Spannung ├╝berfrachtet ist, dann ist das Ergebnis oft nur Frustration und verletzte Gef├╝hle.

L├Âsung: Lernen Sie, miteinander auf eine Art und Weise ├╝ber Sex zu sprechen, bei der Sie sich beide sicher f├╝hlen. Das heisst, dass Sie lernen, wie Sie richtig um das bitten k├Ânnen, was Sie wollen und wie Sie angemessen auf die W├╝nsche Ihres Partners reagieren k├Ânnen. Das Ziel des Sex ist es, eng verbunden zu sein, es sch├Âner zu haben, befriedigt zu sein und sich in diesem empfindlichen Bereich Ihrer Ehe gesch├Ątzt und akzeptiert zu f├╝hlen. Nichts wird so sicher dazu f├╝hren, dass Ihr Partner Sie nicht mehr ber├╝hren will, wie wenn Sie sagen: ÔÇ×Niemals ber├╝hrst du mich.ÔÇť Besser ist es zu sagen: ÔÇ×Ich fand es wunderbar.ÔÇť

Wenn Sie es sind, der um etwas gebeten wird, dann versuchen Sie wirklich, dies nicht als eine Kritik an Ihrem Aussehen, Ihrer sexuellen Leidenschaft, Ihren sexuellen F├Ąhigkeiten oder Ihrem tiefsten Innern anzusehen. Versuchen Sie, dieselbe Einstellung zu haben wie ein Profi-Koch. Ein K├╝chenchef ist auch nicht beleidigt, wenn dem Kunden heute nicht nach Polenta ist. Statt dessen wird er sich etwas ausdenken, das den Geschmack des Kunden treffen wird.

Das heisst nicht, dass Sie allen Forderungen Ihres Partners nachkommen m├╝ssen. Es ist an Ihnen beiden, zu entscheiden, was Sie gern machen, und was Sie nicht tun wollen. Sexualit├Ąt ist unglaublich vielseitig, so dass es sicher m├Âglich ist, den W├╝nschen beider Partner entgegenzukommen und dann auch beiden Freude zu machen. Oft stehen die gehegten Erwartungen einem optimalen Liebesleben im Weg. Nicht aller Sex hat dieselbe Qualit├Ąt oder Intensit├Ąt. Manchmal wird es sich anf├╝hlen, als h├Ątten Sie einander am tiefsten Grund Ihrer Seele ber├╝hrt. Dann wieder wird es einfach nur angenehm sein. Manchmal ist Sex langsam, manchmal ist er kurz. In einer sexuellen Beziehung kann und sollte es Vielseitigkeit geben. Doch es muss auch Zeiten geben, in denen Sex ein Ausdruck der Liebe ist, und nat├╝rlich ist es um so besser, je h├Ąufiger dies der Fall ist. Der beste Weg, Ihr Liebesleben zu bereichern, ist zu lernen, was der andere mag, und sich die Zeit zu nehmen, diese Dinge zu erinnern und sich einzupr├Ągen. Das bedeutet, dass Sie, wenn Sie mit Sex beginnen, die nonverbalen Verhaltensweisen Ihres Partners kennenlernen m├╝ssen. Aber auch Worte w├Ąhrend des Sex sind ein akzeptabler Weg der Kommunikation.

Ihre sexuelle Beziehung kann noch mehr bereichert werden, wenn Sie sich sicher genug f├╝hlen, Ihre sexuellen Phantasien einander mitzuteilen und sogar miteinander auszu├╝ben. Das ist ein sehr schwieriges Thema. Obwohl Phantasien in einer Ehe Vorstellungskraft, Vielseitigkeit und Abenteuer beherbergen, sind nur sehr wenige Paare imstande, ihre Phantasien miteinander zu teilen und einen Weg zu finden, sie in ihrem Sex zu ber├╝cksichtigen. Wenn Sie es schaffen, Ihre Phantasien miteinander zu teilen, dann werden Sie mit grosser Intimit├Ąt, Romantik und Erregung belohnt werden.

Versuchen Sie, sich an den Gedanken zu gew├Âhnen, dass innerhalb der Grenzen Ihrer Ehe alle W├╝nsche, Bilder, Phantasien und Sehns├╝chte akzeptiert sind. Sie k├Ânnen zu den W├╝nschen Ihres Partners nein sagen, doch d├╝rfen Sie sie nicht herabw├╝rdigen. Einer Phantasie Ausdruck zu verleihen erfordertviel Vertrauen, und deshalb m├╝ssen Sie darauf achten, vorsichtig zu sein, wenn Ihr Partner eine Phantasie mit Ihnen teilt. Wenn Sie diese Phantasie zwar nicht haben, doch wenn sie Ihnen auch nicht den Spass verdirbt, dann sollten Sie zustimmen.

Die Person, die eine Idee, Sehnsucht oder Phantasie ausdr├╝ckt, kennt die Ursache daf├╝r meist ├╝berhaupt nicht. Keiner weiss, warum bestimmte Phantasien auf manche Leute erotisch wirken. Es ist einfach so.

Es gibt auf dem Gebiet des Sex ein paar Fallen, die Sie kennen sollten. Die gef├Ąhrlichste davon ist mangelndes Grundwissen ├╝ber Sex. Das f├╝hrt dazu, dass die Menschen sich in den Erwartungen, die sie an sich selbst stellen, auf ungenaue und unzuverl├Ąssige Quellen st├╝tzen, meist auf das, was sie in ihrer Jugend von Freunden geh├Ârt haben. Das hat zur Folge, dass wir sehr streng mit uns sind und das Gef├╝hl haben, im Bett nicht gut zu sein. So denken zum Beispiel viele M├Ąnner, wann immer es gerade passt, eine Erektion haben zu m├╝ssen. Wenn das einmal nicht der Fall ist, kommen sofort die Selbstzweifel. Diese und viele andere Erwartungen schleppen wir herum, ohne uns dessen gross bewusst zu sein.

Ein anderes Problem ist, dass wir so tun, als w├╝rden wir die Anatomie und die sexuelle Beschaffenheit des anderen kennen, auch wenn wir nirgendwo etwas ├╝ber diese Dinge gelernt haben. Dabei w├╝rden wir nie auf die Idee kommen, ein neues, komplexes und modernes technisches Ger├Ąt einzuschalten, ohne nicht wenigstens einen Blick in die Gebrauchsanweisung zu werfen. Doch auf dem Gebiet der Sexualit├Ąt tun wir das. Machen Sie sich kundig. Es gibt heute gute B├╝cher. Und glauben Sie nicht, schon alles ├╝ber Sex zu wissen.


5. Hausarbeiten

Die Aufgabe: Ein Gef├╝hl der Fairness und der Teamarbeit schaffen.

