Hat die Wissenschaft Gott begraben?

von John Lennox |

Vor der AufklĂ€rung war alles selbstverstĂ€ndlich: Keine Wissenschaft ohne die PrĂ€misse Gott. Doch seitdem hat sich das Blatt gewendet: Gott wurde immer mehr an den Rand gedrĂ€ngt und heute scheint erfĂŒr die Wissenschaft völlig begraben zu sein. Der durch viele VortrĂ€ge auch in Deutschland bekannt gewordene irische Wissenschaftler John Lennox geht in diesem Buch die Voraussetzungen der modernen Naturwissenschaften auf den Grund. Dabei steht das Thema "Schöpfung und/oder Evolution" im Mittelpunkt.
Lennox, John. Hat die Wissenschaft Gott begraben?; Eine kritische Analyse moderner Denkvoraussetzungen. ISBN 3417243580. Witten: Brockhaus 2007. 144 Seiten.

EIne Buchzusammenfassung von Felix Ruther

1. Wissenschaft contra Theologie oder Naturalismus contra Theismus?

Es ist ein weit verbreiteter Eindruck in unserer Gesellschaft, dass mit jeder wissenschaftlichen Entdeckung ein weiterer Nagel in den Sarg Gottes geschlagen werde.

Peter Atkins (Prof. Chemie Oxford): „Die Menschheit soll akzeptieren, dass die Wissenschaft die Rechtfertigung fĂŒr den Glauben an Sinn und Zweck des Kosmos beseitigt hat und dass das Überleben des Glaubens an einen Zweck nur dem GefĂŒhl zu verdanken ist.“

R. Dawkins: „Der Glaube ist eines der grossen Übel der Welt, vergleichbar dem Pockenvirus, aber schwerer auszurotten.“

Dawkins hat den Eindruck, dass, wĂ€hrend „wissenschaftliche Überzeugungen auf öffentlich nachÂŹprĂŒfbaren Beweisen beruhen, religiöser Glaube nicht nur solche Beweise vermissen lĂ€sst; die UnabhĂ€ngigkeit von Beweisen ist seine Freude, die er von den DĂ€chern pfeift.“

Es ist aber eine tragische Verdrehung der biblischen Auffassung, eine vernunftfeindliche, antiwissenschaftliche Haltung zu fördern.

Die Leuba-Umfrage von 1916 befragte 1000 Naturwissenschaftler, ob sie an einen Gott glauben, der Gebete erhört, sowie an die Unsterblichkeit der Seele. 40% sagten „ja“. 1996 wurde die Umfrage von Larsen und Witham wiederholt: knapp ĂŒber 38% sagten ja. Obwohl die Wissenschaft in dieser Zeit riesige Entdeckungen machte, Ă€nderte sich das Resultat nur marginal. Bei der Forscherelite sieht es aber anders aus: 1998 sagten 90% der Topwissenschaftler Nein und 95% der Biologen. Dennoch gibt es sehr renommierte Wissenschaftler die an Gott glauben: Francis Collins; Phillips (Nobelpreis 1997 Physik).


Wir mĂŒssen aber klar unterscheiden, ob Wissenschaftler mit Gott und der Religion im Krieg stehen oder ob es die Wissenschaft selber ist. Vielleicht gibt es militante Atheisten unter den Musikern, aber steht damit die Musik auf Kriegsfuss mit Gott? Die Aussagen von Atkins und Dawkins sind aber keine Wissenschaftlichen Aussagen, sondern Äusserungen ihrer Ansicht. Ebenso ist aber eine Aussage eines glaubenden Professors ĂŒber Gott keine wissenschaftliche Aussage.

Doch welche dieser diametral entgegengesetzten Meinungen ist am besten in der Lage, unsere Erfahrung zu erklÀren?

 

Die vergessenen Wurzeln der Wissenschaft

Die allgemeine Überzeugung, dass das Universum geordnet ist, hat theistische Wurzeln. Melvin Calvin (Nobelpreis Biochemie): „ „Bei meinem Versuch, den Ursprung dieser Überzeugung zu ermitteln ... Die monotheistische Sicht scheint die historische Grundlage der modernen Naturwissenschaften zu sein.“ Auch Alfred North Whitehead vertritt diese These: „Weil die Menschen an einen Gesetzgeber glaubten, erwarteten sie GesetzmĂ€ssigkeiten in der Natur.“ Francis Bacon (1561-1626): Gott hat uns zwei BĂŒcher gegeben, die Bibel und das Buch der Natur. Viele grosse Wissenschaftler waren Christen. Ihr Glaube an Gott stand der Wissenschaft nicht im Wege – er war sogar die Inspiration ihres Forschen.

 

Der Konfliktmythos: Galilei, Huxley

Die Geschichte von Galilei trÀgt wenig dazu bei, den Konflikt zwischen Wissenschaft und Religion zu bestÀtigen. Ebenso steht es mit der Auseinandersetzung zwischen T.H. Huxley und Bischof Wilberforce.

WidersprĂŒche gegen Darwin kamen nicht nur von der Kirche, auch Lord Kelvin lehnte Darwins These ab.

Bei genauer Untersuchung zerbröckeln einige der wichtigsten StĂŒtzen der Konfliktthese so stark, dass der Wissenschaftshistoriker Colin Russel meinte: „Die verbreitete Auffassung, die tatsĂ€chlichen Beziehungen zwischen Religion und Naturwissenschaften seien wĂ€hrend der letzten paar Jahrhunderten von tiefer und bleibender Feindschaft geprĂ€gt gewesen, ist nicht nur historisch unrichtig, sondern tatsĂ€chlich eine so groteske Verzeichnung, dass sich die Frage aufdrĂ€ngt, wie es ĂŒberhaupt möglich war, dass sie irgendein Ansehen erlangen konnte.“ Was passierte und immer noch passiert, ist, dass ein scheinbarer Konflikt zu einem Mythos aufgebauscht und schamlos als Waffe in einer anderen Schlacht verwendet wurde: in der zwischen Naturalismus und Theismus.


(Menschen, die an Gott glauben, können heute sehen, dass die Bibel, wenn sie vom „Aufgehen“ der Sonne spricht, phĂ€nomenologisch redet, das heisst, sie liefert eine Beschreibung davon, wie sich etwas einem Beobachter darstellt, und hat damit keine bestimmte Sonnen- und Planetentheorie im Sinn. Heutige Wissenschaftler tun dasselbe. Eine Lehre fĂŒr diejenigen, die die Bibel ernst nehmen, sollte sein, dass sie demĂŒtig genug sind, zwischen den Aussagen der Bibel und ihrer eigenen Interpretation der Bibel zu unterscheiden. Die Bibel könnte ja einfach komplexer sein, als sie auf den ersten Blick denken, und es könnte die Gefahr bestehen, dass man sie verwendet, um Gedanken zu rechtfertigen, die sie selbst nie zu lehren beabsichtigte.)


Der eigentliche Konflikt: Naturalismus contra Theismus

Eigentlich geht es um den Konflikt zweier WA, um einen Konflikt, bei dem Wissenschaftler auf beiden Seiten zu finden sind.

Naturalismus (N) ist mit dem Atheismus verwandt, aber nicht identisch. Materialisten haben zunehmend den Begriff „Materie“ durch „alles,“ was mit den Methoden der Naturwissenschaften untersucht werden kann ersetzt. Damit wurde der Materialismus zum N. Materialisten sind N.  M und N stehen aber gemeinsam dem Supranaturalismus gegenĂŒber, indem sie unterstreichen, dass die Welt der Natur ein einziges Feld bildet, ohne ein Eindringen göttlicher oder menschlicher Seelen oder Geister von aussen. M und N sind aber atheistisch, da sie mit dem monotheistischen Glauben zusammenstossen. Carl Sagan eröffnete seine berĂŒhmte Fernsehrede mit folgenden SĂ€tzen: „Der Kosmos ist alles, was war, ist und je sein wird.“ Aber auch Sagans Aussage ist keine wissenschaftliche, sondern eine weltanschauliche.

Wenn wir fragen, ob die Wissenschaft Gott begraben hat, dann stellen wir in Wirklichkeit die Frage: Spricht die Wissenschaft fĂŒr den N und gegen den Theismus?

2. Wesen und Reichweite der Wissenschaft

Wissenschaft ist nicht einfach zu definieren. Es gibt auch nicht eine allgemein anerkannte wissenschaftliche Methode. Zudem muss man festhalten, dass die Idee vom völlig unabhĂ€ngigen Beobachter, der frei von allen vorgefassten Theorien Untersuchungen durchfĂŒhrt und zu vorurteilslosen SchlĂŒssen kommt, die dann die absolute Wahrheit darstellen, einfach ein Mythos. Alle Menschen haben vorgefasste Meinungen und weltanschauliche PrĂ€missen.

Auch sind Theorien hÀufig von den Daten her unterdeterminiert: Man kann z.B. durch eine endliche Menge von Punkten eine unendliche Menge von Kurven legen.

Das heisst nun aber nicht, die Wissenschaft sei völlig subjektiv und ein willkĂŒrliches gesellschaftliche Konstrukt (vgl. Alan Sokal: „Eleganter Unsinn“).

Vgl. auch Thomas Kuhn: „Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen“. Z.B. Mendelsche Genetiker wurden in der UDSSR verfolgt, denn Mendels Gedanke zur Vererbung widersprach den kommunistischen Vorstellungen.

Die meisten Wissenschaftler sind kritische Rationalisten und glauben an eine objektive Welt, die untersucht werden kann; und dass ihre Theorien sie, auch wenn diese nicht in einem absoluten Sinne „Wahrheit“ darstellen, dem Erfassen der Wirklichkeit immer nĂ€her bringen.


Was kommt zuerst: Wissenschaft oder Philosophie?

Man glaubt, dass das Weltbild eines Wissenschaftlers sich aus seinen Untersuchungen ergibt. Das ist aber oft nicht der Fall.

Richard Lewontin: „Es ist nicht so, dass uns die Methoden und Institutionen der Wissenschaft irgendwie zwingen wĂŒrden, eine materielle ErklĂ€rung der phĂ€nomenalen Welt zu akzeptieren, sondern wir sind im Gegenteil durch unser apriorisches Festhalten an materiellen Ursachen dazu gezwungen, einen Forschungsapparat und Begriffe zu schaffen, die materielle ErklĂ€rungen produzieren, ganz gleich, wie sehr das der Intuition entgegenlĂ€uft. – Dieser Materialismus ist absolut, und wir können keinen Fuss Gottes in der TĂŒre zulassen.“ (WĂŒrde Dawkins diesen blinden Glauben auch so radikal ausrotten wollen?)


Wenn wir aber z.B. herausfinden möchten, wie ein Organismus funktioniert, dann macht es keinen grossen Unterschied, ob man annimmt, dass er tatsĂ€chlich oder nur scheinbar geplant wurde. N und Theismus werden zu denselben Resultaten fĂŒhren. Unterschiede treten dann aber auf, wenn wir nicht nach der Funktion fragen, sondern danach, wie es dazu kam, dass etwas existiert.

Wenn man aber die vorgefasste Meinung hat, es gĂ€be keinen göttlichen Fuss, dann wird man auch keinen finden. Das ist, wie wenn man eine Maschine entwirft, die auf Licht im sichtbaren Spektrum reagiert, und dann behaupten wĂŒrde, es gĂ€be keine Röntgenstrahlen, weil sie von der Maschine nicht gefunden wurde. Arthur Eddington erzĂ€hlt dazu das berĂŒhmte Gleichnis vom Fischer mit seinem Netz. Jedes wissenschaftliche Netz hat seine Maschengrösse – und keine Wissenschaft kann alles fangen.


Wesen und Grenzen wissenschaftlicher ErklÀrungen

Wissenschaft erklÀrt. Aber bedeutet das?

