Schadet die Bibelwissenschaft dem Glauben?

von Siegfried Zimmer |

Ist die Bibel Gottes Wort? Wie soll man die Bibel lesen und verstehen? Zimmer erklĂ€rt die Funktion der Bibelwissenschaft. Wie soll man die Bibel lesen und verstehen? Zahlreiche Christen lehnen die Bibelwissenschaft ab, weil sie aus ihr großen Schaden fĂŒr ihren Glauben befĂŒrchten. Professionelle Theologen dagegen wollen den wissenschaftlichen Umgang mit der Bibel nicht mehr missen. WĂ€hrend es die christlichen Kirchen schon lange gelernt haben, aufeinander zuzugehen und sich trotz aller Unterschiede zu achten, begegnen sich die Christen der AufklĂ€rung und die Christen evangelikaler Ausrichtung mit gegenseitigen Abwertungen. Zimmer spricht von zwei Lagern, die sich aus den gegensĂ€tzlichen Reaktionen auf die Bibelwissenschaft ergeben. Er warnt vor der Gefahr der gegenseitigen Abgrenzung, die zu Entfremdungen und Feindbildern fĂŒhrt. Als Vertreter der Wissenschaft möchte er den evangelikal orientierten Schwestern und BrĂŒdern die Hand reichen und beginnt ein GesprĂ€ch sowohl ĂŒber Entstehung und Inspiration der Bibel wie auch ĂŒber ihre Stellung zu Gott und zu seinem Sohn Jesus Christus.
Zimmer, Siegfried. Schadet die Bibelwissenschaft dem Glauben?. KlÀrung eines Konflikts. ISBN 3525573065. Vandenhoeck & Ruprecht 2010. 224 Seiten.

Eine Buchzusammenfassung von Felix Ruther

Vorwort

Der wissenschaftliche Umgang mit der Bibel (B) ruft unter den Christen gegensÀtzliche Reaktionen hervor. Aus diesen gegensÀtzlichen Reaktionen ergeben sich Spaltungen, und diese Spaltungen verhindern eine Erneuerung der Christenheit.

Dieses Buch wendet sich in erster Linie an Christen, die der Bibelwissenschaft skeptisch oder ablehnend gegenĂŒberstehen. Es sollen die Motive und Voraussetzungen der Wissenschaft erlĂ€utert werden, und es soll gezeigt werden, dass diese Wissenschaft, wenn verantwortlich betrieben, allen Christen Dienste erweisen kann.

Daneben sollte man durchaus auch der Bibelwissenschaft gegenĂŒber kritisch bleiben, denn auch in diesem Bereich ist nicht alles Gold, was glĂ€nzt.

I. Teil: GrundsÀtzliche Aspekte

1. Worin sich Christen in Bezug auf die Bibel einig sind

Mein BibelverstĂ€ndnis: Gott redet auch heute durch die B zu uns Menschen. Auf diese Weise schafft und erhĂ€lt er unseren Glauben, beschenkt und leitet uns mit seinem Geist und lehrt uns alles, was fĂŒr unser Heil wichtig ist. FĂŒr unser Heil ist das wichtig, was fĂŒr unsere Gemeinschaft mit Gott wichtig ist. Denn die Gemeinschaft mit Gott ist unser Heil. Luther: „Der Heilige Geist redet nirgendwo krĂ€ftiger als in der Heiligen Schrift.“

Wichtig ist, worauf sich unser Vertrauen bezieht. Es bezieht sich auf Gott, auf seine Bereitschaft durch die B zu uns zu sprechen.

Die B ist Massstab fĂŒr den Glauben, die Lehre und das Leben der Christen.


Unterscheidung von Wichtigem und weniger Wichtigem innerhalb der B. Sie ist schon in der B selber zu finden. In Mt 5,17ff. (kein Jota – kein Gebot soll aufgelöst werden) scheint Jesus diese Unterscheidung gerade abzulehnen. Ein Ausserkraftsetzen der Schrift kommt nicht in Frage, auch nicht in kleinsten Teilbereichen. Diese SĂ€tze bedeuten aber nicht, dass Jesus alles in der Schrift fĂŒr gleich wichtig hĂ€lt. Schon die „goldene Regel“(Mt 7,12) zeigt das, auch 22,37-40. Zwei der vielen Gebote der Tora sind also nach Jesu Auffassung die wichtigsten. (Vgl. auch Hos 6,6; wird zweimal in Mt zitiert: 9,13; 12,7: Das „Ich“ in diesem Satz zeigt, dass sogar Gott selber diesen Unterschied macht.)

Auch Paulus macht diese Unterscheidung: z.B Röm 13,8ff / Gal 5,14 / 1. Kor 13,1. Auch im AT sind die Auszugsgeschichten so wichtig, dass die Propheten immer wieder auf sie zurĂŒckkommen. Die Zehn Gebote sind wichtiger als die anderen Gebote, und innerhalb der Zehn Gebote ist das erste von ĂŒberragender Bedeutung.

Christen stimmen im Allgemeinen darin ĂŒberein, dass die Evangelien wichtiger sind als die Chroniken etc.


Wie wichtig ist die Wirkung der B? Ein Wort, das nicht wirkt, ist nicht Gottes Wort (Jes 55,10f; Jer 23,29; Hebr 4,12). Wir können uns darauf verlassen, dass Gott durch die B das bewirken wird, was er sich vorgenommen hat. Dieses Vertrauen verbindet alle Christen.

2. An welcher Stelle entsteht die Spaltung der Christenheit?

In welchem VerhĂ€ltnis steht Gott zur B? Die Antwort auf diese Frage ist fĂŒr das BibelverstĂ€ndnis entscheidend.

Gott nimmt die B fĂŒr seine Ziele in Anspruch. Doch wie stellen wir uns diese Wirkungseinheit zwischen Gott und der B genauer vor? Hier scheidet sich ein fundamentalistisches von einem nichtfundamentalistischen BibelverstĂ€ndnis.

Die nichtfundamentalistische Theologie ist der Auffassung, dass aus der Wirkeinheit nicht folgt, dass Gott und die B die gleiche AutoritĂ€t haben. In der Einheit zwischen Gott und der B ist Raum fĂŒr eine Unterscheidung zwischen Gott und der Bibel. Ein Buch kann nicht den Platz einnehmen, den Gott selbst innehat. Absolute AutoritĂ€t kommt nur Gott zu, nicht der B.

Das Fundamentalistische an der f Auffassung (Chicagoer ErklĂ€rung 1978, 1982 und 1986) besteht gerade darin, dass sie jede Relativierung der BibelautoritĂ€t ablehnt, auch eine Relativierung gegenĂŒber der AutoritĂ€t Gottes.


Exkurs: Zum Begriff „Fundamentalismus“ (F)

Hier wird der Begriff als theol. Fachbegriff gebraucht fĂŒr einen protestantischen F, der am Ende des 19. bzw. am Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA entstanden ist. Dort entstand auch der Begriff als Selbstbezeichnung einer Gruppe von Christen, die auf diese Weise zum Ausdruck bringen wollten, dass sie die moderne Bibelwissenschaft, die Evolutionstheorie und den modernen Liberalismus ablehnen. Ab ca. 1970 wurde der Begriff auch auf ganz andere Gruppen angewendet (Muslime, GrĂŒne etc.). Auch wenn heute in den Medien der Begriff des F. anders gebraucht wird, soll die Theologie den in ihren Kreisen entstandenen Begriff nicht aufgeben. Der Begriff „bibeltreu“ ist kein Fachbegriff und kann den Begriff F auch deshalb nicht ersetzen, weil die kath. und evang. Theologie gerade glaubt, dass die fundamentalistische Sicht der B eben nicht gerecht wird und daher keineswegs „bibeltreu“ ist.

