VBG-Tag: Campo Rasa und Kraft aus der Stille

VBG-Tag: Campo Rasa und Kraft aus der Stille

von Jonas BĂ€rtschi | 11.09.2012

Am Samstag, den 1. September fand der Begegnungstag der VBG statt. Im Zentrum stand das 50jÀhrige JubilÀum des Kurs- und Ferienzentrums Campo Rasa.

Der christliche Glaube ist mehr als ein Hobby – er umfasst den ganzen Menschen und Ă€ussert sich in allen Lebensbereichen. Doch was heisst es, diesen Glauben im Berufsalltag, im Studium oder in der Schule auszuleben? Das sind die zentralen Fragen der VBG, einer christlichen Bewegung von BerufstĂ€tigen, Studierenden, MittelschĂŒlerinnen und MittelschĂŒlern

Die Antworten darauf sind genauso vielfĂ€ltig wie die rund 140 Menschen, die am 1. September fĂŒr den VBG-Begegnungstag nach ZĂŒrich kamen. Es sind Christinnen und Christen aus verschiedenen Kirchen – Akademiker, PĂ€dagogen, Studierende – die durch einen Kurs, einen Fachkreis oder sonst eine der dezentral organisierten Gruppen einen Bezug zur VBG haben. Was sie verbindet, ist das gemeinsame Anliegen, Gott im ganz normalen Alltag zu suchen – und ihm dort zu begegnen.

 

Heiner Schubert, PrÀsident der VBG, predigt und zeichnet

Diesen Faden nahm auch Heiner Schubert in seiner Predigt auf. „Die Kraft, die aus der Stille kommt, braucht ihren Raum im Alltag“, erklĂ€rte der Theologe und PrĂ€sident des VBG-Vorstandes am Begegnungstag. Das brauche viel Übung, aber auch Geduld. „Atheisten und Fundamentalisten gleichen sich so erschreckend, weil sie nicht warten mögen. Aber offensichtlich will Gott, dass ich mir Zeit nehme, auf ihn zu hören“, erklĂ€rt Heiner Schubert. Das sei nicht immer einfach, aber eine wesentliche Voraussetzung fĂŒr gesundes Christsein – und ein wichtiges Thema fĂŒr die VBG. Denn in der Gottesbegegnung begreife man die eigene Begrenztheit. „Ich muss nicht die Welt retten – das hat Gott schon getan“, erklĂ€rt Schubert. „Wir sind dazu befreit, das zu tun, was wir können und was in unserer Macht steht.“

Diese Begrenztheit wĂŒrden auch die Angestellten erleben, erklĂ€rte VBG-Leiter Benedikt Walker. Das komme gerade bei Mitarbeiterwechseln stark zum tragen. „Die Aufgaben lassen sich neu delegieren – es ist aber immer die Person selbst, die ihr Umfeld prĂ€gt und verĂ€ndert“. So seien es die verschiedenen Menschen, die die VBG ausmachten.

 

Rebekka und Michel Bieri,
die angehende neue Leitung  der Kurs-und Ferienzentren der VBG
Casa Moscia und Campo Rasa, werden vom Leiter der VBG, Be-
nedikt Walker, fĂŒr ihr neues Amt mit einem Glas Honig ausgerĂŒstet

SpĂŒrbar wird dies bald in den zwei Kurs- und Ferienzentren der VBG im Tessin, der Casa Moscia direkt am Lago Maggiore und dem Campo Rasa im Centovalli. Ab Januar 2013 werden Rebekka und Michel Bieri-Witzig die Leitung der zwei Zentren antreten. Zusammen mit anderen neuen Mitarbeitenden wurde das Ehepaar Bieri-Witzig am Begegnungstag fĂŒr ihre Aufgabe gesegnet. Sie treten die Nachfolge von Peter und Cornelia FlĂŒckiger-BĂŒhrer an, die seit 17 Jahren in Moscia gearbeitet haben.

50 Jahre Campo Rasa

Aus der Diashow "50 Jahre Campo
Rasa": Juli 1963 - SandsÀcke werden von
der Seilbahn zum CĂĄ dal SĂło geschleppt

Ein grosser Teil des Begegnungstages war dem 50jĂ€hrigen Bestehen des Kurs- und Ferienzentrums Campo Rasa im Centovalli gewidmet. Aus verfallenen Palazzi und den Ruinen einiger StĂ€lle entstand im Tessiner Bergdorf dank der Mithilfe vieler Freiwilliger ein Ort der Stille, des RĂŒckzugs und der Gottesbegegnung. RegelmĂ€ssig finden in Rasa VBG-Kurse und Ferienwochen statt. Die HĂ€user stehen aber auch EinzelgĂ€sten und externen Gruppen offen.

„Rasa steht in der heutigen Angebots-Landschaft sehr quer“, erklĂ€rt VBG-Leiter Benedikt Walker. Gerade diese Andersartigkeit mache aber den Reiz des Kurszentrums aus. Es brauche bei manchen Menschen viel Überwindung, die Seilbahn ins autofreie Rasa zu nehmen – „doch wer einmal dort war, kommt immer wieder zurĂŒck“. Das bestĂ€tigt auch die Studentin Salome Augstburger: „Das Besondere an Rasa ist die EingeschrĂ€nktheit“, erklĂ€rt sie. „Wenn man einmal oben ist, kommt man nur so weit, wie einen die eigenen FĂŒsse tragen.“ Diese entschleunigende Wirkung des Ortes biete beste Voraussetzungen fĂŒr Neuorientierung, aber auch fĂŒr das Hören auf Gott, ergĂ€nzte Heiner Schubert. Schmunzelnd meinte er: „Rasa bietet eine gute Landebahn fĂŒr den Heiligen Geist.“

 

Der Rasa-Talk mit Heiner Schubert, PrĂ€sident VBG, Cornelia FlĂŒckiger, Leitung Kurs- und Ferienzentren VBG, Andreas Seifert, Ressortleiter Campo Rasa.