Der wissenschaftliche Materialismus ist der Überzeugung, dass die Wissenschaft alles erklĂ€ren könne. Bertrand Russel: „Alles erreichbare Wissen muss durch wissenschaftliche Methoden erlangt werden; und was die Wissenschaft nicht entdecken kann, kann die Menschheit nicht wissen.“ (Szientismus)

Alles Reden von Gott kann daher nicht wahr sein. Oft lassen Menschen mit dieser WA andere ĂŒber Gott reden, solange sie nicht behaupten Gott sei wirklich real, denn fĂŒr sie ist nur das objektiv wahr, was die Naturwissenschaften aussagen.

Doch schon die Behauptung: Nur die Wissenschaften können Wahrheit feststellen – ist keine wissenschaftliche Aussage. Auch wĂŒrden alle Sozialwissenschaften ausserhalb des wissenschaftlichen Bereichs zu liegen kommen. Ethik kann nicht naturwissenschaftlich verhandelt werden, oder die QualitĂ€t eines GemĂ€ldes, eines Gedichtes. Was ist, wenn wir einen Kuchen backen? Die verschiedenen Naturwissenschaften können ihn untersuchen von allen Seiten. WĂ€re damit der Kuchen aber völlig erklĂ€rt? Was ist, wenn ich fragen wĂŒrde warum wurde der Kuchen gebacken? Die Wissenschaften beschreiben die Wie-Fragen aber nicht die Warum-Fragen. Zu behaupten, weil die Naturwissenschaften uns diese Frage nicht beantworten können, könne man generell die Antwort nicht wissen, ist offensichtlich absurd.

Die Behauptung, die Wissenschaft sei der einzige Weg zur Wahrheit, ist selbst der Wissenschaft unwĂŒrdig. Dazu der NobelpreistrĂ€ger Sir Peter Medawar: „Ein Wissenschaftler kann sich und seinen Beruf auf keine andere Weise schneller in Misskredit bringen, als wenn er – zumal dann, wenn keinerlei ErklĂ€rung verlangt ist – rundheraus erklĂ€rt, dass die Wissenschaft die Antwort auf alle Fragen, die der Rede wert sind, bereits besitze oder bald besitzen werde und dass jene Fragen, die keine wissenschaftliche Beantwortung zulassen, auf irgend eine Art Unfragen seien, die nur Einfaltspinsel stellen und nur Tölpel zu beantworten sich anmassen. ... Die Existenz einer Grenze fĂŒr die Wissenschaft wird jedoch durch ihre UnfĂ€higkeit klar, kindliche, elementare Fragen zu stellen, die mit den ersten und letzten Dingen zu tun haben – Fragen wie: Wie hat alles begonnen? Wozu sind wir hier? Was ist der Sinn des Lebens?“ Er fĂŒgte hinzu, dass wir uns fĂŒr Antworten auf solche Fragen an die Religion halten sollen.

Dennoch behauptet Peter Atkins: „Es gibt nichts, das nicht verstanden werden kann. Es besteht kein Grund anzunehmen, dass die Wissenschaft nicht mit jedem Aspekt der Existenz fertig werden kann.“ „Die Wissenschaft benötigt Zwecke nicht.“

Es ist aber eine Sache, (mit Recht) zu behaupten, dass die Naturwissenschaften Fragen nach Ziel und Zweck nicht beantworten können; es ist aber eine ganz andere, Ziel und Zweck selbst als Illusion anzusehen.

 

Gott eine unnötige Hypothese?

Der Erfolg der Naturwissenschaften hat bei einigen zur Vorstellung gefĂŒhrt, weil wir die Mechanismen des Universums verstehen können, ohne Gott mit ins Spiel zu bringen, könnten wir schlussfolgern, dass es keinen Gott gebe, der das Universum erst plante und erschuf. Das ist ein Fehlschluss.

Nehmen wir an, dass jemand glaubt bei einem Ford-Wagen sei im Motor ein Gott (Herr Ford), der den Wagen zum fahren bringe. Mit der Zeit lernt der Mensch aber etwas ĂŒber Maschinenbau und entdeckt, dass es Herr Ford nicht als ErklĂ€rung fĂŒr das Funktionieren des Wagens braucht. Seine Kenntnisse ĂŒber Verbrennungsmotoren wĂŒrden vollstĂ€ndig ausreichen, um zu erklĂ€ren, wie der Motor funktioniert. Doch wenn er dann zum Schluss kĂ€me, seine Kenntnisse wĂŒrden es ihm nun unmöglich machen, an die Existenz eines Herrn Ford ĂŒberhaupt zu glauben, der den Motor entworfen hat, wĂ€re dies offenkundig falsch.

Es ist ebenso ein Kategorienfehler anzunehmen, unser VerstÀndnis der unpersönlichen Prinzipien, nach denen das Universum arbeitet, mache es entweder unnötig oder gar unmöglich, an die Existenz eines persönlichen Schöpfers zu glauben, der das Universum schuf. Wir sollten die Mechanismen, durch die das Universum funktioniert, nicht mit dessen Ursache oder mit dessen Erhalter verwechseln.

Michael Pool: „Es gibt keinen logischen Konflikt zwischen ErklĂ€rungen, die Mechanismen betreffen, und ErklĂ€rungen, die die PlĂ€ne und Absichten einer handelnden Person betreffen (sei sie menschlich oder göttlich). Das ist ein logischer Gesichtspunkt und hat nichts damit zu tun, ob man an Gott glaubt oder nicht.“

Ohne diesen logischen Sachverhalt zu bemerken, wird ein Ausspruch von Laplace stĂ€ndig verwendet, um den Atheismus zu untermauern. Gott taucht natĂŒrlich in den Berechnungen von Laplace ebenso wenig auf, wie in einer Beschreibung des Verbrennungsmotors von Herrn Ford. Aber was beweist das?

Dieser Sachverhalt beantwortet auch den stĂ€ndig wiederholten Vorwurf, Gott sei ein LĂŒckenbĂŒsser, der von intellektuell faulen Menschen eingebracht wird, um LĂŒcken in unserem Wissen zu ĂŒberdecken.

Richard Swinburne meint sogar, dass die geordnete Welt starke Argumente fĂŒr die Annahme liefert, dass es eine noch tiefer liegende Ursache fĂŒr diese Ordnung gibt. Er betont auch, dass Gott keine Alternative zur Wissenschaft und daher kein LĂŒckenbĂŒsser sei. Er ist vielmehr die Grundlage aller ErklĂ€rungen, in dem Sinne, dass es Gottes Existenz ist, die ErklĂ€rungen ermöglicht.


Das Universum entgöttern – die allerersten Wissenschaftler

Einige Wissenschaftler denken dennoch, dass nur mit der PrĂ€misse, dass es keine Götter gibt, sie frei seien, die Mechanismen der natur in einer wissenschaftlichen Weise zu erforschen. Bringen sie irgendwo Götter ins Spiel – vorbei ist es mit der Wissenschaft. Der zweite teil des Argumentes ist natĂŒrlich korrekt. Wir mĂŒssen in der tat die Vergötterung der KrĂ€fte der Natur ĂŒberwinden, um die Natur studieren zu können. Das taten die frĂŒhen Naturphilosophen Thales, Anaximander und Anaximenes von Milet. Auch Xenophanes (570-478 v.Chr.) leistete einen Beitrag zur Entmythologisierung der Welt, indem er aufzeigte, dass Schwarze schwarze Götter verehren. Er meinte, Pferde wĂŒrden pferdeĂ€hnliche Götter erfinden – also sind diese Götter Erfindungen der Menschen. Götter loszuwerden bedeutet aber nicht dasselbe wie Gott loszuwerden FĂŒr Xenophanes existiert aber Gott, der das Universum regiert. Aber schon frĂŒher haben Mose und die AT-Propheten diesen Schritt vollzogen und die Vergötterung der Natur strikt abgelehnt.

Das Bevölkern des Universums mit unzĂ€hligen Göttern war ein echtes Hindernis fĂŒr die Wissenschaft. Doch dem Gedanken, dass mit dem Glauben an Gott die Wissenschaft aufhöre, liegt ein Trugschluss zugrunde. Der Glaube, dass Herr Ford den Motor entworfen habe, wĂŒrde doch niemanden daran hindern, seine Funktionsweise zu erforschen. WĂŒrde man aber zum Irrglauben kommen, Herr Ford sei der Motor, dann wĂŒrde das die Wissenschaft lahm legen. Daher konnte auch Maxwell ĂŒber der TĂŒre des Cavendish Labors in Cambridge die Worte meisseln lassen: „Gross sind die Werke des Herrn, zu erforschen von allen, die sich an ihnen freuen.“ (Ps 111,2)


Reduktionismus

Um ein komplexes Objekt besser studieren zu können unterteilt man es oft in einfachere Komponenten – man reduziert. Dieser methodische Reduktionismus ist Teil des normalen wissenschaftlichen Prozesses. Ein bestimmtes Ganzes ist aber meist mehr als die Summe seiner Teile. Das Studium der Einzelteile einer Uhr versetzt uns nicht in die Lage, die Uhr als Ganzes zu verstehen.

Neben dem methodischen Reduktionismus gibt noch den erkenntnistheoretischen und den ontologischen.

Der erkenntnistheoretische Reduktionismus ist der Auffassung, dass PhĂ€nomene einer höheren Ebene durch Prozesse auf einer niedrigeren Ebene erklĂ€rt werden können. Die starke Form glaubt, dass solche bottom-up-ErklĂ€rungen immer erreicht werden können, ohne dass ein Rest ĂŒbrig bleibt. D.h. die Chemie kann letztlich durch die Physik, die Biochemie durch die Chemie etc. erklĂ€rt werden. F. Crick: „TatsĂ€chlich ist ja auch das Endziel der modernen biologischen Forschung, die gesamte Biologie in der Ausdrucksweise von Physik und Chemie verstĂ€ndlich zu machen.“ Und Dawkins: „Meine Aufgabe ist es, Elefanten und die Welt komplexer Dinge anhand der einfachen zu erklĂ€ren. Wenn versucht wird alles auf die Physik zu reduzieren nennt man das Physikalismus – eine starke Form des Atheismus. Karl Popper betonte aber: „Es bleibt selbst bei den erfolgreichsten Reduktionsversuchen fast immer ein ungelöster Rest ĂŒbrig.“

Michael Polyani zeigt auf, weshalb nicht zu erwarten ist, dass der erkenntnistheoretische Reduktionismus immer funktioniere. Wir sollen an die verschiedenen Prozesse beim Bau eines Hauses denken. Aus den Rohstoffen werden Ziegel hergestellt – sie stellen sich nicht selber her; das Legen der Ziegel – sie gruppieren sich nicht selber; das Entwerfen des GebĂ€udes; die Planung der Stadt ... Jede Ebene hat ihre eigenen Regeln. Die Gesetze von Physik und Chemie regieren das Rohmaterial der Ziegel; die Technologie die Herstellung der Ziegel; Architektur, Stadtplanung etc. Jede Ebene wird von der nĂ€chsthöheren kontrolliert. Doch umgekehrt gilt das nicht: Die Gesetze einer höheren Ebene können nicht von den Gesetzen einer niedrigeren Ebene abgeleitet werden – obwohl das, was auf der höheren Ebene getan werden kann, von der niedrigeren abhĂ€ngig ist (die Festigkeit der Ziegel bestimmt auch die Höhe des GebĂ€udes).

Ebenso erklÀrt uns die Physik und Chemie der Tinte nicht, was auf einer Seite steht. Man kann auch einen Wortschatz nicht von der Phonetik ableiten oder vom Wortschatz die Grammatik einer Sprache,

Zur DNS: Arthur Peacocke: „In keiner Weise kann der Begriff der ‚Information’ – die Vermittlung einer Botschaft – mit den Begriffen der Chemie und Physik ausgedrĂŒckt werden, obwohl letztere nachweislich erklĂ€ren können, wie die molekulare Maschinerie (RNS, DNS und Proteine) operiert, um Information weiter zutragen.“

Es gilt: was auf einer höheren Ebene geschieht ist nie gÀnzlich ableitbar von dem, was auf einer tieferen Ebene geschieht, sondern verlangt eine weitere ErklÀrungsebene.