 

Als theol. Fachausdruck bezieht sich dieser Begriff vor allem auf ein bestimmtes BibelverstÀndnis. Dieses ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  1. Die B ist verbalinspiriert (Gott hat die Schreiber der B bis in die Wortwahl hinein geleitet). Der eigentliche Autor der B ist Gott.
  2. Die B ist Gottes Wort. Die Begriffe B und Gottes Wort bedeuten das Gleiche.
  3. Die B ist Gottes entscheidende Offenbarung, somit die entscheidende Grundlage des Glaubens.
  4. In der B gibt es keine Fehler und WidersprĂŒche – weil Gott keine Fehler macht. („Wenn nicht alles stimmt, wer kann dann entscheiden, was ĂŒberhaupt noch stimmt.“)
  5. Die B hat die gleiche AutoritÀt wie Gott.
  6. Alle Berichte der B sind historische Tatsachenberichte (ausgenommen Gleichnisse, Visionen).
  7. Kritik und Zweifel an der B stehen dem Menschen nicht zu. Sie sind Ausdruck von SĂŒnde und Ungehorsam.


Der F wird nicht abgelehnt, weil fundamentalistisch geprĂ€gte Christen ein Fundament haben. Das besitzt jeder ernsthafte Glaube. Wenn jemand meint: „Sie können mich schon Fundamentalist nennen, wenn sie damit zum Ausdruck bringen wollen, dass mein Glaube ein Fundament besitzt,“ dann ist das nur ein Ablenkungsmanöver. Es ist unbestritten, dass wir ein Fundament brauchen – es geht ums fundamentalistische BibelverstĂ€ndnis.

3. Die Unterscheidung von Gott und Bibel

1. Vorbemerkung:  Was versteht man unter kategorial? Unterschied zw. Hammer und Zange ist qualitativ, der zw. Hammer und Handwerker ist kategorial. Kategorial sind Dinge voneinander verschieden, wenn  der Unterschied auf einer ganz anderen Ebene liegt. Dennoch können kategorial verschiedene Dinge eine engere Beziehung zueinander haben, als Dinge, die sich nur quantitativ unterscheiden. Z.B Ein Handwerker kann einen Hammer benutzen (Wirkungseinheit), das kann eine Zange nicht. Eine Birne kann nur neben einem Apfel liegen (qualitativ), die Liebe kann aber in einem Menschen sein (kategorial).

Wenn man zwei Dinge kategorial unterscheidet heisst das nicht, dass man sie auseinander reisst. Eine kategoriale Unterscheidung (unterscheiden ist nicht trennen) verhindert eine falsche Gleichmache, aber nicht eine innige Beziehung.

Der kategoriale Unterschied zw. Gott und der B schafft Raum und Freiheit zur wissenschaftlichen Erforschung der B.


2. Gott als Herr der Heiligen Schrift (HS): Im Judentum und im Islam kommt der HS eine andere Rolle zu als im Christentum. Nach Auffassung des orthodoxen Judentums (das war bis ins 19. Jahrh. die dominierende Gestalt des Judentums) war die Tora (nicht die anderen Bibelteile) bereits vor der Erschaffung der Welt im Himmel als fertige Grösse vorhanden. Ihr Inhalt wurde Mose nur mitgeteilt (offenbart). Auch nach islamischem Glauben existiert der Koran schon seit Ewigkeit im Himmel (Sure 85,22). Beide betonen also, dass ihre HS nicht im Rahmen irdischer ZusammenhĂ€nge und nicht unter irdischen Bedingungen entstanden seien. Die himmlische Herkunft verhindert jede Relativierung dieser Texte. Diese Herkunft verleiht der HS höchste, absolute AutoritĂ€t. Die HS ist kein Teil der Schöpfung, sondern ein StĂŒck Himmel auf Erden. Das orthodoxe Judentum lehrt denn auch, dass Gott selbst die Tora achtet und niemals gegen sie handelt. Und der Islam lehrt, dass man die WĂŒrdebezeichnungen Gottes auch auf den Koran anwenden kann und soll. Bei beiden ist die Schrift die entscheidende Offenbarung Gottes - damit einzige Grundlage und einziger Massstab fĂŒr Glauben und Leben. Die AutoritĂ€t der Schrift ist die AutoritĂ€t Gottes. Es gibt keinen kategorialen Unterschied zwischen Gott und der HS.

Damit ist auch der Inhalt nicht historisch bedingt und darf nicht aus einer bestimmten Kultur heraus verstanden werden. Diese Auffassung steht in einer auffallenden NÀhe zum fundamentalistischen BibelverstÀndnis.


Nach christlicher Auffassung ist die B auf Erden entstanden. Sie entstand damit in einer bestimmten Zeit und Kultur. Die Sprachen der B sind irdische Sprachen. Ihre grammatischen Regeln gelten auf Erden und nicht im Himmel. Die B gehört zur Wirklichkeit der Schöpfung. Gott dagegen gehört nicht zur Schöpfung. Im Unterschied zur himmlischen RealitĂ€t haben wir die B griffbereit zur Hand. Über die B können wir uns eine Übersicht verschaffen, ĂŒber Gott nie. Ich kann ein Seminar anbieten: „EinfĂŒhrung in die B,“ aber keines zum Thema „EinfĂŒhrung in Gott.“ All das ist Ausdruck eines kategorialen Unterschiedes zwischen Gott und der B.

Im Alltag des Glaubens können sich diese Akzente einseitig verschieben, weil der Mensch sich gerne aus einem SicherheitsbedĂŒrfnis heraus an das Greifbare hĂ€lt. Man lebt dann in der Illusion, dass man Gott gleich gut kenne wie die B.

Aber nicht die B hat uns erschaffen, nicht die B schenkt uns ewiges Leben. Daher kommt Gott der Alleinverehrungsanspruch zu. Da bedeutet keine Abwertung der B. Es geht darum, Gott in seinem Gottsein zu wĂŒrdigen.

Gott ist Herr der B, denn sie ist in ihrer geistlichen Rolle und Wirkung völlig von Gottes Wirken abhĂ€ngig. Sie wirkt nicht automatisch, sobald wir in ihr lesen. Wenn das so wĂ€re, wĂŒrden wir selber entscheiden, wann Gott zu wirken habe – nĂ€mlich, dann wenn wir die B öffnen.

Die B ist vom HG inspiriert, ist aber nicht der HG. Der HG ist kein Bestandteil der B. Er ist ihr Herr. Allein der HG bestimmt, welche Wirkung die B auf Herz und Gewissen hat. Nicht die B steuert die Wirkung des Geistes. Der HG steuert die Wirkung der B. Der HG redet durch die B zu uns, wann und wo er will.