Gew├Âhnlich tendieren Frauen dazu, in Sachen Ordnung anspruchsvoller als ihre M├Ąnner zu sein. Das ergibt oft Probleme. Weitere Probleme ergeben sich wenn ein Ehemann die Arbeiten nicht erledigt, die er sich zu ├╝bernehmen bereit erkl├Ąrt hat. Die Frau hat dann das Gef├╝hl, nicht respektiert und unterst├╝tzt zu werden. Das f├╝hrt unweigerlich zu Ablehnung und einer weniger erfreulichen Atmosph├Ąre in der Ehe.

Andere Probleme entstehen, weil M├Ąnner auf einer bestimmten Ebene Hausarbeit immer noch als den Job der Frau betrachten. Wenn der Mann hilft, hat er das Gef├╝hl, daf├╝r gelobt werden zu m├╝ssen. Wenn nun die Frau nur fordert, dass er mehr leisten soll, dann f├╝hrt das oft dazu, dass er sich rechtfertigt und wahrscheinlich noch weniger tut. Eine Hauptursache f├╝r diese ungl├╝ckliche Entwicklung ist, dass die meisten M├Ąnner dazu neigen, das Ausmass der Hausarbeit, das sie leisten, zu ├╝bersch├Ątzen.

L├Âsung: Damit scheint die L├Âsung dieses Problems also klar zu sein: M├Ąnner m├╝ssen mehr Hausarbeit leisten! Doch vielleicht kann die folgende Anmerkung den Enthusiasmus eines Mannes f├╝r Haushaltspflichten steigern: Untersuchungen zeigten, dass wenn der Mann seinen Teil leistet, um den Haushalt am Laufen zu halten, beide Partner berichten, dass ihr Sex viel befriedigender sei, als in den Ehen, wo die Frau meint, dass ihr Mann sich vor der Hausarbeit dr├╝ckt. Doch es tut der Ehe auch in anderen Bereichen gut.

Nun will ich damit nicht sagen, dass ein Mann genau 50 Prozent der Hausarbeit erledigen muss, wenn er seine Ehe retten und sein Liebesleben verbessern will. Es geht nicht um die eigentliche Summe dessen, was er tut, sondern ob seine Frau das Gef├╝hl hat, dass es genug sei.

Der beste Weg, herauszufinden, wieviel Hausarbeit ein Ehemann leisten muss, ist das gemeinsame Gespr├Ąch. Allenfalls hilft eine genaue Liste der T├Ątigkeiten, die getan werden m├╝ssen. Damit k├Ânnen subjektive Verzerrungen beseitigt werden. Sie erhalten damit auch eine klare Vorstellung davon, welche Aufgaben in Ihrem Haushalt derzeit zu erledigen sind, und wie sie unter Ihnen aufgeteilt sind. Vielleicht ist es an der Zeit, die Hausarbeit neu zu organisieren, damit die Last gleichm├Ąssiger verteilt ist. Zwei Punkte sind entscheidend: Zun├Ąchst einmal die Frage, ob der Mann seine Pflichten erledigt, ohne dass seine Frau ihn darum bitten (n├Ârgeln) muss. Ein Mann, der das tut, zahlt eine grosse Summe auf das emotionale Bankkonto der Beziehung ein. Der andere Punkt ist, ob er in seinen Pflichten so flexibel ist, dass er auf ihre Bed├╝rfnisse eingehen kann. Wenn er zum Beispiel an einem Abend sieht, dass sie besonders m├╝de ist, sp├╝lt er dann freiwillig das Geschirr, obwohl eigentlich sie an der Reihe ist? So w├╝rde er zeigen, dass er sie ehrt und respektiert, und das ist ├Ąusserst wichtig.


6. Eltern werden

Die Aufgabe: Ihr Zusammengeh├Ârigkeitsgef├╝hl erweitern, so dass ein Kind darin Platz hat.

Ein Kind ist eine Granate. Wenn Sie ein Kind haben, l├Âsen Sie eine Explosion in Ihrer Ehe aus, und wenn der Staub sich gelegt hat, ist Ihre Ehe anders, als vorher. Nicht unbedingt besser oder schlechter, einfach anders.

Im Jahr nach der Ankunft ihres ersten Babys erleben 70 % der Frauen ein steiles Absinken ihrer ehelichen Zufriedenheit. (F├╝r den Ehemann kommt diese Unzufriedenheit meist erst sp├Ąter, als Reaktion auf die ungl├╝ckliche Haltung seiner Frau.) F├╝r diese tiefe Verstimmung gibt es weitreichende Gr├╝nde: mangelnder Schlaf, das Gef├╝hl ├╝berfordert und nicht angenommen zu sein, die erschreckende Verantwortung, f├╝r ein so hilfloses, kleines Wesen sorgen zu m├╝ssen, die Mutterschaft mit einem Beruf verbinden zu m├╝ssen, finanzieller Stress und das Fehlen von Zeit f├╝r sich selbst. Das grosse R├Ątsel ist nicht, warum 67 % der jungen M├╝tter sich so furchtbar f├╝hlen, sondern warum die anderen 33 % die Verwandlung zur Mutter einfach v├Âllig unversehrt durchzumachen scheinen. Von den anderen Frauen unterscheidet sie die Tatsache, dass ihr Mann gemeinsam mit ihnen die Verwandlung zur Elternschaft durchmacht und dabei nicht ins Hintertreffen ger├Ąt.

Ein Kind zu haben verursacht zwangsl├Ąufig eine Verwandlung in der jungen Mutter. Noch nie hat sie eine so tiefe und selbstlose Liebe gef├╝hlt wie die, die sie f├╝r ihr Kind empfindet. Eine junge Mutter erlebt fast immer, dass sich die Werte in ihrem Leben grundlegend ver├Ąndern. Sie stellt fest, dass sie bereit ist, enorme Opfer f├╝r ihr Kind zu bringen. Diese Erfahrung ist so einschneidend, dass, wenn ihr Ehemann ihr darin nicht folgt, verst├Ąndlicherweise eine Distanz zwischen ihnen entstehen wird. W├Ąhrend die Frau ein neues ÔÇ×WirÔÇť-Gef├╝hl pflegt, das das Kind einschliesst, beharrt der Ehemann vielleicht immer noch auf dem alten ÔÇ×Wir zweiÔÇť. Also kann er nur beklagen, wie wenig Zeit sie jetzt f├╝r ihn hat. Er liebt sein Kind, aber er m├Âchte seine Frau zur├╝ckhaben. Er kann aber seine Frau nicht zur├╝ckhaben, er muss ihr in das neue Land, das sie betreten hat, folgen. Nur dann kann ihre Ehe weiterwachsen. In Ehen, in denen der Mann imstande ist, dies zu tun, wird der Mann sein Kind nicht ablehnen. Er f├╝hlt nicht l├Ąnger nur als Ehemann, sondern auch als Vater. Er f├╝hlt seinem Kind gegen├╝ber Stolz, Z├Ąrtlichkeit und F├╝rsorge.

