Jesus

von Klaus Berger |

Klaus Berger ist der "grosse alte Mann" der Jesusforschung. Hier legt er die Summe seiner lebenslangen Forschung vor, die so ĂŒberraschend ist, dass dieses Buch eine heftige Kontroverse in den Feuilletons hervorrufen wird. Christen wie Skeptiker wird es dazu herausfordern, sich mit der Urgestalt des Christentums ganz neu zu beschĂ€ftigen. Der Sprengstoff: Bis heute ist unklar, welche Jesusworte wirklich von Jesus sind und welche nachtrĂ€gliche Erfindungen der JĂŒnger sind. Das öffnete Ideologen, die alles und jedes in Jesus hineinlasen, TĂŒr und Tor.
Berger brandmarkt die Scheuklappentheologie der Rationalisten, fĂŒr die es "Wunder" nicht geben darf. Und er schreibt "das erste postmoderne Jesusbuch", indem er "Mystik" als gleichwertigen Erkenntniszugang zu Jesus einfordert.
Berger, Klaus. Jesus. ISBN 3629008127. MĂŒnchen: Pattloch 2004. 704 Seiten.

Eine Buchzusammenfassung von Felix Ruther

 

Klaus Berger ist einer der berĂŒhmtesten und zugleich einer der eigenwilligsten und pointiertesten Theologen Deutschlands der Gegenwart. Als katholischer Christ, stammend aus Hildesheim, studierte er in MĂŒnchen katholische Theologie, wurde aber wegen Differenzen mit der Kirchenleitung nicht ordiniert. Darauf lehrte er viele Jahre Neues Testament an der evangelischen FakultĂ€t in Heidelberg. Er hat zahlreiche wissenschaftliche Werke zum Neuen Testament herausgegeben und hat sein Leben lang ĂŒber "Jesus" geforscht. Mit dem Werk "Jesus" legt er nun seine reichen Erkenntnisse und SchĂ€tze auf ganzen 691 Seiten vor, jedoch ohne nur eine Fussnote zu gebrauchen oder geschwĂ€tzig zu werden! Dazu sagt er schlicht und einfach: "Ich möchte modernen Menschen sagen, was sie von Jesus haben. Ich möchte Menschen antworten, die zu Recht fragen, ob Jesus noch irgendeine Bedeutung fĂŒr sie hat."


Berger versteht es ausgezeichnet, komplexe (geschichtliche) Sachverhalte klar, einfach und nachvollziehbar darzustellen und auf den Punkt zu bringen. Er gibt auch seinen eigenen Standpunkt und seine Beeinflussungen unumwunden zu, plĂ€diert aber fĂŒr eigene Demut (im Kapitel "Biografische VerschrĂ€nkung") und Gottes Recht, ĂŒber uns zu verfĂŒgen.

Dieses monumentale Werk strahlt fĂŒr mich Kraft und GlaubwĂŒrdigkeit aus. Es ist ĂŒbersichtlich in Haupt- und Unterkapitel strukturiert, verfĂŒgt aber ĂŒber keine Grafiken und Bilder und verlangt deshalb dem Lesenden viel Ausdauer ab. Ich lasse Berger mit prĂ€gnanten Textpassagen gleich selber zu Wort kommen:


Seite 14 unten: Ich gehe von der Fremdheit der Texte aus. Je fremder ein Text in unsere Zeit hereinragt, desto anstössiger, provokanter, letztlich effizienter und sprechender kann er fĂŒr uns sein. Die Fremdheit gibt ihm die Chance zur Wirkung, zum Neuen im vertrauten Alten.

Jesus

Evangelien

Neues Testament

Schriften des Judentums

Schriften der alten Kirche: Mystik

 

Seite 15: Mystik ist das Achten auf die erstrangige Wirklichkeit Gottes. Die biblischen Schriften ĂŒber Jesus wurden ausnahmslos in einem mystischen Horizont verfasst und können daher auch nur in einem mystischen Horizont verstanden werden.


Seite 16: Diese Durchsetzungskaft von Texten von und ĂŒber Jesus beruht weniger darauf, dass sie ein Appell an den menschlichen Willen sind, sondern dass sie die LiebesfĂ€higkeit und Sehnsucht des menschlichen Herzens anrĂŒhren.


Seite 17: Mir erscheint es sachgemĂ€ss, die frĂŒhchristlichen Aussagen in der Art eines offenen Mosaiks zusammenzustellen.


Seite 27: Es gibt viele Wege zu Jesus, wie es Menschen gibt. Vier Wege möchte ich aufzeigen: Die Bibel, die anderen, die Zeit und das Leiden. Die Bibel handelt von der ersten bis zur letzten Seite von einer Sache: wer Gott ist und wie man dort hinkommt. Sie ist ein Kompass auf dem Weg.


Seite 28: Die Bibel ist in Wahrheit ein fremdes Buch. Sie muss uns fremd erscheinen, sonst hat sie keine Kraft. Sie enthĂ€lt eben nicht die Menschenrechte, sondern spricht von Gottes Recht ĂŒber den Menschen.


Seite 29: Ich habe stets versucht, mich dem Text auszusetzen, mich von ihm lesen zu lassen, seine eigenen Regeln zum Sprechen zu bringen. Ich habe versucht, ihn selbst zu hören. Ich habe versucht, ihn nicht zu erdrĂŒcken durch mitgebrachte Regelsysteme, die ihm fremd sein mĂŒssen ... Diese wohlfeilen Regelsysteme verraten nichts ĂŒber den Text, aber alles ĂŒber die Hilflosigkeit der Ausleger.


Seite 40: Jeder Mensch leidet, der eine frĂŒher, der andere spĂ€ter. Es ist nur ein kleiner, entscheidender Schritt, sein Leiden zu teilen, weil man entdeckt, dass es einen gibt, der es mit mir teilen möchte.


Seite 60: Bei dem Terminus "Sohn Gottes" geht es immer um die Ähnlichkeit und IntimitĂ€t der Beziehung, nicht um biologische Zeugung.


Seite 99: Die Heilige Schrift nÀhert sich Gott mit Àusserster Distanz, mit Erschrecken vor dem ganz Anderen.


Seite 101: Daher mein Rat: Gott so lieben, dass man nichts anderes zu viel liebt. Gott so fĂŒrchten, dass man vor nichts anderem zu viel Angst hat.


Seite 103: Katastrophen "neben uns" werden zu Warnsignalen ... Denn wer wie wir, Abtreibung per Krankenkasse finanzieren lÀsst, die Geburt eines Kindes dagegen selbst bezahlen muss, hat die Kultur des Todes gesetzlich festgeschrieben.


Seite 107: Die Kultur der Betroffenheit ist tendenziell ein Pietismus ohne Gott.


Seite 110: (Junge Menschen brauchen) drei Dinge also: Orientierung und fĂŒhrende Hand, sichere Rituale, die jede Woche zur gleichen Zeit  am gleichen Ort geschehen, und Sehnsucht nach GesprĂ€chen.


Seite 151: Armut, Hunger und Weinen werden nicht im Geringsten spiritualisiert oder moralisiert. Jesus fragt nicht, warum diese Menschen arm, hungrig und traurig sind ... Wichtig in der Ansage an die Armen ist allein dieses, dass Gott ihr Geschick wendet.