Wir können ĂŒber die Anwesenheit Gottes oder des HG in der B nicht verfĂŒgen. Gott ist in der B nicht so anwesend, wie der Wein im Fass. Zwar haben wir die Verheissung, dass der HG uns beim Lesen der B zu Hilfe kommt. Aber eine Verheissung ist kein Automatismus, den wir durch das Aufschlagen der B in Gang setzen.


3. Gott als Bezugspunkt des Glaubens: An wen oder was glaube ich? Glaube ich an den dreieinigen Gott allein, oder glaube ich auch an die B? Die Formulierungen: „glauben an ...“ bzw. „Glaube an ...“ (nur so im NT), machen es möglich zwischen der Frage: „Wem glaube ich? (Dativ)“ und der Frage: „An wen glaube ich? (Akkusativ)“ zu unterscheiden. „Ich glaube dir,“ kann ich zu jedem vertrauenswĂŒrdigen Menschen oder Sachverhalt sagen, „ich glaube an dich,“ eigentlich nur zu Gott.

Glauben an (pisteuein eis): 35 mal bei Johannes  - immer ist es Jesus Christus, an den man glaubt (1,12; 2,11.23; 3,18.36; 4,39; 6,29.35.40 etc.). Nur zweimal wird auch Gott genannt (14,1, 12,44). Joh verwendet noch 30mal „glauben, dass (pisteuein hoti).“ Diese Formulierung bezieht sich auf den Inhalt (Was glaube ich?). Auch hier konzentriert sich alles auf Jesus. In keiner dieser 65 Stellen wird die B als Bezugspunkt oder Inhalt des Glaubens genannt! Diese Unterscheidung dĂŒrfen wir, wenn wir der B gerecht werden möchten, nicht verwischen.

Bei Paulus ergibt sich ein entsprechender Befund. FĂŒr ihn ist Jesus auch sowohl der Bezugspunkt als auch der Inhalt des Glaubens – nie ist es die B.

Lukas: Die Formulierung „glauben an“ bezieht sich auch bei Lukas ausschliesslich auf Jesus Christus oder auf Gott. Die Menschen bekehren sich nicht zur B sondern zu Jesus bzw. zu Gott.

Auch bei den anderen Stellen im NT zeigt sich der gleiche Befund (Mt 18,6; 27,42; Mk 9,42; 1. Joh 5,10 Hebr 6,1). Bei Mk 1,15 der einzigen Formulierung dieser Art im NT, ist mit Evangelium die Predigt vom Reich gemeint. Insofern geht es auch hier um Jesus.

Fazit: An keiner Stelle des NT wird die Formulierung „glauben an“ oder „Glaube an“ auf die B bezogen! Das kann kein Zufall sein. Nach dem NT glaubt der Christ ausschliesslich an Jesus oder Gott, nicht aber an die B. Damit macht das NT selber einen kategorialen Unterschied zwischen Gott und der B. Das NT selber relativiert die B gegenĂŒber Gott und Jesus!


Wem glaube ich (Dativ)?  Bei dieser Frage nennt das NT neben Gott und Jesus auch die Heilige Schrift (Joh 2,22; 5,46f; Lk 24,25; Apg 24,14; 26,27), aber auch die Predigt der Propheten (Joh 12,38; Röm 10,16), die Botschaft eines Engels (Lk 1,20), Joh. der TĂ€ufer, die Frauen, die vom leeren Gab berichten. In allen FĂ€llen handelt es sich um Zeugen der Offenbarung Gottes in Jesus. Diesen Zeugen soll man Glauben. Aber man soll nicht an sie glauben! Es besteht ein Unterschied zwischen dem Zeugen (B) und dem, fĂŒr den der Zeuge Zeugnis ablegt. An diesem Punkt ist die f Theologie keineswegs bibeltreu.


Die alte Kirche hat diese Befunde ernst genommen. Alle Glaubensbekenntnisse konzentrieren den Glauben ausschliesslich auf den dreieinen Gott. Die B wird nicht einmal erwĂ€hnt. Sie ist kein Bezugspunkt (Gegenstand) des Glaubens im Sinne von „glauben an.“

Die B ist unersetzbar wichtig als Werkzeug Gottes und zwar als sein bevorzugtes Werkzeug. Man darf aber das Werkzeug nicht mit dem gleichsetzen, der es verwendet. Man kann nur an den glauben, zu dem man auch beten kann. Deshalb darf man die B nicht so behandeln als wÀre sie ein Teil von Gott.


4. Die drei AutoritĂ€tsebenen: Die kategoriale Unterscheidung zwischen Gott und B fĂŒhrt dazu, dass man drei AutoritĂ€tsebenen unterscheiden muss: Die oberste Ebene ist Gott vorbehalten. Die zweite der Heiligen Schrift und die dritte der Kirche. Auf jeder Ebene ist Gott der Ursprung der AutoritĂ€t. Gott alleine hat die AutoritĂ€t, die von nirgendwo her abgeleitet ist. Die B dagegen hat nur eine abgeleitete AutoritĂ€t.

Im f VerstÀndnis gibt es nur zwei Ebenen. Die mittlere entfÀllt. Damit steht die B mit Gott auf derselben Stufe.


5. Die Verborgenheit Gottes: 1. Kor 1,27f; 2. Kor 12,9: Das sind grundsĂ€tzliche Aussagen ĂŒber Gottes Wirken in der Welt. Dieser Grundzug ist in der ganzen B zu finden. Daher wĂ€re es mehr als merkwĂŒrdig, wenn er fĂŒr die B selbst nicht gelten wĂŒrde. Wir brauchen uns daher nicht zu wundern, wenn es in der B Schwaches und Unscheinbares gibt. Das entspricht dem Wirken Gottes. Viele Christen wollen aber keine B in der es auch Schwachheiten gibt. Sie wollen eine B die ihrem SicherheitsbedĂŒrfnis rasch und komplett entspricht. Passt aber eine solche Galabibel zum Wort vom Kreuz (1. Kor 1,18)? So sagen sie, die B ist das einzige fehlerlose und vollkommene Buch der Welt. Eine vollkommene B wĂŒrde Gottes Wirken auf eine Weise demonstrieren und vorzeigbar machen, die zum verborgenen Gott und zum Wort vom Kreuz nicht passt. Sogar das Wort Gottes selber – Jesus – entĂ€usserte sich und nahm Knechtsgestalt an.

Die B enthÀlt alles, was zum Heil nötig ist. Sie trÀgt aber auch Spuren der Zeiten, Kulturen und Menschen, die an ihrer Entstehung beteiligt waren. Die QualitÀt der B kann man nicht demonstrieren, nur erfahren. Gott wirkt durch die B, wann und wo er will. Und wer sich dem verborgenen Gott anvertraut, der wird erfahren, wie Gott durch die B wirkt.


6. Vollkommenheit: Das f BibelverstÀndnis sagt: Gott ist vollkommen, daher ist es die B auch.

Zuerst mĂŒsste geklĂ€rt werden, was Vollkommenheit bedeutet. Die B gibt keine Definition. Das Thema ist denn auch via grie. Philo. in die Theol. gelangt. Der obige Satz ist daher eher philosophisch, denn biblisch geprĂ€gt. Wer aus der Vollkommenheit Gottes eine vollkommene B ableitet, formuliert ein logisches Prinzip, das es in der B so nicht gibt. Es ist also lediglich eine menschliche Meinung. Denn es ist ungeklĂ€rt, woher der Mensch wissen will, worin die Vollkommenheit Gottes besteht und wie sie sich auf die B auswirkt.