Hier ein paar Tips:

  • Konzentrieren sie sich auf die Freundschaft in der Ehe.
  • Schliessen sie den Vater nicht von der S├Ąuglingspflege aus. Oft geben M├╝tter st├Ąndig Hinweise oder gar Anweisungen und kritisieren, wenn der Vater die Dinge nicht genau so macht wie sie. Machen sie dem Vater Platz!
  • Lassen sie den Vater den Spielkameraden des Babys sein. Oft finden V├Ąter erst einen Zugang zu ihren Kindern, wenn diese laufen, reden und spielen k├Ânnen. Bis dahin hat aber die Abwesenheit der V├Ąter schon Risse in der Ehe erzeugt. M├Ąnner gehen eher verspielt mit den Kindern um, w├Ąhrend die Frauen f├╝rsorglicher sind.
  • Schaffen sie sich Zeit f├╝r sie beide und suchen sie Babysitter, damit sie ausgehen k├Ânnen.
  • Seien sie empfindlich f├╝r die Bed├╝rfnisse des Vaters. Er f├╝hlt sich meist zur├╝ckversetzt und allein gelassen. Wenn die Frau keine Zeit mehr f├╝r die Ehe hat, zieht sich der Mann zur├╝ck.
  • Sorgen sie daf├╝r, dass die Mutter eine Pause bekommt. Der Mann sollte fr├╝her nach Hause kommen und an den Wochenenden mal den Part der Mutter ├╝bernehmen, damit sie ausschlafen und sich erholen kann.

10. Geheimnis Nr. 6 ├ťberwinden Sie Pattsituationen

Sie will Kinder, er will nicht. Sie m├Âchte in die Kirche gehen, er ist Atheist. Er ist ein Stubenhocker, sie geht gerne aus: Pattsituationen.

Wenn Sie in einer Pattsituation festsitzen, erscheint es einfach unm├Âglich sich vorzustellen, dass Ihre Schwierigkeiten nur eine Art psychologisches Rheumaknie sind, mit dem Sie zu leben lernen k├Ânnen. Aber genau so ist es.

Das Ziel, wenn es darum geht, eine Pattsituation zu ├╝berwinden, ist nicht, das Problem zu l├Âsen, sondern eher, aus der Zwickm├╝hle ins Gespr├Ąch zu kommen. Der un├╝berwindbare Konflikt wird in Ihrer Ehe immer ein st├Ąndiges Thema sein, doch eines Tages werden Sie imstande sein, dar├╝ber zu reden, ohne einander zu verletzen. Sie werden lernen, mit dem Problem zu leben.

Um den Weg aus einer Pattsituation zu finden, m├╝ssen Sie zuerst einmal begreifen, wo die Ursachen dazu liegen.

Eine Pattsituation ist ein Hinweis darauf, dass Sie Tr├Ąume f├╝r ihr Leben haben, die in Ihrer Ehe nicht beachtet oder respektiert werden. Mit Tr├Ąumen sind Hoffnungen, Sehns├╝chte und W├╝nsche gemeint, die ein Teil der eigenen Identit├Ąt sind und dem Leben Sinn und Ziel geben. Diese Tr├Ąume erzeugen ernsthafte Probleme, wenn sie verborgen sind, oder von einem Partner nicht respektiert werden.

In Gl├╝cklichen Ehen bauen Paare die Ziele von beiden Partnern in das Konzept ihrer Beziehung ein. Diese Ziele k├Ânnen konkret sein (Haus, Studium) oder abstrakt (Sehnsucht nach Sicherheit, das Leben als Abenteuer zu sehen). In einer gl├╝cklichen Ehe besteht keiner der Partner darauf, dass der andere seinen Traum aufgibt und versucht auch nicht den Partner dahingehend zu manipulieren. Sie arbeiten als Team daran und ziehen die Sehns├╝chte des anderen voll in Betracht. Wenn ein Partner nicht voll und ganz anerkennt, wie wichtig es ist, die Tr├Ąume des Partners zu unterst├╝tzen, dann ist eine Pattsituation unvermeidbar.


Schritt Nr. 1: Werden sie ein Traum-Detektiv

Wenn sie wegen irgendeines Problems, sei es gross oder klein, in ihrer Ehe in eine Pattsituation geraten sind, dann ist der erste Schritt zur L├Âsung herauszufinden, welcher Traum oder welche verborgenen Motive den Konflikt anheizen.

Oft bleiben tiefe pers├Ânliche Tr├Ąume nach einer Eheschliessung unausgesprochen oder werden versch├╝ttet, weil wir annehmen, dass das notwendig sei, damit die Beziehung funktioniert. Gew├Âhnlich sind beide Partner ihren eigenen Bed├╝rfnissen gegen├╝ber nicht sehr aufgeschlossen. Sie empfinden die eigenen W├╝nsche als ÔÇ×kindischÔÇť oder ÔÇ×unerf├╝llbarÔÇť. Doch eine solche Bezeichnung ├Ąndert nichts an der Tatsache, dass dieser Traum etwas ist, wonach Sie sich sehnen, und wenn die Ehe das nicht respektiert, wird daraus unweigerlich ein Konflikt erwachsen. Mit anderen Worten, wenn Sie sich der Ehe anpassen, indem Sie einen Traum begraben, dann wird er einfach in einer anderen Verkleidung wieder auferstehen, n├Ąmlich als ein Konflikt mit einer Pattsituation.


Schritt Nr. 2: Arbeiten sie an einem Problem in ihrer Ehe, das eine Pattsituation verursacht

Schreiben Sie eine Erkl├Ąrung Ihrer Position. Kritisieren oder beschuldigen Sie Ihren Partner nicht. Konzentrieren Sie sich vielmehr auf das, was Ihr Partner braucht, m├Âchte und f├╝hlt.

Als n├Ąchstes beschreiben Sie die verborgenen Tr├Ąume, die hinter Ihrer Position stehen. Erkl├Ąren Sie, woher diese Tr├Ąume kommen, und warum sie solche Bedeutung f├╝r Sie haben.

Wenn Sie erst einmal beide durchschauen, welche Tr├Ąume die Pattsituation verursachen, ist es an der Zeit, dar├╝ber zu sprechen. Versuchen Sie nicht, dieses Problem zu l├Âsen, denn das w├╝rde nur das Gegenteil bewirken. Ihr Ziel ist es einfach zu verstehen, warum jeder von Ihnen solche starken Gef├╝hle zu diesem Thema hat.

