Glauben

von Mark Mittelberg |

Dieses Buch ist genau das Richtige fĂŒr Menschen, die sich gerne rational mit dem Glauben auseinandersetzen und ihre GrundĂŒberzeugungen besser verstehen wollen oder auf der Suche nach Wahrheit sind. Auf unserer geistlichen Entdeckungsreise werden wir – bewusst oder unbewusst – von unzĂ€hligen Faktoren beeinflusst. Einige davon bringen uns der Wahrheit nĂ€her, wĂ€hrend andere nur heillose Verwirrung stiften. Der Glaube kann auf Traditionen, religiösen AutoritĂ€ten, intuitiven Einsichten, mystischen Erfahrungen oder logischen und wissenschaftlichen Fakten basieren. Mark Mittelberg, der lange Jahre einer der Leiter von Willow Creek war, fordert seine Leser zu einer fundierten Auseinandersetzung mit den eigenen Überzeugungen auf. Er erlĂ€utert verschiedene ZugĂ€nge zum Glauben und nennt wertvolle Kriterien zur PrĂŒfung religiöser AnsprĂŒche. Sein Blick gilt sowohl verschiedenen Geistesströmungen als auch neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen und es wird deutlich, dass der Glaube den Verstand nicht fĂŒrchten muss. Im Gegenteil, der Verstand ist ein unverzichtbares Hilfsmittel, um sich in Glaubensfragen zu orientieren und eine persönliche Entscheidung zu treffen.
Mittelberg, Mark. Glauben. ISBN 3417262682. R. Brockhaus 2008. 237 Seiten.

Vorwort (von Lee Strobel)

Dieses Buch ist nicht nur fĂŒr suchende Menschen. Es kann Christen helfen, ihren eigenen geistlichen Stil zu entdecken. Das wiederum stĂ€rkt ihren Glauben und macht ihnen bewusst, auf welche Weise sie ihre Freunde unterstĂŒtzen können, wenn diese nach einem sinnvollen Glauben fragen.

1. Warum sollte man sich ĂŒberhaupt fĂŒr eine eigene GlaubensĂŒberzeugung entscheiden?

Heuchelei und Missbrauch in der Religion haben eine so grosse Empörung ausgelöst, dass sie eine neue Bewegung von Schriftstellern hervorgebracht hat, die das Religiöse nicht nur fĂŒr sich persönlich ablehnen, sondern komplett. (Vgl. Richard Dawkins Der Gotteswahn; Sam Harris Das Ende des Glaubens; Christopher Hitchens Der Herr ist kein Hirte.) Gleichzeitig gibt es ein neues Erwachen der SpiritualitĂ€t, und das Religiöse verkauft sich gut. Das bedeutet aber, dass es in irgendeiner Hinsicht ein vorhandenes BedĂŒrfnis anspricht. Studien bestĂ€tigen dies. 2007 zeigte eine Gallup Umfrage, dass 94% der Menschen in den USA immer noch an Gott oder an einen universalen Geist glauben. Karl Marx bezeichnete die Religion als „Opium des Volkes.“ Mir scheint, uns Menschen fĂ€llt es schwer, von dieser Sucht loszukommen.

Wie kann das erklĂ€rt werden? Weshalb spĂŒren wir bei einem Sonnenuntergang oder der Geburt eines Kindes, dass dem etwas Grösseres zugrunde liegen muss? Wir hören in gewissen Momenten die innere Stimme, die uns sagt, dass das Leben mehr als Arbeit und AktivitĂ€t sein muss. Wie kommt das? Woher stammen unsere SchuldgefĂŒhle?

Es ist leicht, die organisierte Religion zu kritisieren, aber wer sich nur darauf konzentriert, ĂŒbersieht den tiefen Schmerz in unseren Seelen und die Einsicht, dass unser Leben in dieser Form nicht so ist, wie es sein sollte und das Bewusstsein, dass wir irgendwie Hilfe von aussen brauchen, um im Leben klarzukommen.

Einige warten angesichts dieser Fragen lieber, bis sie es „einfach wissen,“ damit sie sich nicht auf irgendetwas verlassen mĂŒssen. Ihnen sei gesagt: Sie haben schon einen „Glauben“ und sie leben jeden Tag im Vertrauen darauf. Bis in die alltĂ€glichsten Dinge hinein bauen wir unser Leben auf Vertrauen. Wir vertrauen, dass das Essen nicht vergiftet ist, meine vertraulichen Daten im Computer nicht ausspioniert werden etc. etc.

Selbst als unreligiöser Mensch lebt man in der Hoffnung, dass die eigenen Annahmen richtig sind. Ob es einen  Schöpfer gibt oder nicht – wir wissen es nicht, wir glauben. Auch Dawkins hofft – weiss aber nicht –, dass er mit seinen Annahmen richtig liegt.

Der Gedanke, der hier zĂ€hlt, ist der, dass Dawkins nicht weiss, dass es keinen Gott gibt — er rĂ€umt sogar die Möglichkeit ein, dass Gott in irgendeiner Form tatsĂ€chlich existieren könnte. Aber er geht lieber im Glauben davon aus, dass es in Wirklichkeit keinen Gott gibt. Ich bin sicher, er wĂŒrde argumentieren, dass das eine gut fundierte Schlussfolgerung ist, die durch eine ĂŒberwĂ€ltigende Zahl entsprechender Hinweise gestĂŒtzt wird. Aber selbst wenn er damit Recht hĂ€tte, Ă€ndert das nichts an der Tatsache, dass seine Schlussfolgerung auf einer Glaubensannahme beruht. Anders formuliert bedeutet das, dass es eine Schlussfolgerung ist, die ihm auf der Grundlage der von ihm geprĂŒften Daten richtig erscheint, die aber weit ĂŒber das hinausgeht, was mit vollkommener Sicherheit bewiesen oder gewusst werden kann.

Genau so ist das Leben. Wir alle leben mit einer gewissen Form des Glaubens. Und das bringt uns zu der zentralen Frage: Ist unser Glaube gut begrĂŒndet? Ist es ein weiser Glaube? Ist es ein sinnvoller Glaube, der von den Tatsachen bestĂ€tigt wird? Ist es ein Glaube, der sich im echten Leben bewĂ€hrt und es verdient, dass wir an ihm festhalten?

Um noch persönlicher zu werden: Besitzen Sie eine GlaubensĂŒberzeugung, ĂŒber die Sie wirklich nachgedacht, die Sie sorgfĂ€ltig beurteilt und fĂŒr die Sie sich entschieden haben - oder sind Sie da nur im Lauf der Zeit hineingerutscht?

(aus einem erwĂ€hnten Beispiel: Wenn man sich in der Frage, ob die Bibel wahr ist, nur auf die Aussagen der Bibel beruft, dann ist das ein Zirkelschluss und beweist ĂŒberhaupt nichts.)


Mein Anliegen ist also nicht so sehr, Ihnen zu zeigen, was Sie glauben sollen, sondern Ihnen Hinweise zu geben, wie Sie es selbst herausfinden können, indem wir die verschiedenen Methoden der Entscheidungsfindung abwĂ€gen und uns einige der vorhandenen Möglichkeiten genauer ansehen. Wir schulden es uns selber, nicht nur darĂŒber nachzudenken, was letzten Endes unsere Wahl sein wird, sondern erst einmal darĂŒber nachzudenken, in welcher Weise wir darĂŒber nachdenken. Deshalb werden hier sechs verschiedene AnsĂ€tze beschrieben, durch welche Menschen in der Regel zu ihrem religiösen Standpunkt gelangen.

2. „Meine Wahrheit – deine Wahrheit“ – Pragmatismus, Relativismus und die Wirklichkeit

In einer Fernsehsendung sagte jemand: Die Wahrheit ist das, was funktioniert und hilft. Das ist der pragmatische Ansatz. Menschen machen stĂ€ndig solche Aussagen: Was immer man glaubt, „ist fĂŒr einen selbst wahr.“ Dahinter versteckt sich der Gedanke, dass alles gleich berechtig nebeneinander stehen könne. Solange jeder seine Überzeugung aufrichtig vertrete und einen Nutzen daraus ziehe, sei der eigene Glaube fĂŒr einen selbst wahr, egal, was er beinhaltet und wie sehr die so genannten Wahrheiten im Widerspruch zu den Anschauungen anderer Menschen stehen.

Wir reden hier vom relativistischen Glaubenspfad.

Gewisse Denker erklĂ€ren diesen Pfad damit, dass es unterschiedliche Wahrheiten gibt, die von der persönlichen Wahrnehmung und Erfahrung abhĂ€ngen. FĂŒr sie ist die Wahrheit eine Frage der Perspektive. Sicher, es gibt niemanden, der einen völlig objektiven Zugang zur Welt hat und sich unabhĂ€ngig von der begrenzten eigenen Perspektive ein umfassendes Bild machen kann.

Damit erheben sie aber den Anspruch, eine Ausnahme ihrer eigenen Regel zu sein. Denn wenn diese Ansicht stimmt, dann kann sie nicht bindend fĂŒr andere sein und gilt nur fĂŒr den Standpunkt des Sprechers. Wenn sie aber fĂŒr alle bindend sein soll, dann beweist das, dass nicht jede Wahrheit eine Sache der Perspektive ist. Der relativistische Ansatz birgt daher einen gravierenden inneren Widerspruch.

Der relativistische Ansatz ist insofern anziehend, weil er viele Streitereien beenden kann. Jedem wird einfach ein StĂŒck der Wahrheit zugestanden.