Zudem ist zu beachten, dass es keine Logik gibt, die Himmel und Erde verbindet. Die menschliche Logik gilt nur innerhalb der Schöpfung. Über die himmlische RealitĂ€t und darĂŒber, wie diese sich auf die irdische auswirkt, können wir mit Hilfe der menschlichen Logik keine Aussagen machen. Mit dieser Argumentationsweise unterliegt der F einem rationalistischen Einfluss.

FĂŒr die Vollkommenheit der B gibt es keine biblischen Belege.

Ps 19,8 bezieht sich auf die Tora, und das hebr. Wort „tamim“ (91 mal) ist ein Fachausdruck der Priester fĂŒr den Opferdienst – in der Mehrzahl (51 mal) bezieht es sich auf ein gesundes Tier. 34 Mal wird das Wort auf Menschen angewandt – das zeigt auch, dass es da nicht um eine göttliche Vollkommenheit geht. Beim Menschen bedeutet es, er lebt in einer ungetrĂŒbten Beziehung zu Gott. Tamim wird kein einziges Mal auf Gott selber angewandt. So besagt Ps 19,8: Die Tora ist vollstĂ€ndig und erquickt die Seele.

Zudem gab es zur Zeit, als die Texte des ATs entstanden noch gar keine B. Das gilt auch fĂŒr das NT. Daher kann die B selber keine Aussagen ĂŒber die B machen.

Die Behauptung, die B sei vollkommen, ist Ausdruck eines Wunschdenkens. Erst wenn wir die B nicht mehr nach unseren WĂŒnschen frisieren und idealisieren, kann die echte WertschĂ€tzung der B gedeihen. Die B braucht unseren Schutz nicht.

In der B geht es um die Gottesbeziehung des Menschen, nicht um Unterricht in Geographie oder Physik. Ist die Fehlerlosigkeit der B wichtiger als das Wirken des HG? Trauen wir es Gott nicht zu, dass er durch die B wirken kann, so wie sie ist? Haben wir das Recht, Gott vorzuschreiben, er dĂŒrfe nur durch eine fehlerlose B Wirken, weil wir das gerne so hĂ€tten? Hat Gott sich nach unseren WĂŒnschen zu richten? 


7. Bilanz: Was gewinnt man mit der kategorialen Unterscheidung zwischen B und Gott?

  1. Es ist nicht notwendig, dass die B bis in alle Details absolut fehlerfrei ist. Weder die ZuverlĂ€ssigkeit der B noch die rettende Kraft Gottes steht auf dem Spiel. Ohne diese Unterscheidung wĂ€re das aber der Fall; jede SchwĂ€che der B wĂ€re eine SchwĂ€che Gottes. Nur diese Unterscheidung lĂ€sst ĂŒberhaupt die Frage zu, ob es Fehler in der B hat oder nicht.
  2. Wir mĂŒssen der B keine Wunschvorstellungen mehr ĂŒberstĂŒlpen. Sie darf so sein, wie sie ist.
  3. Kritische Äusserungen gegenĂŒber der B zielen nicht mehr direkt auf Gott. Die dunklen Stellen der B sind keine dunklen Seiten Gottes.
  4. Wenn man den Glauben allein auf Gott konzentriert, ergeben sich neue und angstfreie Möglichkeiten, die B wissenschaftlich zu untersuchen. Gott selber kann man nicht wissenschaftlich untersuchen. Die Reichweite der Wissenschaft und der Vernunft ist auf den Raum der Schöpfung beschrĂ€nkt. Die B gehört in den Raum der Schöpfung. GrundsĂ€tzlich gilt: Je mehr ich meinen Glauben auf Gott alleine konzentriere, desto lernfĂ€higer werde ich in Bezug auf die B. D.h aber nicht, dass ich nichts Sicheres mehr ĂŒber die B aussagen kann. Solche Schreckgespenster entstehen nur aus der frommen Angst: Wenn das nicht mehr stimmt, was stimmt denn ĂŒberhaupt noch? Das sind typische Schwarz-weiss-Scheinargumente.

4. Die Unterscheidung von Jesus und der Bibel

1. Zusammengehörigkeit von Jesus und der B: Sowohl Jesus als auch die B sind eine Gestalt der Offenbarung Gottes. Aus diesem Grund können beide als „Licht“ der Menschen bezeichnet werden (Ps 119,105; Joh 1,4-9; 8,12; 2. Petr 1,19).

Insofern bildet die B, zusammen mit Jesus, die Grundlage des christlichen Glaubens. Die B ist zudem die einzige ausfĂŒhrliche Quelle ĂŒber Jesus. Wer Jesus verkĂŒndigen will, muss deshalb seine VerkĂŒndigung in der Heiligen Schrift grĂŒnden und an ihr prĂŒfen. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.

Die Zusammengehörigkeit ist also nicht die Frage. Sie bedeutet aber nicht, dass beide gleichrangig sind.


2. Der Vorrang Jesu vor der B: Nach dem NT steht Jesus eindeutig ĂŒber der B Luther: „Jesus ist der Herr der B“ Jesus kann sagen: Mir ist alle Gewalt gegeben.“ Das kann die B nicht. Wir Christen haben nur einen Herrn und die Gemeinde nur ein Haupt (Eph 5,23; Kol 1,18Z. Die Zusammengehörigkeit von Jesus und der B ist die eines Dieners mit seinem Herrn. Diesen Tatbestand finden wir in keiner anderen Religion. Im Islam und dem Judentum gilt: Die Grundlage ist ein Buch. Im Christentum ist die Grundlage eine Person (einen anderen Grund kann niemand legen ... 1. Kor 3,11). Nach dem NT hat nicht die B, sondern Jesus eine himmlische Herkunft (Phil 2,6f; Kol 1,15-18; Hebr 1,1ff; Joh 1,1-18). Er, nicht die B, „war Gott gleich“ (Phil 2,6). Er und nicht die B ist das A und das O, der Anfang und das Ende (Off 22,13). Es gibt nur einen Mittler zwischen Gott und den Menschen (1 Tim 2,5). Die B bezeugt ihn. Sie ist aber nicht Mittler. Nur von Jesus können wir sagen: „Er ist der Weg ... Joh 14,6. Nicht die B ist fĂŒr uns gestorben und auferstanden. B und Jesus stehen also nicht auf derselben Ebene. Sie haben nicht die gleiche AutoritĂ€t

Im Gegensatz zum Islam können die Christen nicht sagen, die Botschaft, die Jesus erhalten hat, sei wichtiger als die Person. Evangelium ist daher nicht nur die Botschaft Jesu, sondern auch sein Verhalten, sein ganzes Leben und Sterben. In Jesus offenbart Gott nicht nur seine Botschaft. Er offenbart sich selbst.

Eine Person ist kategorial etwas anderes als eine Information oder ein Buch. Ein Buch kann nie an die Stelle einer Person treten. Daher ist das Christentum nicht in gleicher Weise eine Buchreligion wie der Islam und das Judentum.