Oft wird gesagt, dass das PhĂ€nomen der höheren Ebene aus der tiefren emergiere – als wĂŒrden die Eigenschaften der höheren Ebene automatisch aus den Eigenschaften der tieferen Ebene folgen. Naturalisten bestehen dennoch darauf, dass die informationstragenden Eigenschaften der DNS automatisch aus der geistlosen Materie entstanden sein mĂŒssen. Denn wenn, wie der Materialismus behauptet, Materie und Energie alles ist, was existiert, dann folgt daraus logischerweise, dass sie in sich selbst das Potential besitzen, sich so zu organisieren, dass schliesslich all die komplexen MolekĂŒle entstehen können.

Ontologischer Reduktionismus: z.B. Das Universum ist nichts als eine Ansammlung von Atomen. Oder: „Menschen sind nichts als Maschinen zur Vermehrung von DNS.“ (Dawkins)

Worte wie „nichts als“, „einzig“ etc. sind oft Anzeichen eines solchen Reduktionismus. Wenn wir diese Worte wegnehmen, bleibt meist eine Aussage, gegen die nichts einzuwenden ist. Worte wie „nichts als“ gehen aber ĂŒber wissenschaftliche Aussagen hinaus – es sind AusdrĂŒcke einer naturalistischen WA.

Hat Crick recht?: „Sie, Ihre Freuden und Leiden, Ihre Erinnerungen, Ihre Ziele, Ihr Sinn und Willensfreiheit – bei alledem handelt es sich in Wirklichkeit nur um das Verhalten einer riesigen Ansammlung von Nervenzellen und dazugehörigen MolekĂŒlen.“

Nach Crick sind Kategorien wie Liebe, Furcht, Schönheit, Wahrheit nur Illusionen – bedeutungslos. Ein Weltbild, das all dies nicht beschreiben kann ist beklagenswert unvollstĂ€ndig. Doch letztlich zerstört sich der ontologische Reduktionismus selber, denn wenn Cricks These wahr wĂ€re, könnten wir diese These nie beweisen. Sie zerstört die RationalitĂ€t, wenn das Denken durch elektrochemisch neutrale Ereignisse ersetzt wird. Solche Ereignisse können sich nicht in einem rationalen Diskurs entgegentreten. Sie haben weder Recht noch Unrecht. Der rationale Diskurs löst sich auf in das absurde Geplapper feuernder Synapsen. Mit dieser Vorstellung kann man nicht leben.

Letztlich durchzieht ein offenkundiger Selbstwiderspruch alle Versuche RationalitÀt von der IrrationalitÀt herleiten zu wollen.

Der menschliche Verstand brachte die Menschen dazu den ontologischen Reduktionismus zu konstruieren, dessen logische Folge aber ist, unserem Verstand nicht zu trauen – auch dann, wenn er uns sagen sollte, der Reduktionismus sei wahr.

3. Ein geplantes Universum?

Planung oder Zufall

Welches Weltbild untermauert die Wissenschaft, Naturalismus oder Theismus?

Wenn wir sagen, etwas sei geplant, dann meinen wir, dass dahinter eine Intention steckt, dass etwas das Resultat einer Absicht ist. Das Gegenteil von Planung, der Mangel an Intention nennen wir meist ‚Zufall’. Das Wort ‚Zufall’ ist aber mehrdeutig. Es gibt den Mangel an Intention den i-Zufall; es gibt den Zufall im Wahrscheinlichkeitssinn der Mathematik, den p-Zufall, wo wir an dir relative HĂ€ufigkeit von etwas denken, das sich in einer langen Reihe von Versuchen ereignet. Dann gibt es den Quantenzufall (Heisenberg: Position und Impuls eines Teilchens lassen sich nicht gleichzeitig genau bestimmen), den q-Zufall.

Wichtig ist festzuhalten, dass ein Ereignis, das den p- oder den q-Zufall betrifft (oder beide zugleich) nicht unbedingt auch ein Ereignis mit i-Zufall sein muss – d.h. es hat nicht unbedingt auch mit einem Mangel an Intention zu tun. Bei einer automatischen Uhr unterliegt die Aufziehbewegung dem p-Zufall. Aber niemand wĂŒrde daraus schliessen, dass die Uhr selber durch den i-Zufall entstanden sei – sie sei also nicht geplant worden. Wir schliessen oft allzu leicht vom Zufall als Beschreibung eines Prozesses auf den Zufall als verursachenden Akteur.

In solchen Situationen handelt es sich natĂŒrlich um eine Frage von Indizien und Wahrscheinlichkeiten, nicht um einen eindeutigen Beweis. Bei solchen Überlegungen gibt es also immer ein gewisses Mass an Unsicherheit. Das bedeutet aber nicht, dass wir keinerlei zuverlĂ€ssiges Wissen erlangen könnten.

Diese Überlegungen kann man auch auf das Universum anwenden. Der Physiker Freeman Dyson meint: „Wenn wir hinausschauen in das Universum und die vielen ZufĂ€lle der Physik und Astronomie ausmachen, die zu unserem Wohl zusammengearbeitet haben, dann scheint es fast, als habe das Universum in irgendeinem Sinn gewusst, dass wir kommen wĂŒrden.“

Doch gibt es im Universum Hinweise fĂŒr diese Annahme?


Die rationale VerstÀndlichkeit des Universums

Das Fundament aller Wissenschaft ist die rationale VerstĂ€ndlichkeit des Universums. Einstein: „Das UnverstĂ€ndlichste am Universum ist, dass es verstĂ€ndlich ist.“ Die mathematische Natur dieser VerstĂ€ndlichkeit erstaunt. NobelpreistrĂ€ger (Physik) Eugene Wigner: „Die ungeheure NĂŒtzlichkeit der Mathematik in den Naturwissenschaften grenzt ans Mysteriöse, und es gibt keine rationale ErklĂ€rung fĂŒr sie. Sie ist ein Glaubensartikel.“

Nebenbei zeigt dieses Zitat, dass der Glaube nicht nur im religiösen Bereich angesiedelt ist. Wenn Dawkins den Glauben als solchen auslöschen will, dann löscht er auch die Wissenschaften aus.

Der Begriff der VerstĂ€ndlichkeit des Universums setzt die Existenz einer RationalitĂ€t voraus, die fĂ€hig ist, diese VerstĂ€ndlichkeit zu erkennen. Wir glauben, dass wir rationale Menschliche Wesen sind. Diese Annahme ist so zentral fĂŒr alles Denken, dass wir ihre GĂŒltigkeit nicht einmal in Frage stellen können, ohne sie zuvor vorausgesetzt zu haben, damit wir mit unserem Verstand ĂŒberhaupt etwas in Frage stellen können. Der Theismus gibt der RationalitĂ€t eine rationale Rechtfertigung. Der Naturalismus scheint dazu nicht in der Lage zu sein.

Rationale VerstĂ€ndlichkeit ist einer der wichtigsten Gesichtspunkte, die Denker aller Generationen zum Schluss gefĂŒhrt haben, dass das Universum selber das Produkt von Intelligenz sein mĂŒsse. Fast alle grossen Philosophen sahen den Ursprung des Universums in einer transzendenten Wirklichkeit begrĂŒndet. Dass das Universum sich nicht selbst erklĂ€rt und eine ErklĂ€rung jenseits seiner selbst fordert, war etwas, das diese Philosophen als mehr oder weniger selbstverstĂ€ndlich akzeptierten.

Unsere Antwort auf die Frage, warum das Universum rational verstÀndlich ist, hÀngt aber nicht davon ab ob wir Wissenschaftler sind oder nicht, sondern ob wir Theisten oder Naturalisten sind. Theisten glauben, dass weil Gott den menschlichen Verstand und auch das Universum erschuf, beides miteinander korrespondiere.

St. Hawking: „Es wĂ€re vollkommen vereinbar mit allem, was wir wissen, dass es ein Wesen gab, das fĂŒr die Gesetze der Physik verantwortlich war.“ Keineswegs schafft die Wissenschaft Gott ab – hier findet man eher einen Grund, weshalb Gott als ErklĂ€rung durchaus vernĂŒnftig ist.


Die Feinabstimmung des Universums

Es scheint durchaus vernĂŒnftig, zu glauben, dass das Universum im Blick auf den Menschen konstruiert wurde. Die Grundkonstanten im Universum mĂŒssen Ă€usserst fein abgestimmt sein, damit Leben erst möglich wird und erhalten bleibt. Diese Feinabstimmung erfordert eine ErklĂ€rung.

Fred Hoyle (Mathematiker und Physiker bekannte, dass nichts seinen Atheismus je so sehr erschĂŒttert habe, wie die Endeckung der Kohlenstoff-Resonanz (Entstehungsmöglichkeit von C aus 3 He oder Be und He). „Es sieht so aus, als ob ein Superintellekt mit der Physik, der Chemie und der Biologie herumgespielt habe.“

Andere Beispiele: VerhÀltnis der starken Kernkraft und der elektromagnetischen Kraft; VerhÀltnis der Expansionsgeschwindigkeit; Abstand von erde und Sonne; richtige Rotationsgeschwindigkeit der Erde etc. etc.

Angesichts vieler solcher spektakulĂ€ren Beispiele von Feinabstimmung ist es nicht ĂŒberraschend, wenn Paul Davis schreibt. „Dem Eindruck, dass es einen Plan gibt, kann man sich nicht entziehen.“

Arno Penzias (Nobelpreis fĂŒr Entdeckung der Hintergrundsstrahlung): „Die Astronomie fĂŒhrt uns zu einem einzigartigen Ereignis, einem Universum, das aus dem Nichts geschaffen wurde, eines mit der minutiösen Ausgewogenheit, die notwendig ist, um genau die richtigen Bedingungen zum Leben herzustellen, und eines, das einen zugrunde liegenden (man könnte sagen, ĂŒbernatĂŒrlichen) Bauplan hat.“

All das ist kein hieb- und stichfester beweis, aber ein starker Hinweis auf den Schöpfer.


Das anthropische Prinzip

Die Einsicht, dass das Universum sehr prĂ€zise strukturiert sein muss, damit Leben möglich wird, wird oft ‚anthropisches Prinzip’ genannt. In seiner schwachen Form lautet es: Das beobachtbare Universum besitzt eine Struktur, die die Existenz von Beobachtern erlaubt. Doch was bedeutet das? Ist das nur eine Tautologie? Einige meinen, wir sollte darĂŒber nicht erstaunt sein, denn wenn es nicht so wĂ€re, könnten wir diese Tatsachen einfach nicht bemerken. Der Philosoph John Leslie entgegnet dem: „Das klingt so wie die Behauptung, wenn sie einem Exekutionskommando mit 50 auf sie gerichteten Gewehren gegenĂŒber stĂŒnden, dĂŒrften sie sich nicht wundern, wenn sie sich lebend vorfĂ€nden, nachdem fĂŒnfzig gefeuert haben! Schliesslich ist dies das einzige Resultat, das sie beobachten können. Sie könnten jedoch immer noch den Eindruck haben, dass da etwas ist, das dringend einer ErklĂ€rung bedarf, nĂ€mlich: Warum haben alle vorbeigeschossen? War es geplant?“

Leslie meint, dass wir vor der Wahl stĂŒnden, entweder einen Gott oder ein Multiuniversum anzunehmen. Die Multiversen-Theorie von Hugh Everett sagt, dass sich bei jedem Quantenereignis die bestehenden Universen aufteilen wĂŒrden.  John Polkinghorne (auch Quantentheoretiker) dazu: „Wir sollten diese Spekulation als das erkennen, was sie ist. NĂ€mlich keine Physik, sondern im strengsten Sinne Metaphysik.“  Denn per definitionem sind diese anderen Universen nicht erkennbar. Eine mögliche ErklĂ€rung fĂŒr die Feinabstimmung im Universum von grösserer Wirtschaftlichkeit und Eleganz (vgl. Ockhams Rasiermesser) wĂ€re, dass diese Welt sich so zeigt, wie sie ist, weil sie von einem Schöpfer so geplant wurde. Swinburne: „Eine Billion Billionen anderer Universen zu postulieren anstelle von einem Gott, um das Universum zu erklĂ€ren, scheint der Gipfel der IrrationalitĂ€t zu sein.“

Ehrlicherweise mĂŒsste man auch sagen, dass Gott auch ein Multiversum erschaffen könnte. Die beiden Thesen schliessen sich also nicht vollstĂ€ndig aus.  