Seite 154: Ich glaube an den Gott, der Gerechtigkeit will und der diese Gerechtigkeit durch seinen Sohn Jesus Christus uns kundgetan hat.

 

Seite 156: Die Armen im Geist sind gequÀlte Menschen, die man nervlich fertig macht.


Seite 157: Glaube bedeutet von Griechischen her Einstellung, Treue, Geduld.


Seite 158: Menschen leben heute  in "synchronisierten Einsamkeiten" (Klaus Hemmerle)


Seite 160: Gott ist Kind geworden – was besagt das in einer Gesellschaft, die so kinder-feindlich ist wie nie und nirgends je eine Gesellschaft? Es besagt zwangslĂ€ufig, dass noch nie Menschen so weit entfernt waren wie wir Heutigen von Gott.


Seite 166: Wer glaubt, beugt seinen RĂŒcken nur noch vor Gott und nur noch fĂŒr die SchwĂ€cheren. So sprach man im Mittelalter vom "Herrn Kranken".


Seite 181: Auch im Neuen Testament geht es nirgends (!) um den Gegensatz zwischen Leib und Geist, sondern immer um den Gegensatz zwischen irdisch und himmlisch, VergÀnglichkeit und Heiligem Geist.

  • Zeitordnung 1: Die Zeit, in der Jesus auf Erden wirksam ist – eine Phase der Freude
  • Zeitordnung 2: Die Zwischenzeit, in der er nicht unter den JĂŒngern sein wird, ist die ernste Zeit der Vorbereitung
  • Zeitordnung 3: Das Fest am Ende, wenn er wiederkommen wird, wo natĂŒrlich von Fasten keine Rede mehr sein kann, wo reine Freude herrscht


Seite 199: Die SĂŒnde besteht immer darin, dass wir keine Zeit haben ... Alle SĂŒnde ist kurzatmiges Raffen. Das Herz kann nicht mitwachsen, es wird buchstĂ€blich ĂŒberfahren. Durch das Raffen wird der Mensch nicht nur betrogen, am Ende macht dieses Handeln auch ihn selbst kaputt. ...

Man hat diesen Weg Jesu auch den indirekten genannt. Auch der Weg Jesu will Ganzheit, Lust, FĂŒlle, Erfolg, Reichtum, GlĂŒck, Liebe, Herrschaft, Leben ohne Grenzen, das grosse Fest. Er will es in nie gekannter RadikalitĂ€t. Wer den Weg Jesu wĂ€hlt, wer leben will, kommt zum Leben, aber er kommt zum Leben durch Kreuz und Tod hindurch. Wer sich finden will, kommt zu sich, indem er ganz und gar nicht an sich denkt ... Der Weg Gottes fĂŒhrt durch das Gegenteil. Er geht auf die Nacht zu, um das Licht zu finden ... GlĂŒcklich wird, wer sich selbst vergessen kann ...


Seite 202: Im Neuen Testament dagegen soll niemand auf sich selbst verzichten, sondern sich nur lösen und befreit werden von ScheingĂŒtern und höchst vergĂ€nglichen Werten.


Seite 219: Wir sind glĂŒcklich, indem wir glĂŒcklich machen und uns am Widerschein freuen. Zu wissen, dass man glĂŒcklich macht, das ist das GlĂŒck. Und daher ist die Freude der einzige und der eigentliche Sinn jedes menschlichen Projekts, jeder einzelnen Lebensgeschichte.

 

Seite 220: Der Schenker gewinnt – sein Leben, seine IdentitĂ€t. Auferstehung ist der Erweis der unbesieglichen Liebe zum Leben. Auferstehung setzt diejenigen ins Recht, die Leben verstreichen lassen, ohne es krampfhaft und egoistisch raffen zu wollen. Und wo immer wir Freude wahrnehmen bei dem, der schenkt, ist es eine Freude, die fĂŒr das steht, was fromme Leute das Ewige Leben nennen. Freude als Widerschein der Auferstehung in der Gegenwart, Freude als Sinn schon jetzt.


Seite 221: Alle Kreatur kann unsere Liebe nur begrenzt ertragen. Selbst menschliche Liebespartner brauchen hin und wieder Ruhe voreinander. Sie können nur begrenzt geben, weil nur begrenzt empfangen können. Wer in der Liebe vom anderen "alles" fordert, wird ihn garantiert ĂŒberfordern (vielleicht boomen darum die Scheidungen?). Nur Gott kann "alles" geben, "alles" fordern. Gott ist die Selbstverwirklichung des Menschen.

 

Jesus und die ZĂ€rtlichkeit der Hure

Seite 233: Mit derselben Masche, mit der die Hure immer MĂ€nner anmacht, versucht sie es auch bei Jesus: Die BerĂŒhrung mit den Haaren, das KĂŒssen und das Eincremen gehören dazu. Die TrĂ€nen, die sie vergiesst, sind zumindest vieldeutig. Sie sagt nichts dabei. Jesus verbietet es nicht, er wertet ihr Tun als Liebe. Er akzeptiert sie so, wie sie ist. Und vor allem so, wie sie liebt. Die Motive dieser Liebe werden nicht aufgeschlĂŒsselt. Man darf sie wohl ambivalent nennen. Die legt daher auch nicht irgendein Glaubensbekenntnis ab, nicht das leiseste. Auch unsere Motive, zu Jesus Kontakt zu haben, dĂŒrften vieldeutig sein. ...

Denn reinen Glauben hat niemand, die reine Liebe wĂ€re nicht von dieser Welt. Und das ist das Tröstliche an dieser Geschichte: Jesus akzeptiert auch unsere "gemischten GefĂŒhle". ... er greift schon auf, was da ist. Er kann auch auf krummen Zeilen gerade schreiben. Das ist in Wahrheit Vergebung, dass eben auch unser Glaube nicht perfekt sein muss.


Seite 234: Jesus ist in seiner Person das Heil, ... Die Gnade liegt darin, dass wir Gemeinschaft haben dĂŒrfen mit Jesus. Die Liebe zu Jesus hat viele Motive, wenn sie nur ihn meint und bei ihm endet. Denn das Heil ist physische Gegenwart Jesu, ohne dass Jesus Besonderes dazutut. Und diese Gegenwart Jesu ist wichtiger als die verschlungenen Motive des Liebens. Auf unserer Seite gibt es meistens eine ganze Menge schiefer und falscher Voraussetzungen, weshalb wir zu Jesus kommen. Er "heilt" sie alle von Grund auf, wenn wir nur bei ihm bleiben.


Seite 238: Das Gleichnis (vom verlorenen Groschen in Lukas 15,8-10) handelt aber von Gott. Im Bild dieser Frau steht seine nĂ€rrische Suche im Zentrum, seine, Gottes wahnsinnige Freude. Denn er, der Herr der Welten, ist auf der Suche nach jedem verlorenen kleinen Menschen. Er kehrt das Haus um, auf dass er den Letzten finden kann. Die normale Weltordnung ist hier verkehrt worden: Nicht wir mĂŒssen Gott suchen, den mĂ€chtigen und barmherzigen, sondern er sucht uns. Verzweifelt fast, um jeden Preis. Und wer sein Haus umkehrt, um einen Groschen zu suchen, der tut es auf Knien. Nicht wir knien hier, sondern Jesus schildert hier Gott auf Knien. Ein merkwĂŒrdiger Gott – versteht der denn gar nichts von WĂŒrde?