Der kategoriale unterschied zwischen Jesus und der B kommt besonders deutlich in den Glaubensbekenntnissen zum Ausdruck (umfangreichere Bekenntnisse: Hebr 1,1ff; Phil 2,6-11; Kol 1,15-20). Keinen Satz dieser Bekenntnisse kann man auf die B anwenden. Nirgendwo findet sich ein Bekenntnis im Sinn von „Wenn du mit deinem Munde bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass die Heilige Schrift von Gott inspiriert ist, wirst du gerettet werden.“ Das Bekenntnis des Glaubens gilt allein Jesus und dem, was Gott an ihm getan hat (Hebr 3,1; 4,14; Joh 12,42; 20,31; 1. Joh 2,23; 4,15 usw.).

Bei aller WertschĂ€tzung, Dankbarkeit und Demut im Blick auf die Heilige Schrift, darf man nie die B an die Stelle und auf die Ebene rĂŒcken, die allein Jesus zukommt. Denn hier steht die einzigartige Rolle Jesu auf dem Spiel. Ihn sollen wir gross machen.


3. Jesus die entscheidende Offenbarung Gottes: Im Judentum ist die Geschichte und das Wort Gottes wichtigstes Offenbarungsmittel. Darum begann man Gottes Taten und seine Offenbarungsworte auch schriftlich zu ĂŒberliefern. Seit es im Judentum eine anerkannte Sammlung heiliger Schriften gab, galt diese „Heilige Schrift“ (insbesondere die Tora) als die entscheidende Offenbarung Gottes. FĂŒr die Juden war es provozierend, als die Christen  Jesus als entscheidende Offenbarung ansahen. Fundamentalisten sehen dagegen in der Heiligen Schrift die entscheidende Offenbarung Gottes.

Der Johannesprolog zeigt aber ganz klar, dass Jesus die entscheidende Offenbarung ist. Nirgends steht: „Und die B wurde Fleisch.“ Im ganzen Johannesevangelium ist nie mit dem Wort „offenbaren“ die jĂŒdische Heilige Schrift gemeint oder eine Schrift der Urchristen. Am klarsten kommt die Offenbarungsrolle Jesu in dem Satz zum Ausdruck: „Wer mich sieht, der sieht den Vater“ (14,9). Mit der Formulierung „sein Wort“ oder „dein Wort“ ist in Joh nicht allgemein die Heilige Schrift gemeint, sondern speziell das Wort, das Jesus vom Vater gehört hat. Das ganze Evangelium hat seine Aufgabe darin, die Offenbarung Gottes in Jesus zu bezeugen (21,24).

Die anderen drei Evangelien stellen Jesus nicht in der gleichen IntensitÀt als den Offenbarer bzw. die Offenbarung Gottes dar. GrundsÀtzlich ergibt sich aber der gleiche Befund wie in Joh. Auch sie verstehen unter Offenbarung, das Heilsgeschehen um Jesus.

FĂŒr Paulus ist die Begegnung mit dem Auferstandenen bei Damaskus die entscheidende Offenbarung Gottes.

Ein Sonderfall bildet die Offenbarung des Johannes. Sie verbindet das Stichwort „Offenbarung“ eng mit dem niedergeschriebenen Text.

Fazit: In den Schriften des NT gilt Gottes Selbstoffenbarung in Jesus als die entscheidende Offenbarung. Durch diese Offenbarung entstanden die Christenheit und der christliche Glaube. Eine vergleichbare Rolle kommt weder der jĂŒdischen Heiligen Schrift zu noch den urchristlichen Schriften.


4. Die Vermittlung der Offenbarung: Nachdem klar ist, dass Jesus die entscheidende Offenbarung Gottes ist, stellt sich die Frage, wie diese Offenbarung den Menschen bekannt gemacht wird. Zum Wort von der Versöhnung (Offenbarung Gottes in Christus) gehört das Wort von der Versöhnung (die VerkĂŒndigung dieses Ereignisses) 2 Kor 5,19f.

Im offenbarenden Geschehen kommt dem Heiligen Geist eine besondere Rolle zu. Er offenbart den Sinn  und die Bedeutung Jesu. Ohne den „Geist der Weisheit und der Offenbarung“ (Eph 1,17) kann man nicht verstehen, was Gottes Offenbarung in Jesus fĂŒr uns bedeutet.

Offenbarung (Jesus) und Offenbarungsvermittlung sind nicht dasselbe. Die Texte des NTs sind keine zweite Selbstoffenbarung Gottes neben seiner Selbstoffenbarung in Jesus. Die unersetzbare und einzigartige Rolle der B besteht darin, dass sie Gottes entscheidende Offenbarung in Jesus bezeugt (darin unterscheidet sich das Christentum vom Islam und dem orthodoxen Judentum).

Im f BibelverstÀndnis wird die Offenbarung mit dem Bibeltext gleichgesetzt. Wenn Offenbarung und B identisch sind, dann darf es in der B auch keine Fehler geben.

Die B ist Gottes Wort, aber nicht im gleichen Sinne wie Jesus. Die B hat OffenbarungsqualitĂ€t. Sie hat es aber nicht im gleichen Masse wie Jesus. Die B ist ein Licht fĂŒr die Menschen, aber nicht im gleichen Masse wie Jesus.

Man muss unterscheiden zwischen dem Ereignis selbst und der spĂ€teren mĂŒndlichen oder schriftlichen Darstellung (Deutung, Verarbeitung) dieses Ereignisses. Das Ereignis der Selbstoffenbarung Gottes in Jesus und die spĂ€teren neutest. Darstellungen dieses Ereignisses sind daher zu unterscheiden. Wenn jemand daher auf Unstimmigkeiten im NT-Text hinweist, dann bedeutet das nicht, dass die Offenbarung Gottes in Jesus widersprĂŒchlich sei.


5. Ein hĂ€ufiger Einwand: „Wie kann Jesus einen höheren Rang als die B haben, wenn wir doch alles Wichtige ĂŒber Jesus aus der B wissen?“

In der Tat wissen wir alles Wichtige aus der B. Aber ohne Jesus gÀbe es diese Schriften nicht. Die Selbstoffenbarung Gottes geschah ohne NT. Das NT ist die Folge des Ereignisses. Wicht aber ist das Ereignis. So ist das NT auf Jesus ausgerichtet und nie umgekehrt.

Die Christen der ersten Generationen kannten noch kein NT.

Wenn von einem Menschen nur eine schriftliche Quelle existiert, heisst das nicht, dass diese Quelle gleich wichtig wie die Person selber ist.


6. Jesus als Mitte und Massstab der B: Die erste Konsequenz aus dem Vorrang Jesu vor der B lautet: Jesus ist Gottes entscheidende Offenbarung.

Die zweite Konsequenz betrifft die Art und Weise der Bibelauslegung: Als Herr der B ist Jesus Mitte und Massstab der B. D.h. in der Auslegung orientieren wir uns an Jesus. Es ist deshalb angebracht, bei jedem Text zu fragen: Was hÀtte Jesus dazu gesagt? Wie hÀtte Jesus gehandelt? Hat Jesus von Gott auch so gesprochen, wie dieser Bibeltext?