Der Anfang

Die Frage, ob das Universum einen Anfang hatte oder nicht, ist von zentraler Wichtigkeit. Wenn es keinen hat, dann ist es ewig. Wenn es einen Anfang Hat, dann ist es nicht ewig und ihm kommt keine letzte Wirklichkeit zu.

Nach der Wende von Kopernikus fiel die Kosmologie wieder auf die Vorstellung zurĂŒck, das Universum sei ewig. Dann aber entdeckte man die Rotverschiebung und die Mikrowellen-Hintergrundstrahlung. Das fĂŒhrte zur gĂ€ngigen Urknalltheorie.


Abneigung gegen die Vorstellung vom Anfang

Nicht alle begrĂŒssten die Urknalltheorie.

Hawking: „Vielen Menschen gefĂ€llt die Vorstellung nicht, dass Zeit einen Anfang hat, wahrscheinlich weil sie allzu sehr nach göttlichem Eingriff schmeckt.“

Fred Hoyle postulierte daher ein ewiges Universum, das sich zwar ausdehnt, aber in dem stĂ€ndig neue Materie entsteht (1 Atom pro m3 und 10 Mia Jahren – also nicht messbar).

Sir John Maddox (ehemaliger Herausgeber von Nature) fand die Vorstellung von einem Anfang gĂ€nzlich inakzeptabel, weil sie einen letztgĂŒltigen Ursprung unserer Welt impliziere und Kreationisten jede Rechtfertigung fĂŒr ihre Überzeugung gebe.

Es hat eine gewisse Ironie, dass im 16. Jahrh. einige den Fortschritten der Wissenschaft widerstanden, weil diese den Glauben an Gott zu bedrohen schienen, wÀhrend im 20. Jahrh. wissenschaftlichen Vorstellungen von einem Anfang widersprochen worden ist, weil sie drohen, die PlausibilitÀt des Glaubens an Gott zu erhöhen.


Den Anfang erklÀren

Einige meinen, wir sollten nicht nach einer Ursache fĂŒr den Anfang suchen, weil es keinen gebe. Es ist aber schon sehr ungewöhnlich, zu meinen, es gebe einen Grund fĂŒr alles mit Ausnahme von dieser wichtigsten Sache, der Existenz von allem, dem Universum.

Andere sagen, das Universum erklĂ€re sich selbst. Peter Atkins redet da von Selbstorganisation und braucht das Bild des SchnĂŒrsenkels in Analogie zu einem Menschen, der sich durch ziehen an seinen eigenen SchnĂŒrsenkeln selber aufrichtet. Mit Recht antwortet Keith Ward: „Es ist logisch unmöglich, dass eine Ursache eine Wirkung zeitigt, ohne schon zu existieren.“ Atkins Selbsterzeugungs-ErklĂ€rung geht daher eher auf seinen Materialismus zurĂŒck als auf saubere Wissenschaft.

Hawking meint, dass die Wissenschaft die Frage, weshalb es ein Universum gebe, nicht beantworten könne. Er schlĂ€gt vor, dass das Universum durch eine Theorie ins Leben gerufen wurde: „Ich habe die Vorstellung vom göttlichen Herumpfuschen noch nie gemocht. FĂŒr mich ist es viel inspirierender zu glauben, dass eine Reihe mathematischer Gesetze so raffiniert sein können, alle diese Dinge zu erzeugen.“ Doch was könnte mit ‚mathematischen Gesetzen’ ĂŒberhaupt gemeint sein? Gesetze beschreiben nur, sie können selber nichts hervorbringen. So beschreiben die Gesetze, wie sich ein Billardball bewegt, nachdem er angestossen wurde. Sie erklĂ€ren aber nicht, weshalb er existiert und weshalb er angestossen wurde. Die Vorstellung, dass mathematische Gesetze Leben hervorbringen ist eher Sciencefiction als Wissenschaft.

Eine weitere Theorie versucht den Anfang damit zu erklĂ€ren, dass der Urzustand mit Hilfe der Quantentheorie angesehen wird. Dann könnte die UnschĂ€rfe dem Universum irgendwie die Möglichkeit gegeben haben spontan durch eine Schwankung im Quantenvakuum zu entstehen (Quantenvakuum meint ein Quantenfeld in seinem energetischen Grundzustand. Damit sich ein Feld aber in seinem Grundzustand befinden kann, muss es eindeutig zuerst mit seinen Masse- und Energie-Eigenschaften da sein. Es ist also nicht nichts.) Hawking arbeitet dann mit einem mathematischen Modell der ‚imaginĂ€ren Zeit’ (er verwendet komplexe Zahlen), welche die Notwendigkeit der SingularitĂ€t beseitigen und so die Frage nach einem Schöpfer vermeiden soll. Das tut es aber nicht! Die Frage wird einfach einen Schritt weiter nach hinten verlegt. Woher stammt das Quantenvakuum? Es lĂ€sst sich auch fragen, was der Ursprung der Gesetze ist, die das Vakuum regieren.

Es gibt daher heute einen bemerkenswerten Konsens darĂŒber, dass das Universum einen Anfang hatte. Je mehr wir ĂŒber das Universum wissen, umso deutlicher drĂ€ngt sich die Vorstellung auf, es muss einen Schöpfer geben. Das ist auch der Grund weshalb Allan Sandage (einer der VĂ€ter der modernen Kosmologie) schreibt: „Ich finde es ziemlich unwahrscheinlich, dass eine solche Ordnung aus dem Chaos kam. Es muss irgendein Organisationsprinzip geben. FĂŒr mich ist Gott ein RĂ€tsel, aber er ist die ErklĂ€rung fĂŒr das Wunder der Existenz – warum es etwas und nicht vielmehr nichts gibt.“ (In New York Times 1991)

4. Eine geplante BiosphÀre

Das Wunder der belebten Natur

Auch die Biologie fĂŒhrt uns eine Welt vor Augen, die durch und durch den Abdruck eines Bauplanes trĂ€gt. Selbst Dawkins meinte: Biologie sei „das Studium komplizierter Dinge, die so aussehen, als seien sie zu einem Zweck entworfen worden.

Michael Behe (Darwin’s Black Box) entwarf an (scheinbar) nicht reduzierbar komplexen biologischen Strukturen, wie dem Flagellum (Schwanzartiger Antrieb) bei Bakterien, den Begriff des Intelligenten Designs (ID). Eine Mausefalle ist z.B. ein nicht-reduzierbar-komplexes Ding. Liesse man einige Teilchen weg, dann wĂŒrde sie nicht mehr funktionieren. Alle Teile mĂŒssen daher gleichzeitig und nicht „evolutiv“ zusammengestellt werden. Darwin schrieb: „Liesse sich irgendein zusammengesetztes Organ nachweisen, dessen Vollendung nicht möglicherweise durch zahlreiche kleine, aufeinander folgende Modifikationen hĂ€tte erfolgen können, so mĂŒsste meine Theorie unbedingt zusammenbrechen.“ Behe ist der Überzeugung, dass kein detailliertes biochemisches Modell existiere, dass daher der darwinsche Mechanismus unzureichend sei, weil er den Ursprung nicht-reduzierbarer KomplexitĂ€t nicht zu erklĂ€ren vermag.


Bausteine des Lebens

Millers Experiment an einer vermuteten „UratmosphĂ€re“ fĂŒhrte 1952 zur Entstehung von fast allen natĂŒrlichen AminosĂ€uren (AS). Euphorisch bejubelte man die „Lösung“ der Frage nach dem Ursprung des Lebens.

Heute geht man aber von einer ganz anderen Zusammensetzung der UratmosphĂ€re aus – einer aminosĂ€urefeindlichen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Peptid (ca. 100 AS) aus den vorhandenen AS bildet ist Àusserst gering. Also auch hier lÀsst sich eine Planung vermuten.

Auch der 2. Thermodynamische Hauptsatz scheint gegen ein System von hoher KomplexitÀt, wie einem Peptid, zu sprechen.

Dazu kommt noch die ungeheure Unwahrscheinlichkeit, dass alle AS in einem Protein (mehrere 100 AS) alle an die richtige Stelle kommen. Oft fĂŒhrt schon eine falsche AS an einer gewissen Stelle zu einem funktionslosen Protein.

Stuart Kaufmann schrieb: Jeder, der ihnen erzĂ€hlt, er wĂŒsste, wie das Leben auf der Erde vor rund 3,45 Mia Jahren begonnen habe, ist ein Dummkopf oder ein Schurke. Keiner weiss es.“

Es ist das Wesen biologischer KomplexitĂ€t, das das stĂ€rkste Argument fĂŒr einen Bauplan liefert.

5. KomplexitÀt und Information

Das Wesen der KomplexitÀt

Einen Weg, wie man die KomplexitĂ€t einer Buchstabenreihe messen kann, besteht darin zu sehen, ob eine einfache Beschreibung dafĂŒr zu finden ist, d.h. sich die Grösse des Algorithmus (jener mechanische Prozess, z.B. ein Computerprogramm) anzuschauen welcher die Reihe erzeugen könnte.

Wenn wir 10'000 Mal ICH LIEBE DICH (15 Zeichen incl. Leezeichen) aneinander reihen, dann gibt es fĂŒr diese Reihe einen einfachen Algorithmus (FĂŒr n0 1 bis 10'000 schreibe ICH LIEBE DICH; dann höre auf). Die Reihe ist algorithmisch komprimierbar und darum nicht komplex. Nicht komplex bedeutet, dass die lange Reihe wenig Information beinhaltet.

Wenn wir zufĂ€llig 150'000 Buchstaben aneinander reihen, dann ist die kĂŒrzeste Beschreiben dieser Reihe wieder die Reihe selber. Sie ist algorithmisch nicht komprimierbar.

Betrachten wir die erste 150'000 Zeichen eines Gedichtes. Auch hier gibt es keinen einfachen Algorithmus. Diese Reihe hat aber die Eigenschaft der Spezifikation.

Die erste Reihe weist also eine hochgradige Ordnung auf, aber wenig Information und KomplexitÀt. Die zweite ist komplex, aber unspezifiziert. Die dritte ist komplex und spezifiziert.

Ein Tintenklecks ist hoch komplex aber unspezifiziert, eine Tintenbotschaft ist spezifiziert komplex. Ohne zu ĂŒberlegen schreiben wir den Klecks dem Zufall zu und die Botschaft einem intelligenten Bewusstseinsvorgang.


Der genetische Code

Die DNS weist genau dieselbe Art von spezifizierter KomplexitÀt auf, wie die Sprache.

Wenn man ein Haus baut, braucht man Information, die nicht in den Steinen enthalten ist. Das gilt auch fĂŒr die Bausteine des Lebens. Blinder Zufall wird einfach nicht ausreichen. Paul Davis meint daher, dass wenn Proteine einfach durch Zufall und Energie entstehen sollten, das etwas dasselbe sei, wenn man erarte, dass ein Haus entstehe, wenn man unter einer Ladung von Ziegelsteinen eine Dynamitstange zĂŒnde.

Fred Hoyle verglich die Wahrscheinlichkeit einer spontanen Bildung von Leben mit der Wahrscheinlichkeit, dass ein Tornado einen Schrottplatz durchfegt und eine Boing 747 produziert.