  • Die Aufgabe des Redners: Sprechen Sie ehrlich ├╝ber Ihre Position und was sie Ihnen bedeutet. Beschreiben Sie den Traum, der dahinter steht. Erkl├Ąren Sie, woher der Traum kommt, und was er symbolisiert. Sagen Sie deutlich und ehrlich, was Sie wollen, und warum es f├╝r Sie so wichtig ist. Sprechen Sie, als w├╝rden Sie einem guten Freund oder einer neutralen dritten Partei von Ihrem Traum erz├Ąhlen. Versuchen Sie nicht, Ihre Gef├╝hle ├╝ber den Traum zu zensieren oder herunterzuspielen, weil Sie Ihren Partner nicht verletzen oder einen Streit mit ihm vermeiden wollen. Sanfter Auftakt; Ich-Botschaften; reden ├╝ber eigene Gef├╝hle und Bed├╝rfnisse.

Die Frage, was Sie Ihrem Partner gegen├╝ber in Hinblick auf diesen Traum empfinden, ist ein anderes Thema, das hier nicht angesprochen werden sollte.

  • Die Aufgabe des Zuh├Ârers: Unterlassen Sie jede Beurteilung. H├Âren Sie zu, wie ein Freund zuh├Âren w├╝rde. Nehmen Sie den Traum Ihres Partners nicht pers├Ânlich, auch wenn er mit einem von Ihnen kollidiert. Verbringen Sie Ihre Zeit nicht damit, Gegenbeweise oder Wege zu suchen, wie das Problem gel├Âst werden k├Ânnte. Ihre Aufgabe ist es jetzt, einfach den Traum an- zuh├Âren.

Es gibt drei verschiedene Arten, dem Traum Ihres Partners Respekt zu erweisen, und alle drei tun Ihrer Ehe gut.

  1. Zeigen, dass Sie Verst├Ąndnis f├╝r den Traum haben und dass Sie interessiert sind, mehr dar├╝ber zu erfahren, auch wenn Sie ihn nicht teilen.
  2. Finanzielle Unterst├╝tzung f├╝r den Traum zu bieten.
  3. Selber ein Teil des Traums zu werden.


Sie werden feststellen, dass Sie manche Tr├Ąume Ihres Partners den ganzen Weg entlang begleiten k├Ânnen, w├Ąhrend Sie bei anderen nicht ├╝ber den ersten Schritt des Verst├Ąndnisses und des Interesses hinwegkommen. Das ist in Ordnung.

Die tiefsten und pers├Ânlichsten Hoffnungen und Tr├Ąume des anderen wahrzunehmen und zu respektieren ist der Schl├╝ssel zur Bewahrung und zur Bereicherung Ihrer Ehe.


Schritt Nr. 3: Beruhigen sie einander

Tr├Ąume zu diskutieren, die im Gegensatz zueinander stehen, kann mit Stress verbunden sein. Da Sie nichts erreichen werden, wenn einer von Ihnen sich ├╝berflutet f├╝hlt, sollten Sie eine Pause machen.


Schritt Nr. 4: Beenden sie die Pattsituation

Jetzt ist es an der Zeit, sich an die Aufgabe heranzuwagen, mit diesem Thema Frieden zu finden, die Meinungsverschiedenheiten zwischen Ihnen zu akzeptieren und eine Art befristeten Kompromiss zu finden, der Ihnen helfen wird, das Problem freundschaftlich zu diskutieren. Vergessen Sie nicht: Sie sollen den Konflikt nicht l├Âsen, denn der wird sich wahrscheinlich nie ganz ├╝berwinden lassen. Es ist vielmehr Ihr Ziel, dem Thema den Stachel zu nehmen, zu versuchen, Verletzungen zu vermeiden, damit das Problem nicht l├Ąnger Schmerz verursacht.

Diesen Prozess beginnen Sie, indem Sie die Kreisaufgabe verwenden. Sie definieren die Bereiche, in denen Sie keine Zugest├Ąndnisse machen k├Ânnen. Um das zu tun, m├╝ssen Sie in sich gehen und versuchen, das Thema in zwei Kategorien aufzuspalten. In die eine tun Sie diejenigen Aspekte des Themas, bei denen Sie absolut keine Zugest├Ąndnisse machen k├Ânnen, ohne Ihre grundlegenden Bed├╝rfnisse oder zentralen Werte aufzugeben. In die zweite Kategorie kommen alle Aspekte des Themas, bei denen Sie flexibel sein k├Ânnen. Versuchen Sie, die zweite Kategorie so gross wie m├Âglich zu halten, hingegen die erste so klein wie m├Âglich.

Besprechen Sie Ihre beiden Listen miteinander. Arbeiten Sie gemeinsam und finden Sie einen be- fristeten Kompromiss. Versuchen Sie, f├╝r zwei Monate damit zu leben, und ├╝berpr├╝fen Sie dann, wo Sie stehen. Erwarten Sie nicht, dass dies das Problem l├Âsen wird, sondern nur, dass Sie in gr├Âsserem Frieden damit werden leben k├Ânnen.

Sie werden die Tr├Ąume des anderen nicht mehr als Bedrohung ansehen m├╝ssen, sondern als das, was sie sind: tiefe Sehns├╝chte des Menschen, den sie lieben.


Beispiel: Pattsituation durch folgendes Problem: Sehr unterschiedliche Erwartungen, was den Ausdruck von Gef├╝hlen angeht.

Tr├Ąume hinter diesem Konflikt: F├╝r sie ist es ein Teil ihres Selbstverst├Ąndnisses, emotional zu sein, und es gibt ihrem Leben Sinn. Er sieht Emotionalit├Ąt  als Schw├Ąche.

Bereiche, ├╝ber die nicht verhandelt werden kann: Sie kann nicht aufh├Âren, mit grosser Leidenschaft auf das Leben zu reagieren. Er kann nicht, nur um ihr einen Gefallen zu tun, zu einer h├Âchst emotionalen Pers├Ânlichkeit werden.

Bereiche, die flexibel gehandhabt werden k├Ânnen: Beide akzeptieren, dass ihr Partner eine grundlegende Charaktereigenschaft nicht ver├Ąndern kann.

Befristeter Kompromiss: Sie werden ihre Verschiedenheit in diesem Bereich respektieren. Er wird auf ihr Bed├╝rfnis, ├╝ber Gef├╝hle zu sprechen und sie zu zeigen, eingehen. Sie wird es akzeptieren, wenn er das nicht kann.

Immerw├Ąhrender Konflikt: Die beiden werden immer sehr verschiedene Auffassungen davon haben, ob man Gef├╝hle zeigen sollte oder nicht.


Schritt Nr. 5: Sagen sie Danke

Es wird vielleicht mehr als eine Sitzung n├Âtig sein, um die Pattsituation ├╝ber ein Thema zu ├╝berwinden. Diese Sitzungen k├Ânnen sehr anstrengend sein, ganz gleich, wie geschickt Sie versuchen, die Sichtweise des anderen ohne jede Beurteilung anzunehmen. Nehmen sie sich daher vor dem Gespr├Ąchsschluss Zeit und denken sie nach ├╝ber die guten Seiten ihres Partners. Sagen sie einander in dankbarer Haltung einzelne Punkte. Das l├Ąsst Sie mit einer positiven Stimmung enden.