Dabei darf man sich aber nicht in schnelle Antworten flĂŒchten, nur damit das eigene religiöse System erhalten bleibt. Das heisst nicht, dass man alte Texte nach spĂ€teren Wertvorstellungen beurteilen soll. Man muss jeden Text aus seiner Zeit heraus verstehen. Die Orientierung an Jesus besagt vielmehr: Wir dĂŒrfen in unserem GottesverstĂ€ndnis und in unserem Gewissen nicht mehr hinter das zurĂŒckfallen, was Jesus gesagt und getan hat und wie er von Gott gesprochen hat. Biblische Texte, die etwas anderes fĂŒr richtig halten, als Jesus uns gelehrt hat, dĂŒrfen unser Gewissen nicht binden. Das GottesverstĂ€ndnis Jesu, sein Lebensstil und das Evangelium von Jesus sind fĂŒr uns der Massstab, an dem wir alles Andere messen. Dann können wir nicht mehr alle Geschehnisse der B auf Gott zurĂŒckfĂŒhren. Was wir auf Gott zurĂŒckfĂŒhren können und mĂŒssen, entscheidet sich an dem, wie Gott sich in Jesus offenbart hat. Das ist der Massstab.

Gott kann zwar durchaus durch Bibeltexte zu uns sprechen, denen wir sachlich um Jesu willen nicht zustimmen können. Kein Satz der B darf an Jesus vorbei AutoritĂ€t erhalten. Entscheidend ist nicht, dass der Satz in der B steht. Entscheidend ist, in welcher NĂ€he er zu Jesus steht. Nicht alles, was in der B steht, hat die QualitĂ€t von Jesus. Deshalb mĂŒssen wir die B auch kritisch lesen - nicht aus Überheblichkeit, sondern aus Gehorsam Jesus gegenĂŒber. Wenn wir von Jesus her die B kritisch lesen, stellen wir nicht uns ĂŒber die B sondern Jesus. Jesus allein ist unser Herr – auch ĂŒber die B. So können wir nicht mehr sagen, wir seien bibeltreu. Die Frage muss lauten: Sind wir Jesus treu? Im Konfliktfall argumentieren wir ohne Zögern mit Jesus gegen die B. Das hat schon Luther praktiziert: Solus Christus steht ĂŒber sola scriptura.

Texte die fĂŒr eine an Jesus orientierte Bibelauslegung sprechen: VerklĂ€rung auf dem Berg (Mk 9,2-10) – Orientierung an Jesus allein. Jesus ist alles ĂŒbergeben worden (Mt 11,27; Lk 10,22). Lehret sie alles halten, was ich euch geboten habe (Mt 28,19f). Joh 14,26: Der Geist wird euch an alles erinnern, was ich gesagt habe. Paulus: Phil 3,6ff. / Kol 1,17.18 / Eph 1,22f. HebrĂ€er 1,3.


7. Bilanz:

  1. Die B erhĂ€lt eine Mitte und die Auslegung einen Massstab: Jesus. Ohne ihn ist die B ein grosses Sammelbecken von Geschichten, Weisungen und SprĂŒchen, in dem jede Gruppierung und jeder Ausleger die eigenen Schwerpunkte setzen kann.
  2. Durch die kategoriale Unterscheidung zw. Jesus und der B kann man angstfrei die B erforschen.
  3. Diese Unterscheidung fĂŒhrt auch zur Unterscheidung zw. Jesus, dem Ereignis der Offenbarung und der schriftlichen Darstellung des Ereignisses.
  4. Weil Jesus einen höheren Rang hat als die B, verbindet uns der gemeinsame Glaube auch dann, wenn wir ein unterschiedliches BibelverstÀndnis haben.


Exkurs: Chicagoer ErklĂ€rung (1978 - Grundpositionen, 82 - ErklĂ€rungen, 86 – ethische Konsequenzen) – zentrale Dokumente des protestantischen F. Die Autoren haben kein Interesse an einer Unterscheidung zw. der Offenbarung in Gestalt einer menschlichen Person und einer Offenbarung in Gestalt eines Buches. (In Joh 10,30 sagte Jesus: „Ich und der Vater sind eins.“ Er sagt nie: „Ich und die B sind eins.“) Die „Verschmelzungstheologie“ der Chicagoer ErklĂ€rung verkĂŒrzt die SouverĂ€nitĂ€t Jesu. Die ErklĂ€rung macht auch keinen Unterschied zwischen Trennen und Unterscheiden. Die Trennung von Jesus und der B steht in keiner Schultheologie zur Diskussion – dennoch operiert die ErklĂ€rung mit diesen Begriffen, weil sie „Unterscheiden“ nicht von „Trennen“ abgrenzen will. Damit erzeugt die ErklĂ€rung falsche Feindbilder.

5. Inwiefern ist die B Gottes Wort?

Den Satz: „Die B ist Gottes Wort,“ kann man ganz unterschiedlich verstehen. Die B selber m eint mit dem Begriff „Gottes Wort“ keineswegs nur das schriftliche Wort:

1. Nach dem NT ist Jesus in besonderer Weise das Wort Gottes (Joh 1,1-4,14; Off 19,13). In diesen Texten kann man Jesus nicht mit dem Wort B ersetzen. Wer beim Begriff „Gottes Wort“ zuerst und nur an die B denkt, blendet Jesus als das Wort Gottes aus.

2. Nach der B sind auch Gottes Schöpfungsworte Gottes Wort. Der Kosmos verdankt sein Dasein nicht der B, sondern Gottes Wort. Gleich beim 1. Kap der B wird deutlich, dass „Gottes Wort“ mehr als nur die B ist. Wenn alles Geschaffene sein Dasein dem Wort Gottes verdankt, dann gilt das auch fĂŒr die B. Ohne Wort Gottes gĂ€be es keine B – aber nicht umgekehrt. Gottes Schöpfungswort steht ĂŒber Raum und Zeit (es ist nicht Teil der Schöpfung). Die B entstand jedoch in Zeit und Raum. Es gab aber keine Zeit, in der es Gottes Wort nicht gab. Deshalb kann man nur von Gottes Wort sagen, es sei ewig – nicht von der B als Buch (Jes 40,8; Ps 119,89; 1.Petr 1,25).

3. Mit „Gottes Wort“ sind in der B oft mĂŒndliche Worte Gottes gemeint. Auch Jesus verkĂŒndete Gottes Wort in mĂŒndlicher Form. So wurde denn auch keine der ersten Gemeinden durch das Lesen einer Schriftrolle gegrĂŒndet. Es war die mĂŒndliche VerkĂŒndigung der Apostel (1. Thess 2,13).

Joh 10,3ff; Röm 10,17; Mk 4,9 ...

4. Man darf aber die MĂŒndlichkeit und Schriftlichkeit des Wortes nicht gegeneinander ausspielen. (vgl. Ps 1 Tora murmeln des schriftlichen Wortes). Jesus hat auch Texte gelesen (Mk 12,10). Der Bibeltext entstand zu einem grossen Teil aus dem mĂŒndlichen Wort. Und er kommt zum Ziel, wenn Gott durch ihn zu uns spricht. Dazu ist die B da. Das schriftliche Wort ist kein Selbstzweck.