Dass man den religiösen Gruppierungen das gesetzliche Recht zugesteht, sich zu versammeln, ihren Glauben zu praktizieren und weiterzugeben, ist aber bei Weitem nicht damit gleichzusetzen, dass sie alle gleich wahr sind. Man erkennt lediglich die Tatsache an, dass man die Dinge unterschiedlich sieht und allenfalls voneinander etwas lernen kann. Religiöse Toleranz ist eine sehr gute Sache, aber wie jemand behaupten kann,  dass sĂ€mtliche GlaubensĂŒberzeugungen wahr sind, ist unbegreiflich. Denn wenn z.B. die Ansicht eines Atheisten und eines Christen zugleich wahr wĂ€ren, dann mĂŒsste Gott zugleich existieren und nicht existieren. Es ist vielleicht doch etwas viel verlangt, selbst fĂŒr den AllmĂ€chtigen.

Wahrheit ist das, was wirklich ist, nicht nur meine eigene private RealitĂ€t – unabhĂ€ngig davon ob wir es wahrnehmen oder beweisen können. Es ist das WahrheitsverstĂ€ndnis, das Platon, Aristoteles, Jesus und die meisten grossen Denker durch die Jahrhunderte vertreten haben, und es ist auch das VerstĂ€ndnis, an das wir uns vor Gericht halten, ebenso im praktischen Alltag.

Viele Menschen halten sich im Alltag an dieses WahrheitsverstĂ€ndnis, fallen aber in den Fragen der Religion und Moral in ein relativistisches Denken zurĂŒck. Weshalb? Ein Grund ist, dass der Glaube den Bereich des Unsichtbaren betritt. Diese Wirklichkeit lĂ€sst sich nur schwer ĂŒberprĂŒfen und wir können sie weder völlig beweisen noch völlig widerlegen, daher werden wir oft unscharf, wenn wir darĂŒber nachdenken. Wir behandeln dann religiöse Vorstellungen wie Theorien, die uns nĂŒtzlich erscheinen.

Doch Wahrheit ist auch im religiösen Bereich das, was ist. Die Wirklichkeit in der geistigen Welt ist schon wirklich gewesen, bevor es uns gab. Und sie bleibt wirklich, egal, ob wir darĂŒber nachdenken, daran glauben oder sie völlig ignorieren. Die Tatsache, dass wir geistige Dinge nicht sehen, sagt nichts darĂŒber aus, was wirklich da ist. An uns liegt es nur, dieser Wirklichkeit auf den Grund zu gehen. Dabei verĂ€ndert auch meine Aufrichtigkeit und Ernsthaftigkeit die RealitĂ€t nicht. Man kann ernsthaft sein und trotzdem ernsthaft falsch liegen.

Noch etwas: Niemand glaubt wirklich, dass alle Religionen wahr sind. In Wirklichkeit zieht jeder an irgendeiner Stelle die Grenzlinie.

Zudem glaubt jeder Mensch bei gewissen Dingen, dass er im Recht sei, und dass jeder, der nicht damit ĂŒbereinstimmt, im Unrecht sei. Wer diese Aussage bestreitet, zeigt damit gerade, dass die stimmt.

Wenn wir uns also fĂŒr eine GlaubensĂŒberzeugung entscheiden, soll es eine sein, deren Gegenstand tatsĂ€chlich existiert und unser Vertrauen verdient. Wir wollen unseren Glauben nicht auf etwas bauen, von dem wir einfach hoffen, dass es uns helfen kann – auf unsere eigene Einbildung, unser Wunschdenken, das wir uns zurechtbasteln, damit es uns besser geht. Verabschieden wir uns also von der praktischen Bequemlichkeit des relativistischen Glaubens. Wir wollen nicht mehr an das glauben, was hilft, sondern hartnĂ€ckig aufspĂŒren, was wirklich wahr ist. Und wenn wir es erkannt haben, wollen wir tĂ€glich den mutigen Schritt wagen, unsere Überzeugung nach der Wahrheit auszurichten, die wir entdeckt haben.

3. „Das habe ich schon immer so geglaubt!“ – Tradition und Wahrheit

Traditionen können sehr gut sein. Es gibt auch neutrale Traditionen, die weder hilfreich noch schĂ€dlich sind. Sie können auch schlecht sein und trotzdem blind weitergegeben werden. Es ist eine Herausforderung, unsere Eltern und Vorfahren so zu respektieren und zu ehren, wie es ihnen gebĂŒhrt, ohne jedoch ihren negativen Verhaltensweisen nachzueifern. Wir sollten sie lieben, aber wir mĂŒssen auch etwas Abstand gewinnen und uns bewusst mit dem auseinandersetzen, was sie tun oder getan haben, damit wir nicht unkritisch ihre Denk- und Lebensmuster ĂŒbernehmen. Wir mĂŒssen eine gute Grundlage fĂŒr unser Leben suchen und sorgfĂ€ltig darĂŒber nachdenken, und vermutlich mĂŒssen wir an einigen Stellen Traditionen aufgeben, die uns nicht leicht fallen.

In keinem Bereich unseres Lebens ist eine sorgfĂ€ltige, kritische Beurteilung so nötig wie in Bezug auf den Glauben. Denn die meisten von uns wachsen mit einer Art vererbten ReligiositĂ€t auf. Hier findet aber keine bewusste Entscheidung statt. Der Glaube wird einfach passiv ĂŒbernommen. Wenn man genauer nachfragt, können keine echten GrĂŒnde angegeben werde, warum man die eigene Tradition fĂŒr richtig hĂ€lt.

Das sagt nichts darĂŒber aus, ob der weitergereichte Glaube gut oder schlecht ist. Weitergereichter Glaube ist aber eine GlĂŒckssache. Man kann einfach hoffen, dass irgendein Vorfahre mal richtig entschieden hat.

Platon warnte: „Denn auch die wahren Meinungen sind nicht viel wert, bis man sie durch begrĂŒndetes Denken anbindet.“

Diese Überlegungen fĂŒhren zu einem bekannten Argument: „WĂ€ren Sie nicht Muslim, wenn sie in Saudi-Arabien geboren wĂ€ren?“ Ja, mit grosser Wahrscheinlichkeit. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wĂ€re ich dann auch in der Nazizeit bei der Hitler-Jugend gewesen, in der UDSSR Kommunist. Das heisst aber nicht, dass alle Systeme gleich gut sind. Wenn es in Bezug auf Staatssysteme gute GrĂŒnde gibt, das eine vorzuziehen, dann gilt das auch fĂŒr religiöse Überzeugungen. Die Frage ist: Gibt es gute GrĂŒnde, eine bestimmte religiöse Sichtweise einer anderen vorzuziehen? Und weiter mĂŒssen wir uns fragen: Sind wir bereit, uns innerlich von unseren vererbten Überzeugungen zu distanzieren und sie zu ĂŒberprĂŒfen, damit wir am Ende sicher sein können, dass wir uns sorgfĂ€ltig und bewusst fĂŒr eine GlaubensĂŒberzeugung entschieden haben, die es wert ist, nach ihr zu leben? Wir mĂŒssen uns mit der Tatsache auseinandersetzen, dass sich unsere Eltern und religiösen Lehrer getĂ€uscht haben können. Einige mĂŒssen sich sogar getĂ€uscht haben, weil sich so viele von ihnen widersprechen.

Wenn sich herausstellt, dass etwas, das man sein ganzes Leben gelernt hat, möglicherweise gar nicht stimmt, ist die Versuchung gross, verschiedene Abwehrmechanismen einzusetzen, um die eigene Tradition zu rechtfertigen. Eine dieser Taktiken ist die Vermeidung. Man vermeidet jeden Kontakt zu Personen, die uns infrage stellen könnten, oder man denkt nicht ĂŒber strittige Fragen nach.

Andere reagieren mit EntrĂŒstung und Zorn. Wir sollten aber Freunde der Wahrheit und nicht Verteidiger einer Tradition sein.

Es ist ein natĂŒrlicher Entwicklungsschritt auf dem Weg zur Reife und zum Denken eines Erwachsenen, etwas Distanz zu gewinnen und den Wahrheitsgehalt des Glaubens zu ĂŒberprĂŒfen, den man als Kind ĂŒbernommen hat. Sie mĂŒssen bewusst abwĂ€gen, welche GrĂŒnde und Argumente fĂŒr den Glauben sprechen, dem sie bisher anhingen, damit sie am Ende sicher sein können, einen Glauben zu besitzen, der sich sinnvoll vertreten lĂ€sst, weil er auf der Wahrheit beruht. Zweifel und Herausforderungen können dabei wie eine Infektion wirken. Sie können „geistliche Antikörper“ hervorbringen. Am Ende macht die Zeit des Suchens und Forschens stĂ€rker und sicherer.

Mat 7,7-8: Sucht und ihr werdet finden.

4. „Du sollst besser das glauben, was ich dir sage!“ – AutoritĂ€t und Wirklichkeit

Nur wenige Menschen sind durch grĂŒndliche logische Überlegungen und der Auswertung von Indizien zu ihrem persönlichen religiösen Standpunkt gelangt. Die meisten akzeptieren bestimmte Überzeugungen einfach, weil sie von Kind auf darin unterrichtet wurden (Tradition) oder weil Menschen, die eine einflussreiche Rolle in ihrem Leben spielen, es von ihnen erwarten oder sogar verlangt haben (autoritĂ€rer Glaubenspfad). Ähnlich wie beim traditionellen Pfad kann auch hier kaum von einer „Entscheidung“ gesprochen werden.