11. Geheimnis Nr. 7: Schaffen sie einen gemeinsamen Sinn

Eine Ehe bedeutet mehr als Kinder aufziehen, Pflichten aufteilen und miteinander schlafen. Ehe kann auch eine spirituelle Dimension haben, die ein inneres gemeinsames Leben verlangt, eine Kultur, die reich an Symbolen und Ritualen ist, und einen Sinn f├╝r Rollen und Ziele besitzt.

Sicher ist es m├Âglich eine stabile Ehe zu f├╝hren, ohne ein tiefes gemeinsames Gef├╝hl dar├╝ber zu haben, was f├╝r ihr Leben von Bedeutung ist. Ihre Ehe kann auch dann funktionieren, wenn Ihre Tr├Ąume nicht konform gehen. Es ist wichtig zu akzeptieren, dass jeder von Ihnen wahrscheinlich ein paar Tr├Ąume hat, die der andere nicht teilen, aber respektieren kann. Vielleicht h├Ąngen Sie unterschiedlichen Religionen an, bringen aber der spirituellen Richtung des anderen gen├╝gend Respekt entgegen, um die Unterschiede in Ihren Glaubenseinstellungen ├╝berbr├╝cken zu k├Ânnen.   Doch es ist auch wahr, dass eine reiche Ehe mehr ist, als nur das Umschiffen von Klippen. Je mehr Sie ├╝ber die grundlegenden Dinge im Leben einer Meinung sind, desto reicher, sinnvoller und in gewisser Weise auch leichter wird Ihre Ehe sein. Ein entscheidendes Ziel einer jeden Ehe ist es deshalb, eine Atmosph├Ąre zu schaffen, in der jeder ermutigt ist, ehrlich ├╝ber seine ├ťberzeugungen zu sprechen. Je h├Ąufiger Sie freundlich und respektvoll miteinander reden, desto wahrscheinlicher ist, dass sich Ihre Vorstellungen von Sinnhaftigkeit einander ann├Ąhern. Je mehr gemeinsamen Sinn Sie finden k├Ânnen, desto tiefer, reicher und lohnender wird Ihre Beziehung sein.


Die ├ťbungen, die jetzt folgen, sind einfach eine Liste von Fragen, die Sie sich gegenseitig stellen, beantworten, und ├╝ber die Sie diskutieren sollen. Sie sind in die vier Kategorien aufgeteilt, die gew├Âhnlich die Grundlagen der gemeinsamen Sinnfindung zwischen Mann und Frau darstellen: Rituale, Rollenverteilung, Ziele und Symbole. Diese Fragen sind nicht dazu da, an einem Abend oder auch in einem Monat durchgearbeitet zu werden. Nehmen Sie sie als Anfangspunkte f├╝r viele zuk├╝nftige Diskussionen und gem├╝tliche abendliche Gespr├Ąche.


Familienrituale

Es ist eine traurige Tatsache, dass wenige Familien regelm├Ąssig gemeinsam essen. Es ist entscheidend f├╝r eine Ehe, dass man informelle Rituale schafft, die einem Raum geben, emotional miteinander verbunden zu sein (z.B. die Mitternachtsmesse an Weihnachten, das Oster-Fr├╝hst├╝ck bei der Oma, Familientreffen ...). Rituale m├╝ssen nicht notwendigerweise Ihrer Kindheit oder der Geschichte Ihrer Familie entstammen. Sie k├Ânnen auch Ihre eigenen schaffen. Neue Rituale k├Ânnen aus dem Gef├╝hl daf├╝r entstehen, was Ihrer Familie fehlte.


├ťbung: Schaffen Sie in der folgenden ├ťbung Ihr eigenes Familienritual, indem Sie dar├╝ber sprechen, was Sie w├╝nschen. Besprechen Sie, was dieses Ritual (oder das Fehlen von Ritualen) Ihnen bedeutete, als sie jung waren, wie Sie die guten und wie die schlechten Zeiten empfanden. Skizzieren Sie dann Ihr Ritual, damit Sie wissen, wer was und wann tun soll. Lassen Sie diese Rituale zu etwas werden, was Sie regelm├Ąssig durchf├╝hren, und worauf Sie sich freuen.

  • Ein w├Âchentliches Treffen nur f├╝r Sie beide, ohne die Kinder.
  • Feiern von Triumphen: Zelebrieren Sie fast jede kleinere oder gr├Âssere Errungenschaft, und schaffen Sie eine Kultur des Lobens in Ihrer Ehe.
  • Rituale f├╝r schlechte Zeiten, R├╝ckschl├Ąge oder Ersch├Âpfung. Wie k├Ânnen Sie einander helfen, heilen und mit neuer Energie erf├╝llen?
  • Rituale um Sex und das Gespr├Ąch dar├╝ber. Paare glauben oft, dass sexuelle Liebe spontan sein m├╝sse und wollen sie nicht planen. Doch wenn Sie daran denken, wann Sex am besten war, dann doch wahrscheinlich in der Zeit, als Sie sich kennen lernten. Diese romantischen Begegnungen waren bis hin zu den Kleidern, die Sie trugen, geplant, ebenso das Parf├╝m, das Sie auflegten, der Ort, wohin Sie gehen wollten, Musik und Wein nach dem Essen und so weiter. Sie m├╝ssen Romantik und Sex also planen. Ein Ritual, das Ihnen ein Gef├╝hl der emotionalen Sicherheit gibt, wenn Sie dar├╝ber sprechen, was an Ihrem Sex gut ist, und was noch Verbesserung gebrauchen k├Ânnte, kann sehr hilfreich sein.
  • Rituale, wie man in Verbindung mit Verwandten und Freunden bleibt: Familientreffen und Familienfeiern k├Ânnen geplant werden.
  • Geburtstage und besondere Ereignisse, die immer wiederkehren: z.B. wichtige Feiertage, religi├Âse Feste, Jahrestage... Dar├╝ber hinaus gibt es auch wichtige einmalige Rituale wie Konfirmation, Pr├╝fungen und Hochzeiten.