5. In der B finden sich in Bezug auf das „Wort Gottes“ deutliche Unterscheidungen. Oft steht ausdrĂŒcklich, dass es sich um „Worte Gottes“ handelt (Und Gott sprach ...). Andere Texte, bei denen diese Hervorhebung nicht steht, können daher nur in einem anderen Sinn auch Wort Gottes sein. Wir wĂŒrden sonst eine Unterscheidung fĂŒr bedeutungslos erklĂ€ren, auf die die B wert legt. So besteht z.B nur ein Teil der ProphetenbĂŒcher aus Gottes Reden. Sie enthalten aber auch andere Texte. Wir dĂŒrfen also nicht alle Texte der B „unterschiedslos „Gottes Wort“ nennen.

In den Ps beten Menschen zu Gott. Es ist ein Unterschied ob Gott zum Menschen spricht oder der Mensch zu Gott. Wenn wir die Psalmen im uneingeschrĂ€nkten Sinn als „Gottes Worte“ verstehen, wĂŒrde das bedeuten: Gott betet sich selber an. Er klagt ĂŒber sich selber und lobt sich selber. Das wĂ€re blanker Unsinn. Und wenn Hiob den Tag seiner Geburt verflucht, dann verflucht nicht Gott selbst den Tag von Hiobs Geburt.

Diese Hinweise sollen deutlich machen, dass wir den Begriff „Gottes Wort“ nicht schematisch und gedankenlos verwenden dĂŒrfen.

6. Wo in der B ist mit dem Begriff „Gottes Wort“ die B selbst gemeint? In der B gibt es keine einzige Stelle, in der mit dem Ausdruck „Gottes Wort“ die christliche B als Ganzes gemeint ist!

Viele Theologen finden es daher angemessener, wenn sie sagen, die B bezeugt Gottes Wort und nicht die B ist Gottes Wort.


Fazit: Der Ausdruck „Gottes Wort“ begegnet uns in vierfacher Bedeutung: a) Jesus, b) Schöpfungswort, c) Gottes mĂŒndliches Wort, d) das schriftliche Wort (wobei innerhalb der Texte bestimmte Passagen hervorgehoben werden).

Es ist also falsch, wenn man meint die Begriffe „Gottes Wort“ und B bedeuten immer das gleiche.

6. Inspiration der Bibel

1. GrundsÀtzliche Hinweise:

Das Vertrauen in den auferstandenen Herrn und das Vertrauen in die heiligen Schriften, die man vom Christusgeschehen her in einem neuen Licht sah, waren die Basis des urchristlichen Gemeindelebens. Nirgendwo findet sich ein Hinweis darauf, dass eine Lehre von der Verbalinspiration wichtig war. Wer voll Freude und Heilsgewissheit ist und Gottes grosse Taten bewundert, hat kein Verlangen nach Absicherung dieser Art. Auch in der zweiten und dritten Generation der Urchristen, als die Gefahr der Irrlehren zunahm, wurde keine detaillierte Inspirationslehre entwickelt.

Auch die ganze B enthĂ€lt keine Aussagen, die ausdrĂŒcklich von einer absoluten Fehler- und Widerspruchslosigkeit der Heiligen Schrift sprechen.

Man muss daher grundsĂ€tzlich unterscheiden zwischen dem unverzichtbaren Vertrauen in Gottes Wirken durch die B und in die grundlegende Orientierungskraft der B einerseits und der darĂŒber hinausgehenden Theorien einer Verbalinspiration andererseits. Vertreter dieser Theorie berufen sich meist auf 2. Tim 3,14-17 und 2. Petr 1,19ff. In 2. Tim geht es um die jĂŒdischen Schriften. Sie können Weisheit vermitteln und sind nĂŒtzlich fĂŒr die Belehrung etc. – also eine erzieherische NĂŒtzlichkeit. Diese Schriften sind von Gott eingehaucht (theopneustos). Aus diesem kleinen Hinweis kann man aber keine Inspirationslehre ableiten. Ausserdem geht es darum, dass die jĂŒdischen Schriften – andere gab es noch nicht – erzieherischen Nutzen haben.

In 2. Petr sind mit „prophetischem Wort“ vermutlich auch neutestamentliche Schriften gemeint (vgl. 2. Petr 3,15f). dass die Menschen vom Heiligen Geist getrieben waren, ist nicht das Gleiche, wie zu behaupten, die Heilige Schrift sei bis in alle Details hinein fehlerlos und widerspruchslos.


2. Das InspirationsverstÀndnis der alten Kirche:

Die These, die Heilige Schrift sei fehler- und widerspruchslos, bleibt in der Alten Kirche auf der Ebene der MeinungsÀusserungen einzelner Theologen (Origines 185-253; Augustinus 354-430). Ihre Auffassung wird nicht zur verbindlichen Lehre der Kirche erhoben.


3. InspirationsverstÀndnis der protestant. Kirche:

Luther (1483-1546) setzte die Inspiration der B voraus, sah sich aber nicht dazu veranlasst eine Lehre darĂŒber zu formulieren (Ă€hnlich bei Melanchthon, Zwingli und Calvin.) Erst im 17. Und 18. Jahrh. begann eine neue Phase. Hier ging es erstmals um eine Fehlerlosigkeit der B. Die entscheidende Aussage dieser Theorie lautet: Jedes Wort der B ist vom HG inspiriert. Deshalb kann die B keine Fehler und WidersprĂŒche enthalten.

Weil die neuen Entdeckung und Erkenntnisse viel Althergebrachtes in Frage stellten, errichtete man um die B eine schĂŒtzende „Inspirationsmauer.“  Sie diente zur Verteidigung der B.

 

4. InspirationsverstÀndnis des prot. Fundament.:

Hier fĂŒhlte man sich nicht mehr durch Newton, Galilei etc. bedroht, sondern durch die moderne Bibelwissenschaft, die Evolutionstheorie und den modernen Liberalismus. Mit grossen Aufwand verteidigt man jedes Detail der B und zwar jeweils in einem wörtlichen VerstĂ€ndnis.

Entgegnung: Die B benötigt keine Legitimation durch irgendeine Theorie. Sie legitimiert sich selbst. Man muss und kann die B auch nicht durch eine Theorie absichern. Sie wirkt kraft des Heiligen Geistes und kraft ihres Inhaltes, aber nicht kraft einer Theorie ĂŒber die Entstehung ihres Inhaltes. Christen glauben nicht an eine Inspirationstheorie, sondern an Gott. Abgesehen davon – wer von uns kann genau sagen, was Inspiration genau ist und wie sie geschieht?


Die Rede von der Inspiration hat ihre Berechtigung: Der Hinweis auf die Inspiration soll unser Vertrauen darauf stÀrken, dass der Heilige Geist der entscheidende Faktor bei der Entstehung der B war, dass wir in den biblischen Schriften tatsÀchlich zu Gott finden können und dass von der B sehr wichtige und wertvolle Wirkungen auf unser Leben ausgehen (2. Tim 3,14-17).

Im NT gibt es zwei Fassungen des Vaterunsers, zwei Fassungen der Seligpreisungen, vier Fassungen des Abendmahlberichtes. In all diesen FĂ€llen zeigen sich nicht nur Unterschiede im Detail, sondern erhebliche Unterschiede. Wenn es schon bei so zentralen Texten unterschiedliche Fassungen gibt, mit welchem Recht wollen wir dann behaupten, die Botschaft der B hinge von jedem Detail des gesamten Textes ab. Mit Behauptungen dieser Art ĂŒberschreitet man die Grenzen zur Gesetzlichkeit.