Es ist ganz normal, dass man im Einflussbereich einer religiösen AutoritÀtsperson gross wird, und vieles einfach akzeptiert, ohne es zu hinterfragen. Zur geistlichen Weiterentwicklung gehört aber, dass man eines Tages an den Punkt kommt, wo man etwas Abstand gewinnt und genauer hinschaut. Nun beginnt man sich zu fragen: Wem folge ich? Verdient die Person oder Sache weiterhin mein Vertrauen? Denn es gibt keine Zweifel, dass es sich negativ auf unser Leben auswirken kann, wenn wir einer AutoritÀt blind und unkritisch folgen.

Es geht aber nicht um eine antiautoritĂ€re Haltung, also nicht um die Frage, ob wir einer AutoritĂ€t unterstehen, sondern welchen AutoritĂ€ten wir vertrauen. Denn ohne AutoritĂ€ten mĂŒssten wir Experten fĂŒr alles werden und mĂŒssten uns ein Leben lang selber zu helfen wissen. Trotz Missbrauch der Macht ist es gut, eine Regierung zu haben. Sind wir nicht dankbar fĂŒr die medizinischen AutoritĂ€ten, die LehrkrĂ€fte, die Immobilienbegutachter etc. ? Wir vertrauen diesen AutoritĂ€ten, denn sie werden durch ihre Ausbildung, ihr Fachwissen und ihre Erfahrung legitimiert. Wenn alles gut lĂ€uft, dann sind es auch die besseren AutoritĂ€ten, denen es gelingt, die Fehler der vorausgehenden AutoritĂ€ten zu korrigieren. Auch im geistlichen Bereich besteht die Herausforderung darin, den Mut und den klaren Verstand aufzubringen, um die Legitimation der religiösen AutoritĂ€ten in unserem Leben unter die Lupe zu nehmen. Wir mĂŒssen ihre Aussagen, Lehren und Taten genau studieren und mit anderen AutoritĂ€ten vergleichen. Zudem mĂŒssen wir immer wieder prĂŒfen, ob sie aufrichtig sind und geistliche gesehen authentisch.


Worauf sollen wir bei dieser ÜberprĂŒfung achten?

IntegritĂ€t (vgl. Mt 7,15-17): Wir sollten uns von Leitern hĂŒten, die uns viel Gutes versprechen, selbst aber kein Beispiel dafĂŒr sind. Wenn z.B. Worte der Demut nur Worte bleiben, ist es ratsam, wenn wir an einem anderen Ort Wegweisung suchen.

BestĂ€ndigkeit: Es bedeutet, dass die Rechtschaffenheit einer Person von langer Dauer sein muss. Fast jede intelligente Person kann sich fĂŒr eine Weile in ein gutes Licht setzten. Meist zeigt sich aber im Alltagsleben der wahre Charakter. Dabei geht es nicht um gelegentliche Verfehlungen, sondern um durchgĂ€ngige Charaktereigenschaften, die sich im Laufe der Jahre als immun gegen Korrektur erweisen. Ein Leiter kann versagen. Jemand aber, der IntegritĂ€t und BestĂ€ndigkeit besitzt, wird wieder aufstehen, seine Fehler eingestehen, die nötigen VerĂ€nderungen in Angriff nehmen, Schutzmassnahmen vor Ă€hnlichen Fehlern und eine persönliche Rechenschaftspflicht einfĂŒhren und sich in noch grösserer Treue engagieren (z.B. David).

In diesem Prozess der ÜberprĂŒfung sollte man seine BauchgefĂŒhle ernst nehmen. DarĂŒber hinaus ist es sehr wichtig, Gott um Weisheit zu bitten.

Gewissenhaftigkeit: Sie bezieht sich auf die Genauigkeit und Echtheit der Lehren. Die Lehre eines Leiters muss mit der Welt, mit den eigenen Worten und mit der Bibel ĂŒbereinstimmen.

Übereinstimmung mit der Welt: Wenn z.B. jemand behauptet, die Welt sei eine Scheibe, dann ist höchste Vorsicht geboten.

Übereinstimmung mit den eigenen Worten: Wenn z.B. jemand von Heilungen erzĂ€hlt, dann muss das ĂŒberprĂŒfbar sein, und wenn jemand prophezeit und es tritt nicht ein, dann sollte man diesem „Sprachrohr Gottes“ vermutlich nicht trauen. Schon Mose warnte: 5. Mo 18,21-22.

Offenheit: Der Leiter darf sich nicht verschliessen, wenn jemand einen prĂŒfenden Blick auf seine IntegritĂ€t, BestĂ€ndigkeit und Gewissenhaftigkeit werfen will. Offenheit ist ein wichtiger Bestandteil von Rechtschaffenheit. Wahre IntegritĂ€t hat nichts zu verbergen. Einem Leiter sollte es daher nichts ausmachen, wie ein offenes Buch fĂŒr andere zu sein (1. Thess 1,5b; Phil 4,9). Oft werden in religiösen Organisationen Fehler unter den Tisch gewischt, verschwommene finanzielle Praktiken bleiben im Dunkeln. Stellt man diesbezĂŒgliche Fragen, stösst man auf Mauern oder gar Feindseligkeiten. Bei einem anhaltenden Mangel an Offenheit sollten daher alle unsere WarnlĂ€mpchen aufleuchten. AutoritĂ€ten, denen man sich mit Gewinn anvertrauen kann – die kompetent und stark sind -, haben keine Angst vor Fragen, und sie mĂŒssen niemanden einschĂŒchtern, um AnhĂ€nger zu gewinnen.

5. „Ich fĂŒhle einfach, dass es wahr ist“ – Intuition und Wissen

Manche Menschen schalten ihre Sinne aus, ignorieren ihren Verstand und verlassen sich völlig auf ihr GefĂŒhl, um einen Glauben zu finden, der ihnen richtig erscheint. Das gilt besonders unter dem Einfluss östlicher Religionen, denn dort werden die materielle Welt und Sinneserfahrungen als „Maya“, d.h. als Trugbild, betrachtet, und die Wahrheit lĂ€sst sich ihrer Lehre nach nicht mit dem Verstand, sondern nur intuitiv erfassen.

Dieser intuitive Glaubenspfad geht davon aus, dass nur GefĂŒhle und Instinkt eine echte Wahrnehmung erlauben. Durch sie bekommt man das GespĂŒr, welche Richtung einzuschlagen ist. Aus diesem Grund sagt die Transzendentale Meditation, man soll sich von allem bewussten Denken frei machen.

Die Vorstellung, durch innerliche und verborgene Prozesse an Wissen zu gelangen, das andere nicht besitzen, hat etwas Geheimnisvolles und Anziehendes an sich. Ausserdem enthebt es einen vor der Notwendigkeit, grĂŒndlich nachzudenken, zu studieren und zu forschen – und auch von der Pflicht, sich einem anderen gegenĂŒber zu verantworten.

Doch warum sollen wir uns in unseren tĂ€glichen Entscheidungen und in der Frage, was wir ĂŒber die geistliche Welt glauben sollen, nicht von unserem Empfinden leiten lassen? Es lĂ€sst sich wohl kaum darĂŒber streiten, dass wir in einem gewissen Grade einen angeborenen Instinkt besitzen und manchmal auch ein eindeutiges Empfinden fĂŒr Gefahren und Möglichkeiten. Zudem wissen wir, dass Frauen im Allgemeinen eine stĂ€rkere intuitive Begabung besitzen. Auch kennen wir sicher Menschen, die ein stĂ€rker ausgeprĂ€gtes GespĂŒr fĂŒr das haben, was in einem Raum, einem Publikum oder einer Einzelperson vorgeht. Und im religiösen Umfeld gibt es Menschen, die ein ungewöhnliches Mass an Weisheit und UnterscheidungsfĂ€higkeit besitzen.

Wir besitzen auch alle eine Art von moralischer Intuition, das Gewissen. Wir glauben auch, dass Gott in der Lage ist, uns Dinge mitzuteilen, die ĂŒber die normalen Informationen, die wir mit unseren Sinnen erfassen können, hinausgehen.

Wir sehen also an vielen verschiedenen Quellen der Wahrnehmung und Erfahrung, dass wir mit Instinkten und Einblicken ausgestattet sind, die grosse Auswirkungen auf unser Leben haben können. Pascal: „Das Herz hat seine GrĂŒnde, die der Verstand nicht kennt.“

Aber Vorsicht! Es sind schon viele Leben zerstört worden, weil jemand nur auf sein Herz gehört hat. „BauchgefĂŒhle“ können als Warnhinweise dienen, doch sofern es möglich ist, sollten wir sie mit anderen nachweisbaren Methoden der Wahrheitsfindung ĂŒberprĂŒfen. Intuitive Informationen sind eben oft begrenzt.

Was bedeutet es, wenn in der TM gesagt wird, wir sollen an nichts denken? Ist das ĂŒberhaupt möglich? Wie können wir wissen, dass wir an nichts denken, ohne in unserem Kopf den Gedanken zu hegen: Jetzt denke ich endlich an nichts? Und wenn uns der Guru sagt, dass unsere Gedanken das Problem seien, konnte er diese Einsicht uns ja nur mitteilen, weil er von eben den FĂ€higkeiten gebraucht macht, die er dabei herabsetzt. Interessanterweise schreiben diejenigen, die die intuitive Art der Erkenntnis verfechten, immer wieder ausfĂŒhrliche logische Abhandlungen, um diese Ansicht zu verteidigen. Sie legen viele logische GrĂŒnde vor, weshalb wir die Vernunft ignorieren sollen.

In vielerlei Hinsicht erscheint dieser Ansatz in sich selbst widersprĂŒchlich.


Wenn Empfindungen nur ein Warnlicht oder ein Wegweiser sind und durch andere Mittel ĂŒberprĂŒft oder bestĂ€tigt werden mĂŒssen, warum sollte dann jemand seinen Glauben allein auf Ahnungen und GefĂŒhlen oder EindrĂŒcken aufbauen? Selbst im besten Fall ist Intuition nur ein unvollkommener FĂŒhrer. Wir vergessen in der Regel, wie oft sie uns betrogen hat, und erinnern uns nur an die FĂ€lle – so selten sie auch sein mögen -, in denen wir damit richtig lagen.