S. 278: Die vier Zimmer, Mystische Einheitskonzeption nach Nicolaus Gusanus:

  • Zimmer 1: Der Schöpfer macht Schöpfung: Naturgesetze, KausalitĂ€t: Hier greift er nicht mehr direkt ein, er gibt eine "lange Leine"
  • Zimmer 2: Der weise Gott: Er ist Garant von Tun und Ergehen, stĂŒrzt MĂ€chtige, lĂ€sst Unrechtsstaat nicht lange ĂŒberleben
  • Zimmer 3: Der segnende Gott: Er bewirkt GlĂŒck und Schönheit, verleiht Glanz und Segen
  • Zimmer 4: Der wundervolle Gott: Er wirkt unmittelbar: Wunder, mystische Erfahrung, neue Schöpfung. Er greift direkt ein, hat also auch eine "kurze Leine"


S. 308: Oder Gott lĂ€sst das Böse zu, weil er Besseres mit uns vorhat, so wie es mit Jesus und Lazarus in Johannes 11 war. Vielleicht soll unser Glaube mĂŒndig werden, erwachsen werden, sodass wir mit Jossel Rakover aus dem brennenden Warschauer Getto von 1944 sagen: "Ich glaube an dich, dir zum Trotz. Ich sterbe als von Gott Verlassener, auch wenn ich unerschĂŒtterlich an dich glaube."

Ist der Sinn des Leidens auch der, dass wir klagen lernen, dass unser Glaube nicht mehr naiver Kinderglaube bleibt, sondern in "die Trotzphase" kommt, die zum Erwachsenwerden notwendig ist?


S. 312: Wo immer der Mensch sich selbst zur letzten Instanz macht, sich selbst zum Herrn des Lebens erklĂ€rt, sich selbst vergottet – da entsteht namenlose Barbarei. Der Glaube an den einen und einzigen Gott, den Schöpfer des Lebens und den Vater Jesu Christi ist daher absolut notwendig. Die absolute Herrschaft Gottes und die daraus folgende Entmythologisierung aller Menschenherrschaft ist das Geschenk des Glaubens an die Welt. Jede Alternative ist fĂŒrchterlich.


S. 325: SchĂ€tze im Himmel sind nicht ausgeĂŒbte Gewalt, nicht geltend gemachte Besitzrechte und nicht durchgesetzte AnsprĂŒche (=freiwilliger Verzicht auf Erden, loslassen, vergeben).


S. 327: "Sedaqah" (hebr.) bedeutet dem andren das Zusammenleben ermöglichen (Konvivenz, lat. convivium bedeutet Mahl)


S. 334: Die positive Seite der Botschaft (Jesu) lautet: Werdet Gott Ă€hnlich in seiner SchöpferfĂŒrsorge, Feindesliebe und Barmherzigkeit. Bleibt ihm um Gottes willen unĂ€hnlich in seiner Rolle als Richter und als der, der alles in Ordnung bringt und irdische Vaterschaft fĂŒr sich reklamiert. Masst euch in dieser Hinsicht, also in Bezug auf die letzten Dinge, nicht Gottes Kompetenz an. Hier gilt es genau zu unterscheiden: Seid Gott Ă€hnlich – bleibt ihm unĂ€hnlich, lĂ€sst ihm seine Heiligkeit, aber eifert ihm nach in seiner Liebe.


S. 343: Glaube ist biblisch gesprochen immer Anteilhabe an der StabilitÀt Gottes ...

Glaube ist Anschluss an die Macht Gottes und darum in jedem Falle heilend. Glaube ist mehr als subjektives Vertrauen. Er ist objektive Teilhabe an der lebendig ordnenden Festigkeit Gottes. Glaube stellt den Menschen wieder her, da er jetzt dank Gottes NĂ€he ein geheiltes Kontrollzentrum besitzt ...

Der Glaube heilt, weil im Blick auf Gott – und nur so – der Mensch seine Ordnung wiederfindet. Weil der Glaube durch Jesus hindurch auf Gott gerichtet ist, ist er in jedem Fall in dem hier beschriebenen Sinn rettend ...    

Rabbuni (aram.) bedeutet Mein Lehrer/Herr (Mk 10,51 & Jo 20,16) und ist deckungsgleich mit Kyrie (griech.)


S. 347: Ehrlichkeit im Umgang mit der RadikalitĂ€t Jesu wĂŒrde bedeuten: Wir verzichten auf ermĂ€ssigende Manipulation der Texte. Wir stellen fest, dass diese Texte gelten und dass nur unser Herz oft nicht heiss genug brennt. Wir betrachten dann die Texte nicht als Gesetz, sondern als Herausforderung, sich immer mehr auf Gott einzulassen. Gott trĂ€gt und dann auch durch.


S. 351: Aus den Bilder des Neuen Testaments jedoch spricht zum allerwenigsten Vernunft und Moral, sondern eben der lebendige, nicht einmal moralisch vereinnahmende Gott ...


S. 352: Aber in der Religion ist Kant am Ende.

Moralisch ist:

  • wenn jeder zu seinem Recht kommt
  • jeder hat unverĂ€usserliche Rechte
  • angemessene Bezahlung, Urlaub, Freizeit und Eigenheim
  • Menschenrechte und freie Gewissensentscheidung
  • Toleranz
  • Mein Bauch gehört mir.
  • Bloss keine Opfer!

Christlich ist:

  • wenn einer auf sein Recht verzichten kann
  • mutig auch Unangenehmes fordern
  • ohne alles auskommen, wenn es denn nötig sein sollte
  • Gott, der ruft und ĂŒberfĂ€llt, der verstockt und Menschen als seine Instrumente einfordert und gebraucht
  • werbende, erfindungsreiche Liebe
  • Ich gehöre Gott, inklusive meines Bauches (auch ein behindertes Kind tragen wir Eltern gemeinsam).
  • Durch Leiden wurde die Welt erlöst.

 

S. 359: Wer radikal Jesus nachfolgt, ist eben deshalb geborgen, weil er die menschlichen Sicherheitssysteme kappt und sich ganz auf Gott verlÀsst, der ihn trÀgt und in die Arme schliesst.


S 369: Das Wort Mystik kommt ursprĂŒnglich von myein, "die Augen schliessen". HĂ€tte das Wort nicht einen Bedeutungswandel durchgemacht, dĂŒrfte man im Christentum nicht von Mystik sprechen. Das Christentum ist die Religion nĂŒchterner Wachheit. Wegtauchen, Desensibilisieren ist nicht erlaubt. Dagegen sollten wir die Augen öffnen, um Gott und den NĂ€chsten als GegenĂŒber wahrnehmen zu können – und so auch uns selbst zu gewinnen und eben gerade nicht loszuwerden. An diesem Punkt haben wir auch das klare Unterscheidungskriterium, das christliche Meditation von ostasiatischer Meditation unterscheidet: Das eine ist konzentrierteste Wachheit und intensivste Wahrnehmung von Wirklichkeit, das andere Entselbstung, Aufgehen des Individuums im All-Einen.