Rollen

Unser Gef├╝hl daf├╝r, welches unser Platz im Leben ist, ist zum grossen Teil auf die verschiedenen Rollen, die wir spielen, gegr├╝ndet - wir sind Partner, Kinder, vielleicht Eltern und auf die eine oder andere Weise Arbeiter. In bezug auf die Ehe kann unsere Sicht unserer eigenen Rollen und die unserer Partner entweder zur Harmonie zwischen uns beitragen oder Spannung erzeugen. Ihre Ehe wird um so tiefer sein, je ├Ąhnlicher Ihre Erwartungen aneinander sind, je mehr Sie im Rollenverst├Ąndnis ├╝bereinstimmen. Es tr├Ągt positiv zu einer Ehe bei, wenn man dieselben Vorstellungen von Elternschaft hat und dieselben Werte hochh├Ąlt, die man seinen Kindern unbedingt vermitteln m├Âchte. Ebenso verh├Ąlt es sich mit Fragen ├╝ber die Art des Kontakts, den Sie jetzt mit Ihren Eltern und Geschwistern haben wollen (betrachten Sie diese als einen Teil Ihrer Familie oder als Aussenseiter, zu denen Sie Distanz halten?). Sogar Ihre Vorstellungen, was es bedeutet, berufst├Ątig zu sein, und die Bedeutung, die Sie Ihrer eigenen Arbeit beimessen, kann das Gef├╝hl der Verbundenheit mit Ihrem Partner vertiefen. Mit anderen Worten, je st├Ąrker Sie dasselbe in bezug auf diese Themen f├╝hlen, desto st├Ąrker wird Ihre Ehe sein.


├ťbung: Je mehr Sie ganz offen miteinander ├╝ber Ihre tiefempfundenen Vorstellungen Ihrer Rollen im Leben sprechen k├Ânnen, desto wahrscheinlicher ist es, dass Sie einen Konsens erlangen werden, der sinnvoll und f├╝r Ihre Familie angemessen ist. Dabei kann es helfen, ├╝ber die folgenden Fragen zun├Ąchst einzeln und dann gemeinsam nachzudenken.

Wie f├╝hlen Sie sich in Ihrer Rolle als 1. als Ehemann und Ehefrau; 2. als Vater und Mutter; 3. als Sohn oder Tochter; 4. als Berufst├Ątiger oder Berufst├Ątige; 5. als Freund oder Freundin anderer Menschen? Welche Bedeutung hat diese Rolle in Ihrem Leben? Wie haben Ihr Vater oder Ihre Mutter diese Rolle gesehen? Inwiefern sind Sie anders bzw. gleich? Welche ├änderungen w├╝rden Sie an dieser Rolle gern vornehmen? Wie halten Sie diese verschiedenen Rollen in Ihrem Leben im Gleichgewicht?


Pers├Ânliche Ziele

Die Ziele, die wir erreichen wollen, sind ein Teil dessen, was das Leben sinnvoll macht. Wir alle haben einige sehr praktische Ziele, wie zum Beispiel das Verdienen eines bestimmten Gehaltes, und wir haben auch tiefere, eher spirituelle Ziele. F├╝r den einen mag das Ziel sein, nach einer unruhigen und vom Missbrauch gepr├Ągten Kindheit Frieden und Heilung zu finden. F├╝r den anderen kann es sein, Kinder grosszuziehen, die gutherzig und grossz├╝gig sind. Oft sprechen wir unsere innersten Ziele gar nicht aus, und manchmal haben wir uns selbst nicht einmal gefragt, wie sie eigentlich aussehen. Doch wenn wir das einmal tun, dann gibt uns das Gelegenheit, etwas zu er- forschen, das von entscheidender Bedeutung f├╝r uns selbst und unsere Ehe sein kann.


├ťbung: Beantworten Sie die folgenden Fragen, um mit Ihrem Partner ├╝ber die Bedeutung von Zielen in Ihrem jeweiligen pers├Ânlichen Lebensplan und in Ihrer Ehe zu sprechen.

  1. Welche Ziele haben Sie im Leben, f├╝r sich selbst, f├╝r Ihren - Partner, f├╝r Ihre Kinder? Was m├Âchten Sie in den n├Ąchsten f├╝nf bis zehn Jahren erreichen?
  2. Nennen Sie einen Lebenstraum, den Sie sich erf├╝llen m├Âchten.
  3. Oft verbringen wir unsere Zeit mit Dingen, die unsere unmittelbare Aufmerksamkeit erfordern - wir sind sozusagen immer dabei, Kastanien aus dem Feuer zu holen. Doch was sind die wirklich wichtigen Dinge in Ihrem Leben, die Ihnen viel Energie und Freude geben und f├╝r die Sie wirklich Zeit freischlagen m├╝ssen, die wichtigen Dinge, die immer aufgeschoben oder verdr├Ąngt werden?
  4. Welche Rolle spielt Spiritualit├Ąt in Ihrem Leben? Welche Bedeutung hatte sie in der Familie Ihrer Kindheit? Wie sollte es in Ihrer Familie sein?


Gemeinsame Symbole

Ein weiteres Zeichen f├╝r gemeinsame Sinngebung in einer Ehe ist, dass Sie in Ihrem Leben von Dingen umgeben sind, die die Werte und den Glauben widerspiegeln, die Sie miteinander teilen. Oft handelt es sich bei diesen ÔÇ×DingenÔÇť in Wirklichkeit um Symbole, nicht nur um religi├Âse wie ein Kruzifix. Es gibt noch andere, eher pers├Ânliche. Manche Symbole sind abstrakt, doch nicht weniger bedeutungsvoll f├╝r eine Ehe. So k├Ânnen zum Beispiel Familiengeschichten ein breites Spektrum von Wertvorstellungen symbolisieren.


├ťbung: Die folgenden Fragen werden Ihnen helfen, miteinander ├╝ber die Bedeutung von Symbolen in Ihrer Ehe zu sprechen.

  1. Welche Symbole (wie Fotos oder andere Objekte) zeigen, wo Ihre Familie in dieser Welt steht?
  2. Familiengeschichten haben auch Symbolcharakter, oft stehen sie f├╝r eine ganze Reihe von Werten und lehren sie auch. Welche Geschichten von Ihrer Familie reichen in die Vergangenheit zur├╝ck, Geschichten, auf die Sie stolz sind, und die ein Teil der Tradition sein sollen, in der sich Ihre Familie fortsetzt?
  3. Was bedeutet Ihnen ein Zuhause? Welche Eigenschaften muss es f├╝r Sie haben? Was war ein Zuhause in der Familie Ihrer Kindheit?
  4. Was ist in Ihrem Leben ein Symbol f├╝r Ihre Vorstellung davon, wie man ein gutes, sinnvolles Leben f├╝hren sollte?


Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Sie ├╝ber Nacht mit Ihrem Partner ein Gef├╝hl der Gemeinsamkeit ├╝ber die meisten tiefen, brennenden Probleme entwickeln werden. Es ist vielmehr ein langw├Ąhrender, lebenslanger Prozess, diese Themen gemeinsam zu bearbeiten. Das Ziel sollte dabei nicht sein, sich ├╝ber jeden Aspekt zu einigen, sondern eine Ehe zu f├╝hren, in der Sie beide den vom anderen am meisten gesch├Ątzten Glaubensgrunds├Ątzen gegen├╝ber offen bleiben. Je mehr Sie eine Ehe schaffen, in der diese ├ťberzeugungen immer mitgeteilt werden k├Ânnen, desto freudiger wird die gemeinsame Reise durchs Leben f├╝r Sie sein.