7. Die Vielfalt der biblischen Sprachformen und Textsorten

Eine Zusage ist eine andere Art von Sprache als ein Gebot. Zwischen verschiedenen Textsorten muss daher unterschieden werden. In der Auseinandersetzung mit dem Fundamentalismus kommt die folgende Frage auf: Gibt es in der B ErzÀhlungen, die keinen historischen sondern existentiellen Charakter haben (abgesehen von den Gleichnissen und Visionen)? Muss jede Geschichte die in der Vergangenheitsform geschildert ist, auch geschichtlich gemeint sein? Diese Frage kann nur die B beantworten. Bei dieser Frage muss man das Vorurteil umgehen, dass symbolische Texte generell weniger wert hÀtten. Gott kann durch alle Textsorten zu uns sprechen.

Es ist auch zu beachten, dass die Art der Geschichtsschreibung, wie wir sie heute kennen, ein Kind der Moderne ist.

Mit der Fehlerlosigkeit der B möchte der protestantische F einen rational einsehbaren, objektiven Beleg dafĂŒr haben, dass die B Gottes Wort ist. Diesen Beleg gibt es aber nicht. Die B erweist sich als Gottes Wort durch ihren Inhalt und durch die Kraft des Heiligen Geistes.

8. Die Entstehung und Entwicklung der modernen Bibelwissenschaft (BW)

1. Voraussetzungen: Die BW ist ein Kind der Modern (ab 15. Jahrhundert). Beim Modernisierungsprozess handelt es sich nach ĂŒbereinstimmender Meinung der heutigen Historiker um die grösste VerĂ€nderung in der Geschichte der Menschheit. Es fand eine Beschleunigung des geschichtlichen Wandels statt, und zwar in einem solchen Ausmass, wie es noch nie geschehen war. Das fĂŒhrte zu einem anderen VerhĂ€ltnis gegenĂŒber der Vergangenheit. FrĂŒher hatte die Vergangenheit höchste AutoritĂ€t und es gab kein ÜberlegenheitsgefĂŒhl gegenĂŒber frĂŒheren Zeiten und Generationen. Im Gegenteil: Die Tradition war der vorgegebene Lebensrahmen, die normgebende Instanz fĂŒr Erziehung, Sitte und Weisheit. Je Ă€lter die Tradition war, desto grösser war die Ehrfurcht. Die Worte „veraltet“ oder „altmodisch“ gab es in der Antike nicht. Auch die Redewendung: „das entspricht nicht dem heutigen Stand der Erkenntnis,“ war in der Antike undenkbar.

Auf Grund des schnellen Wandels machten die Menschen eine neuartige Erfahrung: Die Tradition ist nicht mehr in jedem Fall eine Hilfe.

Im 18. Und 19. Jahrh. entstand ein neues historisches Denken. Durch den raschen Wandel erkannte man die grundsÀtzlich historische Bedingtheit des gesamten menschlichen Lebens. Diese Erkenntnis war neu (bei keinem antiken Geschichtsschreiber findet sich die Erkenntnis, dass die Lebenswelt des Menschen einem umfassenden geschichtlichen Wandel unterliegt. Man kannte noch kein geschichtliches Entwicklungsdenken).

Man empfand nun einen grösseren Abstand zu den vergangenen Zeiten. Das historische Denken relativiert die Macht der Vergangenheit und der Herkunft. Dadurch konnte man sich leichter von den Traditionen lösen.

Im Zuge des Wandels entstand die moderne Wissenschaft. Nun traten an die Stelle der AutoritĂ€t: Erfahrung und Vernunft. Diese beiden Dinge kannten alle, somit konnten sie zu den VerstĂ€ndigungsmitteln fĂŒr alle Menschen werden.

Man fragt: Passt diese traditionelle Antwort zu den Erfahrungen? In einer sich rasch wandelnden Gesellschaft wĂ€chst der Erfahrung die Aufgabe eines Kriteriums der Orientierung zu. Typisch fĂŒr die moderne Wissenschaft sind daher empirische  und experimentelle Methoden.

In der UniversitÀtstheologie wollte man den christlichen Glauben auch im Rahmen des neuen WissenschaftsverstÀndnisses zur Sprache bringen.


2. Die Entstehung der modernen BW: Sie entstand innerhalb der evang. Theologie, weil hier die Tradition eine kleinere Rolle spielte.

Im konfessionellen Zeitalter (1550-1650) wurde die Bibelauslegung konfessionell gesteuert. Es stand zum Vornherein fest, zu welchem Ergebnis die Auslegung kommen musste. Die B war im konfessionellen LehrgebÀude der jeweiligen Kirche gefangen.

Mit dem Aufkommen des historischen Denkens, kam die Frage auf: Entspricht unsere Auslegung heute dem, was die Schreiber ursprĂŒnglich sagen wollten? Mit dieser Frage beginnt die moderne BW. Nun ging es darum biblische Denkweisen, Sprachformen und die Entstehung der Schriften zu erforschen. Solche Themen lagen bisher nicht im Blickfeld. In der evangelischen Theologie setzte sich die Überzeugung durch, dass man die B aus ihrer Zeit heraus verstehen muss, damit man sich sinngemĂ€ss in der Gegenwart auf sie beziehen kann. Wenn man den ursprĂŒnglichen Sinn kennt, kann man damit auch spĂ€tere Umdeutungen des Textes erkennen. Die B soll ihr eigenes, ursprĂŒngliches Wort sagen dĂŒrfen.

Dabei geht es nicht um inhaltliche Kritik. Inhaltliche Kritik ist nur von einer AutoritĂ€t her möglich. Das ist die AutoritĂ€t Jesu Christi. (Kritik meint immer: sorgfĂ€ltige, methodisch durchdachte und ĂŒberprĂŒfbare Untersuchung des Textes.)

Wissenschaftliche Methoden können im Verstehen der B nicht mehr sein als ein erster, wichtiger Schritt. Gottes Wirken durch die B entzieht sich der wissenschaftlichen Forschung.

Die moderne Bibelwissenschaft war aber lange Zeit durch eine ÜberschĂ€tzung der Vernunft gekennzeichnet.


3. Die weitere Entwicklung der BW

4. Entwicklung in der kath. Theologie

5. Situation in Amerika

6. Bilanz

II Teil. AusgewÀhlte Berennpunkte (S. 169-202)

1. Ein biblisches Beispiel: Das Buch Hiob

Texthinweise auf den nichthistorischen Charakter des Buches.

2. Biographische Aspekte in der Auseinandersetzung um die BW.

Was uns eint: Wir Christen vertrauen darauf, dass Gott durch die Bibel zu unserem Herzen und Gewissen spricht, auf diese Weise unseren Glauben schafft und erhĂ€lt, uns mit seinem Geist beschenkt und leitet und uns alles lehrt, was zu unserem Heil wichtig ist. Auf der Basis dieses Vertrauens in Gottes Wirken vertrauen wir auch darauf, dass die Bibel uns in allen heilswichtigen Fragen eine zuverlĂ€ssige Orientierung gibt. Dieses so beschriebene Vertrauen fĂŒhrt uns – das lehrt eine reiche Erfahrung – in die Gewissheit: Wir sind in Gottes Liebe geborgen. (S197)