...

Was Jesus in den Gleichnissen der Evangelien einfordert, ist so radikal, so anspruchsvoll, dass man – im Blick auf seine schwachen KrĂ€fte – manchmal am liebsten die Segel streichen wĂŒrde. Im Alten Testament, im Buch Hiob, findet sich ein Text, der diese seelische Grundbefindlichkeit des Christen vor der Ungeheuerlichkeit des Geforderten gut zum Ausdruck bringt. Im Licht des Evangeliums wird dieser Text (Hi 14,1-6) daher zu einem StĂŒck Evangelium.

 

S. 373: So ist das Wichtigste nicht der Kontrast zwischen deiner Grösse und unserer Schuld, sondern dass wir mit dir darĂŒber sprechen können und dankbar sein dĂŒrfen fĂŒr jedes Weggucken. So kannst du uns vor dir selbst schĂŒtzen. Weil du so wegsehen kannst, bist du stĂ€rker als unsere Schuld. Denn es ist ja schon erwiesen, dass deine GĂŒte grösser ist als aller Abgrund. Nur deshalb und unter dieser einzigen Bedingung ist reiner, kindlicher Jubel noch immer der einzige und absolute Sinn unseres Daseins.

S. 375: 11: Jesus in Aktion, 11.1: Warum Jesus kein Pazifist war

 

S. 385: Der Exeget sollte die Sperrigkeit des sperrigen Textes verteidigen und dem "Hinbiegen" einen Riegel vorschieben.


S. 391: Jesus und die Gewalt – einige Thesen

Religion ist mehr als Moral; Moral ist eingebettet in sie und empfÀngt von ihr her MassstÀbe. Dann können Zeichenhandlungen sinnvoll werden, die sonst "gemein" sind. Als Störung der NormalitÀt weisen sie auf den hin, vor dem alle irdische NormalitÀt nur zerbrechliches tönernes GefÀss in der Hand des Töpfers ist.


S. 393 Schalom heisst Frieden und bedeutet: es fehlt an nichts, keiner fÀllt unter den Tisch und er ist ganz und auf Dauer. ... Das höchste Gut ist Gerechtigkeit. Sie ist Bedingung des Friedens.


S. 398: Geduld ist nichts Passives, sondern behutsame, schonende, zĂ€rtliche AktivitĂ€t – kraftvolles Aushalten im vorschnell nicht Lösbaren. ...

Die Welt lebt von Menschen, die langmĂŒtig sind und langfristige Visionen verfolgen.


S. 406: Jesus allein, nicht alle Menschen sind Gottes Bild, so ist die Auskunft des Neuen Testaments.


S. 408: Stuhlbeinmodell: Viele Christen tun so, als genĂŒgte ein Stuhl mit einem Bein, nĂ€mlich dem Bein der Bibelzitate. Vier Beine heisst: Es gibt fĂŒr jede Frage nach der christlichen Wahrheit vier Instanzen, die zu hören sind:

  • 1. Bein: geborene Instanz, die Schrift; sie ist zu hören nach dem Prinzip der LoyalitĂ€t, der freien Treue zum Text (vorurteilsfrei, nicht gesetzlich)
  • 2. Bein: Verstehen und auslegen in der kirchlichen Tradition... Wir beginnen mit unserer Auslegung des Textes nicht beim Punkt Null. Wenn wir heute so gut sehen, dann darum, weil wir auf der Schulter von Riesen stehen
  • 3. Bein: Sachkunde, Sachverstand
  • 4. Bein: PlausibilitĂ€t oder das, was daraus werden kann, also die mögliche Wirkung


S. 410: Im Neuen Testament geht es "monomanisch" nur um das Eine, um das Reich Gottes, um die Herrschaft Gottes und das heisst konkret: Um die Frage nach Gottes Willen, um Gerechtigkeit, um Gottes Gebot, um das, was Gott ganz konkret von uns will, nÀmlich Gehorsam und Gerechtigkeit. Und dieses steht einer selbstbezogenen, allgemeinen Entfaltung der Persönlichkeit direkt entgegen.


S. 414: Das Menschenbild der Bibel kennt freilich "Leibeigenschaft": Wir sind Besitz Gottes... Im Alten und im Neuen Testament wird das VerhÀltnis von Gott und Mensch gesehen im Sinne des VerhÀltnisses vom Herrn und Sklaven. Paulus sagt von sich, er sei "Sklave Jesu Christi".


S. 418: Die Wahrheit der Bibel ist von der QualitÀt von Wahrheit, wie sie in einer Liebesge-schichte aufscheint. In der Liebesgeschichte sagt man: Diese Frau oder keine. Und so geht es in der Bibel um diesen Gott oder keinen. Um diesen Jesus Christus oder keinen. Das Thema der Bibel ist Liebe und Geborgensein.

S. 419: 11.11 Die Wunder – Symbole oder historische Fakten?


S. 421: Literalsinn ist der wörtliche Sinn und bewahrt gegen VerflĂŒchtigung; Allegorischer Sinn weist auf Dogmatik hin; Moralischer Sinn auf Ethik; Anagogischer Sinn auf Hoffnung.

Nicht die (biblischen) Geschichten sollten wir kleiner machen, sondern uns selbst vor den Berichten, und das nennt man Demut.


S. 422: Bei der "Vergeistigung" der Wundergeschichten ... sind zwei Tendenzen bestim-mend: eine traditionelle GeringschÀtzung des Leiblichen (ein neuplatonisches "nicht so wichtig") und die Feigheit, zum Aergernis zu stehen ("nicht zumutbar", "lehnen die Leute ab"). Beide Linien finden sich genauso ... bei der Eucharistie und bei der Auferstehung der Toten. Auch hier wird der Gehalt der Aussagen rein symbolisch gefasst. Die Folge ist eine nicht wieder gutzumachende Entfernung Gottes von der Welt, eine Art Neo-Deismus. Der Deismus suchte Gott bekanntlich dadurch zu retten, dass er ihn weit in den Himmel verbannte.


S. 424: Die Wundergeschichten sind eben nicht zu 100 Prozent umzusetzen oder zu aktualisieren. Sie bleiben stehen als erratische Blöcke und weisen nach vorne ins kommende Heil. Sie sind Zeichenhandlungen, die als Teil der VerkĂŒndigung Jesu immer Einblick in das ganze Vorhaben Gottes geben, aber eben nur als Teil.


S. 429: Die NĂ€he Gottes zu den Menschen Ă€ussert sich nach dem Neuen Testament zeitlich (Das Reich Gottes kommt bald), persönlich (Alle Menschen dĂŒrfen zu Gott Vater sagen), rĂ€umlich (Wo Jesus auftritt, ist das Heil) und eben auch biologisch (Heilungsgeschichten).

Keine dieser Dimensionen darf schamhaft verschwiegen werden. Auch in der Gegenwart ist das Christentum Heilungsreligion. Aber der Weg ist nicht direkt die Erlösung von der Krankheit, sondern die Versöhnung mit Gott und den NÀchsten.