Wir mĂŒssen unsere GefĂŒhle beachten, aber wir mĂŒssen sie auch sorgfĂ€ltig hinterfragen und eine gute Basis fĂŒr sie finden. Wir mĂŒssen das, was unserem Empfinden nach wahr ist, anhand von logischen Gesichtspunkten und Fakten ĂŒberprĂŒfen.

6. „Gott hat mir gesagt, dass es wahr ist!“ – Der mystische Ansatz

Wenn jemand behauptet, mystische Begegnungen mit ĂŒbernatĂŒrlichen Wesen gehabt zu haben – seien es Geister, Engel oder Gott selbst -, ist das schwer (wenn nicht gar unmöglich) zu widerlegen.

Im mystischen Glaubensweg geht es nicht nur um den Instinkt oder eine Art „sechsten Sinn,“ sondern hier wird behauptet, tatsĂ€chlich eine persönliche Begegnung mit einem ĂŒbernatĂŒrlichen Wesen gehabt zu haben. Und weil dieser Ansatz tendenziell sehr geistlich daherkommt, wird auch die Art und Weise, wie wir ihn auf die Probe stellen, gelegentlich eine stĂ€rkere geistliche AusprĂ€gung haben.

Wie lassen sich Tatsachen, falls es welche gibt, von der Fiktion trennen? Dazu zwei Richtlinien:

GefĂŒhl versus Wirklichkeit: Ein GefĂŒhl ist nicht unbedingt mit der Wirklichkeit gleichzusetzen. Ein brennendes GefĂŒhl, eine Empfindung emotionaler WĂ€rme oder sogar die Ahnung einer geistlichen Gegenwart im Raum muss nicht unbedingt Anlass zu der Vermutung sein, es sei automatisch alles wahr und wir sollen uns einer bestimmten Glaubensgemeinschaft anschliessen. Das könnte der Grund sein, warum die Bibel warnt: „PrĂŒft alles ... (1. Thess 5,21-22). Diese Mahnung folgt der Anweisung: „UnterdrĂŒckt den Heiligen Geist nicht. Verachtet das prophetische Reden nicht.“ Paulus schliesst ein mystisches Erfassen der Wahrheit nicht aus; ja, er sagt, dass wir offen bleiben sollen fĂŒr das, was Gott vielleicht in unserem Leben sagen oder tun wird, auch durch machtvolle mystische Mittel. Aber gleichzeitig mĂŒssen wir vorsichtig sein. Bevor wir uns fĂŒr neue Erkenntnisse öffnen, mĂŒssen wir sie anhand dessen prĂŒfen, was wir bereits wissen. Die mystische Botschaft muss erstens in Übereinstimmung mit der Welt, zweitens in Übereinstimmung mit den eigenen Worten des Überbringers und schliesslich in Übereinstimmung mit Gottes Wort sein.

In Apg 17,11 finden wir ein Beispiel, wie die Menschen von Beröa die Worte von Paulus anhand der Schrift prĂŒften. Gewissermassen sagten sie: Deine Lehren gefallen uns, aber wir verlassen uns nicht nur auf das GefĂŒhl. Wir prĂŒfen deine Aussagen anhand dessen, was bei uns bereits anerkannte Wahrheit ist. Paulus selber fordert dazu auf seine Worte zu prĂŒfen (Gal 1,8-9). Obwohl Apostel, sagt er, dass wir nicht automatisch jemandem vertrauen sollen, der sich als Apostel bezeichnet. Stattdessen mĂŒssen wir seine Botschaft an der Botschaft messen, die schon empfangen wurde. Wir merken auch recht rasch, dass wenn wir die Bibel aufschlagen, wir dort keine Anleitung finden, im Sinne von: „Bete und achte darauf, ob es sich gut anfĂŒhlt.“ Ich sollte mir auch nicht die MĂŒhe machen und Gott um eine Stellungnahme bitten, wenn er schon lĂ€ngst klar gemacht hat, wie er zu einer Sache steht.

Wir sollen tolerant sein und anderen das Recht geben, ihre Religion auszuĂŒben und zu verbreiten. Es gilt aber auch, dass wir unser eigenes und das Recht anderer Menschen wahren mĂŒssen, diese Anschauung respektvoll hinterfragen zu dĂŒrfen. Und als Freunde der Wahrheit sollten wir alle dazu bereit sein.

„Real“ ist nicht unbedingt „gut“: Selbst wenn etwas den ersten Test bestanden hat und wir davon ĂŒberzeugt sind, dass das, was wir fĂŒhlen, real ist, bedeutet diese Tatsache nicht zwingend, dass es auch gut oder von Gott ist. Paulus macht das in Gal 1,8 deutlich: „Aber nicht einmal ich selbst oder ein Engel vom Himmel darf euch eine gute Nachricht bringen, die der widerspricht, die ich euch gebracht habe.“ Mit anderen Worten: Wir dĂŒrfen nicht automatisch einer Botschaft vertrauen, die wir durch eine mystische Erfahrung erhalten haben – selbst wenn sie ein Engel ĂŒberbringt -, ausser sie besteht den Test und ĂŒbermittelt uns eine Botschaft, die mit der Bibel ĂŒbereinstimmt.

In 2. Kor 11,14-15 sagt uns Paulus: „Selbst der Satan gibt sich als Engel des Lichts aus.“ Und im 1. Joh 4,1 wird gesagt: „Glaubt nicht jedem, der behauptet, was er sagt, kĂ€me vom Heiligen Geist. Ihr mĂŒsst die Menschen prĂŒfen um festzustellen, ob der Geist, durch den sie reden, wirklich der Geist Gottes ist. Es gibt zahllose falsche Propheten in der Welt.“

Es gibt reale mystische Erfahrungen und sie können wirklich von Gott stammen. Wenn sie aber von ihm sind, dann sind sie gut und vermitteln uns seine Liebe, Wahrheit, Ermutigung und Wegweisung.

7. „Ich glaube es erst, wenn ich es sehe!“ – Logik, Beweise und Wissenschaft

Logik ist unausweichlich. Von zwei widersprĂŒchlichen Aussagen können nicht beide wahr sein. Intellektuelle RĂ€tsel („Was ist der Klang beim Einhandklatschen?“) der Zen-Meister verwirren vielleicht einige Leute mit ihrer Mischung aus Klugheit und Unsinn, aber die echte Logik wird dadurch nicht besiegt. Genau genommen wĂ€re ohne den Gebrauch der so genannten westlichen Logik, die durch ein Zen-Koan vernichtet werden sollte, niemand in der Lage, diese widersprĂŒchlichen Geschichten auch nur ansatzweise zu verstehen. UnabhĂ€ngig davon, was ein Meister ĂŒber den Klang einer klatschenden Hand sagen will, verlĂ€sst er sich doch auf den Verstand seines SchĂŒlers, dass dieser logisch erfasst, was eine Hand ist (und nicht ein Stuhl) und was klatschen bedeutet (im Gegensatz zu Fallschirm springen) und um was es geht, wenn das Wort Klang benutzt wird. Schon die Definition der Wörter ist davon abhĂ€ngig, dass der logische Verstand erkennt, dass man ĂŒber diese bestimmten Dinge und Handlungen spricht und nicht ĂŒber andere. Auch die Zen-Ermahnung, wir sollen die Definitionen ablegen, um frei zu werden, setzt voraus, dass wir verstehen, was unter Definition eigentlich gemeint ist. All das bedeutet, dass auch im Zen erst einmal die genauen Definitionen gebraucht werden, bevor man versuchen kann, sie zu untergraben – das ist aber höchst widersprĂŒchlich.


Beim Glauben der Indizien haben wir es eigentlich mit zwei Seiten der Medaille zu tun: Logik und Erfahrung. Gemeint ist logisches Denken mit dem Verstand in Verbindung mit Informationen ĂŒber die wirkliche Welt, die wir durch die Sinne sammeln. Mann nennt das systematische Folgerichtigkeit: Einhaltung der Gesetze der Logik ist Folgerichtigkeit, und systematisch bedeutet in Übereinstimmung mit allen Fakten, die durch die Erfahrung vorliegen.

Als frĂŒher die Rationalisten unter dem Einfluss Descartes mit den Empiristen unter David Hume stritten, wurden beide Seiten der Medaille auseinander genommen. Die Rationalisten glaubten, den Sinnen nicht trauen zu können. Die Empiriker meinten, dass der logische Verstand ohne den Bezug zur echten Welt weder etwas erkenne noch beweise. Dieser Streit dauerte fast Hundert Jahre. Erst als Kant zeigte, dass beides nötig sei, wurde er beigelegt. Nach ihm ist echte Erkenntnis möglich, wenn die logische, strukturierende Kraft des Verstandes auf die praktischen Erfahrungen und die durch die Sinne gewonnenen Daten angewandt wird. Diese beiden Elemente sind der Inbegriff grundlegender, unleugbarer RealitĂ€t. Denn schon beim Versuch, etwas dagegen vorzubringen, muss man sie gebrauchen. Und ohne sie könnte es keine Erkenntnis geben.

Die Logik hilft uns vor allem dabei, ein Argument oder eine Lehre punkto Stichhaltigkeit zu prĂŒfen. Logische WidersprĂŒche im Kern einer religiösen Lehre sind daher nicht einfach ein Problem, sondern wirken sich selbstzerstörerisch auf das gesamte GlaubensgebĂ€ude aus.