12. Und was nun?

Die magischen f├╝nf Stunden

Wenn wir Paare begleiteten, die unsere Workshops in Seattle besucht hatten, dann fragten wir uns immer, was solche Paare, deren Ehe sich weiterhin verbesserte, von denen unterschied, bei denen das nicht der Fall war. Zu unserer ├ťberraschung entdeckten wir, dass diese Paare nur ungef├Ąhr f├╝nf zus├Ątzliche Stunden in der Woche ihrer Ehe widmeten. Obwohl jedes Paar seinen eigenen Stil hatte, wie es diese f├╝nf zus├Ątzlichen Stunden verbrachte, konnte man einige deutliche Muster erkennen. Und so k├Ânnen Sie das auch tun:

  • Trennungen: Sorgen Sie daf├╝r, dass Sie, bevor Sie einander morgens auf Wiedersehen sagen, von wenigstens einer Sache erfahren haben, die an diesem Tag im Leben Ihres Partners stattfindet. Zeit: 2 Min./Tag; 5 Tage: total 10 Min.
  • Wiedersehen: Sorgen Sie daf├╝r, dass Sie sich am Ende jedes Arbeitstages zu einem entspannenden Gespr├Ąch zusammensetzen. Zeit: 20 Min./Tag; 5 Arbeitstage: total 1h 40 Min.
  • Bewunderung und Anerkennung: Finden Sie jeden Tag einen Weg, Ihrem Partner gegen├╝ber Ihre ehrliche Anerkennung und Bewunderung auszudr├╝cken. Zeit: 5 Min./Tag; 7 Tage lang: total 35 Min.
  • Zuneigung: K├╝ssen, halten, umarmen und ber├╝hren Sie einander in der Zeit, in der Sie zusammen sind. K├╝ssen Sie einander, bevor Sie schlafen gehen. Nehmen Sie diesen Kuss zum Anlass, alle kleineren Gereiztheiten, die sich ├╝ber den Tag hinweg aufgebaut haben, loszulassen. Mit anderen Worten, legen Sie die Vergebung und die Z├Ąrtlichkeit f├╝r Ihren Partner in diesen Kuss. Zeit: 5 Min./Tag; 7 Tage: total 35 Min.
  • W├Âchentliche Verabredungen: Dies kann eine entspannende und stressfreie Art sein, verbunden zu bleiben. Stellen Sie einander Fragen, die Sie Ihre Partner-Landkarten auf den neuesten Stand bringen lassen, und wenden Sie sich einander zu (nat├╝rlich k├Ânnen Sie diese Verabredungen wenn n├Âtig auch nutzen, um ein eheliches Problem auszudiskutieren oder einen Streit, den Sie in der Woche hatten, durchzuarbeiten). Zeit: 2 Std./Woche; total 2 Stunden.

Summe total: F├╝nf Stunden/Woche!

Wie Sie sehen, ist die Zeit, die Sie ben├Âtigen, um diese Ver├Ąnderungen in Ihre Beziehung einzuf├╝hren, recht klein. Dennoch werden Ihnen diese f├╝nf Stunden enorm helfen, Ihre Ehe am Laufen zu halten. Vergessen Sie nicht, dass es Ihrer Gesundheit und Ausdauer mehr nutzen wird, wenn Sie jeden Tag ein wenig an Ihrer Ehe arbeiten, als wenn Sie sich in einem Fitnessclub verausgaben.


Ehestinkbomben

Unsere Untersuchungen von jungverheirateten Paaren belegen, dass Paare, die sich in ihrer Ehe mit negativen Erfahrungen arrangierten (Gereiztheit, emotionale Distanz), f├╝nf Jahre sp├Ąter weniger zufrieden und gl├╝cklich waren. Diejenigen, die sich weigerten, negative Aspekte zuzulassen, die darauf bestanden, sanft miteinander zu streiten, wenn zum Beispiel Verachtung oder Rechtfertigung ihre Beziehung zu durchdringen drohten, waren sp├Ąter gl├╝cklicher und zufriedener.

Meist ist einer der Partner in der Lage, ├ärger riechen zu k├Ânnen. Meist ist das die Frau. Wenn ihr Ehemann wunderlich wird oder sich zur├╝ckzieht, dann spricht sie ihn darauf an und bekommt heraus, was nicht stimmt. Doch es gibt keinen Grund, warum nicht Sie beide diese Funktion in Ihrer Ehe aus├╝ben k├Ânnen.

Hinweise: Benutzen Sie diesen Fragebogen, um einsch├Ątzen zu k├Ânnen, wie die Dinge in Ihrer Ehe heute (oder in der letzten Zeit) gelaufen sind, und ob Sie irgendwelche Themen besprechen wollen. Kreuzen Sie so viele Punkte an, wie Sie f├╝r zutreffend halten. Besprechen Sie die Dinge sanft mit Ihrem Partner innerhalb der n├Ąchsten drei Tage.

  1. Ich habe gereizt reagiert.
  2. Ich habe mich emotional distanziert gef├╝hlt.
  3. Zwischen uns hat es viel Spannung gegeben.
  4. Ich habe mich einsam gef├╝hlt.
  5. Mein Partner scheint mir emotional unerreichbar. Ich war unerreichbar.
  6. Ich war w├╝tend.
  7. Wir haben den Kontakt zueinander verloren.
  8. Mein Partner hat kaum eine Vorstellung davon, was ich denke.
  9. Wir hatten viel Stress, und das hat uns sehr mitgenommen.
  10. Ich w├╝nschte, wir w├Ąren jetzt enger verbunden.
  11. Ich wollte viel allein sein.
  12. Wir m├╝ssen wirklich mal miteinander reden.
  13. Wir haben nicht besonders gut miteinander kommuniziert.
  14. Wir haben uns mehr als sonst gestritten.
  15. In letzter Zeit eskalieren schon kleine Probleme.
  16. Wir haben die Gef├╝hle des anderen verletzt.
  17. Es hat in unserem Leben nicht viel Spass oder Vergn├╝gen gegeben.


Vergeben Sie sich selbst

Nachdem Sie die Sieben Geheimnisse durchgearbeitet haben, ist Ihnen wahrscheinlich klargeworden, dass es so etwas wie eine konstruktive Kritik nicht gibt. Jede Kritik ist schmerzhaft. Anders als eine Beschwerde, die ja die direkte Bitte ist, etwas zu ver├Ąndern, macht Kritik eine Ehe nicht besser. Viel mehr noch: Kritik macht sie unweigerlich schlechter. Was f├╝hrt dazu, dass ein Partner sich chronisch kritisch verh├Ąlt? Wir haben herausgefunden, dass es daf├╝r zwei Gr├╝nde gibt.