Eine fundamentale Frage der Biologie ist daher die nach dem Ursprung des genetischen Codes. Der NobelpreistrĂ€ger Manfred Eicher Ă€usserte die Hoffnung, dass einmal ein entdeckter Algorithmus oder ein Naturgesetz Information erzeugen könne. Diese Hoffnung muss aber zum Scheitern verurteil sein. Denn Naturgesetze erzeugen keine Ereignisse, sie beschreiben sie nur. PhĂ€nomene, die durch Gesetze beschrieben werden, sind durch RegelmĂ€ssigkeit und Ordnung gekennzeichnet – das ist im Kern das, was man unter einem Gesetz versteht. Folglich widerspricht die Vorstellung von Gesetzen, die komplexe spezifizierte Information erzeugen können, sich selbst. Sie können das aus Prinzip nicht. Gesetze sind wie Algorithmen – sie können Ordnung erzeugen, aber nicht sprachĂ€hnliche KomplexitĂ€t.

Manchmal wir argumentiert, KomplexitĂ€t könne eine ‚emergente’ Eigenschaft eines relativ einfachen algorithmischen Prozesses sein (vergleichbar mit der Erzeugung der Mandelbrot-Menge durch eine einfache Gleichung – aber ohne zusĂ€tzliche Information kommt man von de Gleichung auch nicht zur Darstellung dieser Menge).

Dawkins meinte, Textverarbeitung sei eine ‚emergente’ Eigenschaft von Computern. Das ist sie in der Tat; aber nur auf Kosten der Zufuhr der Information (z.B. durch das Word-Programm). Die Informationstheorie sagt klar: „Eine Maschine schafft keine neue Information, sondern sie fĂŒhrt eine sehr wertvolle Umwandlung bereits bekannter Information durch.“ Von nichts kommt nichts, auch keine Information.

Andere verweisen auf die Entstehung von spontaner Ordnung, wie sie ein entstehender Strudel beim Ausfliessen der Badewanne darstellt. Die Frage ist aber nicht die, wie Ordnung entsteht, sondern Information. Was einer ErklÀrung bedarf ist nicht der Ursprung der Ordnung, sondern der Ursprung der Information.

Es gibt also Hinweise dafĂŒr, dass Zufall (WillkĂŒrlichkeit) und Notwendigkeit (Gesetze) nicht in der Lage sind, den Ursprung informationsreicher biologischer KomplexitĂ€t zu erklĂ€ren.

Man könnte nun sagen, dass es natĂŒrlich schwieriger ist einen Negativbeweis zu fĂŒhren, und dass es eher von intellektueller Faulheit zeuge, die Hoffnung aufzugeben dass Information durch natĂŒrliche Prozesse erzeugt werden kann, und sie intelligenter Planung zuzuschreiben. Die Wissenschaft werde irgendwann eine Lösung bereithalten. Diese Haltung setzt aber letztlich eine naturalistische WA voraus.

Vielen Wissenschaftlern werden jĂ€hrlich einige VorschlĂ€ge fĂŒr ein Perpetuum mobile zugeschickt. Ist es ihre Denkfaulheit, weshalb sie diese Artikel nicht mehr lesen? Der Grund ist doch der, dass sie an den Energieerhaltungssatz glauben – an ein verbindliches Gesetz, so dass die Suche nach einem Perpetuum mobile reine Zeitverschwendung ist.

Könnte nicht das Fehlschlagen aller bisherigen Versuche, eine naturalistische ErklĂ€rung fĂŒr den Ursprung der Information zu finden, ein starker Hinweis darauf sein, dass wir in die entgegengesetzte Richtung schauen sollten.

William Dembski vertritt die Auffassung, dass es so etwas wie einen Informationserhaltungssatz gebe. Er tritt dafĂŒr ein, dass natĂŒrliche Prozesse (Zufall und Notwendigkeit) wirksame komplexe spezifizierte Information ĂŒbermitteln, aber nicht erzeugen können. Die Existenz komplexer spezifizierter Information weist auf eine intelligente Quelle fĂŒr diese Information hin. Weil genetische Information von solcher Art ist, benötigt sie eine intelligente Quelle.


Das Wesen des Bauplan-Arguments

Man muss sich hier klar machen, dass, obwohl die DNS einem Computerprogramm Ă€hnelt, der Schluss auf Planung und Gestaltung nicht einfach ein Analogieschluss ist (von Ă€hnlichen Wirkungen auf Ă€hnliche Ursache zurĂŒck schliessen. Die Stichhaltigkeit solcher AnalogieschlĂŒsse steht und fĂ€llt mit dem Grad der Ähnlichkeit der verglichenen Dinge). Wir argumentieren also nicht mir Analogien, sondern wir schliessen auf die beste ErklĂ€rung fĂŒr die vorliegenden Daten – Ă€hnlich einem Detektiv.

Auch in der Wissenschaft wird auf intelligente Urheberschaft geschlossen. Z.B. SETI (search for Extra-Terrestrial Intelligence). Wie muss ein aufgefangenes Signal gestaltet sein, damit man es als von einer ausserirdischen Intelligenz stammend bezeichnen kann?  Scheinbar weiss man hier, wann ein solches Signal mehr als nur Hintergrundrauschen darstellt.


Information als fundamentale Grösse

Schon Gen 1 (Gott sprach ...) und auch der Johannesprolog (am Anfang war das Wort) sprechen davon, dass die Information vor der Materie war. Materie kann Information ĂŒbertragen, aber Information ist nicht materiell. Das Universum besitzt eine nicht-materielle Dimension. Daher können materialistische ErklĂ€rungen nie ausreichen.

Paul Davis: „Normalerweise denken wir uns die Welt als aus einfachen, klumpenartigen Materieteilchen bestehend und Information als abgeleitetes PhĂ€nomen, das speziellen, organisierten MateriezustĂ€nden zuzuordnen ist. Aber vielleicht ist es gerade andersherum: Vielleicht ist das Universum in Wirklichkeit das Herumtollen von Urinformation, und materielle Objekte sind eine komplexe sekundĂ€re Erscheinung.“ 1989 sagte schon Wheeler: „Morgen werden wir gelernt haben, die ganze Physik in der Sprache der Information zu verstehen.“

Anton Zeilinger (der momentan renommierteste Quantenphysiker) meinte, um die Quantenmechanik zu verstehen, mĂŒsse man damit beginnen, Information mit so genanten Elementarsystemen in der Quantenmechanik in Verbindung zu bringen. Auch er postuliert, dass Information grundlegender als Materie sei. Wenn Materie und Energie nicht die KapazitĂ€t besitzen, ohne zusĂ€tzliche Zufuhr von Information alle fĂŒr biologisches Leben notwendigen informationsreichen Strukturen zu entwickeln, dann ist der Materialismus widerlegt.


Der Bauplan – ein Argument aus Unkenntnis?

Es wird manchmal der Einwand erhoben, das Bauplan-Argument beruhe auf Unkenntnis und möglicherweise Denkfaulheit. Es bedeute Planung zu postulieren, um die LĂŒcke in unserer derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnis zu ĂŒberdecken, anstatt mit harter wissenschaftlicher Arbeit fortzufahren, die Antwort zu finden. Mit anderen Worten, es sei ein typisches „Gott als LĂŒckenbĂŒsser“-Argument. Wenn die Forschung weit genug fortgeschritten sei, werde die LĂŒcke gefĂŒllt und Gott endgĂŒltig verbannt.

Die BefĂŒrworter des SETI-Programms wĂŒrde der Gedanke nicht ĂŒberzeugen, das Postulat einer fremden Intelligenz als Quelle einer empfangenen informationsreichen Botschaft sei ein LĂŒckenbĂŒsser-Argument.

Auch macht das Wissen um das Wesen biologischer Information und das Wissen darum, dass die einzigen bekannten Informationsquellen intelligente Quellen sind, gepaart mit der Tatsache, dass Zufall und Notwendigkeit nicht die komplexe spezifizierte Information erzeugen können, die in der Biologie vorkommt, Planung zu der besten ErklĂ€rung fĂŒr die Existenz informationsreicher DNS.

Es geht daher um Weltanschauungen, nicht nur um Wissenschaft.

6. Ist der Uhrmacher wirklich blind?

Der blinde Uhrmacher

Selbst von den ĂŒberzeugten Naturalisten und Atheisten wird nicht in Frage gestellt, dass die Natur einen ĂŒberwĂ€ltigenden Eindruck von Planung und Gestaltung erweckt. Crick: „Biologen mĂŒssen sich stĂ€ndig ins GedĂ€chtnis rufen, dass das was sie sehen, nicht geplant wurde, sondern sich entwickelte.“ Und Dawkins: „Lebende Objekte sehen wie geplant aus, sie erwecken den ĂŒberwĂ€ltigenden Eindruck, als seien sie geplant.“

Was ist der Grund dafĂŒr, dass solche Wissenschaftler nicht dazu bereit sind, den auf der Hand liegenden Schluss zu ziehen, dass Lebewesen genau darum geplant aussehen, weil sie geplant sind?

Dawkins („Der blinde Uhrmacher“) vertritt die Ansicht, dass der Anschein von Planung eine völlige Illusion sei. Mit Crick und anderen behauptet er, evolutionĂ€re Prozesse seien fĂ€hig, die unvorstellbare KomplexitĂ€t hervorzubringen – evolutionĂ€re Prozesse, die ohne jede Zufuhr von Intelligenz auskommen. DemgemĂ€ss ist die Materie nicht das Produkt eines Geistes, sondern der Geist ist Produkt der Materie – nicht mehr als das Produkt eines sinn- und ziellosen Prozesses. Das passt genau zur materialistischen WA.

Doch was ist das fĂŒr eine Maschine, die die schöpferische Kraft besitzt aus Materie Leben und Bewusstsein hervorzubringen?

William Paley formulierte im 18. Jahrh. ein berĂŒhmtes Bauplanargument: „Wenn wir auf der Heide einen Stein fĂ€nden, wĂŒrden wir vielleicht sagen, er habe schon immer dort gelegen. Was sagen wir aber, wenn wir dort eine Uhr fĂ€nden? Wir wĂŒrden kaum wie beim Stein antworten. Die Uhr muss einen Uhrenmacher gehabt haben, der sie zu dem Zwecke schuf, dem sie augenscheinlich dient. Ebenso finden wir in der Natur Hinweise fĂŒr einen Bauplan. „ Kurz gesagt, wenn eine Uhr die Existenz eines Uhrmachers impliziert, wie viel mehr verlangt die komplexe Natur die Existenz eines göttlichen Uhrmachers? Paley machte sich aber auch manchmal lĂ€cherlich und so wird heute sein Uhrmacher-Argument oft mit einer Handbewegung abgetan. Doch der Kernpunkt seines Argumentes bleibt gĂŒltig, denn niemand wĂŒrde heute beim Auffinden einer so komplexen Struktur wie der einer Uhr bezweifeln, dass sie geplant wurde. David Hume widersprach Paley mit der BegrĂŒndung, dass seine Analogie nicht zutreffend sei – Uhren und biologische Organismen seien zu verschieden. Unterdessen haben aber wissenschaftliche Erkenntnisse gezeigt, dass Humes Ablehnung der Analogie etwas verfrĂŒht war.

Der Eindruck, dass der Darwinismus mit Notwendigkeit den Schöpfer beseitige ist weit verbreitet. 1959 (zur Hundertjahrfeier der Veröffentlichung von Darwins Hauptwerk) sagte Sir Julian Huxley: „Im Denkschema der Evolution ist kein Bedarf und kein Platz mehr fĂŒr das ÜbernatĂŒrliche. Die Erde wurde nicht geschaffen, sie entwickelte sich. Dasselbe gilt fĂŒr Tier, Pflanzen und Mensch, Verstand, Seele ebenso wie Gehirn und Körper. Auch die Religion entwickelte sich.“

Diese Ansicht, dass der Atheismus die logische Konsequenz der Evolutionstheorie sei, findet sich heute ĂŒberall.