Die sinnliche Wahrnehmung gibt uns Fakten und Indizien in die Hand. Sie ist nĂŒtzlich, um Glaubensaussagen unter die Lupe zu nehmen und den Nachweis zu erbringen, dass sie gegebenenfalls falsch sind (soweit sie sich auf Fakten der dinglichen Welt beziehen und nicht nur rein mystische Bereiche berĂŒhren). Sie kann aber auch fĂŒr eine positive Argumentationskette verwendet werden.

In den Naturwissenschaften z.B. werden Theorien durch Beobachtungen und Experimente auf ihren Wahrheitsgehalt getestet. In unserer Kultur ist die naturwissenschaftliche Methode aber oft mit Wissen gleich gesetzt worden, obwohl wissenschaftliche Studien nur ein gewisses Mass an Wahrscheinlichkeit bieten können und niemals einen absoluten Beweis.

In der Geschichte verlassen wir uns auf zuverlĂ€ssige Überlieferungen und Augenzeugenberichte. Trotz aller Fehlberichte, waren es jeweils Historiker, die historische Berichte korrigierten. Es nĂŒtzt daher nichts, die Geschichte an sich abzulehnen, sondern wir brauchen eine zusĂ€tzliche Portion Wachsamkeit und Sorgfalt, wenn wir die Tatsachen erforschen, die den historischen Berichten zugrunde liegen.

Auch im Rechtswesen beruht die Wahrheitssuche auf der PrĂŒfung von Indizien.

Genau wie wir uns im alltÀglichen Leben auf das verlassen, was uns beweiskrÀftig scheint, kann dieses Vorgehen auch im Bereich geistlicher Erkenntnisse sehr wertvoll sein.


Wir mĂŒssen uns aber auch damit befassen, wie einige Menschen die Informationen anwenden, die aus Logik und Erfahrung gewonnen werden. Einige sind nĂ€mlich von der allgemeinen Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse abgewichen und haben daraus eine Ideologie entwickelt, die im Voraus definiert, welche Ergebnisse und Überzeugungen als annehmbar gelten mĂŒssen. Sie haben die Wissenschaft entfĂŒhrt und haben aus ihr einen Szientismus gemacht – den Glauben, dass die wissenschaftliche Methode die einzige Methode sei, um Wahrheit zu entdecken. Der Szientismus ist mit der Ă€lteren, radikaleren Form, dem Positivismus (Auguste Comte) verwandt. Im Positivismus galten nur Tautologien und empirische Aussagen als sinnvoll. Alles Reden ĂŒber Gott wurde als sinnlos erklĂ€rt. Auch im Szientismus werden nur naturalistische ErklĂ€rungen als mögliche Ursachen oder ErklĂ€rungen in Betracht gezogen – unabhĂ€ngig von der Thematik und dem Gewicht der vorliegenden Indizien. Per Beschluss wird bestimmt, dass die Wissenschaft atheistisch zu sein hat. Kraft einer Definition versucht man Gott auszuschliessen. Wenn z.B. jemand behauptet, auf wunderbare Weise geheilt worden zu sein, scheinen die Szientisten zu wissen, dass so etwas gar nicht geschehen kann. Oder die Augenzeugenberichte fĂŒr die Auferstehung Jesu werden ausschliesslich psychologisch gedeutet, denn Wunder gibt es nicht und sind nur Mythen. Richard Dawkins schrieb („Der blinde Uhrmacher“): „Biologie ist das Studium komplizierter Dinge, die so aussehen, als seien sie zu einem Zweck entworfen worden.“ Aber die Möglichkeit, dass eine Intelligenz hinter allem stehen könnte, zieht er ĂŒberhaupt nicht in Betracht. Dawkins legt ein beinahe religiöses Vertrauen in seine atheistischen Mutmassungen an den Tag und denkt keinen Augenblick ernsthaft darĂŒber nach, ob Gott die mögliche Ursache all unserer Beobachtungen sein könnte. Das US-Magazin „Harper’s“ schrieb daher: „ Hysterischer Szientismus: Richard Dawkins in Ekstase.“

Der Szientismus sagt im Grunde: „Wir haben alles ÜbernatĂŒrliche bereits aus der Liste der möglichen ErklĂ€rungen gestrichen.“ Aber ist das wirklich wissenschaftlich? Ist es nicht einfach engstirnig?

Interessanterweise wird aber der Szientismus seinem eigenen Anspruch nicht gerecht. Wenn er behauptet, dass einzig und allein durch die wissenschaftliche Methode Wahrheit entdeckt werden könne, scheint er die Tatsache zu ĂŒbersehen, dass diese Behauptung selbst nicht wissenschaftlich bewiesen werden kann. Die wissenschaftliche Methode ist nicht in der Lage zu beweisen, dass sie die einzige Methode zur Feststellung der Wahrheit ist und deshalb scheitert der Szientismus an seinen eigenen Vorgaben. Daran scheiterte schon der logische Positivismus.

Der frĂŒher weltweit fĂŒhrende Atheist Antony Flew bekannte sich im Alter von 81 Jahren öffentlich zur Ansicht, dass Gott existieren mĂŒsse. Offenbar waren weder Einstein noch Flew, zwei der hellsten Köpfe des vergangenen Jahrhunderts, auf die Vorstellung festgelegt, gute Wissenschaft oder das Verfolgen von Anhaltspunkten mĂŒsse auf den Bereich des NatĂŒrlichen beschrĂ€nkt bleiben. FĂŒr beide stellte die spannende Mischung von Logik und Erfahrung etwas dar, das dazu verhelfen kann, einen sinnvollen Glauben zu finden.

8. „Ich denke darĂŒber nach, wie ich denke – und entscheide mich dann!“ Die sechs Glaubenspfade in der Praxis

Woher weisst du, dass du weisst, was du weisst?

Wir mĂŒssen lernen, Aussagen und Vorgehensweisen zur Bewertung dieser Aussagen, sowie die GrĂŒnde, die fĂŒr oder gegen Lehren sprechen, mit einem kritischen Blick zu betrachten. Und dann mĂŒssen wir eine fundierte eigene Entscheidung treffen.

Doch wie fangen wir mit dem Entscheiden an?

FĂŒr eine gute Entscheidung braucht man nicht nur Fakten und Informationen, man muss sich auch ĂŒberlegen, wie man diese Informationen verarbeitet und bewertet. Wir untersuchen daher die verschiedenen Glaubenspfade auf ihre Auswirkungen.

  1. Der relativistische Pfad: Wenn die eigene Wirklichkeit durch das persönliche Denken entsteht, warum sollte man dann nicht einfach die Dinge denken und glauben, die einem helfen und zu den Überzeugungen passen, fĂŒr die man sich bereits entschieden hat? Der relativistische Ansatz fĂŒhrt oft zu einem Synkretismus. Statt sich fĂŒr einen Glauben zu entscheiden, sammelt man sich einen bunten Strauss (iPod Religion). Doch wo fĂŒhren Synkretismus, Pragmatismus und Relativismus hin? So gut wie ĂŒberall, wo sie gerne hinwollen – zumindest im Kopf -, aber wahrscheinlich sind die Auswirkungen auf lange Sicht eher unerfreulich. Denn das, was hilft, ist manchmal nicht wahr, aber das, was wahr ist, erweist sich letztlich als das, was am besten hilft.
  2. Der traditionelle Pfad: Woran sie mit einer Tradition sind, erfahren sie erst, wenn sie etwas Abstand gewinnen und die Überzeugungen, mit denen sie aufgewachsen sind, auf ihre Inhalte und Grundlagen ĂŒberprĂŒfen, um zu erkennen, was davon wirklich gĂŒltig ist und aufrechterhalten werden kann.
  3. Der autoritĂ€re Pfad: Überzeugungen, die von einer AutoritĂ€tsperson oder einer Organisation weitergegeben werden, sind oft von der grosser Eindringlichkeit und starken Erwartung geprĂ€gt, dass der EmpfĂ€nger sie unkritisch aufnehmen soll. Aber gerade die Legitimation geistlicher AutoritĂ€ten muss ĂŒberprĂŒft werden, um sicher zu gehen, dass diese AutoritĂ€ten unser Vertrauen wirklich verdienen.
  4. Der intuitive Pfad: Ahnungen, Instinkte und die moralische Empfindsamkeit unseres Gewissens können alle zu einer Art geistlich fundiertem Know-how beitragen, das uns eine gewisse Sicherheit gibt, wem und was wir vertrauen können. Aber wir sollten nie im luftleeren Raum, ohne objektive Kriterien, nachdenken oder Entscheidungen treffen. Wenn der intuitive Ansatz richtig funktioniert, warnt er uns vor Gefahren und veranlasst uns, alles Nötige zu tun, um unserem Verstand weitere Informationen zur VerfĂŒgung zu stellen und unseren GefĂŒhlen auf den Grund zu gehen.
  5. Der mystische Pfad: Auch hier können wir fehlgeleitet werden, wenn wir GefĂŒhle mit geistlichen RealitĂ€ten verwechseln oder wenn wir echte, aber gefĂ€hrliche Geistwesen fĂ€lschlicherweise fĂŒr Gottes Diener halten. Auch hier brauchen wir Unterscheidungsvermögen und die Bereitschaft, innezuhalten und das zu prĂŒfen, was wir erlebt haben, oder meinen, erlebt zu haben.
  6. Der Pfad der Indizien: Seine zwei SchlĂŒsselelemente Logik und Sinneswahrnehmung sind von Gott geschenkte Hilfsmittel, die wir anwenden mĂŒssen, um den Grossteil unserer Informationen zu sammeln, WahrheitsansprĂŒche zu ĂŒberprĂŒfen und letzten Endes zu entscheiden, woran wir glauben wollen. Vielleicht weisen uns einige darauf hin, dass doch Gottes Wort Massstab sein muss, an dem alles gemessen werden soll. Das stimmt zum Teil – es kommt aber darauf an, was sich als Wort Gottes ausgibt. Da sich viele heilige BĂŒcher widersprechen, können nicht alle „Wort Gottes“ sein. Und wenn sich etwas als echt erwiesen hat, dann brauchen wir selbst dann die Logik.