S. 430: Wenn man Jesus zu gut kennt


... Seelsorge ist immer Spiegelbild unseres Glaubens an Jesus. Wir haben uns daran gewöhnt, Seelsorge als Summe aus pastoraler Psychologie, Soziologie, Medizin und Organisationskunde zu betreiben 
 Nur der geheimnisvolle Rest verkommt unter dem RĂ€tselwort „SpiritualitĂ€t“. Dahinter verbergen sich zumeist die schlechten Gewissens zugegebenen LĂŒcken persönlicher Frömmigkeit.


S. 431: Jesus ist fremd und gefĂ€hrlich. Wer ihn vereinnahmt, nimmt der christlichen Religion ihre Strahlkraft und ihre notwendige Faszination. Christentum ist mehr als eine ganz vernĂŒnftige Sache, und Kirche ist zum allerwenigsten Teil dieser Gesellschaft.

S. 437: 12: Jesus und die Juden


S. 439: Die Propheten, vorab Jes 5, nennen Israel „Gottes Weinberg“. Bei Jesus ist das Bild verĂ€ndert: Nicht Israel ist der Weinberg, sondern der Weinberg ist Israel geliehen und kann ihm genommen werden.


S. 440: Nichts auf dem Lande erfordert so viel Liebe wie der Weinberg. Daher ist er ein wirkliches Kulturprodukt – und alle MĂŒhen um ihn setzen vor allem eines voraus: dass Frieden herrscht im Lande. Im Judentum ist daher der Weinberg und besonders der Weinstock ein Symbol fĂŒr Frieden. 


In Mittel- und Nordeuropa ist die Ausbreitung des Christentums mit der Anlage von Weinbergen deckungsgleich. 


Der Weinberg ist vielmehr Gottes Herrschaft unter Menschen – dass Gott anerkannt wird, und zwar so, dass Lehrer und SchĂŒler gemeinsam dies verwirklichen, die einen lehrend, beide Frucht bringend.


S. 450: Juden fordern Zeichen, Griechen Wunder (1 Ko 1,22), das heisst Judenmission plus Wunder und Heidenmission und Belehrung.


S. 451: Jesus ist zunÀchst und zuerst Messias Israels. Als Heidenchristen sind ... erst nachtrÀglich in das Gottesvolk aufgenommen (wie die sekundÀr eingesetzten Zweige des Oelbaums in Röm 11).


S. 459: Die theologische "Ortsfindung" ist dabei ein wichtiges StĂŒck des vierten Evangeliums. "Wo wohnst du?", fragen die JĂŒnger schon zu Anfang, und Jesus sagt zu ihnen: "Kommt und seht." Denn Jesus wohnt dort, wo Gott ist, und dort ist Gott, wo Jesus prĂ€sent ist. Das Vierte Evangelium ist somit eine glĂ€nzende EinfĂŒhrung in das, was man RealprĂ€senz Gottes nennt.


S. 467: Deutlicher als alle ĂŒbrigen Evangelisten stellt Lukas Jesus als den Leidenden, als MĂ€rtyrer dar. ... Das Kreuz ist ein Dokument des antiken Antijudaismus, denn nur die Römer durften die Todesstrafe vollziehen.


S. 468: Wie soll aus 130'000 Fraktionen je wieder eine Kirche werden? Nur wenn wir uns orientieren an der Tiefe des Leidens, die unser Begreifen ĂŒbersteigt, und an der schier unglaublichen Herrlichkeit, mit der Gott Jesus verherrlicht hat und alle krönen will, nur wenn wir uns auf diese Tiefe und Höhe besinnen, die beide nicht menschenmöglich sind, bekommen wir die wahr Optik zur Lösung unserer kleinlich traktierten Kleinigkeiten.

 

S. 471: Jesus darf sein, was von ihm ankommt... alles Fremde, Steile, Anstössige, Unbequeme, UnverstĂ€ndliche, Mystische wird von Jesus abgelöst, bis nur noch ein allgemeines Vorbild von ihm bleibt – ein dĂŒnnblĂŒtiger, papierener "Schulbuch-Jesus", der 99 Prozent der Jugendlichen gleichgĂŒltig ist, weil sie sich nicht fĂŒr antike Vorbilder interessieren, fĂŒr Sokrates nicht und auch nicht fĂŒr den anderen. Diesen "Jesus" sucht man glĂŒcklicherweise in den Quellen vergeblich. Hier liegt bei der BewĂ€ltigung der Schwierig-

keiten der gefĂ€hrlichste Punkt: Dass man sich ein Jesusbild nach GutdĂŒnken zurechtlegt.

S. 473: 13: Jesus und das Geld

Es gibt drei "misslungene" Taten Jesu: Mk 6,4-6: keine Wunder unter skeptischen Landsleuten; Mk 10: Berufung des reichen jungen Mannes und die Katastrophe der Berufung des Judas Iskariot.


S. 474: So exklusiv wie Gott als Einziger angebetet werden will und Gehorsam verlangt, ja auch auf Mehrung aus ist, wie im Gleichnis von den anvertrauten Talenten, so exklusiv verfĂŒgt sonst nur noch die Liebe oder eben das Geld ĂŒber Menschen. ...

Baal steht fĂŒr Fruchtbarkeit und Reichtum ... Wer dem irdischen Kreislauf von Geben und Nehmen folgt, der hat kein Guthaben im Himmel. Denn Jesus sieht die Chance zur VerĂ€nderung der Welt zweifellos darin, dass der Kreislauf von Arbeit und Lohn durchbrochen wird. Wer sich fĂŒr alles bezahlen lĂ€sst, der denkt rein diesseitig und kann kein JĂŒnger Jesu sein.


S. 475: Der christliche Weg zum GlĂŒcklichwerden lĂ€sst sich am besten mit einer Umleitung im Strassenverkehr vergleichen ... Verschenkte Zeit, also solche, die wir anderen widmen, ist in Jesu Sinn doppelt und dreifach gewonnene Zeit.

S. 477: 13.2 Geistlicher Tausch

BĂŒrgerliche NormalitĂ€t und Besitz gibt man weg. Freiheit und geistlichen Spielraum gewinnt man dafĂŒr.


S. 478: SpiritualitĂ€t gibt es nicht zum Nulltarif. Sie muss jeden Tag erkauft werden durch Verzicht auf normale LebensvollzĂŒge und Annehmlichkeiten des "bĂŒrgerlichen" Daseins.


S. 483: In den drei ersten Evangelien, besonders im Werk des Lukas (Evangelium und Apostelgeschichte) tritt die Reichtumskritik Jesu deutlich hervor. AuffÀlligerweise fehlt sie im Johannesevangelium ebenso wie bei Paulus und im Rest der kanonischen Schriften, sieht man von wenigen Stellen in der Offenbarung des Johannes ab.


S. 484: Es ist aber interessant, dass Jesus auf das Verkaufen der Habe grösseren Wert legt als darauf, dass der Erlös dann den Armen zukommt. Denn fĂŒr Jesus ist nur eines wirklich wichtig: Die Freiheit zu haben, den Willen Gottes tun zu können. Das meint Jesus mit "Suchen der Gerechtigkeit Gottes", zu dem alles andere hinzugegeben wird. Diese "alles andere" ist daher Zugabe, nicht Hauptziel. Die Aenderung der sozialen VerhĂ€ltnisse ist daher sicher auf Dauer ein Ziel der Herrschaft Gottes.