Somit stehen wir vor der folgendenmerkwĂŒrdigen Situation: Einerseits schliessen wir beinahe instinktiv aus der Existenz und dem Wesen biologischer Information, dass es einen intelligenten Schöpfer gibt. Andererseits gibt es die Auffassung, dass kein Planer notwendig sei; vernunftlose Evolutionsprozesse könnten alles ausrichten. Und von der jeweiligen Antwort hĂ€ngt sehr viel ab. (Der Zoologe G.G. Simpson sagte auf die Fragen: Was ist der Sinn des Lebens und wozu sind wir da?: „Ich möchte behaupten, dass alle Versuche, diese Fragen vor dem Jahre 1859 zu beantworten, wertlos sind und dass es fĂŒr uns besser ist, sie völlig zu ignorieren.“)


Oft wird uns angeboten, dass wir die Wahl zwischen Evolution und Gott hÀtten. Darin sind zwei Behauptungen versteckt:

  1. Evolution ist mit der Existenz eines Schöpfers unvereinbar.
  2. Die biologische Evolution erklÀrt die Existenz der ganzen KomplexitÀt des Lebens.

FĂŒr viele sind beide Aussagen wahr. Die erste als SelbstverstĂ€ndlichkeit und die zweite als Resultat der Forschung. So einfach ist das aber nicht. Erstens gibt es viele Forscher, die sowohl an die Evolution, wie auch an Gott glauben und zweitens gibt es auch wissenschaftliche Anfragen (nicht nur von Gott-Glaubenden) wie es wirklich um Aussage 2 stehe.

So mĂŒssen wir die Logik dieser Argumente untersuchen und uns auch fragen, ob die Mechanismen, die Darwin entdeckte, das ganze Gewicht aushalten können, das man ihnen auflĂ€dt.


Zur ersten Behauptung: Die Vorstellung, dass Gott und die biologische Evolution einander ausschliessende Alternativen seien, setzt voraus, dass Gott und die Evolution zur selben Kategorie gehören. Und das ist falsch. Die Evolution soll ein biologischer Mechanismus sein, und Gott ist eine Person, die etwas tut. Es handelt sich hier also um einen klassischen Kategorienfehler. Das VerstĂ€ndnis des Mechanismus, durch den sich ein Fordwagen fortbewegt, ist kein Argument dafĂŒr, Herrn Ford selbst als nichtexistent zu betrachten.

Sir John Haughton (Royal Society) schreibt: Die Tatsache, dass wir einige der Mechanismen verstehen, nach denen das Universum oder lebende Systeme arbeiten, schliesst die Existenz eines Gestalters ebenso wenig aus, wie die Einsicht in die AblĂ€ufe des Zusammenbaus einer Uhr – wie automatisiert diese AblĂ€ufe auch erscheinen mögen – nicht impliziert, dass es keinen Uhrmacher geben kann.“

Auf der Grundlage solche Gedanken gab und gibt es fĂŒhrende Wissenschaftler, die die Evolutionsmechanismen als die vom Schöpfer gewĂ€hlte Methode, die Vielfalt des Lebens zu erzeugen, akzeptieren. Auf der logischen Ebene ist das Argument, dass die Existenz eines Mechanismus intelligente Urheberschaft nicht ausschliesst, so einfach und zwingend, dass man sich ernsthaft fragen muss, weshalb es dennoch so viele gibt, die glauben, Evolution impliziere den Atheismus.

Eine mögliche Antwort: Die Evolutionsmechanismen benötigen angeblich keinen Gestalter. Dennett schreibt, dass das, was Darwin gefunden habe eine Art von Prozess sei (natĂŒrliche Auslese), der die ‚Gestaltungs’-Arbeit auf eine lange Zeitspanne verteile und der das bewahrte, was auf jeder Stufe erreicht wurde. Das heisst, natĂŒrliche Auslese gestaltet irgendwie, ohne dass sie selbst gestaltet worden wĂ€re oder irgendeinen Zweck im Sinne hĂ€tte. Die Behauptung ist, dass es in der Natur jenseits der KrĂ€fte der Physik nichts gibt. Das ist aber eine reine Glaubenssache, durch die Gott ausgeschlossen wird. Dawkins sagt noch, dass die blinden VorgĂ€nge, die in der biologischen Welt zu beobachten seien, auch fĂŒr ihre Existenz selber verantwortlich wĂ€ren.

Hier steckt aber ein subtiler Trick dahinter. Physikalische AblĂ€ufe wie natĂŒrliche Auslese sind natĂŒrlich aus sich selbst heraus blind und ohne Bewusstsein (die meisten physikalischen AblĂ€ufe sind das). Dawkins behauptet aber, natĂŒrliche Auslese sei die ‚ErklĂ€rung’ auf allen Ebenen fĂŒr die Existenz und zweckmĂ€ssige Gestalt allen Lebens. Sein methodischer Reduktionismus ist zum ontologischen Reduktionismus geworden. TatsĂ€chlich unterlĂ€sst es Dawkins vollstĂ€ndig, auf die metaphysische Frage einzugehen, ob es einen Geist oder eine Intelligenz gibt, die diesen Ablauf benutzt. Es ist offensichtlich dass der Mechanismus einer Automatikuhr blind ist und dass er von zufĂ€lligen Bewegungen abhĂ€ngt. Doch das ist kein Argument dafĂŒr, dass er nicht entworfen wurde. Ein Uhrmacher ist eine Person. Dadurch, dass Dawkins die blinden KrĂ€fte plötzlich einen Uhrmacher nennt, werden sie personifiziert. Die Wirkung besteht darin, dass der Leser nun meint, Dawkins hĂ€tte wirklich personenhafte Ursachen wegargumentiert, wĂ€hrend er nichts dergleichen getan hat. Er ist auf diese Frage gar nicht eingegangen. Er hat einfach seinen Glauben zum Ausdruck gebracht, dass es keinen Urheber gebe (man kann auch beobachten, dass die Evolutionsmechanismen oft mit ‚Blind’ oder ‚ziellos’ umschrieben werden. Das weist auf die Ablehnung einer Urheberschaft hin, was nichts als eine Glaubensaussage darstellt.) Aber wissenschaftliche Analysen können eben den Zweck, weshalb ein Kuchen gebacken wurde, nicht bestimmen – ebenso können sie nicht sagen, er sei zu keinem Zweck gebacken worden.


Evolution und Philosophie

Der Schluss von der Biologie auf den Atheismus schmuggelt also metaphysische Vorstellung ein. Das wirft die Frage auf, wie sich Biologie und Metaphysik zueinander verhalten. Michel Ruse (Evolutionsphilosoph) gestand, dass fĂŒr viele Evolutionisten die Evolution die Rolle einer sĂ€kularen Religion spiele. FrĂŒher warnte schon Karl Popper: „Eine Theorie, selbst eine wissenschaftliche, kann eine intellektuelle Mode werden, ein Religionsersatz, ein Dogma, das sich eingebĂŒrgert hat. Das ist sicherlich mit der Evolutionstheorie so gewesen.“ Die Gefahr ist die, dass eine methodische PrĂ€misse, die fĂŒr begrenzte Zwecke nĂŒtzlich ist, erweitert wird, um einen absoluten metaphysischen Grundsatz zu bilden. Schon C.S. Lewis sah das Problem sehr deutlich. Er schreibt, wir mĂŒssten „scharf unterscheiden zwischen der Evolutionslehre als biologischer Theorie und dem populĂ€ren Evolutionismus, der zum Mythos geworden ist.“ Lewis begrĂŒndet seine Aussage damit, indem er aufzeigt, dass nicht die wissenschaftliche Lehre zuerst gewesen sei – das wĂ€re natĂŒrlich, wenn man die Auswirkung einer Lehre auf das Denken der Allgemeinheit untersucht, sondern umgekehrt erschien der Evolutionismus vor der Biologie.

Er schreibt weiter: „Die Evolutionstheorie ist eine wissenschaftliche Hypothese und insoweit anzuerkennen, bis eine neue Hypothese gefunden wird, die sich bei noch weniger Mutmassungen mit noch mehr Tatsachen deckt. Doch Prof. Watson wĂŒrde nicht so weit gehen. Nach ihm wird die Evolution nicht deshalb anerkannt, weil sie je beobachtet worden wĂ€re, oder weil anhand von beweismaterial logisch lĂŒckenlos gezeigt werden könnte, dass sie wahr ist, sondern weil es die einzige Alternative, die Schöpfung, unglaubhaft ist.“ Das wĂŒrde heissen, der einzige Grund an sie zu glauben, sei nicht empirisch, sondern metaphysisch – ganz so schlimm es ist es heute aber nicht mehr.


Die logischen Implikationen des Naturalismus

Wenn wir davon ausgehen, der Naturalismus sei wahr, dann folgt daraus mit logischer Notwendigkeit, dass irgendeine Art von Evolution stattgefunden haben muss, völlig unabhĂ€ngig von irgendwelchen Indizien, die man dafĂŒr finden kann. Wenn wir mit Dawkins’ materialistischen Hypothese beginnen: Alles ist Materie oder Energie und Physik, dann gibt es nur eine Möglichkeit: Irgendeine Evolutionstheorie. Schon der materialistische Epikur verwendete eine Ă€hnliche Logik.

Daraus folgt natĂŒrlich nicht zwingend, dass jede Evolutionstheorie falsch sein muss. Es bedeutet aber, dass tatsĂ€chlich die Gefahr besteht, dass durch das naturalistische Paradigma ein solcher Druck vorherrscht, dass die Theorie deshalb nicht der selben strengen, selbstkritischen Analyse unterzogen wird, durch die sonst die Wissenschaft gekennzeichnet ist. Schon Thomas Kuhn (Struktur der wissenschaftlichen Revolution) wies darauf hin: Wenn etwas wahr sein muss, dann können Argumente, die dagegen sprechen, leicht ignoriert oder vom Tisch gewischt werden. Bedauerlicherweise scheint diese Warnung nicht immer beherzigt zu werden, mit dem Resultat, dass der Versuch, die Evolution in Frage zu stellen, selbst wenn dies aus wissenschaftlichen GrĂŒnden geschieht, ein riskantes Unterfangen sein kann. Wie immer ist auch hier Dawkins nicht zu ĂŒbertreffen: „Man kann ohne irgendeinen Zweifel sagen, dass, wenn Sie jemandem begegnen, der behauptet, nicht an die Evolution zu glauben, diese Person unwissend, dumm oder verrĂŒckt ist (oder bösartig, aber ich möchte diese Möglichkeit lieber ausser Acht lassen).“

Doch nun zur zweiten Behauptung: Die biologische Evolution erklÀrt die ganze KomplexitÀt des Lebens.

7. Wesen und Umfang der Evolution

Definition von Evolution

Die Diskussion ĂŒber die Evolution ist des Öfteren verwirrt, weil man sich nicht im Klaren ist, dass der Begriff mit verschiedenen Bedeutungen verwendet wird, von denen einige so unstrittig sind, dass ihre Ablehnung tatsĂ€chlich fĂŒr so etwas wie Ignoranz sprechen mag.

Was also ist Evolution?

  1. VerĂ€nderung, Entwicklung, Variation – unabhĂ€ngig von der Art des Mechanismus; z.B. Evolution des Automobils, oder auch Evolution des Lebens.
  2. Mikroevolution: Variation innerhalb vorgeschriebener KomplexitÀtsgrenzen. Dieser Aspekt ist auch so gut wie unbestritten.
  3. Makroevolution: Die Entstehung von neuen Organen und Strukturen, von qualitativ neuem Erbmaterial. Die Makroevolution bedeutet Zunahme an KomplexitÀt.
  4. KĂŒnstliche Auslese (ZĂŒchtung von Pflanzen und Tieren). Dieser Vorgang erfordert eine hochgradige Zufuhr von Intelligenz – ist aber kein Argument fĂŒr die Makroevolution.
  5. Chemische Evolution: Es ist heute ĂŒblich von der Evolution der lebenden Zelle aus unbelebtem Material zu sprechen.