Die Vorgehensweise anhand von Indizien sagt uns durch Logik und Erfahrungswerte, dass es nur eine Wahrheit gibt, die auf der tatsĂ€chlichen Was-ist-RealitĂ€t beruht, und dass wir sie entdecken und unsere Glaubensentscheide von ihr bestimmen lassen mĂŒssen.

9. „Wie kann ich herausfinden, woran ich glauben soll?“

1. Logische und wissenschaftliche Kriterien

Es sollen hier GrĂŒnde (Pfeile) aus dem Bereich der Logik und der Wissenschaft beschrieben werde, die alle in eine bestimmte Richtung zeigen.

1. Pfeil: Die Gestaltung des Universums deutet auf einen intelligenten Gestalter hin. William Paley 1802 Natural Theology: Wenn man eine Uhr auf dem Boden findet, wird man nicht annehmen, dass sie durch einen glĂŒcklichen Umstand von der Natur hervorgebracht wurde.

Atheisten (von David Hume bis Richard Dawkins) wenden ein: Die Bauweise des Universums deutet bestenfalls auf einen endlichen Gestalter und nicht auf einen unendlichen Gott hin.

Erwiderung: Jedes Wesen mit einer KreativitĂ€t in solcher Grössenordnung sollte unsere Aufmerksamkeit wecken. Es wĂŒrde sich zweifellos lohnen, ihm zuzuhören und von ihm zu lernen. Wir sollten zumindest in ErwĂ€gung ziehen, dass es möglicherweise eine Offenbarung gibt, durch die wir weitere Information erhalten.

Wenn jener Gestalter in irgendeiner Form begrenzt ist, können wir uns nur vorstellen, wie das Wesen, das ihn hervorgebracht hat, sein muss.

2. Pfeil: Die Feinabstimmung im Universum weist auf einen bewussten Feinabstimmer hin: Paul Davis (Kosmologe und Astrobiologe): Dass das Universum exakt die zur Entstehung und Erhaltung von Leben notwendigen Bedingungen aufweist, ist zu erstaunlich, um blosser Zufall zu sein. Der Eindruck bewusster Planung ist schlicht ĂŒberwĂ€ltigend. Die Hypothese, dass Gott das Universum entworfen hat ist schlicht die einfachste und nahe liegendste Lösung.

3. Pfeil: Die in der DNA verschlĂŒsselte Information weist auf einen göttlichen Programmierer hin:

Bill Clinton bei der Ehrung von Francis Collins, der das Human Genomprojekt leitete: „Heute erlernen wir die Sprache, mit der Gott das Leben schuf.“

4. Pfeil: Der Anfang des Universums deutet auf einen göttlichen Urheber hin: Das kosmologische Argument: Alles, was einen Anfang besitzt, hat eine Ursache. Das Universum hat einen Anfang. Deshalb verdankt das Universum seine Existenz einer Ursache.

Wenn jemand mein Auto mit einer Delle  im Blech zurĂŒckbringt, habe ich kein Interesse an einer philosophischen Diskussion darĂŒber, ob Dellen, die anfangen zu existieren, eine Ursache brauchen. Nichts kommt von nichts.

Stephen Hawkins: Es glaubt heute fast jeder, das Universum und die Zeit hÀtten beim Urknall zu existieren begonnen.

Das fĂŒhrt zur Einsicht, dass etwas ausserhalb des Universums es verursacht hat.

Die Wissenschaft weist uns also auf einen Schöpfer hin.

5. Pfeil: Das Moralgesetz der Menschheit weist auf einen moralischen Gesetzgeber hin: Jeder von uns besitzt einen moralischen Massstab in seinem Inneren, aber dieser Massstab steht ĂŒber uns und kommt von ausserhalb. Und keiner kann ihm dauerhaft gerecht werden. Warum sollten wir alle einen Moralkodex erfinden, den wir nie richtig erfĂŒllen können und ihn dann dazu benutzen, um uns selbst ein Leben lang zu enttĂ€uschen und zu verurteilen?

Aber woher haben wir dieses Empfinden fĂŒr Richtig und Falsch? Wenn wir es nicht erfunden haben, wenn es Kultur und politische Strömungen ĂŒbergreift, wenn es etwas ist, das wir nicht loswerden können, was ist dann sein Ursprung? Könnte es sein, dass es ein moralischer Gesetzgeber direkt in das Wesen des Menschen hinein gewoben hat? Diese Folgerung steht auf jeden Fall im Einklang mit der Logik und der Erfahrung.

Ohne Gott ist Moral das Produkt soziobiologischer Evolution und damit grundsĂ€tzlich eine „Geschmacksfrage“. Ohne Gott gibt es kein absolutes, immer gĂŒltiges Richtig oder Falsch.

 

10.2. Textliche Kriterien

Hier soll untersucht werden, ob die Bibel als verlÀsslicher Text gelten kann.

6. Pfeil: Die Bibel erweist sich als einzigartig folgerichtig.

Die Bibel setzt sich aus 66 BĂŒchern zusammen, wurde ĂŒber einen Zeitraum von ca. 1500 Jahren von 40 Autoren in verschiedenen Sprachen geschrieben und umfasst Hunderte von Themen. Da ist es weder zufĂ€llig noch nebensĂ€chlich, dass die Bibel von einem erstaunlich einheitlichen Thema durchzogen wird: Jesus Christus.

7. Pfeil: Die Bibel ist ein einzigartig historisches Buch.

Die Berichte in den Evangelien basieren ĂŒberwiegend auf direkten Beobachtungen von Augenzeugen. Lukas erforschte das Geschehen gewissenhaft. Zudem wurden die Berichte sehr frĂŒh niedergeschrieben – innerhalb der Lebenszeit von Menschen, die Jesus noch persönlich gekannt haben.

Auch ausserbiblische Autoren wie Tacitus, Sueton und Jesephus bestÀtigen die historischen Berichte.

Wenn der Koran ĂŒber Jesus berichtet, muss man bedenken, dass er 600 Jahre spĂ€ter in einem 1000 km entfernten Gebiet entstanden ist.

8. Pfeil: Die Bibel ist ein einzigartig gut erhaltenes Werk der Antike.

Wir besitzen vom NT wesentlich mehr und Ă€ltere Abschriften als von jedem anderen antiken SchriftstĂŒck. Z.B. Homers Ilias: 650 Abschriften, Ă€lteste 1000 Jahre nach Entstehung; CĂ€sars Bello Gallico: 10 Abschriften, 1000 Jahre nach Entstehung; Tacitus: 200 vollstĂ€ndige; 1100 Jahre.

Dennoch gelten die erwÀhnten Werke als zuverlÀssig. QuantitÀt und QualitÀt der NT-Schriften sind beispiellos in der antiken Welt.

Die heutigen Textvorlagen des NTs sind also eine genaue und zuverlĂ€ssige Wiedergabe der ursprĂŒnglichen Texte.

9. Pfeil: Die ArchĂ€ologie zeigt uns, dass die Bibel ein Ă€usserst gut ĂŒberprĂŒfbares Buch ist.

William F. Albright: „Alle radikalen Schulen der neutestamentlichen Kritik, die es in der Vergangenheit gab und die heute existieren, sind prĂ€archĂ€ologisch: Ihre Argumente sind auf Luft gebaut und damit heute völlig ĂŒberholt.“

10. Pfeil: Die Bibel prÀsentiert sich als einzigartig ehrliches religiöses Buch.

Dieser Punkt sei erwĂ€hnt, weil es immer wieder Kritiker gab, die behaupteten, alles sei nur eine Projektion. Man habe eine Religion zum WohlfĂŒhlen erfunden.

Der Haken ist, dass die Bibel viele sehr ernĂŒchternde Gedanken enthĂ€lt, die in keiner Weise zu dem passen, was Menschen sich ausdenken wĂŒrden, wenn sie eine Religion erfinden wollten.

Z.B. Gericht, Hölle, schonungslos werden Gestalten geschildert. Die Peinlichkeiten in der Bibel sind gerade ein Zeichen fĂŒr ihre GlaubwĂŒrdigkeit.

11. Pfeil: Mit Wundern, die vor den Augen von GlÀubigen und Kritikern geschahen, gaben sich Propheten, Apostel und Jesus als Gottes Boten zu erkennen.

Viele Wunder sind natĂŒrliche Ereignisse, die einem ĂŒbernatĂŒrlichen Zeitplan folgen, und damit keine Naturgesetze verletzen. Zudem sind „Naturgesetze“ Verallgemeinerungen, die auf Beobachtungen beruhen. Sie sind also deskriptiv nicht prĂ€skriptiv. Sie beschreiben, was normalerweise geschieht und nicht, was geschehen muss.

Das Interessante an den Wundern Jesu war, dass seine Gegner sie nicht anfochten. Die Zeichen waren zu offensichtlich echt.

12. Pfeil: ErfĂŒlle Prophetien zeigen, dass die Bibel ein göttlich inspiriertes Buch und Jesus der von Gott gesandte Messias ist.

Z.B. Jes 53; Sach 12.10 (durchbohrt); Micha 5,1 (Bethlehem); 2. Sam 7,12-16 (von David); Jes 7,14 (Jungfrauengeburt); Sach 11,12 (fĂŒr 30 Silberlinge verraten).