S. 488: "Seid klug, kauft euch mit dem Geld aus der ungerechten Welt Freunde, die euch dann in die ewigen HĂ€user im Himmel aufnehmen, wenn hier alles vorbei ist." (Lk 16,9).

Es geht um nichts Anstössigeres als darum, sich mit Geld Freunde zu schaffen.


S. 489: Das Geld, das ihr habt, kommt immer aus Unrecht, das an ihm kleben. Irgendwo hat immer einer jemanden ausgebeutet, Zinsen genommen, Lohn geraubt oder zuviel verdient.

Kirche besteht nicht darin, dass einige fĂŒr sich etwas Frommes denken. Vielmehr kann sie nur Wirklichkeit werden und die fĂŒr sie geltende Verheissung nur dann lebendig werden, wenn Christen ganz real etwas Kostbares miteinander teilen. Zum Beispiel Zeit, Freude, Bewegug, Geld, Speise, Hobbys und Freunde. Je konkreter das ist, was ihr teilt, umso kompakter die Gemeinschaft. Jesus geht es immer um das ĂŒbermorgen.

S. 497: 14.2 Über die Wahrheit der Logik und die Wahrheit Jesu

"Ich bin die Wahrheit", sagt Jesus in Joh 14,6. Biblisch gesehen ist Wahrheit nicht eine Frage des Erkennens, der Logik, der SĂ€tze, die man als wahr oder falsch qualifizieren kann – so denkt die Neuzeit. Wahrheit in der Bibel ist: sich zeigende Kraft.


S. 508:

  • Gerechtigkeit: einen Beitrag zum Miteinander leisten
  • Himmel: Gott setzt seine Herrschaft durch
  • Erlösung: durch Jesu Blut wird die Welt erlöst, Aneignung durch Glauben, nicht Magie

S. 510: 14.5 Jesus und Mohammed

Wir unterscheiden drei Arten von Offenbarung:

  1. Die Offenbarung Gottes durch die Person Jesu Christi.
    Diese Offenbarung nennen wir absolut, weil wir uns nicht vorstellen können, sie sei ĂŒberbietbar. Intensiver als durch einen Menschen kann Gott sich nicht offenbaren.
  2. Die Offenbarung Gottes nach dem Zeugnis der Propheten und Apostel. Diese Offenbarungszeugen sind uns durch den Kanon der Schrift erhalten.
  3. Eine FĂŒlle von Offenbarungen (Gottes?)

Innerhalb und womöglich auch ausserhalb der Grenzen der christlichen Kirche. (Davon spricht schon 1 Ko 14,26: Wieder ein anderer trĂ€gt mit einer Offenbarung zu eurer Versammlung bei) und davon ist die Kirchengeschichte ĂŒbervoll. Im Unterschied zu 1. und 2. sind diese Offenbarungen weder allgemein anerkannt noch allgemein verpflichtend. Sofern die Kirche solche Offenbarungen nicht verurteilt und ihre TrĂ€ger sogar heilig gesprochen hat (Brigitta von Schweden), gilt dies zumindest indirekt als Empfehlung der NĂŒtzlichkeit.


S. 515: Denn im Rahmen der Kategorie der Stellvertretung wird schon bei Paulus und im HebrĂ€erbrief auch der Tod Jesu eingeordnet in interzessorisches (=fĂŒr die Menschen eintretendes) Bitten Jesu vor Gott.


S. 522: Jesus Christus als unĂŒberbeitbar endgĂŒltige Offenbarung Gottes? ... Als "Sohn" im trinitarischen Gott war er vor aller Zeit und Welt. Beides, Schöpfung und Offenbarung, kommen durch ihn, den einen Mittler, der ... vor zweitausend Jahren sichtbar wurde. Sein Geist hat schon die Propheten inspiriert. Nur Jesus kennt den Vater wirklich. Alle vor und ausser ihm hatten keine wirkliche Ahnung. Erst und nur in Jesus ist die endzeitliche Offenbarung ergangen. Gottes eigenstes Weltgeheimnis, dass er alle Völker erlösen will, ist durch Jesus Christus offenbar geworden. ...

Weil Jesus der Sohn, der Kyrios (TrÀger des Namens Gottes), der Menschensohn ist, deshalb ist eine weiter gehende Offenbarung Gottes gar nicht möglich. ...

Nach Römer 5,9-11 ist die entscheidende Rettung schon geschehen, steht nicht mehr aus. Das Grössere ist schon passiert.


S. 523: Was ist ĂŒberhaupt Offenbarung? – und wir antworten: Jede zeichenhafte EnthĂŒllung des verborgenen Geheimnisses Gott. Das geschieht in Anrede, Begegnungen, Zuwendungen an Menschen.


S. 525: Ich dagegen – unter bestimmten Voraussetzungen – fĂŒr eine Rehabilitierung von lebendigen Offenbarungen in der Kirche plĂ€dieren. Offenbarungen gehören zu einer lebendigen Religion dazu. Dass sie unterdrĂŒckt werden und nicht zum Zuge kommen, weist auf VitalitĂ€tsschwĂ€chen des bestehenden Systems hin.


S. 527: Was ist wahr in der Kirche? Was hÀlt zusammen?

  1. die Person Jesu Christi (=absolute Offenbarung)
  2. der Glaube an die lebendige Gegenwart des Geistes
  3. die unauflösliche Verbundenheit von Wahrheit und LoyalitĂ€t (loyal gegenĂŒber der Schrift, den heutigen Rezipienten und Hörern)
  4. auf Dauer und im ganzen froh macht: Freude

S. 529: 15: Jesus und die Kirche


S. 531: Gegen den religiösen Individualismus spricht: Jesus war Jude, und im Judentum geht es immer um das Volk Gottes, eine religiöser Individualismus ist dort undenkbar, geistesgeschichtlich, religionsgeschichtlich und von der Struktur der Religion her.


S. 534: Denn die Menschen sollen ja nicht nur bekehrt werden, sondern Gott wollte und will dauerhaft mit ihnen wohnen. Er will denen, die in der Kirche sind, bei sich Heimat geben, und er will auch in ihren Herzen Heimat finden. ...

Die Kirche ist daher darauf angelegt, dereinst im Reich Gottes aufzugehen.


S. 535: Die Kirche Jesu Christi hat Anteil am der VitalitÀt des Gottessohnes selbst. Sein Sieg strahlt aus auf die Kirche und die zu ihr Gehörigen.


S. 538: Weil der Tod immer zum Greifen nahe ist, hetzt Jesus und geradezu in das Leben hinein. Und er hat es eilig damit. Denn aus der Sicht der Bibel ist unsere Welt eine Notfallstation, in der es nur um eines geht, um Leben oder Tod. Und Jesus ist der Arzt, der wie jeder gute Arzt bedingungslos um das Leben kÀmpft.

S. 552: 15.8: Jesus und die Verbrechen der Kirchengeschichte

 ... "Kirche" ist der Ort, an dem Gott sein möchte – der Ort, an dem Gott unter den Menschen auf besondere Weise anwesend sein will.