Dann umfasst der Begriff auch die Theorie darĂŒber, wie sich diese Dinge zutrugen. Die verbreitetste ist die neodarwinistische Synthese von natĂŒrlicher Auslese, Mutation und genetischem Drift.

Wenn Zweifel an der Evolution in der Bedeutung von 1., 2. oder 4. meint, dann wÀre der Vorwurf der Dummheit verstÀndlich.

Colin Patterson stellt die Evolution in seinem Standardwerk in der Form eines deduktiven Argumentes dar:

  1. Alle Organismen mĂŒssen sich fortpflanzen.
  2. Alle Organismen weisen Erbvariationen auf.
  3. Unterschiedliche Erbvariationen haben unterschiedliche Wirkungen auf die Fortpflanzung.
  4. Deshalb werden Variationen mit gĂŒnstigen Wirkungen auf die Fortpflanzung erfolgreicher sein, und Organismen werden sich verĂ€ndern.

NatĂŒrliche Auslese beschreibt also den Vorgang, durch den schwĂ€chere Nachkommen in einer Population ausgesiebt werden, wĂ€hrend der stĂ€rkere Strang gedeiht.

Im Vorwort schreibt Patterson, obwohl er an die Evolution im Sinne von gemeinsamen Vorfahren glaube, sei er nicht mehr sicher, dass natĂŒrliche Auslese die erschöpfende ErklĂ€rung darstelle. TatsĂ€chlich war das auch Darwin nicht. In seiner ersten Ausgabe von Origin of Species schreibt er: „Ich bin ĂŒberzeugt, dass natĂŒrliche Auslese das wichtigste, aber nicht das einzige Mittel der Modifikation gewesen ist.“ Patterson meint auch, dass die Evolutionstheorie dem Kriterium der Falsifizierbarkeit nach Popper nicht genĂŒge.


Die SchlĂŒsselfrage besteht darin, ob die Evolution ein grosses Ganzes ist; ob z.B. die Mechanismen, die eine Variation der FinkenschnĂ€bel gut erklĂ€rt, auch die Existenz von Finken erklĂ€ren können. Es könnte ein Unterschied in der Mikro- und der Makro-Evolution bestehen. Paul Wesson: „Grosse Innovationen der E. können wir nicht gut verstehen. Keine davon ist je beobachtet worden, und wir haben keine Ahnung, ob sich gerade eine vollzieht. FĂŒr keine von ihnen gibt es eine gute fossile Dokumentation.“

Es gibt wichtige GrĂŒnde, weshalb die Makroevolution nicht eine Tatsache ist wie die Tatsache, dass sich die erde um die Sonne dreht. Erstens ist die Tatsache, dass sich die Erde um die Sonne dreht eine Sache der Beobachtung. Aber niemand hat gesehen, wie sich Vögel aus Nicht-Vögel entwickelt haben. Zweitens dreht sich die erde regelmĂ€ssig um die Sonne. Die Behauptung, die Vögel seine aus Nicht-Vögeln entstanden, ist eine Behauptung ĂŒber ein nicht wiederholbares Ereignis. Dieses nicht beobachtbare und nicht wiederholbare Ereignis in dieselbe Kategorie einzuordnen wie ein wiederholtes und beobachtbares PhĂ€nomen, erscheint als so elementarer Fehler, dass man sich fragen kann, ob Furcht vor den Spuren des göttlichen Fusses eine Rolle spielt und ob materialistische Vorurteile sich ĂŒber den gesunden Menschenverstand hinwegsetzen.

Die Mikroevolution ein beobachtbares PhĂ€nomen betrifft, steht sie den Methoden der induktiven Wissenschaft offen; und es ist eine faszinierende Frage, wo genau ihre Grenzen liegen. Die Makroevolution steht solchen Methoden nicht unmittelbar offen. Ebenso wenig ist dies bei der chemischen E der Fall. Weil diese beiden im Grossen und Ganzen Behauptungen ĂŒber nicht wiederholbare vergangene Ereignisse betreffen, mĂŒssen wir ihnen mit Methoden begegnen, die einer historischen Wissenschaft angemessen sind, beispielsweise mit der Methode des Schlussfolgerns auf die beste ErklĂ€rung.

Meist wird aus der Mikro- auf die Makro-E extrapoliert. Vom Beobachtbaren auf das Nicht-Beobachtbare – das kann allerdings gefĂ€hrlich sein. Mikroevolution beobachtet nur das Überleben der Geeignetsten (survival of the fittest), nicht die Ankunft der Geeignetsten (arrival of the fittest). Richard Goldschmidt: „Die Tatsache der Mikroevolution scheint nicht zu einem VerstĂ€ndnis der Makroevolution zu genĂŒgen.“ Auch ĂŒberzeugte Darwinisten (John Maynard Smith und Szathmary) geben zu: „Es gibt keinen theoretischen Grund, der die Erwartung rechtfertigen wĂŒrde, dass Evolutionslinien mit der Zeit an KomplexitĂ€t zunehmen; es gibt auch keine empirischen Anzeichen dafĂŒr, dass dies geschieht.“

Anhand der kĂŒnstlichen Auslese durch ZĂŒchtung sieht man, dass man hier nur innerhalb der Gattung VerĂ€nderungen erzielen kann. Pierre GrassĂ© schrieb: Eine Fruchtfliege bleibt immer eine Fruchtfliege trotz tausender gezĂŒchteten Generationen, und all den Mutationen, die man hervorgebracht hatte. TatsĂ€chlich scheint die Variation der Erbmasse recht bald zu Ende zu sein. Auch scheint nur eine von ca. 1000 Mutationen nicht schĂ€dlich ist.

„Kaninchen stammen einfach nur von anders gearteten Kaninchen ab und nicht aus der Ursuppe oder aus Kartoffeln. Wo sie herkommen, ist ein Problem dessen Lösung noch aussteht.“ Meinte Fred Hoyle.


Die Fossildokumentation

Darwin (in „Die Entstehung der Arten“): „Die Anzahl der ZwischenvarietĂ€ten, welche vordem auf der Erde vorhanden waren, muss eine wahrhaft ungeheure gewesen sein. Woher kommt es dann, dass nicht jede geologische Formation und jede Gesteinsschicht voll von solchen Zwischenformen ist? Die Geologie enthĂŒllt und sicherlich keine solche fein abgestufte Organismenreihe; und dies ist vielleicht der handgreiflichste, gewichtigste Einwand, den man meiner Theorie entgegenhalten kann.“

David Raup vom Field-Museum mit der grössten Fossiliensammlung: „Wir befinden uns nun 120 Jahre nach Darwin, und die Fossilienkenntnis ist stark angewachsen, doch die Situation hat sich nicht viel verĂ€ndert.“

Stephen Jay Gould: „Das extrem seltene Auftreten von Übergangsformen ist nach wie vor das Betriebsgeheimnis der PalĂ€ontologen.“

Gould vertritt die These, dass die Geschichte der meisten fossilen Arten zwei Merkmale aufweist, die besonders schlecht mit der Vorstellung zusammenpassen, sie hÀtten sich allmÀhlich entwickelt:

  1. Stillstand: Die meisten Arten weisen wÀhrend ihrer Zeit auf der Erde keine RichtungsÀnderungen auf. Wenn sie in der Fossiliendokumentation auftauchen, sehen sie mehr oder weniger so aus wie kurz vor ihrem Verschwinden. Morphologische VerÀnderungen sind gewöhnlich beschrÀnkt und richtungslos.
  2. Plötzliches Auftreten: Nirgendwo taucht eine Art allmÀhlich durch die stetige Umgestaltung ihrer Vorfahren auf; sie erscheint auf einen Schlag voll gestaltet.

Nach Gould legt die Fossiliendokumentation von kurzen Perioden rapider VerĂ€nderung Zeugnis ab (z.B. ‚Kambrische Explosion’), auf die lange Perioden des Stillstandes folgen.

Doch was verursacht solche SprĂŒnge nach langen Perioden des Stillstandes? Goulds Ansatz vom ‚unterbrochenen Gleichgewicht’ steht im Gegensatz zur Meinung der ‚Ultra-Darwinisten’ wie Dawkins und Dennett (sie sind ‚Gradualisten’). Gradualisten extrapolieren aus dem, was sie in der Gegenwart beobachten, rĂŒckwĂ€rts durch die Geologischen Zeiten hindurch.


Gemeinsame Abstammung

Ähnliche Knochenstrukturen und Ă€hnliche Gene werden gewöhnlich als Argument fĂŒr die Evolution interpretiert. Doch es könnte ebenso gut als ein Argument fĂŒr einen gemeinsamen Bauplan aufgefasst werden. Auch Autos mit einem Ă€hnlichen Bauplan können in Hierarchien eingeordnet werden, obwohl sie nicht voneinander abstammen, sondern weil sie einen gemeinsamen Bauplan haben.

Man kann auch argumentieren, dass es nicht unwissenschaftlicher sei, einen nicht beobachteten Planer zu postulieren, wie nicht beobachtete Stufen der Makroevolution zu postulieren.

8. Die Affenmaschine: Kann man den Zufall ohne Intelligenz zÀhmen?

Da Evolutionstheoretiker den Schluss auf einen Bauplan ausschliessen, mĂŒssen wir sie fragen: Wie erklĂ€rt die Evolution den Ursprung der biologischen Information? welche Anhaltspunkte haben sie fĂŒr Mechanismen, die dies allein auf der Grundlage natĂŒrlicher Prozesse tun können? Wie entsteht eine sprachĂ€hnliche Ordnung aus den buchstabenĂ€hnlichen Bausteinen, wenn man die Bausteine besitzt? Es ist schon schwierig die Bausteine zu erhalten – aber das ist nun nicht die Frage.

Im „der blinde Uhrmacher“ verwendet Dawkins ein Argument, das schon Huxley in seiner Debatte mit Wilberforce 1860 verwendete: Huxley meinte, dass Affen nach genĂŒgend Zeit, durch Zufall, ein Shakespeare-Gedicht schreiben wĂŒrden. Es ist aber unschwer auszurechnen, dass das Alter des ganzen Universums nicht ausreichen wĂŒrde

Berechnung diese Art haben die meisten Forscher davon ĂŒberzeugt, dass rein zufĂ€llige Prozesse den Ursprung von Systemen mit komplexer Information nicht erklĂ€ren können. Auch fĂŒr Dawkins ist es unmöglich, dass der reine Zufall hinter der Entstehung z.B. eines Proteins stehen kann.

Hoyle war der Ansicht, dass die Wahrscheinlichkeit, mit der sich spontan Leben aus unbelebter Materie bildete etwa 1 zu einer Zahl mit 40'000 Nullen sei – die Entstehung von Leben mĂŒsse also das Produkt absichtvoller Intelligenz  sein.

Wenn der Zufall nicht reicht und dennoch ein Planer abgelehnt wird, wie erklÀrt man sich denn den Ursprung von KomplexitÀt?

Dawkins versucht das Problem zu lösen, indem er die Unwahrscheinlichkeit in kleine, handliche Teile zerlegt und damit den Zufall austrickst; er begibt sich auf die RĂŒckseite des Unwahrscheinlichkeits-Gebirges und kriecht dort die sanften AbhĂ€nge hoch, einen cm pro Mio. Jahren.

Doch was geschieht, wenn man z.B. 1000 Schritte bis zum Gipfel annimmt, und annimmt, dass immer nur zwei Wahlmöglichkeiten bestehen – die eine fĂŒhrt zu etwas LebensfĂ€higem, die andere nicht und wird ausgemerzt.  Die Wahrscheinlichkeit wĂŒrde dann 1 zu 21000 betragen (also etwa 1 zu 10300), d.h. es bleibt sehr, sehr unwahrscheinlich.