Jemand hat mit statistischen Berechnungen herausgefunden, dass die Wahrscheinlichkeit, auch nur acht Prophetien zu erfĂŒllen, bei eins zu hundert Billionen liegt. Es gibt aber etwa 48 erfĂŒllte Prophetien.

Die erfĂŒllten Prophetien sind ein Grund, der Bibel zu vertrauen, und zwar nicht nur als einem zuverlĂ€ssigen historischen Buch, sondern auch als einem Buch, das von Gott inspiriert ist.


11. 3. Historische und empirische Kriterien

Hier sollen Indizien, nicht nur fĂŒr einen theistischen Gott, sondern auch fĂŒr einen christlichen Gott aufgezeigt werden.

13. Pfeil: Die SĂŒndlosigkeit Jesu untermauert seinen Anspruch, Gottes Sohn zu sein.

In unserer Zeit kommt es immer wieder vor, dass religiöse Leiter sich zwar grossartig anhören, ihr Leben aber bei Weitem nicht mit der eigenen Selbstdarstellung ĂŒbereinstimmt. Nicht so bei Jesus. FĂŒr seine Feinde war es frustrierend, dass Jesus ihnen sein sĂŒndloses Leben vorhielt: „Wer von euch kann mir zu Recht eine SĂŒnde vorwerfen?“ (Joh 8,46)

Mohammed sprach sehr offen davon, dass er Gottes Vergebung nötig hatte (vgl. Sure 40,55), und Joseph Smith, der GrĂŒnder der Mormonen, starb in einer Schiesserei, als er mit einem Revolver in der Hand versuchte, aus dem GefĂ€ngnis zu entkommen. Die Akten zeigen, dass zwei der von ihm Angeschossenen ihrer Verletzung erlagen.

Jesus können wir vertrauen, ohne befĂŒrchten zu mĂŒssen, es könnte etwas Peinliches oder Belastendes ĂŒber ihn herausgefunden werden. Ausnahmslos alle seine Worte und Taten untermauern seinen Anspruch, der einzigartige Sohn Gottes zu sein,

14. Pfeil: Die Auferstehung von Jesus ist ein eindrĂŒcklicher Beweis fĂŒr seine Legitimation als Sohn Gottes.

Dieses ĂŒbernatĂŒrliche Ereignis ist gut dokumentiert und wird durch verschiedene UmstĂ€nde ĂŒberzeugend beglaubigt:

Das Grab war leer: Nicht einmal die Gegner fochten die Tatsache des leeren Grabes an. Haben die JĂŒnger diese Geschichte erfunden? Geschichten zu erfinden und ein Leben lang LĂŒgen zu erzĂ€hlen, Verfolgung zu erleiden und am Ende den MĂ€rtyrertod zu sterben. Nein, das glaube ich nicht. Die beste ErklĂ€rung fĂŒr das leere Grab ist die Auferstehung.

Der Auferstandene wurde von Augenzeugen gesehen, und es gibt viele sehr frĂŒhe Berichte ĂŒber den auferstandenen Jesus.

15. Pfeil: Die Entstehung der Kirche spricht fĂŒr die Echtheit der Botschaft.

16. Pfeil: Das verĂ€nderte Leben frĂŒherer Skeptiker bestĂ€tigte die Auferstehung und die Lehren der Kirche. Wenn ein entschiedener Gegner wie Saulus zu einem leidenschaftlichen Nachfolger wird, dann lĂ€sst das aufhorchen.

17. Pfeil: Die Bereitschaft der JĂŒnger, fĂŒr ihren Glauben zu sterben, betĂ€tigt die GlaubwĂŒrdigkeit ihrer Aussagen. Sie standen voll und ganz hinter ihrer Aussage, dass sie den auferstandenen Jesus gesehen hatten. Und wenn sie bereit waren, fĂŒr ihr Wissen und ihre Erfahrung zu sterben, dann sollten wir das sehr ernst nehmen.

18. Pfeil: Der Sinneswandel vieler moderner Skeptiker spricht ebenfalls fĂŒr den christlichen Wahrheitsanspruch. Ein Beispiel: Sir Lionel Luckhoo stand 1990 als erfolgreichster Rechtsanwalt im Guinnessbuch fĂŒr 245 aufeinander folgende FreisprĂŒche in MordfĂ€llen. Er wurde zweimal von der Königin zum Ritter geschlagen. Er unterzog die Indizien fĂŒr die Auferstehung einer rigorosen PrĂŒfung und nahm sich dafĂŒr mehrere Jahre Zeit. Seine Schlussfolgerung: „Ich sage ganz klar, dass die Beweise fĂŒr die Auferstehung Jesu so ĂŒberwĂ€ltigend sind, dass eine Zustimmung aufgrund der Beweislage zwingend ist und absolut keinen Raum fĂŒr Zweifel lĂ€sst.“

Die Tatsache, dass so viele kluge Leute die Fakten grĂŒndlich geprĂŒft und sich letzten Endes fĂŒr den christlichen Glauben entschieden haben, ist an sich noch kein Beweis dafĂŒr, dass das Christentum wahr ist. Ihr Beispiel verleiht dieser Möglichkeit jedoch einen gewissen Nachdruck, und ein ehrlicher Sucher sollte sich dadurch zumindest bewegen lassen, sich mit den Anhaltspunkten zu beschĂ€ftigen, durch die schon so viele andere ernsthafte Denker ĂŒberzeugt wurden.

19. Pfeil: Die Zeugnisse unzÀhliger Christen im Lauf der Geschichte bestÀtigen, dass es Gott gibt und dass es sich lohnt, Jesus nachzufolgen.

20. Pfeil: Die Worte Jesu sind wahr, weil Jesus sie gesagt hat – und er besitzt die Legitimation, mit AutoritĂ€t zu sprechen.

12. „Ich wĂŒrde gerne glauben“ – Die Schranken durchbrechen und zum Glauben finden.

Wir gehen unseren normalen, alltĂ€glichen TĂ€tigkeiten in dem Glauben nach, dass alles gut lĂ€uft – so wie gestern. Es gibt keine Beweise und keine absolute Sicherheit, dass es wirklich so sein wird. Aber wir gehen von der Information aus, die uns vorliegt, und machen das Beste daraus.


Sich fĂŒr eine GlaubensĂŒberzeugung entscheiden:

Ein weiser, geistlich fundierter Glaube ist ein Akt des Vertrauens, und zwar auf der Grundlage solider, wenn auch unvollstĂ€ndiger Anhaltspunkte, dass wir an das Richtige glauben. Diese Art von Glauben unterscheidet sich vom pragmatischen „FĂŒr dich ist es wahr“, auch vom Wunschglauben, bei dem es um Trost und emotionale UnterstĂŒtzung geht. Es ist auch kein blinder Glaube, der sich jedem Tatsachenbefund und jeder ÜberprĂŒfung widersetzt, wie Dawkins den Glaubenden vorhĂ€lt. Das wĂ€re ja nur eine freiwillig verordnete Gehirnamputation.

Es geht um einen vernĂŒnftigen Glauben, also um Glauben und Handeln auf der Basis von guter Logik und schlĂŒssigen Anhaltspunkten, vertrauenswĂŒrdiger Offenbarung und gelegentlicher begrĂŒndeter Intuition, berechtigter AutoritĂ€t und erprobter Tradition. VernĂŒnftiger Glaube bewegt sich in dieselbe Richtung, in die die Fakten deuten, wobei es eine Entscheidung oder ein Schritt ist, der uns ein gutes StĂŒck weiter fĂŒhrt, als die Indizien allein es können. Dieser Glaube ist Handeln auf der Grundlage guter Anhaltspunkte.

Dadurch soll klar werden, dass der Glaube zwei wesentliche Bestandteile hat: die richtige Überzeugung (z.B. diese Frau und ich sind ein gutes Paar) und das angemessene Handeln (ich heirate diese Frau).


Richtige Überzeugung: Die oben erwĂ€hnten 20 Pfeile weisen je einzeln auf eine Wahrheit oder Sammlung von Wahrheiten hin und damit gleichzeitig von gegensĂ€tzlichen Standpunkten weg. Zusammen weisen sie in eine bestimmte Richtung. Aber nicht jedes Indiz hat fĂŒr jeden Menschen das gleiche Gewicht. In ihrer Summe stellen sie aber eine sehr ĂŒberzeugende Argumentation dar – Juristen sprechen von einer Beweislast -, dass die Wahrheit in dieser Richtung zu finden ist. Es ist kein absoluter Beweis, den kann es in Glaubensfragen eben nie geben (egal ob es sich dabei um einen Atheismus oder eine andere Religion handelt). All diese Pfeile weisen auf den einen Gott hin, der uns und das Universum geschaffen hat, auf Jesus Christus als Gottes Menschwerdung und auf die hebrĂ€ischen und christlichen Schriften als Gottes Offenbarung.

Jeder, der einen komplett anderen Standpunkt vertritt, steht vor einer zweifachen Aufgabe: Zum einen muss er die erwĂ€hnten Indizien widerlegen, und zum anderen muss er andere GrĂŒnde anfĂŒhren, die ĂŒberzeugend in eine andere Richtung weisen.


Handeln: Es genĂŒgt nicht, die Existenz des christlichen Gottes theoretisch anzuerkennen und einer Liste biblischer Lehren intellektuell zuzustimmen. Ich muss auch mit meinem Leben auf Gott und seine Worte reagieren. Jesus sagte: „Warum nennt ihr mich Herr, wenn ihr nicht tut, was ich sage?“ (Lk 6,46). Wir mĂŒssen uns also auch in die Richtung bewegen, in die die Pfeile zeigen.