S. 557: Inspiriert sind, so hat es die Kirche befunden, nur Evangelien mit Leidensgeschichte. Und im Evangelium nach Johannes beginnt die Passion Jesu schon im Kapitel 2. ... Gott liebt die Welt nicht in der utopischen Fiktion des Gutmenschentums, sonden ebenso, wie sie real ist. ... Das Geheimnis des Leidens und das des Bösen in der Welt greifen wahrlich an die Wurzel. Gott wagt sich in und durch Jesus Christus mitten in diese bedrĂŒckende Welt, indem er sie (auch durch unsere Mithilfe) bestĂ€ndig umwandelt. Wer sich von Kirche wegen ihrer Verbrechen distanziert, distanziert sich von Gott, der die Verbrechen auf seinen eigenen Leib gebunden hat.


S. 561: Wer glaubt nimmt ihn (=Jesus) selbst ganz in sich auf. ... Das Heil ist unablösbar von der Person Jesu.

 S. 575: 16.6: Kleines PlĂ€doyer fĂŒr die Anbetung

 ... Anbetung ist vor allem Reaktion auf die Gegenwart Gottes.


S. 576: Der Mensch betet Gott an, sobald er ihn als Wirklichkeit  wahrnimmt. Anbetung ist daher Unterwerfung des Menschen unter Gott und damit Anerkennung dessen, dass der Mensch nicht Gott ist. Zwei Dinge habe ich in meinem Leben herausgefunden: dass es Gott gibt, und dass ich es nicht bin. Die Konsequenz heisst Anbetung. Auf den verbalen Lobpreis folgt das Auf-die-Knie-Fallen.


S 577: Idealtypischer Ablauf (der Anbetung): Lobpreis; DemĂŒtigung als körperliches Zeichen; Sammlung vor Gottes Gegenwart; Einbezug der Christenheit/Kreatur; Hinhören auf das, was Gott sagt; ev. selbstformuliertes Gebet


S. 585: SĂŒnde ist masslos gewordener Egoismus. Gewiss braucht der Mensch Lust, um leben zu können. SĂŒnde ist erst dort gegeben, wo der Mensch die geschaffene und lebensnotwendige Lust ins Masslose ĂŒberschreitet und egoistisch werden lĂ€sst. ...


S. 586: SĂŒnde kommt von aussen in den Menschen hinein. Sie spiegelt ihm etwas vor, nĂ€mlich Lebensgewinn, ErfĂŒllung der vitalen BedĂŒrfnisse. Aber weil wir schwach sind, vergessen wir unsere Grenzen, werden wir masslos. ... SĂŒnde ist daher eine Sucht zum Tode, vergleichbar einem dunklen, wilden Strudel, der den Menschen in Richtung Tod mitreisst. ... SĂŒnde ist eine wilde Sucht zum Tod. SpiritualitĂ€t heisst: Das Leben des Menschen und er selbst gewinnen Gestalt von innen her.


S. 596: Verschollenes Gebet des Mittelalters: "Herr, du hast deine Kirche gegrĂŒndet auf die Briefe des Paulus und auf die TrĂ€nen des Petrus ..."


S. 606: Dass einer an die Stelle des anderen treten kann, ist immer Gnade. ... Stellvertretung ist immer schon Gottes Gnade, denn er lÀsst UnverhÀltnismÀssigkeit zu, ja, er stiftet dazu an, dass eine grosse Schuld durch einen kleinen Aufwand, durch ein unverhÀtnismÀssiges Zeiche des guten Willens beseitigt und aus der Welt geschaffen wird. ... Und als Gott den Gekreuzigten sah, stellte er auch dieses Geschehen in die Reihe der Dinge, die im Tempel zu geschehen pflegten.


S. 611: "Ich wĂŒnsche dir nicht ein Leben ohne Entbehrung, ein Leben ohne Schmerz, ein Leben ohne Störung. Was solltest du tun mit einem solchen Leben? Ich wĂŒnsche dir aber, dass du bewahrt sein mögest an Leib und Seele. Dass einer dich trĂ€gt und schĂŒtzt und dich durch alles , was dir geschieht, deinem Ziel entgegenfĂŒhrt." Jörg Zink


S. 624: Sie (=Ostkirche) ist im Ganzen eine österliche Kirche geworden. Sie kann Ostern verbinden mit dem eindeutigen Sieg ĂŒber den Tod. Es wird Zeit, diese Theologie der Hoffnung auch im Westen sich anzueignen.


S. 625: Ich denke, wir können uns darĂŒber einig werden, dass der Fall Jesus von Nazareth eine Art Höhepunkt von Justizmord und Grausamkeit war. Gekreuzigte sterben einen Nerventod nach Stunden unvorstellbarer Schmerzen und ErstickungsĂ€ngste.


S. 629: Welche Neuigkeiten sind fĂŒr uns in dem Satz erhalten: "Der Herr ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden!" Ich möchte es in zehn Punkten sagen:

  1. Gott verwandelt
  2. Gott berĂŒhrt unseren Leib
  3. Nicht glauben, sondern wahrnehmen!
  4. Zwei Standbeine: hier und dann
  5. Befreiung
  6. Kein privates Geschehen
  7. Wunder
  8. Sinn des Daseins in ein neues Licht rĂŒcken: Freude
  9. Jesus ist die Auferstehung (wie ein Leuchtturm)
  10. Wird durch das Martyrium bezeugt


S. 634: Ich denke bei dem Stichwort "Freude" an das Gottesbild der drei Freudenfeste, von denen Lk 15 berichtet. ... Das ist einmalig in der Bibel – drei Freudenfeste hintereinander! Das gemeinsame Freudenfest lenkte jeweils die Herzen der Mitfeiernden nach vorne und liess sie nicht lĂ€nger rĂŒckwĂ€rts gerichtet sein. Gott also " ist ganz aus dem HĂ€uschen", wenn ein Verlorener den Weg gefunden hat. Wie die Frau, die die Nachbarinnen einlĂ€dt, wenn sie das Cent-StĂŒck gefunden hat. Diese ZĂŒge im Gottesbild sind ganz unerhört und bei Jesus sehr neuartig. In keiner Religion finde ich einen Gott, der ausser sich ist vor Freude ĂŒber einen Menschen, der zu ihm findet. ... Wir glauben an einen Gott, der sich ĂŒber die Umkehr jedes Einzelnen nicht mehr einkriegt vor Freude. Und der dann nichts weiter will und erwartet, als dass wir uns ĂŒberschwĂ€nglich mitfreuen. ... Deshalb darf man sagen: Gott hat wohl ĂŒberhaupt beschlossen, uns zu erlösen, weil er "sĂŒchtig nach Freude" ist, nach dieser Begeisterung ĂŒber einen, der den Weg in die Gemeinschaft derer findet, die Gemeinschaft der Freude heissen sollte.


S. 640: Glaube kann nur grenzenlos oder gar nicht sein


S. 643: Denn spÀtesten ab Ostern ist Gott absolut und grenzenlos freigiebig mit Leben.


S. 644: Weder Argumente noch Therapie noch liebevolles HinfĂŒhren oder Streicheln der Seele sind der Weg der Aufhebung der Zweifel, sonder ĂŒberwĂ€ltigende Erfahrung der Gegenwart des persönlichen Gottes in Jesus selbst.