Der Physiker Brian Josephson aus Cambridge zeigt eine weitere versteckte Voraussetzung in Dawkins’ Argument: „ Im „Blinden Uhrmacher“ hĂ€ngt das Argument davon ab, ob es ĂŒberhaupt einen solchen ununterbrochenen Weg, der von den UrsprĂŒngen des Lebens zum Menschen fĂŒhrt, ĂŒberhaupt gibt. Jeder Schritt muss klein genug sein, dass er sich durch Zufall ereignet und er muss jeweils von der natĂŒrlichen Auslese begĂŒnstigt sein. Dieser Weg wird als Folge logischer Notwendigkeit dargestellt. Aber tatsĂ€chlich gibt es keine solche logische Notwendigkeit, vielmehr erfordern die Voraussetzungen der Evolutionstheorie einen solchen Weg.“

Dawkins versucht der ZufĂ€lligkeit zu entkommen, indem er sagt, nur die Mutation sei zufĂ€llig, die Auslese sei es nicht. Zur Illustration greift er auf Huxley’s Affen-SchreibÂŹmaÂŹschinen-Analogie zurĂŒck. Wenn eine Horde von Affen aber in 1Mia Versuchen durch zufĂ€lliges Tippen von jeweils einem Buchstaben einen Satz mit 27 Buchstaben (1. Satz in engl. von Hamlet) schreiben sollten, dann steht die Wahrscheinlichkeit immer noch 1 zu 1031. Doch jetzt kommt Dawkins' Lösung zur Vergrösserung dieser kleinen Wahrscheinlichkeit. Jeder eingetippte Buchstaben wird per Computer (oder Oberaffen – um dem Vorschlag des Mathematikers Berlinski zu folgen) mit der Zielvorgabe verglichen, und der Computer behĂ€lt sich jeden korrekten Buchstaben. Die Zielvorgabe wird dann in 43 Versuchen erreicht. Das Modell beinhaltet den Zufall (Affen beim Tippen) und die Notwendigkeit (den gesetzĂ€hnlichen Algorithmus, der den Vergleich von einem Versuch mit der Zielvorgabe besorgt). Hier sind wir beim HerzstĂŒck seines Argumentes: NatĂŒrliche Auslese, ein blinder, geistloser Prozess besitzt die FĂ€higkeit, biologische Information hervorzubringen.

Doch es zeigt nichts dergleichen. Dawkins hat sein Problem nur dadurch gelöst, dass er genau die beiden Dinge ins Spiel bringt, die er um jeden Preis zu vermeiden sucht. Sagte er doch noch erst, die Evolution sei blind und ohne Ziel. Was meint er also, wenn er von einer Zielvorgabe spricht? Das ist doch ein Ziel. Wie kann aber einblinder Zufall dieses Ziel nicht nur sehen, sondern auch noch einen Versuch mit ihm vergleichen und diesen auswĂ€hlen? Dawkins sagt uns, der Zufall habe keinen Verstand. Aber was meint er, wenn er zwei Mechanismen ins Spiel bringt, die beide alle Anzeichen von Verstand aufweisen – einen Mechanismus, der jeden Versuch mit der Zielvorgabe vergleicht und einen, der die erfolgreichen Versuche behĂ€lt. Und das Seltsamste von allem – die Information, die von den Mechanismen hervorgebracht werden soll, ist anscheinen schon irgendwo in dem Organismus enthalten, dessen Entstehung Dawkins durch diesen Vorgang simulieren will! Das ist ein reiner Zirkelschluss.

Berlinski: „Die gesamte Übung ist eine Errungenschaft der SelbsttĂ€uschung. Eine Zielvorgabe? Iterationen, die dem Ziel Ă€hneln? Ein Computer oder Oberaffe, der den Abstand zwischen Misserfolg und erfolg misst? Wenn die Dinge kein Sehvermögen haben, wie wird das Ziel vor Augen gefĂŒhrt und wie wird die Entfernung zwischen zufĂ€llig entstandenen AusdrĂŒcken und dem Ziel beurteilt? Und durch wen? Und der Oberaffe? Woher kommt der? Der Mechanismus bewusster Planung, der von der darwinschen Theorie auf der Ebene des Organismus beseitigt wurde, ist bei der Beschreibung der natĂŒrlichen Auslese selbst neu aufgetaucht – ein anschauliches Beispiel fĂŒr das, was Freud mit der Wiederkehr des VerdrĂ€ngten meinte.“

Seltsamerweise gesteht Dawkins, dass seine Analogie irrefĂŒhrend ist. Er meint nun, er könne das Programm modifizieren mit einem Filter – diese Behauptung wird aber nirgends mit Argumenten untermauert.

Es bleibt dabei: Nehmen Sie das Filterprinzip, das Ziel und den Oberaffen weg, und Sie enden im völligen Chaos. Dawkins bringt in seine Analogie genau die Elemente ein, deren Existenz er in der wirklichen Welt leugnet.

Blinder Zufall kann keine zukĂŒnftige NĂŒtzlichkeit einer Mutation voraussehen und sie noch auslesen.

Es gibt noch mehr zu sagen: Dawkins Affen sollen KomplexitĂ€t erzeugen. Aber tun sie das wirklich? Dawkins’ Algorithmus kann nur ein Ergebnis hervorbringen – seine Zielvorgabe -, und das mit der Wahrscheinlichkeit von 1! Somit betrĂ€gt die durch den Prozess hinzugewonnene Information 0!

Wir sollten nebenbei auch zur Kenntnis nehmen, dass die Tatsache, dass eine korrekte Eingabe behalten und nie wieder verloren wird, der Behauptung entspricht, vorteilhafte Mutationen wĂŒrden in einer Population immer bewahrt. Das ist aber nicht der Fall. Die meisten gĂŒnstigen Mutationen werden durch zufĂ€llige Wirkungen oder durch die wahrscheinlich viel grössere zahl schĂ€dlicher Mutationen ausgelöscht. Das widerspricht der seit Darwin weit verbreiteten Vorstellung, die natĂŒrliche Auslese bewahre die geringste gĂŒnstige Variation, bis die Population diese ĂŒbernehme.


All das zeigt, dass Dawkins’ Modell fĂŒr eine Illustration, wie durch einen geistlosen evolutionĂ€ren Prozess KomplexitĂ€t (im Sinne einer Anordnung der Buchstaben in der richtigen Reihenfolge) aus einer zufĂ€lligen Sequenz gebildet werden kann, nicht taugt. Die Existenz eines Mechanismus, der einen Versuch mit der Zielsequenz vergleicht und dies behĂ€lt, bedeutet, dass das eigentliche Problem, die Buchstaben in die richtige Reihenfolge zu bekommen, bereits gelöst worden ist, bevor man ĂŒberhaupt angefangen hat. Es ist aus dem Problem vollkommen entfernt worden, indem man es in das System eingebaut hat. Es ist nur ein weiteres Beispiel dafĂŒr, vorauszusetzen, was zu beweisen war.

Der Oxforder Philosoph Keith Ward sagt treffend: „Dawkins’ Strategie, um VerblĂŒffung und Unglaublichkeit zu reduzieren, funktioniert einfach nicht. Sie verschiebt das Überraschungsmoment von der spontanen Entstehung eines komplexen und stark ersehnten Resultats auf die spontane Existenz einer wirksamen Vorschrift, die das ersehnte Resultat rechtzeitig hervorbringen muss.“

TatsĂ€chlich dient Dawkins’ Argument eher dazu die PlausibilitĂ€t einer intelligenten Planung zu erhöhen. Denn es zeigt, das selbst solche Versuche, den Ursprung biologischer Information zu erklĂ€ren, die auf den stĂ€rksten materialistischen Voraussetzungen aufbauen, nicht ohne Berufung auf intelligent geplante Mechanismen auskommen.

Noam Chomsky (der grösste Linguist aller Zeiten): „Der Ursprung der Information liegt jenseits menschlicher Einsicht.“ Selbst Crick schreibt: „AusgerĂŒstet mit aller Erkenntnis, ĂŒber die wir heute verfĂŒgen, kann man, wenn man ehrlich ist, nur feststellen, dass die Entstehung von leben gegenwĂ€rtig fast wie ein Wunder erscheint, angesichts der zahlreichen Bedingungen, die erfĂŒllt gewesen sein mĂŒssen, damit es in Gang kam.“


Hat sich die Zelle entwickelt – und was ist Leben?

Wir haben uns bisher noch nicht gefragt, ob es Anzeichen dafĂŒr gibt, dass die Zelle selbst sich entwickelt hat. Der grundlegende Bauplan des Zellsystems ist aber im Wesentlichen bei allen Lebewesen der gleiche. Die Zellen selbst weisen also eine Art Entwicklungsstillstand auf und zeigen damit an, dass es eine Art nicht-reduzierbare KomplexitĂ€t der Zelle (als Einheit betrachtet) gibt. Das VerblĂŒffende an der Zelle ist, dass sie dazu in der Lage ist, sich selbst fortzupflanzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die FĂ€higkeit sich selbst fortzupflanzen durch Zufall entsteht, ist noch weitaus geringer als die Wahrscheinlichkeit, dass DNS oder Proteine durch Zufall entstehen.

Es gibt auch noch die Frage: Was ist ĂŒberhaupt Leben? Es besteht die Gefahr, dass wenn man bei der DNS oder den Proteinen von den Bausteinen des Lebens spricht, dass man sich dann vorstellt, schon der richtige Zusammenbau dieser Teile wĂŒrde zu Leben fĂŒhren. Wenn ich in diesem Moment sterben wĂŒrde, wĂ€ren noch alle MolekĂŒle vorhanden – dennoch wĂ€re ich nicht lebendig. Die kĂŒnstliche Herstellung einer Kopie des lebenden Organismus muss nicht unbedingt die Herstellung von Leben bedeuten. Das Leben ist nicht nur die Anwesenheit bestimmter Chemikalien in einer bestimmten Konfiguration. Aber was ist es denn? Niemand scheint es recht zu wissen.

9. Wozu sind wir hier?

Vor allem diese Frage bewegt den menschlichen Geist. Eine naturwissenschaftliche Analyse des Universums kann uns die Antwort nicht geben. Wie bei einem Kuchen. Wie können naturwissenschaftlich herausfinden, dass er bestens fĂŒr den Verzehr durch Menschen geeignet ist, aber wozu er erzeugt wurde kann die Wissenschaft nicht sagen. Dazu muss der Erzeuger etwas sagen. Wahrer Wissenschaft ist ihre UnfĂ€higkeit an diesem Punkt aber nicht peinlich. Sie anerkennt einfach, dass sie fĂŒr die Beantwortung solcher Fragen nicht ausgerĂŒstet ist. Es wĂ€re daher ein methodischer Fehler, bei den „zutaten“ des Universums zu suchen, um herauszufinden, wozu wir hier sind. Die Antwort muss von ausserhalb des Universums kommen, von etwas oder jemandem, der in Ă€hnlicher Beziehung zum Universum steht, wie der Erzeuger zu seinem Kuchen.

Da wir fÀhig sind unsere Gedanken anderen mitzuteilen, wÀre es verwunderlich, wenn der Geist, von dem wir abgeleitet sind, weniger fÀhig zur Kommunikation wÀre als wir.

Das fĂŒhrt zur Frage: Gibt es glaubwĂŒrdige Hinweise darauf, dass dieser Geist je in unsere Welt hineingesprochen hat?

Die Bibel spricht davon, dass der Geist Mensch geworden ist, um sich mitzuteilen.

Wenn das stimmt, dann hat das Konsequenzen fĂŒr die Suche der Menschen nach Wahrheit, denn es bedeutet, dass es andere als rein wissenschaftliche Wege geben könnte, um letztgĂŒltige Wirklichkeit zu erkennen.

Obwohl uns die Wissenschaft keines dieser Dinge mitteilen kann und es auch nicht vorgibt, sind sie nicht nur mit dem vereinbar, was die Wissenschaft uns sagt; sie geben uns auch eine ErklĂ€rung dafĂŒr, warum Wissenschaft ĂŒberhaupt funktioniert, indem sie uns mitteilen, dass das ewige Gott-Wort (logos; vgl. Joh.1) der Urheber des Universums ist. Die Wissenschaft hat also keineswegs Gott begraben.