Was sollen wir also tun? Wir mĂŒssen erkennen, dass wir Gott als Retter brauchen, der durch Jesus eine Beziehung zu ihm wieder möglich macht. Und wir sollen entsprechend handeln, indem wir Gott bitten, uns unsere SĂŒnden zu vergeben und die Herrschaft ĂŒber unser Leben zu ĂŒbernehmen. Das wĂ€re eigentlich einfach, aber manchen Menschen fĂ€llt das sehr schwer. Hier folgt ein Dutzend hĂ€ufiger Hindernisse fĂŒr diesen Glaubensschritt.


1. Informationsmangel: Man kann sich nicht zwingen, an etwas zu glauben, was wir nicht verstehen. Wir mĂŒssen genug in Erfahrung bringen, um sicher zu sein, dass wir auf der richtigen Spur sind, aber in seiner ganzen Tiefe werden wir den Glauben nicht begreifen – und es ist klĂŒger unsere Entscheidung, an was wir uns halten wollen, nicht aufzuschieben, bis wir meinen, alles begriffen zu haben. Eine Frage, die wir uns stellen können, lautet: Wie sicher bin ich in Bezug auf meinen gegenwĂ€rtigen Glauben? Denn schon glaube ich ja etwas – ich besitze keine neutrale Position. Besitze ich bessere Anhaltspunkte fĂŒr die gegenwĂ€rtige Überzeugung als mir fĂŒr den christlichen Glauben vorgelegt wurden? Wenn nicht, ist es vielleicht Zeit, die Konsequenzen zu ziehen.

2. Fehlende Offenheit: Wir neigen dazu, an neue Informationen mit einem gewissen Vorbehalt heranzugehen, der durch unsere alten Annahmen und Vorurteile geprÀgt ist.

3. Intellektuelle Zweifel: Es gibt auch „Gegenpfeile.“ Die zwei hĂ€ufigsten EinwĂ€nde, sind die Frage nach dem Bösen und dem Leid.

Das Böse: manche argumentieren, dass die Existenz des Bösen sich nicht mit einem guten Gott vereinbaren lĂ€sst. Die Bibel lehrt, dass Gott noch nicht alles Böse aus der Welt schafft, weil er damit die Menschheit ausrotten mĂŒsste.

Doch was ist das Böse, wenn es keinen moralischen Gesetzgeber gibt? Ohne einen solchen gibt es keinen objektiven Massstab. Aus der Sicht eines Atheisten, mĂŒsste eigentlich alles auf persönliche Vorlieben oder kulturelle Normen hinauslaufen. Ohne transzendenten Massstab kann ich nicht wirklich sagen, was Böse ist. Somit verweist die Existenz des Bösen letztlich wiederum auf einen Gott.

Das Leid: Keine Antwort, keine BegrĂŒndung, keine Philosophie und kein Bibelzitat kann erreichen, dass wir uns wohl fĂŒhlen, wenn wir eine schwere Zeit durchmachen mĂŒssen.

Jesus hat Leiden vorhergesagt. Er hat uns aber auch versprochen: „Habt Mut, denn ich habe die Welt ĂŒberwunden.“ (Joh 16,33b)

Er selber setzte sich diesem Leiden aus und kann uns daher in allem verstehen.

Letztlich verweist uns das Leiden auch wieder auf Gott. C.S. Lewis („Pardon ich bin Christ“ S. 38f.): Mein Argument gegen Gott war die Erfahrung von Ungerechtigkeit in dieser Welt. Indem ich die Ungerechtigkeit bemerkte, liess ich aber gleichzeitig meine Idee von Gerechtigkeit als sehr sinnvoll gelten. Doch mit welcher Idee verglich ich diese Welt, wenn ich sie ungerecht nannte? Man kann eine gekrĂŒmmt Linie nur als solche erkennen, wenn man eine gerade kennt. Ohne Licht und ohne Auge wĂŒrde der Begriff „Dunkelheit“ keinen Sinn ergeben. Wenn die ganze Welt tatsĂ€chlich ohne Sinn und Verstand wĂ€ren, hĂ€tten wir das nie begreifen können.

4. Mangelnde Erfahrung: In unserer Kultur sind die Menschen zunehmend nicht mehr mit Informationen allein zufrieden, sie wollen etwas erleben.

5. Fragen des Lebensstils: Die Art und Weise, wie jemand lebt, kann einen sehr grossen Einfluss darauf haben, was man fĂŒr sich als Möglichkeit in betracht zieht. Wenn man merkt, dass die Entscheidung fĂŒr Jesus, den Verzicht auf einige lieb gewonnene Dinge mit sich bringen wĂŒrde, sucht man ganz instinktiv nach GrĂŒnden, die gegen den christlichen Glauben sprechen. Oft spielt das eine viel grössere Rolle als die Frage nach den Beweisen.

6. Persönliche Verletzungen: „Wenn Jesus und seine Leute so sind, dann möchte ich nichts mit ihm oder der Kirche zu tun haben.“ Es gibt eine gute Nachricht: Jesus ist nicht so! Zudem ist Gott die beste Quelle fĂŒr die Heilung unserer Verletzungen.

7. KontrollbedĂŒrfnis: Wir möchte die Kontrolle nicht abgeben – nicht einmal an Gott. C.S. Lewis sagte: Die Quelle aller SĂŒnden ist der Hochmut. Er ist der Ausdruck völliger Gott-Ferne. Denn in Gott stossen wir auf etwas, das uns Menschen in jeder Hinsicht haushoch ĂŒberlegen ist. Nur wenn man diese Wahrheit akzeptiert, und seine eigene Nichtigkeit Gott gegenĂŒber erkennt, weiss man, was Gott ist. Solange man in seinem Hochmut verharrt, kann man Gottes Wesen nicht erkennen. Der HochmĂŒtige blickt auf Menschen und Dinge herab; solange er das tut, entgeht ihm das, was ĂŒber ihm ist.  („Pardon ich bin Christ“  S. 97f.)

Bei allen anderen SĂŒnden stellen wir uns die Frage, ob Gott uns annehmen kann, der Hochmut dagegen weckt die ĂŒberhebliche und dumme Frage in uns, ob wir Gott annehmen können.

8. Ärger: Es ist Ă€rgerlich, wenn wir einsehen mĂŒssen, dass unsere Tradition, Kultur etc. falsch lag.

9. Bequemlichkeit: VerÀnderung kann unangenehm sein. Es ist immer leichter, am Bestehenden festzuhalten und etwas Neues auf den nÀchsten Tag zu verschieben.

10. Desinteresse: Dieses Hindernis ist sehr schwer zu ĂŒberwinden, denn es liegt im Wesen der GleichgĂŒltigkeit, nicht genug Interesse an Fragen nach der Wahrheit und dem Glauben aufzubringen.

11. Angst: Sie kann ein gewisses Unbehagen mit dem Ungewissen darstellen. Sie kann aber auch schwerwiegenderer Ursache sein. In uns tobt ein Kampf, und Jesus machte keinen Witz, als er sagte, dass der Satan wie ein Dieb ist, der rauben, morden und zerstören will (Joh 10,10).

12. Unglaubliche Einfachheit: „Es kann nicht sein, dass Gott einfach nur Jesus geschickt hat, damit er fĂŒr mich stirbt und meine Strafe auf sich nimmt. Auf Jesus zu vertrauen ist gut, aber das kann unmöglich alles sein. Ich muss herausfinden, wie ich das alles wieder selber gut machen kann.“ Und so sind im Laufe der Zeit unzĂ€hlige religiöse Systeme entwickelt worden – manche davon sehr kompliziert -, die es uns möglich machen sollen, Gottes Zuwendung zu verdienen. Manche dieser Wiedergutmachungsprojekte laufe auch unter christlicher Flagge. Sie helfen aber nicht und stiften nur eine Menge Verwirrung.

13. Der Nutzen einer weisen Entscheidung fĂŒr die eigene GlaubenĂŒberzeugung.

Seit ich Logik und Vernunft zur PrĂŒfung der Wahrheit verwende, bin ich mir sicher, dass das Christentum kein blinder Glaube oder ein Sprung ins Ungewisse ist. Es ist eine Überzeugung, die auf zuverlĂ€ssigen Daten, geschichtlichen Ereignissen, Fakten und nachvollziehbaren Erfahrungen beruht. Es ist eine Überzeugung, dass der Glaube nicht einfach nur hilfreich, sondern mit der Wirklichkeit ĂŒberein stimmt und ist wahr.

Steve Jobs von Apple hielt 2005 eine Rede vor dem Abschlussjahrgang der Stanton UniversitĂ€t und sagte folgendes: „Nichts anderes hilft mir so sehr bei grossen Entscheidungen im Leben wie die Erinnerung daran, dass ich bald tot sein werde. Denn fast alles – alle fremden Erwartungen, aller Stolz, alle Angst vor Peinlichkeit oder Versagen – fĂ€llt im Angesicht des Todes einfach weg, und es bleibt nur noch das, was wirklich zĂ€hlt.“

Ich möchte nur ergĂ€nzen: Wenn es um die Frage nach dem Glauben geht, warum sollten wir da bis kurz vor dem Tod warten und darauf hoffen, dass wir noch eine Gelegenheit haben werden, „unseren Frieden zu machen“ und schnell alles zu bereinigen? Es spricht nichts dafĂŒr zu warten, und deshalb fordere ich Sie heraus, jetzt ĂŒber diese Angelegenheit nachzudenken und entsprechende Konsequenzen zu ziehen, damit Sie den Rest Ihres irdischen Lebens und natĂŒrlich auch in der Ewigkeit von diesem Gewinn zehren können.