Der eine ist, dass der Partner emotional nicht reagiert. Es erfordert Mut, sich einem nicht reagierenden Partner gegen├╝ber weniger kritisierend zu verhalten, und es erfordert Mut, sich einem Partner zuzuwenden, der st├Ąndig auf den Macken des anderen herumreitet. Doch beide Ver├Ąnderungen sind notwendig, um den Teufelskreis zu durch brechen.

Der andere Grund daf├╝r, dass in einer Ehe Kritik entsteht, liegt in ihrem Innern, n├Ąmlich in den Selbstzweifeln, die man im Laufe seines Lebens, vor allem in der Kindheit, entwickelt hat. Das heisst, der Grund ist die Kritik, die man sich selbst gegen├╝ber aus├╝bt. Wenn Sie sich selbst f├╝r unzureichend halten, dann sind Sie immer auf der Suche nach etwas, was in Ihnen und in Ihrem Partner nicht vorhanden ist. Sehen wir den Tatsachen ins Gesicht: Jeder Mensch, den Sie heiraten, wird manche w├╝nschenswerte Qualit├Ąt vermissen lassen. Das Problem ist, dass wir dazu neigen, uns auf das zu konzentrieren, was unserem Partner fehlt, und dadurch die wundervollen Qualit├Ąten, die vorhanden sind, einfach ├╝bersehen - die nehmen wir f├╝r selbstverst├Ąndlich.

Wenn Sie sich selbst in dieser Beschreibung des ├╝berm├Ąssig selbstkritischen Menschen wiedererkennen, dann ist das Beste, was Sie f├╝r sich und Ihre Ehe tun k├Ânnen, daran zu arbeiten, sich selbst mit all Ihren Macken anzunehmen. Wenn ich auf mein eigenes Leben zur├╝ckblicke, begreife ich, was f├╝r einen ungeheuren Unterschied es in meiner Rolle als Ehemann und Vater ausgemacht hat, dass ich mir selbst alle meine Unzul├Ąnglichkeiten vergeben konnte.

Ein Weg zu diesem Vergeben kann Ihr pers├Ânlicher Glaube sein. Meine Religion, der j├╝dische Glaube, hat mir geholfen, das Gute und Starke in mir und meiner Beziehung zu begr├╝ssen und zu n├Ąhren. Im j├╝dischen Glauben wird das Gebet haupts├Ąchlich zum Dank und zur Lobpreisung verwandt. Und doch wird gesagt, dass Gott endlose Preisung und Dank nicht braucht. Was ist also der Sinn dieser Gebete? Sie sind nicht f├╝r Gott gemacht, sondern sie sollen den Menschen helfen, die beten. Diese Gebete sind dazu da, uns zu helfen, f├╝r die Taten Gottes dankbar zu sein, f├╝r diese wunderbare Welt, die er f├╝r uns geschaffen hat, und um die Segnungen, die wir st├Ąndig erfahren, zu bemerken und zu begr├╝ssen. Der Ausdruck von Dankbarkeit und Lob ist das Gegenst├╝ck zu vergiftender Kritik und ihrem t├Âdlichen Vetter, der Verachtung. Die folgende ├ťbung wird Sie auf den guten Weg bringen.


Eine ├ťbung in Dankbarkeit

Schritt Nr. 1: Versuchen Sie eine Woche lang, sich Ihrer Neigung, kritisch zu sein und nur zu sehen, was nicht da ist, bewusst zu sein. Versuchen Sie statt dessen, sich auf das zu konzentrieren, was gut ist. Denken Sie an das, was Sie haben und was andere bekommen. Suchen Sie nach Dingen, die Sie loben k├Ânnen. Beginnen Sie ganz einfach: Loben Sie die Welt. Freuen Sie sich ├╝ber Ihren Atem, den Sonnenaufgang, die Sch├Ânheit eines Gewitters, das Erstaunen in den Augen Ihres Kindes. ├äussern Sie im stillen ein paar Worte f├╝r diese kleinen Wunder in Ihrem Alltag. Das wird verhindern, dass Sie sich nur auf das Schlechte konzentrieren.

Schritt Nr. 2: Schenken Sie Ihrem Partner eine ganze Woche lang mindestens einmal t├Ąglich ein ehrliches, ├╝berzeugtes Lob. Beobachten Sie, welche Wirkung dies auf Ihren Partner und Sie selbst hat. Wenn Sie es k├Ânnen, dehnen Sie die ├ťbung auf einen weiteren Tag aus. Dann noch einen. Erweitern Sie die ├ťbung auf andere, zum Beispiel Ihre Kinder. Wenn Sie jemand Neues kennenlernen, suchen Sie nach dem, was an dieser Person besonders ist. Begr├╝ssen Sie diese Qualit├Ąten. Vergessen Sie nicht: dies alles muss ehrlich und mit ├ťberzeugung ausgesprochen sein. Schwindeln Sie nicht. Nehmen Sie diese positiven Eigenschaften wahr. Erfreuen Sie sich daran. Versuchen Sie, den Menschen zu sagen, was Sie an ihnen bemerken und ehrlich begr├╝ssen. Versuchen Sie, f├╝r jede Ihnen nahestehende Person eine Sache zu finden, die Sie anerkennen. Ignorieren Sie die Unzul├Ąnglichkeiten.

Wenn Sie die Zeit des Danksagens ├╝ber einen Tag hinweg auf einen weiteren erstrecken, und dann noch einen Tag, und dann noch einen hinzuf├╝gen, dann werden Sie ein grosses Geschenk erhalten: Sie werden anfangen, sich selbst zu vergeben. Gnade und Vergebung wird in Ihre Welt Einzug halten. Darum geht es bei der  ÔÇ×Wunderbaren GnadeÔÇť. Sie werden anfangen, sich an Ihren eigenen Errungenschaften zu erfreuen und sich nicht mehr f├╝r unzul├Ąnglich halten.

Ein sehr bedeutungsvolles Geschenk, das Eltern einem Kind geben k├Ânnen ist es, einen Fehler zuzugeben und zu sagen: ÔÇ×Das habe ich falsch gemachtÔÇť oder: ÔÇ×Es tut mir leid.ÔÇť Das ist so wichtig, weil es auch dem Kind erlaubt, einen Fehler zu machen, zuzugeben, dass man etwas verdorben hat, und dass man trotzdem ein guter Mensch ist. Es schafft die F├Ąhigkeit, sich selbst zu vergeben. Auf dieselbe Weise ist es sehr wichtig, dass Sie zu Ihrem Partner ÔÇ×Es tut mir leidÔÇť sagen und esauch so meinen. Je mehr Sie Ihre Beziehung mit dem Geist des Danksagens und der gn├Ądigen Gegenwart von Lob umgeben k├Ânnen, desto sinnreicher und erf├╝llender wird Ihr gemeinsames Leben sein.