S 647: Die Bibel unterscheidet nicht zwischen Angst und Schrecken einerseits und der domestizierten Furcht vor Gott andererseits. Nein, das alles ist eins und wird mit demselben einen Wort beschrieben. So heisst Gott auch im Alten Testament der "Schrecken Jakobs". Und seine Herrlichkeit und unfassbare Grösse ist zunÀchst einmal erschreckend, beÀngstigend. Wer das nicht erfahren hat, versteht nichts vom biblischen Gott. Wer es zudeckt, mogelt sich an dem vorbei, was gerade Aufbruch zu neuer, realistischer EinschÀtzung der Welt und des Menschen sein kann. Gott ist nicht einfach nur "die Liebe", sondern zunÀchst einmal schrecklich.


S. 652: Wer von Jesus nicht viel hÀlt, kann mit seinem Werk, seinem mystischen Leib, Schindluder treiben. Sage mir, was du von Jesus hÀltst, und ich sage dir, was dir die Einheit der Christen wert ist.


S. 656: Gott bewegt die Geschichte durch Frauen. Und dabei ist Schwangerschaft je und je ein Bild der noch andauernden VerhĂŒllung des ZukĂŒnftigen. Das Grosse, das sein wird, ist noch nicht da in erdrĂŒckender Herrlichkeit, doch wohl in Umrissen zu erahnen. Das ist die Stunde der MĂŒtter des Heils. Das ist auch unsere Gegenwart. Zeit der Hoffnung, die nicht trĂŒgen wird.


S. 657: Wenn die Menschen gottlos werden, sind die Regierungen ratlos, die LĂŒgen grenzenlos, die Schulden zahllos, die Besprechungen ergebnislos, die AufklĂ€rung hirnlos, die Politiker charakterlos, die Christen gebetslos, die Kirche kraftlos, die Völker friedlos. (Antoine de Saint-ExupĂ©ry). Unser hedonistisches, letztlich a-theistisches Durchwursteln in der gesamten westlichen Welt ist am Wendepunkt angelangt. Wir können es schlicht nicht mehr bezahlen. Und es ist auch nicht mehr ertrĂ€glich geworden in einer Welt ohne Gott. Ganze Kontinente sind zum Ausschlachten freigegeben. Die Natur wurde zerstört, die Menschen ihrer WĂŒrde beraubt. In der Arbeitswelt sind neue Formen der Sklaverei entstanden. Politiker und Manager bringen ihre SchĂ€fchen ins Trockene. Ausbeutung wird zu globalen Firmenstrategien. Und es werden keine Kinder mehr geboren. Wozu auch? ... Der Islam – er ist mehr und anderes als El-Kaidah – ruft uns ein unĂŒberhörbares: So nicht! zu. ... Wenn irgendetwas Indikator fĂŒr den inneren Zustand unseres Volkes ist, dann die Mechanismen des Verbietens, Nicht-Hinguckens und Nicht-Wahrhabenwollens. Wir unterscheiden uns in der inneren Situation kaum von den christlichen LĂ€ndern TĂŒrkei und Nordafrika im siebten und achten Jahrhundert, in denen ein morsches Christentum einfach ĂŒberrannt wurde.


S. 659: ... nur die drei "K" werden uns in dieser weltgeschichtlichen Auseinandersetzung rettend notwendig werden: Katechismus, Kultur und Kinderfreundlichkeit. Mit Katechis-mus meine ich ein klares und verstĂ€ndliche Begreifen der eigenen Position des Glaubens. Das betrifft ... Dreifaltigkeit und SĂŒhnetod Jesu.


S. 669: Nicht aus dem Unendlichen ins Unendliche lĂ€uft die Geschichte. Sie hat die Form und Eigenart eines Mandelhörnchens, ist gekrĂŒmmte Zeit. Die beiden Schokoladenspitzen sind PrĂ€existenz und Himmelreich. Sie liegen einander gegenĂŒber, sind aber nicht identisch. Sie sind auch nicht vertauschbar, weil zwischen ihnen die ganze Geschichte des Heils liegt.

 

S. 670: PrĂ€existent sind fĂŒr das Judentum so wichtige Dinge wie die Thora und der Name des Messias. Erst im neuen Aeon (kommende Welt) werden die Gerechten, gekleidet in Gottes Herrlichkeit, befreit und erlöst sein.


S. 673: Kirche erscheint damit als eine Gegen-Öffentlichkeit


S. 674: Offenbarung des Johannes ist das am stĂ€rksten jĂŒdisch orientierte Buch des Neuen Testaments. Wenn Offenbarung 13 statt Römer 13 der massgebliche Text fĂŒr das VerhĂ€ltnis von Kirche und Staat gewesen wĂ€re, die Kirchengeschichte wĂ€re anders verlaufen.


S. 678: Wer Menschen zu MĂ€rtyrern macht, wollte selbst anstelle Gottes angebetet werden. Der MĂ€rtyrer hat es ihm verweigert. ... Der MĂ€rtyrer bewahrt sich fĂŒr Gott allein und verteidigt mit seinem physischen Leben das Kostbarste, das man ihm rauben will: Anbetung... die Freiheit zu "abgöttischer Liebe". Die Wut des Tyrannen rĂŒhrt daher, dass ihm diese Liebe und Achtung der Freien versagt bleibt. Der MĂ€rtyrer siegt, indem er sich diese Freiheit vor allem irdischen Anspruch bewahrt und sie allein Gott "anheimgibt".


S. 679: Das Thema der Apokalyptik ist nicht, Angst zu machen, sondern keine Angst zu haben, denn wer den Schatz gefunden hat, von dem her und fĂŒr den er lebt, den kann nichts in seiner IdentitĂ€t wirklich bedrohen.

 

S. 682: Denn wenn man fragt, wozu Gott Welt und Menschen wohl erschaffen haben könnte, bleibt auch nichts anderes ĂŒbrig als zu sagen: zu seiner Freude. ... So ist wohl Freude der letzte Sinn von allem.


S. 685: ... in allen apokalyptischen Texten des Neuen Testaments steht am Ende eine Aussage ĂŒber die erneuerte und sehr innige Gemeinschaft mit Jesus, so etwa das Bild der Hochzeit in der Offenbarung des Johannes.


S. 687: Schlusswort. Das Grösste aber ist die Liebe. Jesus lieben?

"Solus amor" heisst allein die Liebe (Wilhelm von St-Thierry, Zisterzienser-Theologe)


S. 688: Dass Gott uns zuerst lieb hat, spĂŒren wir in schweigender Einsamkeit.

"Wenn es dir gut geht, lege ich meinen rechten Arm um dich,
wenn es dir schlecht geht, meinen linken.
Denn dann bist du meinem Herzen nÀher."
Mechthild von Magdeburg


"Wenn ich mit offenen Augen betrachte, was du, mein Gott, geschaffen hast,
besitze ich hier schon den Himmel.
Ruhig sammle ich im Schoss Rosen und Lilien und alles GrĂŒn,
wÀhrend ich deine Werke preise.
Dir schreibe ich meine Werke zu.
Freude entspringt der Traurigkeit, und Freude macht glĂŒcklich."
Hildegard von Bingen


S. 691: Christus, herrlicher König, komm und bring uns Frieden! (Bergers letzter Satz)